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Heute EGV bekommen Datum aber ab 22.04.2009?

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tisinimo

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Hallo folgendes meine Freundin hatte heute 29.04.2009 eine Einladung zur Informationen zum Thema Eingliederungszuschüsse (es wahren mehrere Anwesend). Die haben von dem eine EGV bekommen, meine Freundin hat ihn erstmal mitgenommen. Setze ihn mal mit rein ok. Komisch das Datum ist vom 22.04.2009??? Ist das OK?? Und dann auch der Satz: Sämtliche schriftlichen Bewerbungen sind mit dem Zusatz zu versehen:"Durch die ARGE N......) Das heisst soviel wie ich muss das bei meinen Bewerbungen mit dazu schreiben? Das kann doch nicht wahr sein... Möchte einen Gegenvorschlag machen hift mir jemand dabei?
Danke im voraus
 

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Gast
Eigentlich ist die EGV fast hinnehmbar. Trotzdem würde ich schon allein wegen der Standardsätze einen Gegenvorschlag ausarbeiten. Darin würde ich diese EGV abschreiben bis zu „Halten Sie sich im zeit- und ortsnahen Bereich auf…..“ und folgendes ändern:

1.[FONT=&quot] [/FONT]Das Ziel „arbeitsaufnahme“ setzt voraus, dass schon eine Arbeit gefunden wurde. Sie möchte das bitte in „Integration in den 1. Arbeitsmarkt“ ändern“.


2.[FONT=&quot] [/FONT]Das Bewerberprofil möchten die bitte „anonym“ aufnehmen.


3.[FONT=&quot] [/FONT]Bei „Bewerbungskosten können…..“ bitte in „Bewerbungskosten werden……“


4.[FONT=&quot] [/FONT]„Sie bewerben sich zeitnah….“ Möchte sie bitte den Satz entfernen, denn die Vermittlungsvorschläge der ARGE haben schon eine Rechtsfolgebelehrung. Das ist keine EGV-Pflicht!


5.[FONT=&quot] [/FONT]Das mit dem Vermerk über den Zuschuss finde ich weniger schön. Ich wüsste aber nicht, wie man sich dagegen wehren kann.






Zu den Standardsätzen der Meldepflichten, Ortsabwesenheit und Unverbindlichkeit der EGV für die ARGE („die Parteien sind sich einig“) schreibe ich nachstehend die Abwehrsätze nieder.

1.Die ausdrücklich im Gesetz festgelegten Rechtsfolgen von Meldepflichtverletzungen (Krankheit, Arbeitsaufnahme, Umzug und Ortsabwesenheiten dürfen nicht durch eine abweichende Regelung in der Eingliederungsvereinbarung umgangen und durch Sanktionierung nach § 31 Abs. 1 . S.1 Nr. 1b ersetzt werden.

Es ist nicht zulässig, Regelungen zu Mitwirkungs- und Meldepflichten in der Eingliederungsvereinbarung festzulegen und Verstöße gegen diese Festlegungen infolgedessen nach § 31 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 b zu sanktionieren, denn die Tatbestände und Rechtsfolgen zu Meldepflichtverletzungen sind im Gesetz eigenständig geregelt.

Sollten diese Sätze nur zur Information in der Eingliederungsvereinbarung enthalten sein, bitte ich Sie, sie entsprechend zu titulieren. Ansonsten kann man sie als „meine Pflichten“ verstehen.


2.Ebenfalls unzulässig ist die Aufnahme der Ortsanwesenheitspflicht in eine Eingliederungsvereinbarung, die der Gesetzgeber anders regelt (s. § 7 Abs. 4a SGB II). Ihr Text verstößt gegen die Erreichbarkeits-Anordnung vom 23. Oktober 1997 (ANBA 1997, 1685), geändert durch die Anordnung vom 16. November 2001 (ANBA 2001, 1476). Nach den vorstehenden Vorschriften hängt die Verfügbarkeit von Arbeitslosen davon ab, dass sie Vorschlägen zur Eingliederung in Arbeit zeit- und ortsnah nachkommen können. Sie müssen deshalb an allen Werktagen persönlich an ihrem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt erreichbar sein. Entfernen dürfen sie sich von ihrem Wohnort für mehr als 24 Stunden nur an Feiertagen und mit Zustimmung des Amtes. Es reicht aus, wenn ein Erwerbsloser statt am Samstag oder einem Tag vor dem gesetzlichen Feiertag am Sonntag oder dem Feiertag eingehende Post zur Kenntnis nehmen kann (§ 1 Abs. 1 Satz 3 EAO).


