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Höhe des Arbeitslosengeldes

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Jakk

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#1
Hallo...

Ich habe einen Text im Internet entdeckt, der mich, vorsichtig ausgedrückt, etwas nervös macht (im positiven Sinne). Der Hintergrund dafür ist, dass ich glaube eine Möglichkeit für mich gefunden zu haben, eine höhere Leistung ausgezahlt zu bekommen, als von mir ursprünglich angenommen. Hier ein kleiner Auszug aus dem Text (gekürzt):

-----------------------------------------------------------------------

Höhe

Landläufig wird davon ausgegangen, dass das Arbeitslosengeld 60 Prozent des früheren Nettoeinkommens beträgt. Dies entspricht jedoch nur grob dem wahren Anspruch. Die Höhe des Arbeitslosengeldes bemisst sich nämlich nicht nach dem früheren Nettogehalt, sondern nach einem fiktiven Nettogehalt, dem "Leistungsentgelt". Die Berechnung des Leistungsentgeltes wird von der Agentur für Arbeit vorgenommen und ist (noch) recht kompliziert. Wer dennoch wissen will, wie hoch genau sein Anspruch ist: Wir erklären Ihnen das Verfahren:
Die Höhe des Arbeitslosengeldes ist abhängig von:
  • dem vorherigen versicherungspflichtigen Arbeitseinkommen bzw. dem sonstigen versicherungspflichtigen Entgelt (z. B. Krankengeld)
  • dem Vorhandensein eines Kindes im Sinne des § 32 Absätze 1 und 3 bis 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG)
  • der zu berücksichtigenden Lohnsteuerklasse
Die Berechnung geht in vier Schritten folgendermaßen vonstatten:
  • 1. Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen
---gekürzt---
  • 2. Bemessungsentgelt
Das Bemessungsentgelt ist - von Sonderfällen abgesehen - das gerundete durchschnittliche Bruttoeinkommen je Tag im vergangenen Jahr.
Die Berechnung: Das versicherungspflichtige Einkommen (Bruttolohn oder Bruttogehalt) aus den Tätigkeiten des Bemessungszeitraums wird zusammen gezählt und durch die Arbeitstage geteilt. Zum Bemessungsentgelt zählen auch Löhne und Gehälter, die der Arbeitnehmer wegen Zahlungsunfähigkeit des früheren Arbeitgebers nicht erhalten hat (§ 131 Absatz 1 Satz 2 SGB III). Gezahlte Abfindungen bleiben allerdings außer Betracht (§ 131 Absatz 2 Nr. 1 SGB III).
Rechtstipp: Wer in den vergangenen zwei Jahren bereits Arbeitslosengeld nach einem höheren Bemessungsentgelt erhalten hat, hat Anspruch auf die Bemessung nach den damaligen Höhe (§ 131 Absatz 4 SGB III).
Liegt trotz Verlängerung des Bemessungsrahmens auf zwei Jahre (siehe vorheriger Abschnitt) der Bemessungszeitraum bei unter 150 Tagen, so wird ein fiktives Arbeitsentgelt ermittelt (§ 132 Absatz 1 SGB III). Die Höhe richtet sich nach dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen aller Bundesbürger, wobei vier Stufen - je nach Ausbildungsgrad - unterschieden werden. Die sich daraus ergebenden Tagessätze für 2004 lagen zwischen 40,60 und 96,60 Euro, wobei noch zwischen Ost und West unterschieden wird.
  • 3. Leistungsentgelt
---gekürzt---
  • 4. Arbeitslosengeld
---gekürzt---

(Quelle, vollständiger Text: http://cms.valuenet.de/tsolcgi/ts.cgi?tsurl=0.78487.896735.0.0&tsstmplt=object_ph)


-----------------------------------------------------------------------

Ich habe gerade ein 16-monatiges, versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis beendet (mir ist gekündigt worden). Davor war ich ein wenig Selbstständig (2-3 Monate) und wiederum davor 25 Tage arbeitslos mit Leistungsbezug (mein Restanspruch aus einem vorhergehenden Arbeitsverhältnis). Dieser Leistungsbezug bezog sich auf ein höheres Bemessungsentgelt als es jetzt der Fall sein wird (ich habe in meinem vorletzten Job wesentlich mehr verdient, als in den vergangenen 16 Monaten).

