Hinzutritt Krankheit bei Bezug von Krankengeld bei Arbeitslosigkeit

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Katamatschu

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Hallo liebe Leute!

Ich habe folgendes Problem:

Ich bin seit dem 13.08.2012 arbeitsunfähig krank. Mein Arbeitgeber hat mich aufgrund dieser Krankheit zum 30.08.2012 in der Probezeit gekündigt.

Ich erhalte Krankengeld, weil die AU innerhalb der Beschäftigung eingetreten ist.
Mein gesundheitlicher Zustand ist dermaßen schlecht, dass ich auch weiterhin mindestens drei Jahre damit rechnen kann, AU zu sein.
Mein Hausarzt schreibt mich immer für einen Monat krank(Auszahlungsschein der Krankenkasse).

Nun bin ich am 30.8. mit wahnsinnig starken Rückenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Erstdiagnose war eine Nervenwurzelentzündung der Lendenwirbel.( Versteifung der 5 Lendenwirbel mit dem Steißbein in 2008).

Nach drei Wochen Behandlung und keiner Besserung der Beschwerden wurde weiter nach Ursachen gesucht.
Heute fand man dann heraus, dass ich, aufgrund der Versteifung in 2008 mehrere in sich verkapselte MRSA Erreger im Spinalkanal( Wirbelsäulenkanal) habe. Heute fand man heraus, dass dieser Erreger sich im ganzen Körper ausgebreitet hat. Eine vollständige Genesung bei absolut positivem Verlauf der Behandlung, würde nach Aussage der Ärzte mind. zwei Jahre dauern.

Meine Frage:

1.)

Nun ist zu meiner bisherigen Krankheit ein Hinzutritt einer weiteren Krankheit geschehen, die ebenfalls eine lange AU mit sich bringt.
Heißt das nun, dass ich erneut einen vollständigen Anspruch auf Krankengeld ( 18 Monate) habe?

Im Falle einer bEschäftigung hätte ich durch den Hinzutritt erneuten Anspruch. Ist es bei Arbeitslosigkeit anders?

2.)

Soll ich den Auszahlungsschein für Krankheit 1 von meinem Hausarzt ausfüllen lassen oder soll das Krankenhaus den Schein für Krankheit 2 ausfüllen?

Ich hoffe, Ihr könnt mir hier helfen.

habt einen schönen Tag!
 

Doppeloma

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Hallo Katamatschu,

Ich bin seit dem 13.08.2012 arbeitsunfähig krank. Mein Arbeitgeber hat mich aufgrund dieser Krankheit zum 30.08.2012 in der Probezeit gekündigt.

Die Kündigung ist für den weiteren KG-Anspruch unerheblich, solange deine AU-Bescheinigung ohne Unterbrechgung fortgeführt wird.

Ich erhalte Krankengeld, weil die AU innerhalb der Beschäftigung eingetreten ist.

Korrekt, aber es darf nicht einen einzigen Tag Lücke in der AU geben, sonst wird die KK die Zahlungen einstellen ... jede weitere Krankheit gilt in dieser Zeit als "hinzugetreten" und verlängert den KG-Anspruch NICHT !!!

Deine Aussteuerung wird also "planmäßig" (gemäß dem AU-Beginn 13.08.2012) etwa Anfang/Mitte Februar 2014 erfolgen und dann musst du dich wegen ALG I-Anspruch (Nahtlosigkeit § 145 SGB III) an die AfA wenden.

Mein gesundheitlicher Zustand ist dermaßen schlecht, dass ich auch weiterhin mindestens drei Jahre damit rechnen kann, AU zu sein.
Mein Hausarzt schreibt mich immer für einen Monat krank(Auszahlungsschein der Krankenkasse).

Bist du schon zu einer med. Reha gewesen ???

Wenn nicht wird dich die KK (vermutlich) noch dazu auffordern einen entsprechenden Antrag an die DRV zu stellen, denn AU kannst du (theoretisch) jahrelang geschrieben werden, irgendwann bekommst du aber kein Geld mehr deswegen (nicht von der KK /auch nicht mehr von der AfA wenn dort dann kein Anspruch mehr besteht) ...

1.)
Nun ist zu meiner bisherigen Krankheit ein Hinzutritt einer weiteren Krankheit geschehen, die ebenfalls eine lange AU mit sich bringt.
Heißt das nun, dass ich erneut einen vollständigen Anspruch auf Krankengeld ( 18 Monate) habe?