3.Der Satz „Sollte aufgrund von wesentlichen Änderungen in Ihren persönlichen Verhältnissen eine Anpassung der vereinbarten Maßnahmen und Verpflichtungen erforderlich sein, sind sich die Vertragsparteien darüber einig, dass eine Abänderung dieser Eingliederungsvereinbarung erfolgen wird“ wird vom Gesetzgeber in § 59 SGB X geregelt. Bei Veränderung der Verhältnisse, die zum Abschluss der Eingliederungsvereinbarung führten, kann der Vertrag von beiden Seiten gekündigt werden oder aber angepasst werden. Ich bitte Sie, ihn deshalb ersatzlos zu streichen.


4. Der Satz: „Das gleiche gilt, wenn sich herausstellt, dass das Ziel Ihrer Integration in den Arbeitsmarkt nur aufgrund von Anpassungen und Änderungen der Vereinbarung erreicht bzw. beschleunigt werden kann“. Auch diesen Satz bitte ich ersatzlos zu streichen. Die Eingliederungsvereinbarung wird genau in § 15 SGB II geregelt und es ist nicht zulässig, etwas zu vereinbaren, dass das Gesetz in dieser Form nicht vorsieht. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, mir per Bescheid etwas zuzuweisen, wenn es meiner Integration dient.




Diese Sätze kannst du so übernehmen, wenn du ein Anschreiben zu diesem Gegenvorschlag machst. Vor allem die, die unter Punkt 3 und 4 stehen. müssen weg (die anderen beiden Absätze könnte man hinnehmen und so lassen, wenn der Rest der [FONT=&quot]EGV[/FONT] korrekt ist). Die Sätze aus Punkt 3 und 4 erlauben der [FONT=&quot]ARGE[/FONT] nämlich, deiner Frau jederzeit eine Maßnahme zuzuweisen.

Sollten die den 3. und 4. Punkt nicht entfernen, dann lass es bitte auf einen Verwaltungsakt ankommen. Sollen die dir bitte einen VA schicken, dann kannst du zumindest einen Widerpsruch einreichen.
 

Rechtsverdreher

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Gegenvorschlag einreichen, dann aber trotzdem nicht unterschreiben.

Da stellen sich noch tausend andere Fragen:

1. Die §§ genau erklären lassen, aber ausführlichst.

2. Erfragen, wie Du die Bewerbungen schreiben sollst: per Hand?

3. Wer die Kosten für die ganzen vorherigen Antragstellungen übernimt. Zahlen die die notwendigen Fahrtkosten bzw. Einschreiben/Rückschein?

Mit dem Zusatz auf den Bewerbungsschreiben wollen die nur dafür sorgen, dass der Arbeitgeber gleich weiß wo er Dich anscheißen kann, wenn Du Dich nicht gleich den Bückling machst.
Diesen Satz würde ich auf jeden Fall löschen bzw. auf eine Stelle beim Arbeitsamt verweisen die darauf spezialisiert ist.
 

