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Hilflos gegen Terror ? !

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Nicht offen für weitere Antworten.

Friedbert

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#1
Hallo,

habe von einem Freund allerlei üble Dinge erfahren. Er wurde nach seinem 1 € Job in eine Praktikumsmaßnahme gepresst.
Diese >>> http://www.gib.nrw.de/de/job/jobplus.htm

Es wurde im gar keine Wahl gelassen, er wurde da mit Sanktionsandrohung reingepresst. Obwohl er seine Arbeitswilligkeit 6 Monate tadellos unter Beweis gestellt hat und das sogar mit positiver Bewertung vom Arbeitgeber.

Nun ist es so, dass innerhalb dieser "Job - Plus" Maßnahme ebenfalls versucht wird, ihn gegen seinen Willen in solche Praktikumsstellen zu pressen, in die er nicht will. Den Leuten, die die Maßnahme machen, ist es völlig egal, wie und wohin sie die Leute verschieben und was für Verhältnisse im Praktikumsbetrieb herrschen. ( Sanitäranlagen, Arbeitsschutz, usw. )

Sie wollen nur die Teilnehmer nach den 6 Wochen Theorieunterricht für 4,5 Monate in irgendeine Stelle pressen. Dafür telefonieren sie den ganzen Tag überall hin, auch weiter entfernte Firmen, alles.

Er hatte eine Stelle als Praktikant bei einer Zeitarbeitsfirma abgelehnt. Die war Vollzeit und lange Anfahrtszeiten, für 345 € / Monat + die 120 € Aufwandsentschädigung.

Er hat die letzten Jahre immer nur Teilzeit gearbeitet. 30 oder 25 Stunden / Woche und er verträgt es psychisch nicht mehr Stunden "eingespannt" zu sein. Er hat da aber keine ärztlichen Bescheinigungen darüber, weil er den Weg zum Psychiater scheut.

Jetzt muss er jeden Tag ins Büro und sitzt 2 eingespielten Typen gegenüber, die ihn in "Kreuzverhör" nehmen. Er wird als Asozialer und alles mögliche... beleidigt und wird ausgelacht, wenn er auf die ausgedehnten verbalen Attacken antwortet.

Es wird ihm ständig gedroht ihm eine Sperrzeit zu verpassen. Ungefär so wie beim russischen Roulett - er wüßte nie ob jetzt die Kugel im Lauf wäre, wenn er ins "Büro" geholt würde.

Kurz und bündig, er wird psychisch total fertig gemacht.

Wir haben keine Antwort gefunden, wie man sich in so einer Situation gegen solche Terror - Typen wehren kann.

Die halten zumeist bestimmte Grenzen ein, so das man Sie auch schwierig mit einem versteckten Tonband drankriegen könnte.

Blöd sind die nicht.

Er findet auch keine Praktikumsstelle die ihm zusagt, es steht ihm auch schon alles bis Oberkante...

Die 120 € Aufwandsentschädigung reichen nicht mal für den Aufwand ( Fahrtkosten, Kleidung usw. ) bleiben also nur die 345 €.

Ich kann auch voll verstehen, dass er dafür nicht alles mit sich machen lassen will. Er sagt, er hätte schon im 1 € Job ein halbes Jahr seine Arbeit so gut wie möglich gemacht, auch ohne großes Geld.

Wie lange er denn ohne Gehalt noch Arbeiten soll ?

Aber wir sind gemeinsam zu der Erkenntnis gekommen, dass man in der BRD im Jahr 2006 als Arbeitssuchender oder 1 € Arbeiter keine Rechte mehr hat und Terror - Psycho - Attaken hilflos ausgeliefert ist.

Oder was kann man tun, um sich gegen sowas zu wehren ?
 
E

ExitUser

Gast
#2
Also nach meinem Dafürhalten muss er da so schnell wie möglich raus. Dein Freund soll zu seinem Dok gehen und sich wegen "Mobbing" krank schreiben lassen, denn darum handelt es sich dort offenbar. Wenn der Dok sich quer stellt (machen die manchmal), mit Anzeige wegen ´unterlassener Hilfeleistung´ drohen. Gut wäre auch, wenn Dein Freund eine Art Tagebuch schreibt, welchen Mobbing-Attacken er ausgesetzt ist/war. Wichtig ist auch noch, dem SB das unter die Nase zu halten. Hört sich so an, als ob Dein Freund eh schon etwas angeknackst ist, also solltest Du zusammen mit ihm zum Dok und zu seinem SB gehen.

