HIlfebedürftigkeit fällt weg - Was nun?

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liebema

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Hallo zusammen,

ich habe gestern ein Schreiben vom Jobcenter bekommen, indem ich aufgefordert werde, einen Antrag auf Wohngeld zu stellen, weil durch die Bewilligung von Wohngeld die Hilfebedürftigkeit meiner beiden Kinder vermieden werden kann.
Ich habe in der letzten Zeit noch nie einen Antrag auf Wohngeld gestellt. Ich versteh das ganze nicht. :confused: Was ist mit der Miete, die das Jobcenter für mich direkt an meinen Vermieter überweist? Kann mir jmd. in diesem Punkt weiterhelfen?
Meine Kinder haben Einkommen in Form von Kindergeld (328€) und Unterhaltsvorschuss (275€).

Bis jetzt setzt sich mein ALG II Bescheid wie folgt zusammen:
Unterkunftskosten gesamt 505,58€
Mein Bedarf:
Regelleistung: 351,00€
Mehrbedarf 126,00€
Unterkunftskosten anteilig: 168,52€ B
Bedarf: 645,52€
für 1. Kind:
Regelleistung 211,00€
Unterkunftskosten anteilig: 168,53€= 379,53
-Summe eigene Mittel:
Kindergeld 164,00€
Unterhaltsvorschuß 158,00€
Bedarf: 57,53€
für 2. Kind
Regelleistung 211,00€
Unterkunftskosten anteilig: 168,53€= 379,53
-Summe eigene Mittel:
Kindergeld 164,00€
Unterhaltsvorschuß 117,00€
Bedarf: 98,53€

War heute beim Wohnungsbauförderungsamt und habe meinen Antrag auf Wohngeld abggeben. Dort sagte mir der nette Sachbearbeiter, dass ich so wie es aussieht Wohngeld in Höhe von 279€ bekomme.
Dadurch fällt ja nun der Bedarf für meine Kinder weg. Wie verhält sich das nun mit meinem Berdarf ? Verringert der sich dadurch auch noch? Brauch dringend einen Rat

Liebe Grüße
liebema
 

Mario Nette

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Dein Bedarf verringert sich dabei nicht. Es geht der ARGE darum, deine Kinder aus der Statistik rauszubringen - mehr nicht. Naja doch, es geht um mehr: Die ARGE malt sich aus, dass deine Kinder, wenn sie nicht mehr im Leistungsbezug nach SGB II sind, auch kein Anrecht mehr haben, auf dieses Schulfördergeld. Da kann also ganz toll eingespart werden.

Warum die ARGE deine Mietangelegenheiten regelt, ist mir ein Rätsel. Vielleicht magst du es aufklären. In Zukunft sollte es doch wohl so laufen, dass die ARGE dir deine Regelleistung + anteilige Leistungen für die Kosten der Unterkunft vollständig auf dein Konto überweist. Kindergeld, Wohngeld etc. für die Lütten geht ja vermutlich auch auf dein Konto. Dann wird daraus ganz normal der Mietabschlag bezahlt.

Mario Nette
 

liebema

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Die direkte Überweisung der Miete an den Vermieter beruht auf der Tatsache, das ich vor 2 Jahren im Frauenhaus gelebt habe. Da ich zu diesem Zeitpunkt ziemlich viel Stress mit meinem Ex hatte. Um sicher zu gehen, dass die Miete überwiesen wird, habe ich mit dem Jobcenter vereinbart, dass das Jobcenter die Miete direkt überweist.


Verstehe ich das richtig. Ich bekomme dann nur noch den Bedarf für mich in Höhe von 645,52€ abzüglich der kompletten Miete in Höhe von 516,24€ auf mein Konto überwiesen?
 

Mario Nette

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Du bekommst auf dein Konto:
- deinen Regelsatz + deine anteiligen KdU (also: KdU / 3)
- Kindergeld
- Unterhaltsvorschuss
- Wohngeld für die Lütten

Davon geht dann die gesamte Miete (516,24 €) ab und die restlichen Kosten, die man so hat - Strom und so weiter.

Ich würde daher an deiner Stelle die ARGE bitten, die Miete nicht mehr direkt an den Vermieter zu zahlen, sondern dir das zu überlassen. Sonst kommen die vielleicht noch auf die blöden Ideen
a) nur (d)einen Teil der Miete zum Vermieter zu geben oder
b) von deinen SGB-II-Leistungen (351 € + (516,24 € / 3) =523 €) die Miete komplett an den Vermieter zahlen zu wollen.
Beides bringt nichts als Ärger.

edit: Wie kommst du auf den Betrag 645,52 €? Vielleicht habe ich etwas übersehen.

Mario Nette
 

biddy

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Mario meinte:
... deine Kinder, wenn sie nicht mehr im Leistungsbezug nach SGB II sind, auch kein Anrecht mehr haben, auf dieses Schulfördergeld
Wenn man den § 24a "wörtlich" nimmt, dürfte das nicht passieren. Das wäre wirklich mehr als wünschenswert, weil auch den ARGEn klar ist/sein muss, dass die Kinder, die aus dem Bezug heraus sind, nicht mehr haben als die, die nicht genügend "eigenes" Einkommen" haben, um Wohngeld beantragen zu können. Grund: Kindergeldübertrag.
[ab 01.08.2009:
§ 24a
Zusätzliche Leistung für die Schule
Schüler, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die eine allgemeinbildende oder eine andere Schule mit dem Ziel des Erwerbs eines allgemeinbildenden Schulabschlusses besuchen, erhalten bis zum Abschluss der Jahrgangsstufe 10 eine zusätzliche Leistung für die Schule in Höhe von 100 Euro, wenn mindestens ein im Haushalt lebender Elternteil am 1. August des jeweiligen Jahres Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach diesem Buch hat.
Liebema, wenn ich mal rechne, dass beide Kinder gemeinsam noch einen Bedarf von 156 Euro haben und zusammen um die 279 Euro Wohngeld erhalten, dann wird die Differenz, also 123 Euro an Dich übertragen. Es ist das Kindergeld, das wieder zu Deinem Einkommen (als Kindergeldberechtigte) wird, weil die Kids es nicht mehr benötigen (meint jedenfalls die ARGE ...). Bevor es bei Dir als Einkommen angerechnet werden darf, muss aber die Versicherungspauschale von 30 Euro noch in Abzug gebracht werden; Deine Leistung verringert sich also um die anrechenbaren 93 Euro Einkommen.
 

Mario Nette

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Ah OK. Ich denke, hier muss man einfach auf die wörtliche Auslegung des 24a bestehen :icon_smile: Ich muss mal wieder eine Lektüre des SGB durchführen. Diese dämlichen Änderungen bringen doch glatt alles durcheinander.

edit: Na gut, der 24a ist ja so dämlich nicht. Ich meinte das nur allgemein bezogen.

Mario Nette
 
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