Dora

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Hallo folgendes meine Freundin hatte heute 29.04.2009 eine Einladung zur Informationen zum Thema Eingliederungszuschüsse (es wahren mehrere Anwesend). Die haben von dem eine EGV bekommen, meine Freundin hat ihn erstmal mitgenommen. Setze ihn mal mit rein ok. Komisch das Datum ist vom 22.04.2009??? Ist das OK?? Und dann auch der Satz: Sämtliche schriftlichen Bewerbungen sind mit dem Zusatz zu versehen:"Durch die ARGE N......) Das heisst soviel wie ich muss das bei meinen Bewerbungen mit dazu schreiben? Das kann doch nicht wahr sein... Möchte einen Gegenvorschlag machen hift mir jemand dabei?
Danke im voraus
Bin gerade in der Funktion als Beistand aus der ARGE zurück und der erste Termin heute morgen um 8 Uhr war ein Gespräch über "Bewerbungsituation....blablabla" Standardtext.
Der pAp war sehr vorsichtig. Nach dem üblichen Small Talk (Wie geht es ihnen, sie waren ja mal krank geschrieben, usw.) und Vorlage von Bewerbungsbemühungen, Entgegennahme des Antrags auf Übernahme der Bewerbungskosten usw. kam dann der Vorschlag einer EGV so freundlich und beiläufig formuliert, als wolle er uns eine Tasse Kaffe anbieten:

"Darf ich ihnen zum Abschluss noch eine EGV anbieten?"

Wir haben uns deswegen hinterher vor Lachen fast nicht mehr eingekriegt. Aber schon im Termin konnte ich kaum an mich halten. In der Form ist uns das bisher noch nicht untergekommen.
Zunächst erwiderte ich, dass ich es gut fände, dass er das SGB so gut kenne und wisse, dass eine EGV mit jedem Elo abgeschlossen werden soll, aber keineswegs muss. Er bestätigte, efreut über das Lob, dass dem so ist und ich erwiderte, dass jede EGV ja rechtswidrig und Verfassungswidrig ist und wir gerne neben der Feststellung der Verfassungswidrigkeit der Regelsätze auch die Rechts- und Verfassungswidrigkeit von Hartz IV, die ja in jeder EGV gipfelt, gerichtlich feststellen lassen würden. Darauf hin betonte er noch mal die Freiwilligkeit, erhob sich, entsorgte dabei die EGV im Papierkorb und damit endete der erste Termin mit dem üblichen Handshaking und guten Wünschen.

Kurzum: Das gilt auch für die EGV deiner Freundin. In der steht ebenfalls im letzten Absatz, dass dir die möglichen Rechtsfolgen erläutert und unklare Punkte geklärt worden seien - oder so ähnlich. Das bedeutet aber, du erklärst dich mit deiner Unterschrift einverstanden, dass dir dein ohnehin unzureichendes Existenzminimum um 100% gekürzt werden kann und du nicht einmal Anspruch auf Leistungen nach SGB XII haben sollst. Also gar nichts. Das verletzt nicht nur das Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes. Wer das unterschreibt, kann nicht alle Tassen im Schrank haben.

Von dem ganzen anderen Mist aus dem SGB II will ich gar nicht erst anfangen.
Einen Gegenvorschlag zur EGV würde ich schon deshalb nicht machen, weil du dich damit den Rechts- und Verfassungswidrigen Bestimmungen und Procedere des SGB II unterwirfst und der Möglichkeit deiner Sanktionierung um 100% zustimmst.

Selbst bin ich seit Januar 2005 in Hartz IV und weder ich noch Mitglieder unserer Ini noch Leute, denen wir Beistand leisten (da kommt einiges zusammen!), mussten bis heute jemals eine EGV unterschreiben.
.
 

Kleeblatt

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Tja, Dora, entweder habt ihr in eurer "Ecke" einfach mehr Glück als Andere im bundesdeutschen Land oder hier in Berlin z.B. sind sie einfach böser drauf.

Die letzten Zwei in meinem Kreis haben es u.a. auch auf deine Weise probiert um eine EGV herum zu kommen.
Ergebnis war ein VA vom Schlimmsten.
Und weils denen so gut ging dabei haben die gleich mal aus "Versehen" völlig vergessen das bereits bewilligte Geld pünktlich zu zahlen.
Im Gespräch (ich konnte zu diesem Termin nicht anwesend sein) kam dann gleich noch die Drohung, dies sei durchaus noch "ausbaufähig" falls derjenige glaube mit dem FM solche "Spielchen" weiterhin treiben zu wollen. Man könne da durchaus auch anders, - von 1 €-Jobs und Maßnahmen bis zum "zukleistern" wurde da gesprochen.

