Hilfe bei Widerspruch - Begründung - Pflegegrad 3 / Pflegender ALG2

Tingtong

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Hallo allerseits,

bin neu hier und bitte um Nachsicht bei Fehlern.
Hat jemand Erfahrung bzw. Tipps für mich? Ich schildere kurz den Fall:
Mein Vater hat kürzlich einen Pflegegrad 3 zugeteilt bekommen. Es gab vorher keinen Pflegegrad und es passierte alles sehr schnell,deshalb kenne ich mich
null aus. Das Gutachten wurde vom Medizinischen Dienst im Krankenhaus erstellt. Darin steht u.a., es wurde nach Aktenlage begutachtet, persönliche Begutachtung war nicht möglich.
Sein Zustand wird lt. Aussage der Ärzte nicht besser. Ich beziehe ALG2 und wir haben beschlossen, dass ich ihn pflege.
Er ist jetzt wieder zuhause und es geht ihm sehr schlecht, er benötigt bei absolut allem Hilfe. Wir sind mit dem Pflegegrad nicht einverstanden.

Habe mich schon etwas durchgelesen hier und an anderer Stelle und bin mir unsicher was das Begründungsschreiben angeht. Kann man bzw. soll man das selber schreiben?
Den Widerspruch selbst kann man ja, wenn ich das richtig verstanden habe einfach und kurz halten. Wie habt ihr das gemacht? Danke schon mal ....
 

Luna007

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Lege Widerspruch ein und fordere die medizinischen Unterlagen und Gutachten die der Entscheidung zugrunde lagen, an. Erst nach Eingang dieser Unterlagen wirst du den Widerspruch begründen.
 

Antik 63

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Hallo Tingtong,:welcome:

Kann man bzw. soll man das selber schreiben?
Den Widerspruch selbst kann man ja, wenn ich das richtig verstanden habe einfach und kurz halten. Wie habt ihr das gemacht?
Ich habe die Widerspruch/Begründung allein gemacht.

Hier schon mal was zum lesen.Damit solltest du dich schon mal Vorab beschäftigen.

 

Tingtong

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Hallöchen,

also erstmal vielen Dank an euch alle.

@Antik 63
Ich habe mich die Tage intensiv damit beschäftigt, danke für die Empfehlung. Habe zweimal den Pflegegradrechner
gemacht, Grad 4 gibt es erst ab 70 %. Ich war einmal bei 67,5 und einmal bei 75. Bei manchen Fragen wusste ich nicht so recht, wie sie gemeint sind.

@Luna007
Also, ein Gutachten habe ich nun, es hat aber nur 6 Module (Pflegegradrechner hat 8)???
Beim Gutachten sind die Module aufgeführt z.B. Mobilität , dann 5 Punkte von Keine bis Schwerste, darunter dann die gewichteten Punkte. Nach welchem Fragenkatalog die vorgegangen sind weiß ich nicht. Es wurde mir inzwischen mitgeteilt, dass das Pflegepersonal und Ärzte im Krankenhaus befragt wurden.
Ich dachte ich widerspreche Modul für Modul den gewichteten Punkten, weiß aber nicht auf welchen Fragenkatalog ich mich beziehen soll, es gibt ja keinen ?????Ich werde da nochmal anrufen und Zusendung bzw. Aufklärung verlangen.

Gibt es bei der Begründung irgendwas bestimmtes zu beachten?? Ich versuche ja die ganze Zeit irgendwelche Pflegeberatungen anzurufen, krieg aber auch niemanden ans Telefon.
 

Woodruff

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Hallo Tingtong,

habe vor kurzem einen interessanten Artikel auf der Webseite der Verbraucherzentrale gelesen.

Dort wird in einem Abschnitt beschrieben, welche Nachteile es haben kann wenn zur Zeit die MDK- Gutachten nur nach Aktenlage entschieden werden.

Das Gutachten wurde vom Medizinischen Dienst im Krankenhaus erstellt. Darin steht u.a., es wurde nach Aktenlage begutachtet, persönliche Begutachtung war nicht möglich.


Allerdings frage ich mich gerade auch wann persönliche Begutachtungen, im jeweiligen Bundesland, wieder stattfinden werden?

Na ja, wer blickt schon noch durch, welche Corona- Regeln denn wo gerade gelten!

