HH: Wohnungsangebot entspräche KdU Nettokalt - ist warm aber teurer als jetzige Wohnung

kerstin2

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Hallo,

da wir hier letztes WE so schön den Zusammenhang von Mietstufen und Fachanweisungen diskutiert haben (endlich versteh das auch ich :) ), komme ich mal mit einer neuen (halbtheoretischen) Frage umme Ecke:

Ich hab ja eine Senkungsaufforderung weil meine Wohnung zu teuer für die KdU-Voraussetzungen ist.
Hier in HH gilt für die angemessene KdU die NETTOKALTmiete. Und es gibt nur verschwindend wenig Angebote, die in die engen Grenzen fallen.
In einem bestimmmten Viertel in alten 60er-Jahre Häusern gibts immer mal wieder etwas. Die Wohnungen kosten dann so um die 350 EUR netttokalt, liegen somit im Rahmen. Die zugehörigen Nebenkosten sind aber genauso, manchmal teurer als die Nettokaltmiete, im konkreten Fall 380 EUR. Damit wäre die Gesamtmiete mit 730 EUR deutlich über meiner jetzigen Wohnung, die nettokalt viel teurer ist und nicht KdU-angemessen, die Nebenkosten sind aber verschwindend niedrig.

Sind diese Wohnugen (Nettokalt passen, warm aber teurer als die jetzige) aus SGB-II-Sicht jetzt ernsthaft passender und würde ich hier verpflichtet sein, umzuziehen? Sprich: Wenn ich die in die Nachweisliste der Bewerbungsbemühungen aufnehme, gelten die als angemessen?

Stellt das JC also ausschließlich auf die Nettokaltmiete ab, oder wirft es auch einen Blick auf die Warmmiete?

fragt mit Gruß Kerstin
 

hans wurst

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Es ist die Bruttokaltmiete heranzuziehen, also die Summe aus Kaltmiete und kalte Nebenkosten. Die Heizkosten sind gesondert zu überprüfen.
 

Energy

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Ich kenne es für drei andere Großstädte, dass auch genaue Grenzen für die Nebenkosten/qm und die Heizkosten/qm festgelegt sind, frage mal nach.

Und zwar sowohl UNTERgrenzen als auch Obergrenzen.
Untergrenzen deshalb, da angeblich zu oft mit falschen Angaben die Miete 'passend' gerechnet wurde und am Jahresende dann das Jobcenter die Nachzahlung übernehmen musste.

Ich hatte den äußerst nervigen Fall, dass sich mein Umzug verschob, weil meine Wohnung zunächst NICHT anerkannt wurde mit der Begründung nicht angemessene Nebenkosten - nämlich zu NIEDRIGE!

Der Vermieter schüttelte darüber lachend den Kopf und wir reichten die tatsächliche Nebenkostenabrechnung ein, die tatsächlich auch so niedrig war und dann wurde doch genehmigt.

Deine Nebenkosten teilen sich wie genau auf?

Ich habe das hier mal kurz überflogen, das scheint für Hamburg zu gelten:
Fachanweisung zu § 35 SGB XII - Stadt Hamburg
 

kerstin2

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Ich kenne es für drei andere Großstädte, dass auch genaue Grenzen für die Nebenkosten/qm und die Heizkosten/qm festgelegt sind, frage mal nach.
...
Fachanweisung zu § 35 SGB XII - Stadt Hamburg
Stimmt, die Fachanweisung sollte ich kennen... Unter 5.2 find ich auch etwas zu Heizkosten. Da hab ich immer drübergelesen, denn das ist total theoretisch. Der Verbrauch von kWh je m² / Jahr wird mit der gesamten Gebäudefläche in m² in Beziehung gesetzt. Wie soll man denn da auf ein konkretes Angebot runterrechnen? Naja.

Deine Nebenkosten teilen sich wie genau auf?
Puh, das Angebot ist schon wieder raus aus immo. Hab hier aber ein ähnliches: 71 qm (also für uns sowieso 10 zu viel - in HH gilt ja leider nicht Alleinerziehenden = plus 10 qm)

312,68 € Nettokalt
+ 165,27 Betriebskosten
+ 114,15 Heizung

Käme laut Produkttheorie (nur der Preis zählt) nettokalt hin, aber ob die Betriebs- und Heizkosten angemessen sind - kann kein Mensch so aus der Fachanweisung errechnen.
 

Wutbuerger

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Deine BG wäre 2 oder 3 Personen? was brauchst du 10qm für Alleinerziehende ,wenn das Kind als BG Mitglied zählt ? Wir hatten doch schon für eine Person gerechnet das 575 ohne HK gehen sollten.
Also fix Mietangebot holen und einreichen .Danach kannst du überlegen ob du auf Antwort wartest oder MV unterschreibst .
 

ZynHH

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Kerstin, als ich eine whg gesucht habe, habe ich mir einfach die Internetexposes ausgedruckt und habe mir die im JC innerhalb 24h bestätigen lassen und bin dann erst zu Besichtigungen bzw. auch ohne Besichtigung zur Saga und habe mich um die Wohnung beworben. So habe ich mich auf fünf whg bei der Saga in 4 Wochen beworben und habe dann glücklich mein favorisierte Reihenendhaus in Sülldorf bekommen. Interessant war die 348,50, eine bekannte zahlt 460 warm für 40 m2.
 

kerstin2

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AW: HH: Wohnungsangebot entspräche KdU Nettokalt - ist warm aber teurer als jetzige Wohn

Deine BG wäre 2 oder 3 Personen? was brauchst du 10qm für Alleinerziehende ,wenn das Kind als BG Mitglied zählt ? Wir hatten doch schon für eine Person gerechnet das 575 ohne HK gehen sollten.
Meine BG sind 2 (mit Kind) und ich habe mal irgendwo gelesen, dass die die Nebenkosten nur anteilig bis zur Höchstgrenze der angemessenen qm bezahlt werden. (Du merkst, ich bin da noch nicht ganz klar im Kopf...)

Kerstin, als ich eine whg gesucht habe, habe ich mir einfach die Internetexposes ausgedruckt und habe mir die im JC innerhalb 24h bestätigen lassen
Leider hat das gesamte JC mich auf "ignorieren" gesetzt. Ich bekomme grundsätzlich keine Antworten mehr auf Anfragen. Das sprengt jetzt bald auch meine Fortbildung... (das führt hier aber zu weit.)
So habe ich mich auf fünf whg bei der Saga in 4 Wochen beworben und habe dann glücklich mein favorisierte Reihenendhaus in Sülldorf bekommen. Interessant war die 348,50, eine bekannte zahlt 460 warm für 40 m2.
Ach, da würd ich praktisch neben meiner Freundin wohnen :)
Ich wusste gar nicht, dass es im Saga-Bestand noch die kleinen Reihenhäuser gibt, die werden doch alle verkauft. Danke für den Tipp!

Ich fragte übrgigens nur theoretisch, um das alles zu verstehen und mich vorzubereiten. Aktuell startet die Projekt- und Examensphase meiner Fortbildung. Prüfungen sind im September/Oktober, davor ist an Umzug nicht zu denken. Laut der Sozialberatung von Mietern helfen Mietern sollte ich auch gegen den Bescheid klagen, während dieser Zeit Wohnungen zu suchen - dazu habe ich aber schlicht keine Kraft mehr. Ich will die SB schlicht beruhigen, und im Herbst leg ich dann los und schaue, wie ich diese Wohnung hier los werde.

Danke noch mal,
 
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