Kann mir jemand sagen, ob ich den Text so richtig verstanden habe? Ich bin nämlich der Meinung, dass ich einen Anspruch auf ein Arbeitslosengeld in der Höhe von diesen besagten 25 Tagen habe.

Einigermaßen kompliziert aber vielleicht hat's ja jemand verstanden...
 

Maddin79

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#2
Hallo,
du beziehst dich auf den Bestandsschutz. Wenn du ALG 1 Empfänger bist, dann eine Arbeit aufnimmst und innerhalb von 2 Jahren wieder arbeitslos wirst, hast du Anspruch auf dein ALG vor Aufnahme der Arbeit.
 

Jakk

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#3
Hm...

Ich habe dann heute noch mit einer netten Frau von der Hotline der AfA gesprochen. Das Wort Bestandschutz hatte sie nicht in den Mund genommen, aber im Prinzip hatte sie mir Recht gegeben. Allerdings hätte ich damals nicht meinen Anspruch völlig verbrauchen dürfen. Zumindest 1 Tag Restanspruch hätte bestehen müssen. Mist! Das man das immer erst in Erfahrung bringt, wenn's zu spät ist.
 

Maddin79

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#4
Hm...

Allerdings hätte ich damals nicht meinen Anspruch völlig verbrauchen dürfen. Zumindest 1 Tag Restanspruch hätte bestehen müssen.

Nein, das ist auch nicht ganz richtig! Ich bekomme ab Juli auch wieder ALG 1 und wurde nach meinem alten ALG Satz bemessen. Ich war jetzt 20 Monate in einem Beschäftigungsverhältnis und habe weniger verdient als mein ALG überhaupt ist.

Als ich damals die Arbeit aufgenommen habe, ist mein Anspruch auf ALG1 ausgelaufen und ich hätte ALG2 beantragen müssen was ich aber nicht getan habe. Ich habe somit meinen Anspruch komplett aufgebraucht und hing noch 3 Tage in der Luft ohne Leistungen weil ich wegen 3 Tagen nicht diesen überlsten Bogen ausfüllen wollte..

Und zudem, wo steht denn, dass du mindestens noch 1 Tag Restanspruch brauchst um dein altes ALG zu bekommen??

Da steht nur, dass du unter bestimmten Umständen (Bestandschutz) dein letztes ALG 1 bekommst. Und genau das zählt!!!


Viele Grüße
 

lopo

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#5
Hallo.

(4) Hat der Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__131.html

Da steht nichts davon, das noch ein Restanspruch vorhanden sein muss.

Das hat Maddin79 schon richtig geschrieben.
 

Jakk

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#6
Sehr schön liebe Leute! Werde das morgen bei meiner Antragsabgabe mal anmerken. Bin ja gespannt was draus wird. Vielen Danke ersteinmal!!!

PS: Bei der Höhe meines letzten Arbeitslosengeldes komme ich echt in Konflikt mit meiner aktuellen Gehaltsvorstellung bei Bewerbungen. Sollte ich eventuell mein heutiges Vorstellungsgespräch gleich absagen? ;-)
 

Arania

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#7
Zum letzteren: Nein, ich denke nicht das Gehaltsvorstellungen sich am ALG I oder II messen, habe ich jedenfalls noch nicht erlebt
 

Jakk

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#8
Unglaublich, aber wahr! Ihr hattet Recht gehabt. Ich erhalte tatsächlich mein ALG 1 auf Grundlage des alten Bemessungsentgeltes!

Das bedeutet für mich ein Mehr von 43% und wirkt sich natürlich auf meine zukünftigen Gehaltsvorstellungen aus (Ariana, wenn du wie ich früher ein echt tolles Gehalt bezogen hättest und nun, aufgrund der Verbesserung deiner Chancen auf dem Arbeitsmarkt, deine Vorstellungen um ca. 1/3 reduzierst, dann hättest du beim ALG 1 lediglich 5-10% weniger in der Tasche). Aber Arbeiten ist schon besser als Nichtarbeiten - Geld hin oder her! Ich hatte nicht ohne Grund meinem vorherigen Beitrag ein ;-) beigefügt.
 
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