Quelle: Verbraucherzentrale NRW e.V., Mintropstr. 27, 40215 Düsseldorf

Alles Gute für Dich
 

bondul

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Ich dachte ich widerspreche Modul für Modul den gewichteten Punkten, weiß aber nicht auf welchen Fragenkatalog ich mich beziehen soll, es gibt ja keinen ?
Nimm' dir ein bisschen Zeit und sieh' mal hier hinein:

Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Dort wirst du erfahren, wie der MDK gewichtet und die einzelnen Module bewertet.
(Hilft nicht nur vor der Begutachtung, ist auch beim Widerspruch sehr nützlich.)

lg, bondul
 

Antik 63

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Hallo Woodruf,
Allerdings frage ich mich gerade auch wann persönliche Begutachtungen, im jeweiligen Bundesland, wieder stattfinden werden?
Hier kannst du das nachlesen.Persönliche Begutachtungen finden bis 30.09. nicht statt.

 

AnnikaK

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Ich habe alles, womit ich nicht einverstanden war, einzeln aufgeführt mit Begründung und Beispiel, warum ich damit nicht einverstanden bin.
Also zum Beispiel konnte mein Sohn laut Gutachten „selbständig „ Duschen. Es musste aber aufgrund seiner Gleichgewichtsstörungen eine Aufsichtsperson dabei sein, deswegen war das „überwiegend selbständig „, das heißt, er braucht nur Aufsicht, aber keine direkte Hilfe. Das gleiche war beim Essen und Trinken. An sich kann er das selbständig, macht es aber nicht, wenn man ihm das da nicht hinstellt und guckt, ob er wirklich isst und trinkt...
So hab ich mich von Modul zu Modul gehangelt .
 

Antik 63

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Hallo Tingtong,

Zuerst habe ich fristwarend Widerspruch eingereicht und geschrieben,das ich die ausführliche Begründung Zeitnah nachreiche.
Ich habe mich die Tage intensiv damit beschäftigt, danke für die Empfehlung. Habe zweimal den Pflegegradrechner gemacht, Grad 4 gibt es erst ab 70 %. Ich war einmal bei 67,5 und einmal bei 75. Bei manchen Fragen wusste ich nicht so recht, wie sie gemeint sind..
Das ist schon mal gut.
Ja,das habe ich auch gemacht mit dem Pflegegradrechner und ich hatte Pflegerad 4 errechnet.Aber die Gutachter sehen das nochmal,ganz anders.

Und es wurde nur Pflegerad 2 erst nach meinem Widerspruch,bekam mein Mann Pflegerad 3.

Wie viel Punkte hat dein Vater erreicht ?

Wir hatten bei der ersten Begutachtung 36,25 Punkte und bei der zweiten 57,5 Punkte,das ist ja schon ein Unterschied.

Ich habe mir alle Modul Beschreibungen und was sie bedeuten(erst im Internet angesehen gelesen)ich hatte auch erst nicht alles verstanden.Ich weis jetzt gerade nicht,ob ich mir da was abgespeichert habe. Hm,habs nicht gefunden.
Also, ein Gutachten habe ich nun, es hat aber nur 6 Module (Pflegegradrechner hat 8)???.
Beim Gutachten sind die Module aufgeführt z.B. Mobilität , dann 5 Punkte von Keine bis Schwerste, darunter dann die gewichteten Punkte. Nach welchem Fragenkatalog die vorgegangen sind weiß ich nicht. Es wurde mir inzwischen mitgeteilt, dass das Pflegepersonal und Ärzte im Krankenhaus befragt wurden..
Wie gesagt,die Gutachter berücksichtigen nicht alle Module und es wird auch noch einiges so geschrieben.Da muss man sich erst durch finden und alles genau lesen,ich habe die Gutachten auch öfters gelesen.
Ich dachte ich widerspreche Modul für Modul den gewichteten Punkten, weiß aber nicht auf welchen Fragenkatalog ich mich beziehen soll, es gibt ja keinen ?????Ich werde da nochmal anrufen und Zusendung bzw. Aufklärung verlangen..
Ja genau,so solltest du das auch machen.Da musst du nicht extra nachfragen,die Module sind immer gleich,nur werden nicht alle berücksichtigt oder abgefragt.

Und die GA stellen auch noch andere Fragen,oder stellen die Fragen anders.

Es ist auch bei uns nicht alles abgefragt worden,von den Modulen und dadurch verkehrt bewertet worden. In den Modulen/Gutachten habe ich dann gesehen,das einige Punkte dadurch fehlten.