So sehr ich euch das von Herzen gönne das ihr damit so prima durchkommt, - vergeßt mal nicht das es noch andere Jobcenter und FM in D gibt, die es (O-Ton !) "als Sport ansehen diesen Faulenzern mal ordentlich Beine zu machen" und denen zu zeigen "wo der Frosch die Locken hat".
Habe das teilweise selbst mitanhören müssen.

Unter dieser Vorgabe anderen Arbeitslosen hier zu sagen sie wären dämlich überhaupt eine EGV zu unterzeichnen ect. pp. demütigt diese auf solche Art bereits seelisch mißhandelten Menschen noch einmal zusätzlich, - durch die "eigenen" Leute.
Finde ich, ganz ehrlich gesagt, eine nicht durchdachte bzw. verdammt miese Nummer.
(Habe deine Beiträge an eine Betroffene gesandt - per Fax - und sie sagte dann am Telefon weinend zu mir, daß sie sich das nun nicht auch noch grinsend und lachend von anderen Arbeitslosen sagen lassen muß. Die war jedenfalls für eine Weile fertig mit der Welt, zusätzlich zu allem Anderen.)

Überlegt also demnächst mal genau welche Form ihr im Ausdruck wählt.
Runtermachen muß man nicht noch jemanden der bereits aller 4 Wochen 1 Stunde lang fertig gemacht wird WEIL er sich wehrt wo er kann.
 

Dora

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Tja, Dora, entweder habt ihr in eurer "Ecke" einfach mehr Glück als Andere im bundesdeutschen Land oder hier in Berlin z.B. sind sie einfach böser drauf.
Weder - noch. Keines von beiden trifft es.
Wir haben hier schon gut 10 Jahre vor Hartz IV z. B. auf dem Sozialamt ganz ähnliche Sachen erlebt. Da wurden Leute angebrüllt, beleidigt, erniedrigt, Alleinerziehende schikaniert, ohne Bescheide zu erlassen die Leistung eingestellt, die "Bearbeitung" von Widersprüchen dauerte in etlichen Fällen bis zu 1 Jahr und in einigen sogar darüber hinaus, Unterlagen verschwanden usw. Das ganze Programm.
Insbesondere die Gruppe der alleinerziehenden Frauen organiserte erste Treffen, sammelte Infos und ging zu mehreren empört immer wieder in die Redaktion der Lokalzeitung, legte die Sachen auf den Tisch, usw. Wir liesen nicht locker. Nirgends. Über viele Wochen war das Lokalblatt voll mit Berichten unserer Selbsthilfegruppe, Stellungnahmen des Sozialamtes des Landrates, Leserbriefen usw. Der Kreistag beschäftigte sich damit, dem MP wurde vor der versammelten Presse ein Beschwerdebrief übergeben und keine Gelegenheit, aber wirklich keine blieb ungenutzt. Schließlich kam der Durchbruch: Personelle Veränderungen, neue Anweisungen, bessere Behandlung, normaler Umgangston.

Der Unterschied zu Berlin
oder besser zu deiner "Ecke" dort mag der sein, dass wir mittlerweile auf einen langen, hart geführten Kampf zurückschauen können oder besser gesagt: müssen. Aber einige der Frauen und auch Männer von damals sind heute noch aktiv, ihre Kinder zum Teil längst erwachsen und die allermeisten von diesen Kindern längst und immer noch in Arbeit und Brot. Wir haben also fast 2 Jahrzehnte praktische Erfahrung für die wir anfangs viel Lehrgeld gezahlt haben. Aber wir sind dabei auch selbsbewusst und stark geworden. Und so mancher aus dem Sozialamt von damals sitzt heute in der ARGE und weiß: Mit uns ist nicht zu spaßen. Und wir waren auch auf Hartz IV inhaltlich gut vorbereitet.