Nein, wie oben schon beschrieben, verlängert eine andere Krankheit (auch mehrerer andere Krankheiten) den Anspruch auf Krankengeld nicht mehr, wenn zwischenzeitlich keine Arbeitsfähigkeit mehr bestanden hat.

Im Falle einer bEschäftigung hätte ich durch den Hinzutritt erneuten Anspruch. Ist es bei Arbeitslosigkeit anders?

Das ist nicht korrekt, diese Vorschriften zur KG-Zahlung gelten unabhängig davon, ob man im Arbeitsverhältnis oder Arbeitslos ist.

Eine andere Krankheit bewirkt NUR dann eine eigenständige Blockfrist, wenn man (erneut) aus der Beschäftigung heraus (oder ohne bestehende AU aus ALG I heraus) daran erkrankt, die andere (erste) AU muss also (für mindestens 1 Arbeitstag) beendet gewesen sein.

Das ist ja bei dir nicht der Fall, du bist ja auch auf die erste Krankheit noch weiterhin AU geschrieben ...

2.)

Soll ich den Auszahlungsschein für Krankheit 1 von meinem Hausarzt ausfüllen lassen oder soll das Krankenhaus den Schein für Krankheit 2 ausfüllen?

Das Krankenhaus füllt keine Auszahlscheine aus, dort bekommst du nur eine "Aufenthaltsbescheinigung", den Schein für die KK führt dein ambulanter Arzt weiter und der sollte die Diagnose besser nicht ändern und weiter auf die erste Krankheit AU schreiben ...

Krankenkassen kommen inzwischen auf merkwürdige Ideen, wenn sich plötzlich die AU-Diagnose ändert bei einer Langzeit-AU.

Achte weiter darauf, dass du keine Lücke in deiner AU-Bescheinigung hast, hinzutretende Krankheiten können am Ablauf deiner aktuellen 78 Wochen KG-Anspruch leider nichts mehr ändern ... also riskiere lieber nicht unnötig dein restliches Krankengeld ...

Es wird noch schwierig genug werden, wenn du dann im nächsten Jahr zur AfA mußt, denn die erwarten (trotz Krankheit) ein gewisses Maß an "Restleistungsfähigkeit" und den (wenigstens fiktiven) Willen arbeiten zu wollen ... sonst bekommst du dort kein Geld ...

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Daumen "hoch" für Doppelomas Ausführungen.

Wichtig ist vielleicht noch zu erwähnen, dass du unbedingt darauf achten solltest, das die Folge AU immer pünktlich ausgefüllt wird.

Zwischenzeitlich hört man vermehrt, dass die KKs gerne dazu neigen Personen aus der KG-Leistung heraus zu schmeißen, weil die Folge AU einen Tag zu spät ausgestellt wurde.

Dies kann z.B. dadurch geschehen, dass man wegen dem bevorstehenden Wochenende anstatt noch am Freitag sich erst wieder am Montag eine neue AU hat ausstellen lassen, oder wenn ein Feiertag ansteht. Dadurch entsteht jedoch eine Lücke.

Ich hab hier z.B. schon gelesen, dass sich dies dadurch ergeben hat, weil die Arztpraxis am Freitag so überfüllt war, das der Arzt (Ärztin) den Patienten für die Folge AU auf den Montag verschoben.

Auch im Fernsehen gab es einen Bericht über einige solche Fälle, die dadurch heute mehr oder weniger finanziell ruiniert sind.

Diese KK´s berufen sich dabei lapidar auf das SGB V, nach welchem die Regel für die AU eben so lautet,
§ 46 Abs. 2 SGB V
Der Anspruch auf Krankengeld entsteht,
...
im übrigen von dem Tag an, der auf den Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit folgt.

Wenn deine AU am Tag X endet, solltest du also spätestens einen Tag vor Ablauf beim Arzt die Folge AU abholen (die AU endet am Freitag, dann am Donnerstag schon die neue holen), so bist du immer auf der sicheren Seite, besonders für die schwarzen Schafe unter den KK´s.

Zu dieser Methode kann dir aber "Machts Sinn" aufgrund seiner Erfahrung sicherlich mehr erläutern.


Gruß saurbier
 
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