Ich war auch(damals)ganz erschrocken,als die GA(erste Begutachtung)ihren Laptop zuklappte und das wir so viele Fragen,aus den Modulen nicht beantworten mussten.Dadurch wurde einiges bei den Modulen,einfach mit Null Punkte bewertet.

Im Pflegegrad Rechner hat sich bei uns immer wieder Pflegegrad 4 ergeben,deswegen hatte ich auch auf wenigstens Pflegegrad 3 gehofft.

So habe ich das mit der Widerspruch/Begründung gemacht.

Ich hatte mir das ganze Gutachten kopiert und habe dann unsere eigenen Bewertungen bei den Modulen(daneben)eingetragen und soweit der Platz gereicht hat gleich Anmerkungen dazu gemacht(zum Schluss natürlich bearbeitet und alles kopieren,für die eigenen Unterlagen).

Ich bin jedes Modul und jede Seite vom Gutachten einzeln durchgegangen.Wo dann bei den Modulen Punkte fehlten,habe ich das dann angekreuzt/Begründet,warum ich das anders sehe.Und ich habe mir erst alles auf einen Schmierzettel notiert und später dann abgeschrieben.

Was nicht hingepasst hat,wurde in der ausführlichen Widerspruchsbegründung dann noch ergänzend erwähnt und mit der Seite 1 Punkt X 1 usw. vom Gutachten beschrieben.

Das ist echte Fleißarbeit,aber es lohnt sich ganz bestimmt.

Das erste was die Gutachterin sagte,die zur Begutachtung/Widerspruch kam,sie haben aber viel beanstandet,ja sagte ich,alles was nicht richtig war.:LOL: Fand sie nicht so Lustig.

Ich habe ihr bei der Begutachtung auch 3 mal so richtig die Meinung gesagt.Ich dachte sie steht auf und geht gleich,ist sie aber nicht.Mein Mann sagte hinterher,die nimmt jetzt alles wieder weg,ich sagte die nimmt nix weg,das werden wir ja dann sehen.

Am nächsten Abend rief mich die GA an unter einem Vorwand,sie hätte was vergessen.Und sagte,alles könnte sie nicht berücksichtigen,aber Pfleggrad 3 würde es dann werden.Die wollte nur gucken wie ich reagiere oder ob ich weiter mache.:p

Dann sagte sie,sie schickt das Gutachten zur KK und dann bekommen wir Bescheid.


Ich könnte dir dann noch 2,3 Beisiele nennen,wie ich das beschrieben habe,mein ganzen Widerspruch/Begründung,möchte ich nicht einstellen.

In der Zusammenfassung des zweiten Gutachtens/Widerspruch,da steht auch bei uns das Ergebnis/ Punktzahl,vom Vor- Gutachten mit drin.

Ich überlege mir mal,ob ich dir das hier einstelle.:unsure:
 
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wheelie

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Moin,

die Frist von 4 Wochen gilt nur für den Widerspruch, insbesondere wenn Du noch Unterlagen von der Kasse anforderst. Für die Begründung gibt es erst einmal keine Frist, dafür würde ich mir dann auch ausreichend Zeit lassen.

Extrem hilfreich kann dabei auch ein Pflegetagebuch sein, in dem Du eine Woche lang Tag für Tag aufführst, was Du in welchem Umfang unterstützt.

Lg wheelie
 

Tingtong

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Hallo nochmal,

irgendwie hat es diese Nachricht auseinander gerissen ??

Nochmal zur Zeit:
Ist es richtig, dass man mit der Begründung 1 Woche Zeit hat? Den Widerspruch werde ich vorab faxen, nehme
den Musterwiederspruch, dann kann ich mir übers Wochenende die Begründung vornehmen.
 

Antik 63

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Hallo Tingtong,:)

Laut deren Gutachen 60 Punkte.
Dann sind das ja bis 70 Punkte nicht mehr viele,das würde ich auf jeden Fall machen.

dann kann ich mir übers Wochenende die Begründung vornehmen.
Für die Begründung hast du Zeit,mache das in Ruhe fertig.Wenn du noch fragen hast dann melde dich.

Faxe das aber nachweislich ! mit Faxen kenne ich mich nicht aus.Ich verschicke sowas immer per Übergabe - Einschreiben.
 

