Hilfe! Junges Paar in BG soll zahlen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Proselution

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Hallo werte ELO Mitglieder, :welcome::icon_pause:

dies ist heute mein erster Beitrag in diesem Forum und ich bin froh, dass es Menschen wie euch gibt, die helfen und einen großen Teil Gerechtigkeit in die Gesellschaft zurück bringen. Danke!

Folgender Fall liegt mir bzw. uns auf der Seele:

Als mein Freund vor gut einem Jahr kurzzeitig ALG I zur Überbrückung beantragen musste, wurden wir zusammen vom Jobcenter in eine Bedarfsgemeinschaft gedrängt. Mein Freund bestand noch darauf, dass ich nicht für ihn aufkommen kann und will, aber laut JC Mitarbeiter muss das so sein und wir haben uns leider schlussendlich nicht nochmal hintergeklemmt. Da ich noch unter 25 und in der Ausbildung war, musste ich den Antrag für uns stellen und galt als Antragstellerin und somit auch Verwalterin des Geldes, da dies auf mein Konto ging.

Fortan gab es bei uns bis heute noch diverse Kontakte mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter in Dortmund. Wirklich auffällig oft verschwanden immer wieder eingereichte Nachweise oder konnten nicht aufgefunden werden und wurden teils bis zu 4x neu angefordert seitens des Jobcenters. Dies hat sich bis heute nicht geändert.

Ich habe Anfang des Jahres meine Ausbildung abgeschlossen und zwischenzeitlich auch Leistungen bezogen. Ich habe allerdings recht schnell eine neue Stelle gefunden und die Leistungen wurden dann eingestellt.

Jetzt allerdings erreichen uns immer mehr Briefe, teils aus dem letzten Jahr, wo das Jobcenter Geld zurück fordert. Mal ganz davon ab, dass wir nie mehr Geld wollten, als uns zusteht, kann man da ja meist nicht viel gegen machen.
Am Telefon kann und konnte uns niemand erklären, wie diese Sachen zu Stande kommen (wir bekommen aufgrund der Bedarfsgemeinschaft vieles in zweifacher Ausführung. So auch die Rückzahlungsbescheide.) Mein Freund fragte detailiert dann so tief, bis der Mitarbeiter mehr oder weniger nicht weiter wusste und "es eben so ist". Bei allen Bescheiden war es immer so, dass eine Person nur informiert wurde und die eine Summe dann halt zurückgezahlt werden muss, auch wenn 2 Bescheide eingingen. Auf einmal erfahren wir durch einen Anruf beim Inkasso in Recklinghausen, dass bei einem Bescheid das doppelte zurückgezahlt werden muss, da hier nicht die eine Summe von dem einen Brief, sondern beide Summen auf den Briefen gelten. (also mein Freund und ich sollen beide die Summe des jeweiligen Briefes zahlen, welche identisch ist und dann die Gesamtsumme ergibt. Das lustige ist, dass mein Freund ja niemals Geld aufs Konto vom JC bekommen hat.) Hierzu gab es keinerlei Hinweis, Anzeichen oder ähnliches. Die anderen Briefe sind identisch und es musste immer nur die eine Summe gezahlt werden.

Jetzt fordert das Jobcenter von mir nochmals Unterlagen an, welche ich schon mehrfach eingereicht habe. Ein Anruf beim JC ergab jetzt, dass diese sogar schon in doppelter/mehrfach Ausführung in der E-Akte sind. Die Frage, ob die Damen und Herren lieber einen Brief neu rausschicken, als einmal ordentlich die Akte zu studieren, dürfte damit zum wiederholten Male bewiesen sein. Wir können kaum noch zählen, wie viele lange Telefonate wir alleine in den vergangenen 10 Monaten mit dem JC führen mussten, da irgendwas bei denen schief lief und läuft. Jetzt haben wir natürlich Bedenken (da diese Forderungen wiedermal darauf stützen, dass eine angebliche Überzahlung vorliegt), dass wieder eine Nachzahlung eintrudelt.
Die Frage, wie viele verschiedene Leute sich denn nur mit der Aufarbeitung unserer Akte (Post auch von verschiedenen SBs) beschäftigen und wie es sein kann, dass jetzt schon (die Leistungen sind ja nicht mehr existent) mehrfach alles nachgerechnet und zurückgefordert wurde und trotzdem immer wieder neue Fälle auftreten kann man uns auch nicht beantworten.