Aller Anfang ist schwer
.
Oft genug waren wir der Verzweiflung nahe, hätten anfangs vor Ohnmacht, Verzweiflung und Wut am liebsten geheult. Auch die ärgsten ARGE-VertreterInnen wurden von Frauen zur Welt gebracht, gestillt, gewickelt, getröstet, haben durch sie Sprechen und Laufen gelernt. Und ausgerechnet die alleinerziehenden Mütter wurden z. B. im Main-Kinzig-Kreis und anderswo und auch bei uns gedemütigt, erniedrigt, angebrüllt, im Stich gelassen und ihnen und ihren Kindern ihre Rechte und zustehenden Leistungen verwehrt.

Verletzlich zu sein und Gefühle zu haben, zu heulen - das ist gut, das ist richtig, es gehört dazu. Daraus erwachsen aber auch Zorn, Kraft und Mut. Gerade wenn du - ganz gleich ob als Vater oder Mutter - für deinen Nachwuchs, deine Kinder kämpfst.

Wir wurden, nachdem wir angefangen hatten die katastrophalen Umstände und den miesen Umgangston öffentlich zu machen, schnell mehr. Ein paar Einzelkämpfer kamen dazu. Wir wurden viele und waren plötzlich keine "bedauerlichen Einzelfälle" mehr. Wir legten den Finger in die Wunde eines ganzen Systems. Und "geteiltes Leid ist nicht nur halbes Leid" - es gibt auch doppelt Kraft. Gelebte Solidarität ist etwas Wunderbares. Das ist das Glück, das wir in unserer "Ecke" jetzt haben. Wir sind eine Initiative, die über viele Jahre gewachsen ist und gewachsen war, schon vor Hartz IV. Das ist vielleicht der Unterschied zu deiner "Ecke" in Berlin.

Wir kennen auch andere ARGEn,
da wir - wenn auch nur wenige - Mitglieder aus anderen Landkreisen / Stadt haben und mit anderen Inis in regelmäßigen Kontakt und Austausch stehen. Unsere Kapazitäten reichen leider einfach nicht und wir sind als Elos auch gar nicht sehr mobil. Wir unterstützen auch per Internet und Telefon - so gutes eben geht.

Die letzten Zwei in meinem Kreis haben es u.a. auch auf deine Weise probiert um eine EGV herum zu kommen.
Ergebnis war ein VA vom Schlimmsten.
Wie haben sie es denn gemacht? Weisst du überhaupt, wie wir das gemacht haben?
Und weils denen so gut ging dabei haben die gleich mal aus "Versehen" völlig vergessen das bereits bewilligte Geld pünktlich zu zahlen.
Im Gespräch (ich konnte zu diesem Termin nicht anwesend sein) kam dann gleich noch die Drohung, dies sei durchaus noch "ausbaufähig" falls derjenige glaube mit dem FM solche "Spielchen" weiterhin treiben zu wollen. Man könne da durchaus auch anders, - von 1 €-Jobs und Maßnahmen bis zum "zukleistern" wurde da gesprochen.
Und wie haben deine Leute darauf reagiert? Haben sie das protokolliert und das Protokoll auch unterschrieben?
Du schreibst, du konntest bei einem Termin nicht dabei sein. Unseren Grundsatz "Keiner geht allein!" halten wir eisern durch. Bei uns kam die ARGE schon auf die Idee, uns zur selben Zeit zu laden um so den gegenseitigen Beistand zu verhindern. Nicht mit uns! Wir gingen wieder einmal an die Öffentlichkeit. Das Recht auf Beistand ist ein hohes Gut und dessen Beachtung mussten wir dann auch noch durchsetzen. Glaub mal nicht, das wäre uns geschenkt worden.

Wenn der Beistand zu einem Termin nicht kann, wird ein anderer Termin gemacht,
denn das Recht auf Beistand ist ein hohes Gut. Es darf nicht unterlaufen werden und niemand muss irgendjemand als Beistand akzeptieren, weil der Termin nicht geändert werden soll. Nein! Uns wurde nichts, aber auch gar nichts erspart oder geschenkt.