Kerstin_K

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Für die Begründung gibt es schon Fristen, die wird dir bei der Eingangsbestätigung genannt.
Das ist aber keine gesetzliche Frist, sondern mehr so ein "Wir hätten das dann gerne bis..." Die haben alles zu berücksichtigen, was du ihnen schickst, bis über den Widerspruch entschieden ist.
 

Tingtong

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Hallo,

Hallo Tingtong,:)


Dann sind das ja bis 70 Punkte nicht mehr viele,das würde ich auf jeden Fall machen.


Für die Begründung hast du Zeit,mache das in Ruhe fertig.Wenn du noch fragen hast dann melde dich.

Faxe das aber nachweislich ! mit Faxen kenne ich mich nicht aus.Ich verschicke sowas immer per Übergabe - Einschreiben.

Ich werds faxen mit sendungsbericht und dann nochmal wie du per Übergabe verschicken. Ich melde mich dann
nochmal. Danke :)
 

UrbanIbarras

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Guten Abend!
Ich bin der Neue bzw. einer von den neuen Mitgliedern im Forum.

Selbst mit GdB 100% und den Mz. G, aG, H, B stellt sich MDK, jetzt MD, quer bei Pflegegrad 4.

Daher ein "rechtswidriger Regelfall", durch den MD stets mit dem geringstmöglichen Pflegegrad (PG) "bedient" zu werden.
Die anfängliche Unwissenheit intrafamiliärer Pflegepersonen wird gnadenlos ausgenutzt.
Die ohnehin mit dem enormen Pflegeaufwand "von jetzt auf gleich" bis in und über den persönlichen, roten Bereich hinaus belastete Pflegeperson ist dieser Vorgehensweise sehr häufig zunächst ausgeliefert.
Im Thread wurde bereits der Hinweis gegeben, fristwahrend Widerspruch einzulegen und späterhin zu begründen.

Bei PG 3 wirst du halbjährlich mit sog. Beratungseinsätzen vor Ort durch einen ambulanten Pflegedienst deiner Wahl konfrontiert. Nutze dieses Instrument, vereinbare zeitnah einen Termin und lasse dich dabei bzgl. des tatsächlichen PG beraten.
Die Empfehlung einer erneuten Begutachtung mit Höherstufung des PG durch den ambulanten Pflegedienst nutzt ebenso ggü. dem Sozialgericht (SG).
Bei PG 4 hast du das Vergnügen der Beratungseinsätze 1x pro Quartal.

Wertvoll ist die Beratung weiterhin, weil alle Leistungen ("Naturalien" und Geldleistungen) vorgestellt werden, die beansprucht werden können. Du mußt dir bei der Pflege beim aus dem Bett hieven nicht "das Kreuz brechen", wenn z.B. ein Pflegebett mit allen Einstellungen und Hilfen als Hilfsmittel beansprucht werden kann, wie es aus Krankenhäusern bekannt ist.

"Viel hilft viel" ist bei einer ausführlichen Widerspruchsbegründung durchaus ein vertretbares Motto. Dabei auf keinen Fall selber Obergrenzen aus der Laiensphäre bei den Punkten, Gewichtungen, usw. setzen. Daran wirst du sofort festgehalten.
Nicht maßlos übertreiben, jedoch alles zugunsten des pflegebedürftigen Familienmitgliedes auslegen.
Obersatz:
Du argumentierst aus der Laiensphäre heraus - ohne überlegenes Wissen - selbst wenn solches Wissen vorhanden ist.

In jedem Fall das prozessuale Instrument der Untätigkeitsklage zum SG sofort nutzen, wenn die Pflegeversicherung (PV) nicht innerhalb der Frist über den Widerspruch entscheidet.
Dadurch flankierst du deinen Widerspruch zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit einem Gerichtsverfahren, das die Sozialversicherungsträger regelrecht "lieben".
Die Untätigkeitsklage zum SG kannst du getrost selbst erheben - wie immer per Telefax vorab und als Einschreiben Einwurf hinterher.
Unbedingt beachten, daß eine Vollmacht der zu pflegenden Person für dich beigefügt wird.
Die benötigst du ebenso bereits beim Widerspruch.
Dokumente unterschreibt ihr trotzdem immer beide.
Die vorgelegte Vollmacht dient dazu, daß du mit den Sozialversicherungsträgern, dem Gericht, usw. immer höchstselbst sprechen und schriftlich kommunizieren kannst, ohne aus Gründen des Datenschutzes irgendeiner Verweigerungshaltung begegnen zu müssen. Daher lieber stets einmal mehr eine Vollmacht übermitteln, als nur einmal zu wenig.