Gruß, Luna
 

MissMarple

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#3
Jetzt muss er jeden Tag ins Büro und sitzt 2 eingespielten Typen gegenüber, die ihn in "Kreuzverhör" nehmen. Er wird als Asozialer und alles mögliche... beleidigt und wird ausgelacht, wenn er auf die ausgedehnten verbalen Attacken antwortet.

Es wird ihm ständig gedroht ihm eine Sperrzeit zu verpassen. Ungefär so wie beim russischen Roulett - er wüßte nie ob jetzt die Kugel im Lauf wäre, wenn er ins "Büro" geholt würde.
um wen handelt es sich hier genau ? Die Sachbearbeiter der ARGE oder die Leute von dieser Jobfirma ???

Ich würde ihm dringend raten einen Anwalt für Sozialrecht über diese Vorkommnisse zu unterrichten und weitere Vorgehensweisen zu besprechen.
Ebenso kann man sich - wie schon geschrieben - auch wegen psychischer Krankheiten/Beschwerden krank schreiben lassen.

Was dort vorgeht zielt auch in meinen Augen ganz klar gegen die persönliche Ehrverletzung (ausgelacht werden, gemobbt werden etc ).

MissM.
 

Andi_

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#4
Wesentlich, alles nur noch unter Zeugen machen. Gehe zum Amtsgericht oder Sozialgericht und lasse dir einen Beratungsschein geben. Gehe damit zu einem auf Sozial- und Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt. Der Fall ist zu komplex, fürchte ich.
 

Friedbert

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#5
Ihr könnt das alle so schreiben, aber was am Ende zählt sind nur harte Fakten.

Wer will sich denn bei einem abgestumpften SB hinstellen und jammern, dass er ausgelacht wird ( als erwachsener Mann ).

Und dann soll er zum Psychiater und seine Seele da erbrechen ? Was wohl höchstens noch den letzten Rest "Ihr könnt mich mal... Mentalität" und Selbstwertgefühl zerstören wird.

Und was konkret will man denn der Polizei sagen? Was soll der Anwalt machen ?

Er kommt nicht so schnell aus der Maßnahme raus, das muss "echte" Gründe haben. Er sagt, er geht nicht mehr als 30 Stunden, er ist sonst überdreht und kann nachts nicht mehr schlafen, das macht ihn fertig. Aber deshalb wird er nicht arbeitsunfähig geschrieben und kann aus der Maßnahme, das ( sowas ) anzufangen ist ein Theater !

Aber auch mal ein anderes Thema.

Überlegt euch mal, er hat vor Jahren von seinen Großeltern etwas Geld geerbt, dafür eine kleine Eigentumswohnung gekauft. Er kriegt nun die 345 € + 120 € Aufwandsentschädigung und rund 60 € Nebenkosten und Heizung für die Bude, also 525 €.

Nun stecken die ihn in die Zeitarbeitsfirma bei mindestens 38,5 Stunden / Woche.

Sie nennen es Praktikum, aber was ist da Praktikum ? Das ist eine Lüge ! Das ist ein Job - stinknormale Arbeit.

Wir haben mal gerechnet, er ginge da fast 5 Monate lang mit 3,20 € Stundenlohn nach Hause.

Das ist 2006 völlig normal ist in Deutschland !!! Keinen kratzt das, genauso wie es einem kratzt, wenn man ausgelacht wird.

Die "subjektive Atmosphäre" die da erzeugt wird - die ist vor Gericht oder sonst wo nicht greifbar. Glückssache, wenn sich Menschen finden die es nachvollziehen können. Und natürlich, werden die Leute vom dem "Bildungswerk" das alles total anders darstellen.
 

Andi_

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#6
Friedbert sagte :
Ihr könnt das alle so schreiben, aber was am Ende zählt sind nur harte Fakten.
Leider hast du Recht. Der Mensch verkommt zur statistischen Einheit :hug:
 
E

ExitUser

Gast
#7
Friedbert sagte :
Ihr könnt das alle so schreiben, aber was am Ende zählt sind nur harte Fakten.
Friedbert, so kann man erbetene Lösungsmöglichkeiten auch gleich wieder klein schlagen.

Dir scheint das, was wir Dir raten, und was viele in ähnlicher Situation auch schon gemacht haben (unterhalte Dich mal mit Menschen, die sich erfolgreich gegen Mobbing gewehrt haben), undurchführbar zu sein, weil "Dein Freund" dann Farbe bekennen muss. Das ist natürlich nicht so einfach, weil es auch an die Selbstachtung geht (sich einem Arzt erklären, was übrigens nicht gleich ein Psychiater sein muss, der Hausarzt tut es auch). Dennoch ist dieses Vorgehen, wenn er nicht in einer für ihn offenbar unerträglichen Situation verharren will, notwendig.