So sehr ich euch das von Herzen gönne das ihr damit so prima durchkommt, - vergeßt mal nicht das es noch andere Jobcenter und FM in D gibt, die es (O-Ton !) "als Sport ansehen diesen Faulenzern mal ordentlich Beine zu machen" und denen zu zeigen "wo der Frosch die Locken hat".
Habe das teilweise selbst mitanhören müssen.
Siehe oben.

Unter dieser Vorgabe anderen Arbeitslosen hier zu sagen sie wären dämlich überhaupt eine EGV zu unterzeichnen ect. pp. demütigt diese auf solche Art bereits seelisch mißhandelten Menschen noch einmal zusätzlich, - durch die "eigenen" Leute.
Finde ich, ganz ehrlich gesagt, eine nicht durchdachte bzw. verdammt miese Nummer.
(Habe deine Beiträge an eine Betroffene gesandt - per Fax - und sie sagte dann am Telefon weinend zu mir, daß sie sich das nun nicht auch noch grinsend und lachend von anderen Arbeitslosen sagen lassen muß. Die war jedenfalls für eine Weile fertig mit der Welt, zusätzlich zu allem Anderen.)
Weder habe ich das grinsend noch lachend gesagt. Wie kommt deine Bekannte darauf? Was soll das??

Die Bewertung des Unsinns einer EGV mit den Worten "Wer das unterschreibt, kann nicht alle Tassen im Schrank haben." zu beschreiben ist die Bewertung des Inhalt und Zwecks einer EGV gewesen. Damit wollte ich niemand persönlich treffen. Der Satz stammt übrigens wort-wörtlich von jemandem, der beruflich für die Einstellung von Personal und für Bewerbungsgespräche zuständig ist. Er hatte ein ihm vorgelegtes Muster der BA einer EGV aufmerksam gelesen und dabei immer wieder den Kopf geschüttelt. Und er fügte, da ich einige Sekunden noch sprachlos war, im ernsten und festen Ton an: "Jemanden, der so etwas unterschrieben hat, würde ich nicht einstellen." Das ist schon einige Zeit her, aber ich war so perplex, dass ich es so schnell nicht vergessen werde und immer im "Speicher" habe, wenn ich an das Thema EGV denke.

Überlegt also demnächst mal genau welche Form ihr im Ausdruck wählt.
Runtermachen muß man nicht noch jemanden der bereits aller 4 Wochen 1 Stunde lang fertig gemacht wird WEIL er sich wehrt wo er kann.
Welche Form im Ausdruck schlägst du vor und für welche Gelegenheit?
Es ist ein Unterschied, ob ich mit einem Betroffenen, der das erste mal zu mir kommt, rede oder in einem Forum zum Thema EGV schreibe. Wir /ich beruhigen die Leute erst einmal, machen ihnen Mut, zeigen Perspektiven auf und legen dar, wie wir arbeiten: Alles schriftlich in nachweisbarer, dokumentierter Form. Und nie ohne Beistand!

Wie professioneller Beistand und auch Gegenwehr aussieht, dazu will ich mich jetzt nicht wiederholen. Von uns wird niemand "fertig" oder runter gemacht.
Und in den ARGEn traut sich das keiner mehr, wenn wir dabei sind. Und wir sind meist mehrere Personen und nicht nur eine die als Beistand fungiert.
All das wurde uns nicht geschenkt und beruht auch nicht auf einem glücklichen Zufall oder was auch immer. Wir haben uns all das hart erarbeitet und erkämpft.
.
 

gefallmanaged

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Hallo,
wie genau hilft nun dieser Streit dem Fragesteller bei der Lösung seines Problems?
 

Dora

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Hallo,
wie genau hilft nun dieser Streit dem Fragesteller bei der Lösung seines Problems?
Das ist kein Streit.

Es wird der Frage nachgegangen, ob es einen Unterschied zu Berlin und meiner / unserer Ecke gibt und warum.