Wie im Thread ebenfalls bereits angesprochen, immer Zustellungsformen wählen, die den Zugang gerichtsfest belegen.
Fehlerfreies Faxsendeprotokoll mit Angabe der richtigen Empfängernummer und mit Faksimiledruck der ersten Seite.
Briefpost stets als Einschreiben Einwurf. Nie als Einschreiben/Rückschein. Belege sicher archivieren (Thermopapier auf Normalpapier kopieren!) und mit den Zustellungsdaten aus der Sendungsverfolgung abheften.

Fazit:
Bereite "ihnen" - substantiiert - soviel Arbeit, daß der Lebenssachverhalt ganz wesentlich leichter in deinem Sinne entschieden werden kann, als sich mit alledem detailliert auseinandersetzen zu müssen.
Der "Hasenfangschlag" (bitte nur bildhaft gesprochen verstehen) ist - sofort nach Fristablauf - die Untätigkeitsklage zum SG.
Die Untätigkeitsklage signalisiert die Weiterbeschreitung des Gerichtsweges bei Nichtabhilfe bzgl. des Widerspruchs.
 

UrbanIbarras

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Guten Morgen Kerstin,

warum personifizierst du unnötigerweise eine rechtlich allgemein bekannte Tatsache als subjektives Dagegenhaben, wenn rechtlich objektive Tatsachen - seit Jahrzehnten - in der Judikatur dagegen sprechen?

Einschreiben Einwurf = Zustellung ist durch Einwurf in den Briefkasten/das Postfach des Empfängers bewirkt.

Einschreiben/Rückschein
wird bei Nichtantreffen in der Poststelle/-filiale gelagert und geht bei Nichtabholung innerhalb der Lagerfrist zurück.
Folge: Keine Zustellung bewirkt. Es schließt sich ein zeitaufwendiger "Affentanz" auf Seiten des Versenders an.

Was also willst du realiter erreichen?
Eine Versendungsform verwenden, die unproblematisch den gerichtsfesten Zustellungsnachweis erbringt?
oder
Eine Versendungsform verwenden, bei der der Empfänger höchstselbst die Zustellung durch Nichtstun = bloße Nichtabholung vereiteln kann?

Das sollte hoffentlich nicht allzuschwer zu verstehen sein.

Fazit:
Nie Einschreiben/Rückschein.
Immer Telefax vorab (sofern Telefax vorhanden) und per Post Einschreiben Einwurf.

Beste Grüße!
UrbanIbarras
 

Kerstin_K

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Bei Privatmenschen hast du vielleicht recht, aber Behörden, Sozialleiistungstraeger usw, die Einschreiben zurückgehen lassen, habe ich noch nnicht erlebt. Die Bekommen in der Regel sowieso ihre Post gebracht, da die Mengen jedes Postfach sprengen.
 

ela1953

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Guten Morgen Kerstin,

warum personifizierst du unnötigerweise eine rechtlich allgemein bekannte Tatsache als subjektives Dagegenhaben, wenn rechtlich objektive Tatsachen - seit Jahrzehnten - in der Judikatur dagegen sprechen?

Einschreiben Einwurf = Zustellung ist durch Einwurf in den Briefkasten/das Postfach des Empfängers bewirkt.

Einschreiben/Rückschein
wird bei Nichtantreffen in der Poststelle/-filiale gelagert und geht bei Nichtabholung innerhalb der Lagerfrist zurück.
Folge: Keine Zustellung bewirkt. Es schließt sich ein zeitaufwendiger "Affentanz" auf Seiten des Versenders an.

Was also willst du realiter erreichen?
Eine Versendungsform verwenden, die unproblematisch den gerichtsfesten Zustellungsnachweis erbringt?
oder
Eine Versendungsform verwenden, bei der der Empfänger höchstselbst die Zustellung durch Nichtstun = bloße Nichtabholung vereiteln kann?

Das sollte hoffentlich nicht allzuschwer zu verstehen sein.

Fazit:
Nie Einschreiben/Rückschein.
Immer Telefax vorab (sofern Telefax vorhanden) und per Post Einschreiben Einwurf.

