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Hilfe! Umschulung wurde mündlich abgelehnt!

45plus

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#1
Guten Tag zusammen,

ich bin "neu" hier und hoffe sehr, dass viele von Euch mein Anliegen lesen und mir eventuell wertvolle Tipps und Anregungen zu meiner Situtation zukommen lassen können. Dafür wäre ich sehr dankbar.

Seit 5 Monaten bin ich arbeitslos. Ich war fast ein ganzes Jahrzehnt selbstständig in der Medienbranche tätig und habe all die Jahre glücklichweise in die Freiwillige Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Nun sind in kürzester Zeit alle Kunden weggebrochen und ich bin jetzt im Arbeitslosengeld-Bezug.

Aufgrund der rasanten Entwicklung in der Branche und auch wegen meines fortgeschrittenen Alters sehe ich keine Zukunft mehr in meinem Beruf, weder in Anstellung, noch in Selbstständigkeit. Bisherige Bewerbungen führten nicht mal mehr zu Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, trotz akademischen Abschlußes. Mein SB sieht es ebenso, eine Umschulung muß also her. Bis hierhin stimmen wir überein. Ich würde sehr gern in den sozialen Bereich gehen, beispielsweise mit Kindern kreativ und unterstützend arbeiten oderoderoder. Das Ehrenamt im sozialen Bereich, dass ich seit langer Zeit nebenbei ausübe, hat mich darin bestärkt.

Ich habe mich intensiv mit möglichen Alternativen auseinandergesetzt. Die meisten sozialen Jobs (Erzieher, Heilpädagoge, Sozialpädagoge) haben Zugangsvoraussetzungen (Vorkenntnisse/andere Abschlüsse), die ich nicht erfüllen kann. Eine Alternative mit idealen Zukunftsperspektiven ist der Beruf des Ergotherapeuten. Mit diesem Beruf hätte ich sehr gute Job-Aussichten bis zur Rente. Er rangiert auf den oberen Rängen der Liste für beste Job-Perspektiven. Eine riesige Chance, also.

Doch die Arbeitsagentur zahlt grundsätzlich keine Ausbildungen, die länger als 2 Jahre dauern. Die Ausbildung zum Ergotherapeuten dauert 3 Jahre. Mein SB hat mich dazu glasklar am Telefon abgebügelt. Dabei hatte ich es sogar geschafft, mir einen Praktikumsplatz zu organisieren, um meine absolute Bereitschaft zu signalisieren. Das Praktikum darf ich auch nicht machen! Meine Güte, war es peinlich, der Praxis abzusagen!

Ich kann verstehen, dass Budgets berücksichtigt werden müssen, doch es geht für mich um meine Existenz, um eine riesige Chance, dauerhaft wieder einen Fuß in den Arbeitsmarkt zu bekommen und der drohenden Hartz4-Katastrophe und Altersarmut zu entkommen.

Meine Bitte an Euch:
- Hat jemand von Euch Erfahrungen mit der Förderung von Umschulungen, die länger als 2 Jahre dauern?
- Gibt es Möglichkeiten, Ausnahmeanträge für eine dreijährige Ausbildung zu stellen?
- Nutzt ein Antrag auf Härtefall?
- Wie schätzt Ihr alternativ die Möglichkeit der beruflichen Rehabilitation ein?
- Wie hoch stehen die Chancen, dass die Rentenversicherung so eine Umschulung übernimmt?

Ich suche händeringend nach einer Lösung und wäre Euch wirklich für jeden kleinsten Hinweis dankbar! Leider habe ich selbst keine großen Rücklagen, sonst würde ich sofort in meine neue Ausbildung investieren. Und übrigens: Ich bin 46 Jahre jung, wenn ich im Oktober mit der Ausbildung beginnen könnte, hätte ich meinen Abschluß mit 49 in der Tasche.

Danke fürs Zuhören. Und 1000 Dank für jeden Hinweis!
:dank:
 

doppelhexe

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#2
dieses problem mit den umschulungen länger als 2 jahre hatte ich schon vor 15 jahren durch. es führt kein weg rein.

hier in der nähe wurde vor 15 jahren eine ergo-schule eröffnet, auch ich trug mich mit diesem gedanken. es gab nur die möglichkeit, eine praxis zu finden, die das 3. ausbildungsjahr übernimmt... da find mal eine...

ich hatte damals dann auch ziemlich schnell aufgegeben.

vielleicht fragst du mal an einer ergo-schule, ob sie umschüler ausbildet und wie diese finaziert wird. kann mir ehrlich nicht vorstellen, das die umschüler das alles selber wuppen.

sonst fällt mir ehrlich auch nichts ein.

berufliche reha durch die RV gibts nur bei gesundheitlichen einschränkungen. nur die gefahr, in hartz4 zu rutschen und dann keine beiträge mehr zahlen zu können ... da hilft keiner, leider...

viel glück, das du doch noch irgendwie hilfe bekommst.
 

