hilfe - rentenversicherung möchte 4000 euro nachzahlung

känguruh

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hallo.
ihr wurdet mir von mehreren seitem empfohlen und so möchte ich mein glück jetzt einmal versuchen.
ich blick nämlich nicht mehr durch bzw weiß nicht, welchen schritt ich als nächstes machen soll.

vorgeschichte:
nachdem ich während der elternzeit einige jahre lang von ALGII gelebt hatte, habe ich im sommer 2009 begonnen, als diplompädagogin auf honorarbasis für einen großen wohlfahrtsverband :)icon_eek:) für 12 bis 15 stunden die woche zu arbeiten. das war damals die einzige möglichkeit für mich, an arbeit zu kommen.
seitdem verdiene ich monatlich zwischen 1200 und 1300 bruto. davon können mein kind und ich leben und wir bekommen seitdem keinerlei leistungen mehr von stadt oder staat.
ich habe mich damals bei der rentenversicherung erkundigt, ob ich versicherungspflichtig einzustufen sei (da zb nur für einen auftraggeber tätig), da ich einem bösen erwachen vorbeugen wollte.
damals wurde mir gesagt, ich brauche mir keine sorgen machen, ich sei nicht versicherungspflichtig, da ich weisungs,- orts,- und zeitfrei arbeite, nicht unter die versicherungspflichtigen arbeitsgruppen falle.
also war ich erleichtert und habe den job so gemacht.
im oktober 2010 habe ich dann einen antrag auf freiwillige rentenversicherung gestellt - da ich gerne den mindestbeitrag von ca 80 euro im monat zahlen wollte (im nachhinein gesehen hätte ich das besser gelassen :icon_evil:)... daraufhin haben sie meinen status überprüft und zack - kam das schreiben, ich sei nach § 2 satz 1 nr. 9 SGB VI versicherungspflichtig - weil eben nur ein auftraggeber.
ich dachte, ich guck nicht recht - genau das hatte ich mit meinem beratungstermin vermeiden wollen :icon_neutral:

im bescheid fordern sie jetzt knapp 4000 euro von mir für die zeit seit 2009 zurück und zwar pronto!
ich habe jetzt bereits widerspruch eingelegt, geschrieben, dass ich mich durchaus um weitere auftraggeber bemüht habe (was auch so ist - da ich mich mit der freiberuflichkeit anfreunden konnte und lust auf weitere jobs habe), für diese aber bisher nicht tätig werden konnte, da ich noch ein kindergartenkind habe und die potentiellen aufträge mit nachmittags- und nachtdiensten verbunden sind.
außerdem habe ich nochmal geschrieben, dass ich komplett selbständig arbeite und das arbeitsrechtlich ausformuliert.

nun habe ich ein wenig zeit, bis der widerspruch bearbeitet ist, um mir darüber klar zu werden, wie ich weitermache...

daher meine fragen:

1. klagen?
wäre es denkbar, meinen auftraggeber auf scheinselbständigkeit zu verklagen? und wie komme ich an einen anwalt heran, der sich zum einen für mich für prozesskostenhilfe (von meinen ca 800 netto kann ich beim besten willen keinen anwalt, geschweige denn einen gerichtsprozess bezahlen) einsetzt als auch erfahren ist bezüglich dieses themas?
und macht das ganze überhaupt sinn?
mein auftraggeber gibt ziemlich wasserdichte honorarvereinbarungen raus. schwarz auf weiß gibt es da wenige anhaltspunkte, die auf ein angestelltenverhältnis hinweisen - auch wenn es de fakto so mündliche verpflichtungen wie teamsitzungen, supervisionen, QM -sprich aktenregelungen - und arbeitsanweisungen gibt...

2. nicht klagen - dann bleiben die 4000 euro bei mir (angenommen, der widerspruch wird abgelehnt, wovon ich irgendwie ausgehe). ich kann das nicht zurück zahlen. und stelle mir eine ratenzahlung bei unserer derzeitigen finanziellen situation echt hart vor - zumal wir unter der pfändungsgrenze sind.

habt ihr rat?
an wen wende ich mich?
und wie mache ich weiter?

ich wäre sehr, sehr dankbar für eine antwort :icon_smile:

lg känguruh
 

Priscilla

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also ich würde mich da an einen Anwalt wenden.

Aber - google mal unter Scheinselbständigkeit nach - der Rentenversicherer wird immer ein wenig irritiert, wenn man nur einen Auftraggeber hat.

Du könntest natürlich auch deinen "Auftraggeber" verklagen auf Feststellungsklage, dann müßte der zur Hälfte deine Sozialversicherungsbeiträge tragen.
 

Martin Behrsing

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erstmal eine Frage. Arbeitest Du als Pädagoge oder auch ähnlich?

Dann bist rentenversicherungspflichtig - egal ob selbstständig oder angestellt. Diese Beurfe sind 1999 rentenversicherungspflichtig geworden. War damals ein böses Erwachen für viele.

Jetzt legst du erstmal Widerspruch ein und nimmst dir dann einen Fachanwalt, der am besten noch was Sozialrecht und Arbeitsrecht versteht. Dein Widerspruch entfaltet aufschiebende Wirkung.

Selbst wenn du dann Rentenversicherung nach bezahlen musst, dürfte der Betrag viel zu hoch sein.

Wer hat dich damals beraten? Genau da soll auch dein Anwalt ansetzen.

Im übrigen kann die Rentenversicherung auch bei deinen Einkommensverhältnissen eine Nachzahlung erlassen.
 

känguruh

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wow! vielen danke schonmal für die schnellen antworten.


erstmal eine Frage. Arbeitest Du als Pädagoge oder auch ähnlich?

Dann bist rentenversicherungspflichtig - egal ob selbstständig oder angestellt. Diese Beurfe sind 1999 rentenversicherungspflichtig geworden. War damals ein böses Erwachen für viele.
bist du dir sicher?
soweit ich das jetzt recherchiert habe, sind nur lehrende (zb pädagogen, die an der VHS kurse geben) oder pflegende - vor allem auf anweisungen vom arzt - pädagogen versicherungspflichtig.
da ich weder das eine noch das andere bin - sondern alltagsbegleitend arbeite (ja, ich bin pädagogin), fällt das da wohl nicht drunter.
die rentenversicherung hat es ja auch nicht als grund angegeben. sie geben ja den einen auftraggeber an :confused:

ok. ich schau jetzt nach einem fachanwalt für sozialrecht - und muss ich bezüglich einer prozesskostenhilfe direkt zum amtsgericht oder kann das auch der anwalt regeln??

und ein erlass der nachzahlungsforderungen wäre natürlich super.

beraten hat mich damals eine direkte beratungsstelle der deutschen rentenversicherung.
 
G

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