Beste Grüße!
UrbanIbarras


EINWURFeinschreiben sind nicht zu empfehlen.
Mit Rückschein wegen der Kosten auch nicht.
ÜBERGABEeinschreiben ist empfehlenswert.
Ist günstiger wie Rückschein, aber wird genau so gehandhabt. Der Empfänger unterschreibt wie bei Rückschein.
Bei Übergabe bekommt man den Beleg nicht zugeschickt. Man kann aber online sehen, wer wann den Brief bekommen hat
 

UrbanIbarras

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Ihr führt hier einen Streit um des Kaisers Bart, denn es kommt nicht auf die subjektiven Vorlieben bei Versendungsformen an bzw. auf persönliche Fehlvorstellungen.

Die Unterschrift war und ist vollkommen irrelevant.
Sie erbringt ggü. den Gerichten KEINEN höheren Beweiswert bzgl. des Zugangs.

Alleine maßgeblich ist die Handhabung durch die Gerichte.
Fernab subjektiver Befindlichkeiten kann daher nur jedem geraten werden, sich an der demgegenüber objektivierbaren Handhabung durch die Gerichte zu orientieren. Alles andere war, ist und bleibt irrelevant.

Kerstin, gerade erst wieder (April/Mai 2020) genau einen solchen Fall bei DRV-B erlebt.
Nichtsdestotrotz, jeder ist und bleibt seines Glückes Schmied und darf Versendungen jederzeit handhaben, wie es ihm/ihr gefällt.

Ela, leider substantiierst du deine subjektive Abneigung ggü. Einschreiben Einwurf nicht.

Abschließend, weil weitere Ausführungen dazu Zeitverschwendung darstellen müssen:
Grundsätzlich ist der Versand als Einschreiben Einwurf - der Zusteller bescheinigt den Zugang durch seine Unterschrift intern und kann ggfls. als Zeuge benannt werden - verhältnismäßig sicher, weil damit der Zugang der Postsendung bewirkt ist.

Schlußendlich beweist keine dieser Versandarten den Empfang konkreter Dokumente, mithin deren Zugang, beim Empfänger.

Der Empfänger kann jederzeit bestreiten, dass sich in dem Umschlag die Dokumente befunden haben, die der Versender (fristgemäß) dem Empfänger zuzustellen hatte.

Rechtssicherheit in dieser Hinsicht bietet eine Zustellung per Gerichtsvollzieher - der prüft den Inhalt der Dokumente vor "Eintütung und Versiegelung" - oder eine persönliche Zustellung vor Ort unter Zeugen.

Wer persönlich das Maximum an Rechtssicherheit zu minimalen Kosten erzielen will nutzt

Telefax (wie oben beschrieben, kein softwaregesteuertes Telefax aus dem bzw. über den Computer)
Zugang ist bei fehlerfreiem Sendeprotokoll mit Abschluß der letzten Seite innerhalb geltender Fristen erfolgt.

und

Einschreiben Einwurf mit Einlieferungsbeleg (Nachverfolgungsnummer) und Online-Nachverfolgung inkl. Benachrichtigung per eMail, wann zugestellt wurde. Damit läßt sich der gerade "Dienst gehabt habende" Zusteller erforderlichenfalls identifizieren. Ist bisher nie nötig gewesen.

Alles andere dient lediglich persönlichen Vorlieben, Geschmäckern und - vor allem - rein subjektiv empfundener, "höherer" (Schein-)Sicherheit, die realiter jedoch nicht gegeben ist und lediglich mehr Geld kostet.

Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wieviel zusätzliches Entgelt aufgewendet wird, um das subjektive Gefühl "höherer" bzw. "einzig wahrer" Sicherheit erlangt zu haben. Das subjektive Gefühl ist in diesen Fällen vielen Personen so viel wichtiger, daß objektivierbare Erfordernisse vollkommen in den Hintergrund treten, gar "bekämpft" werden.
An deratigen Kämpfen beteilige ich mich nicht.

Eine Alternative stellt DE-Mail bei Versender und Empfänger dar.
Damit braucht es weder Telefax noch irgendeine postalische Versendungsform.
Nachteil:
Auch Zustellungen zu einem selbst können, z.B. durch Sozialversicherungsträger, fristgerecht bis "23:59:59" vorgenommen werden.
Der Zugang auf dem DE-Mail-Server ist maßgeblich, nicht, ob der Empfänger gerade technisch in der Lage war, diese DE-Mail auf seinem Endgerät "abholen" zu können (Handy runtergefallen, im Klo, sonstwie defekt; Leitungsstörungen; HDD/SSD verreckt, etc.).
 
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