Man kann natürlich auch so lange ausharren, bis "das Schicksal" für einen entscheidet. Das bleibt jedem selbst überlassen.

Was möchtest Du selbst denn tun?

Gruß, Luna
 

Andi_

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#8
Gut beschrieben. Vor allem "was willst Du" ist elementar. Ich drücke mich da immer mal etwas "negativ" aus :kinn:
 

MissMarple

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#9
Hallo Friedbert

niemand hat geschrieben, dass er sich im Amt hinstellen soll und berichten, dass er ausgelacht wird !

Das Amt ist der falsche Platz dafür !

er muss daher zu einem Neurologen oder Psycholgen, ihm alles berichten und ein Attest ausstellen lassen.
Das mit dem erwachsenen Mann und sich lächerlich machen, passt an der Stelle absolut nicht, da Ärzte TÄGLICH mit vielen Fällen zu tun haben und so etwas sicherlich nicht lächerlich finden.
Man muss in bestimmten Situationen auch mal über seinen Schatten springen und sich Hilfe von aussen suchen, wenn man es alleine nicht mehr packt.

Dem Amt braucht er dann nur das Attest oder die AU vorlegen - mehr hat den SB nicht zu interessieren, er ist kein Arzt.
Über die Schwierigkeiten vor Ort kann sich der Freund auch mit einer schriftlichen Stellungnahme äussern, die er dem Attest gleich beilegt.

MissM.
 
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#10
Hi,


ja, den meisten Sachbearbeitern ist das in der Tat egal. Weil die hören jeden Tag die Leute jammern und können definitiv nicht medizinisch abklären ob jemand nun tatsächlich begründet jammert oder nciht. Für die bist Du arbeitsfähig solange Du keine Krankmeldung oder ein Attest bringst. Die können sich nicht auch noch um die Arbeitsfähigkeit der Leute kümmern.

Dein Freund soll sich erstmal vom Hausarzt bis er einen Termin bekommt und dann weiter von einem Psychiater krankschreiben lassen (in dem Fall ja völlig zurecht, weil er hat ja diese Probleme). Und zwar für längere Zeit, einen, zwei Monate, dann wird dieses Praktikum wahrscheinlihc eh gekündigt. Es muss schon ein Facharzt sein, ein Hausarzt kann nicht längerfristig krankschreiben.

Er sollte bei mehreren Psychiatern Termine machen weil in der Branche gibts ne Menge kompette Nieten, also er wird evtl ein Weilchen suchen müssen daß er einen kompetenten findet der ihn nicht dumm anquatscht oder das ganze bagatellisiert. Aber auf der anderen Seite vergibt man sich auch nichts wenn man zu einem Psychiater geht, das ist wirklich falscher Stolz.

Der soll ihm dann noch ein Attest schreiben daß er nur für Halbtags arbeitsfähig ist, und inwieweit er sonst noch eingeschränkt ist in der Leistungsfähigkeit.

Sorry, um den Psychiater wird er nicht rumkommen wenn er Einschränkungen hat, weil einfach so kann das ja jeder behaupten .

Er wird dann evtl auch zum medizinischen Dienst zum Gutachter geschickt (war hier das Gesundheitsamt) und das Gutachten dort wurde (bei mir) fair und objektiv erstellt. A bisserl anders ist es bei Gutachtern des Arbeitsamtes, da hab ich schon übles erlebt. Aber ich glaube man kann ein Gutachten auch anfechten.

Liebe Grüsse,

Petra
 
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#11
Friedbert sagte :
Er kommt nicht so schnell aus der Maßnahme raus, das muss "echte" Gründe haben. Er sagt, er geht nicht mehr als 30 Stunden, er ist sonst überdreht und kann nachts nicht mehr schlafen, das macht ihn fertig. Aber deshalb wird er nicht arbeitsunfähig geschrieben und kann aus der Maßnahme, das ( sowas ) anzufangen ist ein Theater !
oh doch, das sind sehr gute Gründe erstmal krankgeschrieben zu werden und dann ein Attest zu bekommen daß er nur diese 30 stunden arbeitsfähig ist.

Weil nämlich bei dauerhafter überbelastung schlimmere Folgen bis hin zu Klinikaufenthalten (wegen Depressionen, Burnout oder schlimmerem) und dauerhafe Arbeitsunfähigkeit die Folge sein könnten.

Wenn er das so einem Psychiater schildert, daß er nach der Arbeit total überdreht ist, nicht mehr schlafen kann, seine Freizeit hin ist dann wird jeder vernünfigte Psychiater handeln. Ich bin auch chronisch psychisch krank und genau das sind bei mir auch die ersten Alarmzeichen..

Grüssle,

Petra
 
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