45plus

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#3
Vielen Dank für Deine Antwort.

Nun, für den Bildungskredit bin ich zu alt, er würde für die ganzen 3 Jahre auch nicht ausreichen.

Selbst wenn ich irgendwie Geld zusammenkratzen und -leihen könnte, um ein Jahr selbst zu finanzieren, blockt die Arbeitsagentur ab. Entweder sie zahlen eine Ausbildung ganz oder gar nicht (so mein SB). Gibt es hierzu vielleicht andere Erfahrungswerte? Und es ist doch möglich?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Ergo-Praxis ein ganzes Ausbildungsjahr für einen künftigen Mitarbeiter finanziert! Wie soll das gehen? Und wie sollen die mich überhaupt kennenlernen, wenn mir ein Praktikum untersagt wird? Ich hätt kein Problem mit kleinen heimlichen Unternehmungen, aber das ist mir doch zu brisant - wenn ich erwischt werde, wird mein Arbeitslosengeld gesperrt ...

Nun, ich war am Anfang der Arbeitslosigkeit bereits 6 Wochen wegen Burnout krankgeschrieben. Und muß schon aufpassen, nicht an der Perspektivlosigkeit und den sich immer wieder schließenden Türen zu erschöpfen. Wäre dann nicht doch eine berufliche Reha angebracht? Es ist zum Verzweifeln!

Also, nochmals vielen Dank an Alle, die mitlesen und eventuell ein kleines Puzzleteilchen beitragen können

:wink:
 
E

ExitUser

Gast
#4
Die Auskunft, dass nur 24 Monate seitens der BA gefördert werden können, ist leider korrekt. Siehe dazu den § 180 Abs. 4 SGB III, worin es heißt:
"Die Dauer einer Vollzeitmaßnahme, die zu einem Abschluss in einem allgemein anerkannten Ausbildungsberuf führt, ist angemessen im Sinne des § 179 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3, wenn sie gegenüber einer entsprechenden Berufsausbildung um mindestens ein Drittel der Ausbildungszeit verkürzt ist."
Infos dazu findest du auch hier. Ausnahmetatbestände gibt es allerdings für einige Ausbildungs- bzw. Umschulungsgänge, die sich nicht verkürzen lassen und für die ein akuter Mangel zu verzeichnen ist. Da werden dann 2/3 über die BA und 1/3 über Landesmittel oder sonstige Mittel (Sonderförderprogramme) übernommen.

Ich weiß nicht, ob derzeit auch Ergotherapeuten dazuzählen (das variiert von Bundesland zu Bundesland und ändert sich). Ich weiß, dass das in manchen Bundesländern für Altenpfleger, teilweise auch für Erzieher, gilt. In § 180 Abs. 4 SGB III heißt es nämlich auch:
"Ist eine Verkürzung um mindestens ein Drittel der Ausbildungszeit auf Grund bundes- oder landesgesetzlicher Regelungen ausgeschlossen, so ist ein Maßnahmeteil von bis zu zwei Dritteln nur förderungsfähig, wenn bereits zu Beginn der Maßnahme die Finanzierung für die gesamte Dauer der Maßnahme auf Grund bundes- oder landesrechtlicher Regelungen gesichert ist."
Manche Jobcenter lassen auch eine Finanzierung des dritten Jahres über den Ausbildungsbetrieb zu, wenn keine Bundes- oder Landesförderprogramme existieren. Die fordern für den Fall einer geplanten Selbst- oder Fremdfinanzierung des dritten Jahres aber, dass dessen Finanzierung bereits vor Beginn der Ausbildung bescheinigt sein muss.

Ich kenne Fälle, in denen Kunden sagten, sie würden am Wochenende jobben, um sich das so zu finanzieren. Das wurde dann nicht genehmigt. Es wird meist eine schriftliche Bestätigung der Kostenübernahme einer Förderorganisation (Bank, ESF, Arbeitgeber) verlangt.

Wenn du nachweislich gesundheitlich eingeschränkt bist, wäre der Versuch, über die DRV zu gehen, andenkbar. Ich kenne mich allerdings zu wenig aus, um da fundierte Tipps geben zu können. Aus meiner eigenen Erfahrung im JC sehe ich das leider ähnlich nüchtern wie die Userin doppelhexe. In der BA ist oft und blumig von Förderung die Rede, wenn es aber ernst wird, gibt es einen Haufen an rechtlichen und verfahrenstechnischen Hürden.
 