Auch wenn es nicht so sein mag, die Vermutung kommt auf, dass zwanghaft irgendwo Kohle rangeschafft werden muss und wir wollen gerne Überzahlungen zurück geben, aber auf ordentlichem Wege und ohne diese Willkür und dieses Chaos.

Wie könnt ihr mir helfen? Ja, das ist die Frage...wir möchten gerne Gewissheit haben, ob das so alles mit rechten Dingen zu geht. Wir möchten gerne wissen, wie wir uns wehren können, was unsere Rechte sind bei weiteren Forderungen und möchten schlauer sein, falls uns sowas nochmal widerfährt.

Entschuldigt bitte die ausführliche Nachricht und ich hoffe, dass sich ein paar die Zeit nehmen, um uns Tipps oder passende Links zu geben.
Natürlich haben wir uns vorher auch hier im Forum informiert, wollten unseren speziellen Fall allerdings trotzdem schildern.

Liebe Grüße in die Runde:cheer2:
 

Kerstin_K

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Als erstes aufhören zu telefonieren.

Wenn ein Bescheid kommt, mit dem man nicht einverstanden ist, legt man Widerspruch ein.
 

Proselution

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Als erstes aufhören zu telefonieren.

Wenn ein Bescheid kommt, mit dem man nicht einverstanden ist, legt man Widerspruch ein.
Hallo Kerstin,

lieben Dank für deine Rückmeldung.

Schriftliche Widersprüche haben in der Vergangenheit nie etwas gebracht, außer eine Ablehnung des Widersprüches.

Hättest du da Tipps, wie man besser vorgehen kann?
 

TazD

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Schriftliche Widersprüche haben in der Vergangenheit nie etwas gebracht, außer eine Ablehnung des Widersprüches.
Das ist der Rechtsweg. Willst du eine Klage gegen die AfA einreichen, dann musst du erst das Widerspruchsverfahren hinter dich gebracht haben.
 

Helga40

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Am Telefon kann und konnte uns niemand erklären, wie diese Sachen zu Stande kommen (wir bekommen aufgrund der Bedarfsgemeinschaft vieles in zweifacher Ausführung. So auch die Rückzahlungsbescheide.) Mein Freund fragte detailiert dann so tief, bis der Mitarbeiter mehr oder weniger nicht weiter wusste und "es eben so ist". Bei allen Bescheiden war es immer so, dass eine Person nur informiert wurde und die eine Summe dann halt zurückgezahlt werden muss, auch wenn 2 Bescheide eingingen. Auf einmal erfahren wir durch einen Anruf beim Inkasso in Recklinghausen, dass bei einem Bescheid das doppelte zurückgezahlt werden muss, da hier nicht die eine Summe von dem einen Brief, sondern beide Summen auf den Briefen gelten. (also mein Freund und ich sollen beide die Summe des jeweiligen Briefes zahlen, welche identisch ist und dann die Gesamtsumme ergibt. Das lustige ist, dass mein Freund ja niemals Geld aufs Konto vom JC bekommen hat.) Hierzu gab es keinerlei Hinweis, Anzeichen oder ähnliches. Die anderen Briefe sind identisch und es musste immer nur die eine Summe gezahlt werden.
Das ist ganz normal und Ausfluss des § 38 SGB II. Danach gibt's einen Vertreter der BG, der ALG 2 beantragen und entgegen nehmen darf. Deshalb gehen Bewilligungsbescheide auch nur an dich.

Diese Vertretungsvermutung erstreckt sich aber eben nur auf Beantragung und Entgegennahme, nicht auf Streichungen oder Rückzahlungen. Deshalb gibt es bei Rückforderung Bescheide an beide und nicht nur an einen. Bei einer Sanktion genau so.
 
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