Dagegen72

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#5
Hallo 45plus,

Meine Meinung ist: ich frage mich, ob es sinnvoll ist, sich überhaupt an die AfA bzw. JC zu wenden.

Gib deine Umschulungswünsche nicht auf, weil die Idis einer als öffentlcih-rechtlichen Anstalt aber in Wahrheit als gewinnorientiertes Unternehmen arbeiten (es gibt öffentliche Gesetze, aber die haben auch interne Anweisungen oft) auf, bloß weil die mal läppisch nein sagen.

Dazu gehört: kein Telefonkontakt mit denen - alles schriftlich besorgen und vereinbaren und dir mitteilen lassen.

Bei schriftlicher Ablehnung (vielleicht auch mündlich) würde ich mal versuchen, einen Widerspruch zu schreiben.

Du gehörst noch in die Kategorie gut vermittelbar, da noch nicht länger als ein gar zwei Jahre aus dem Beruf heraus. Das könnte interessant für den Job-"Vermittler" (Zwangsvermittlungs-Bewerbungsaufforderungen) sein, denn das oberste Ziel ist: dich nicht gut auszubilden sondern dich raus aus der Statistik haben zu wollen.

Alles wo das Arbeitsamt in Sachen Bildung seine Finger drin hat würde ich inzwischen die Finger von lassen.

Ich frage mich gerade, dass, wenn du in der Medienbranche warst und nun was mit Kinder machen möchtest, ob du da nicht Angebote für Kinder ebenfalls wieder auf selbständiger Basis anbieten könntest. Filmen, fotografieren und das eventuell dafür nötige oder dich mit einem Fetzen Papier offiziell qualifizierende Zeugnis / Bescheinigung / Zertifikat erwirbst du nebenbei, irgendwie und sei es am Anfang mit den relativ günstigen Kursen einer VHS (Arbeitslosen-Rabatt oder Ratenzahlungen meistens möglich).

VHS informieren auch über eine bestimmte Fördermöglichkeit. Oder vielleicht googlest mal in Richtung Europäischer Fonds.

Gib deine Eigenständigkeit in Sachen beruflicher Fort- und Weiterbildung nicht an ein allgemein negativ kritisiertes BA / JC ab dem gelegentlich antigrundgesetzliche Vorgehensweisen nachgesagt werden ab, auch an keinen Psychiater (google mal Gert Postel :biggrin:) bloß weil du erwerbslos bist. Und lass dich auch nicht gängeln, nimm deine Rechte wahr, lies sie dir an, lies dich durch das Forum.

Vielleicht wäre auch eine Teilzeitausbildung nebenbei möglich und du arbeitest nebenbei etwas und wenn es ausreichend ist, könntest zu deinem Verdienst evtl. Wohngeldanspruch haben (Wohnungeldstelle), dann bist auch von dem Gängelamt JC weg. Auch wenn es finanziell wenig ist.

Das waren jetzt mal so meine Überlegungen, vielleicht kann dir wer noch für dich nützlichere Tipps geben.

edit: die SB-Fuzzis versprechen mündlich gerne was - und nachher wissen sie nichts davon oder lehnen ab, weil wegen irgendwas.

Sie halten dich damit lediglich in einer falschen Motivationsspanne womöglich nutzen sie das aus, um dir eine Dumm-Maßnahme anzudrehen, dafür erhalten sie Prämien.

Und bloß keine EGV unterschreiben, aber diese vorher anständig erstellen lassen mit Inhalt, den du deinen Wünschen anpasst - aber dann lässt lieber einen EGVA kommen (Verwaltungsakt). Mit EGV ist man leichter sanktionierbar wenn man das vertraglich Vereinbarte nicht einhält. Manche versuchen auch einen EGVA zu widerspruchen, da es ein einseitiger Vertrag ist - halt ohne deine Unterschrift.

edit: kein künstliches Mitleid mit JC / BA und Mitarbeiter, die haben einen Job, denen ist es in der Regel wurscht was mit dir passiert - die wollen bloß ihre eigenen Lorbeeren für ihren Vorgesetzten einfahren

und: keine Gedanken- und Energieverschwendung rund um Budget und Sozialgeld-Bezug auf Kosten der Steuerzahler. Alle sinnlos-Maßnahmen inkl. der JC-Mitarbeiter selbst hocken sinnlos auf Steuerzahlers Geldbeuteln und Arbeitskraft. Sollen sie die Santkionspraxis lassen, dann können auch wieder JC-Mitarbeiter entlassen werden. Die können sich dann selbst vermitteln in Jobs die keiner will und die es nicht gibt.

Als Vergleich: der G7-Gipfel hat 130.000.000 Euro für zwei Tage verschluckt und es wurde nicht der Grundsatz des Sparens und Zweckmäßigkeit eingehalten
 
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