Ausserdem stelle ich richtig, wie eine wörtlich zitierte Aussage von mir gemeint war.
.
 

gnom123

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Es gibt sicher einen Unterschied zwischen den Ämtern.Lange vor Hartz IV,also noch zur besagten Arbeitslosenhilfe/Sozialhilfe Zeit, konnte es dir passieren das du auf dem einen Arbeitsamt ein Jahr oder länger gar nichts von deinem SB gehört hast zwecks irgendwelchen Maßnahmen(ausser der üblichen drei Monats bzw. sechs Monats Meldung) währenddessen man auf anderen Arbeitsämtern jedes Jahr zu irgendwelchen Trainigsmaßnahmen antreten musste.

genauso auf den Sozialämtern.Auf manchen passierte so gut wie was.Auf anderen wiederum konnte es passieren das man damals schon eine"2 DM Arbeitsgelegenheit"(die heutigen EEJ)annehmen musste.Und das alles ohne EGV oder ähnliches.
 

Linkswaehler

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Könnte eine interessante Sache sein, mal irgendwo festzuhalten welche Jobcenter besonders Terror machen und welche eher ruhig sind.:icon_idee:
 

tisinimo

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Hallo, frage wie ist dieser Satz gemeint? (Diesen Satz würde ich auf jeden Fall löschen bzw. auf eine Stelle beim Arbeitsamt verweisen die darauf spezialisiert ist.
In meinem Fall wurde ich schon mal von 2 Zeitarbeitsfirmen angeschwärzt und darauf Sanktioniert, aber erfolgreich :icon_party:Wiederspruch eingelegt.
Ich denke das es von ARGE zu ARGE unterschiedlich ist. Habe 2 mal bei einer EGV Gegenvorschäge gemacht bis jetzt noch keine VA. Währe mal eine Frage wie lange können die sich zeit lassen mit einer VA???

Gruss aus Franken
 

rheinlaenderin

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In einem anderen Thread las ich Ähnliches zur Arge N. Wenn es für Dich vielleicht ergänzend interessant sein könnte, dann müsstest Du die Suchfunktion bemühen.

Inhaltlich schließe ich mich den Hinweisen von Mobydick an.
 

ethos07

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Hi Dora, kannst du uns vielleicht mal verraten, wo in D etwa sich euer langerprobtes und offenbar erfolgreiches Eck befindet, damit man mal etwas klarer sieht, um welche Argen und Landespolitiken es dabei geht?

Auch redest du immer von einem Wir und man (oder zumindest ich) weiß nach wie vor nicht, was sich da in etwa drunter vorzustellen ist.
 

Dora

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Hi Dora, kannst du uns vielleicht mal verraten, wo in D etwa sich euer langerprobtes und offenbar erfolgreiches Eck befindet, damit man mal etwas klarer sieht, um welche Argen und Landespolitiken es dabei geht?

Auch redest du immer von einem Wir und man (oder zumindest ich) weiß nach wie vor nicht, was sich da in etwa drunter vorzustellen ist.
Netter Versuch von Dir! :icon_party:

Hast Du mein Posting # 7 hier im Thread gelesen? Dann weisst du, warum ich oft auch WIR schreiben. Wir fungieren auch als e.V.
.
 

tisinimo

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Hallo, kann mir auch mal jemand auf meine Fragen Antworten, wie lange kann sich die ARGE mit einer VA Zeit lassen???

Gruss
 

gnom123

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Bei mir hats damals 4 Wochen gedauert.Es gibt glaub ich auch keine gesetzlichen Fristen in der Richtung.
 

Dora

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...Habe 2 mal bei einer EGV Gegenvorschäge gemacht bis jetzt noch keine VA. Währe mal eine Frage wie lange können die sich zeit lassen mit einer VA???

Gruss aus Franken
Wie viel Zeit ist denn schon verstrichen seit deinen Gegenvorschlägen?

Wie hier im Forum zu lesen, hat ein Anwalt gar nicht unternommen und auch keinen Gegenvorschlag empfohlen - gemacht. Warum ist ja sicher klar.
.
 
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ExitUser

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Hallo, kann mir auch mal jemand auf meine Fragen Antworten, wie lange kann sich die ARGE mit einer VA Zeit lassen???

Gruss
Dafür gibt es keine gesetzliche Regelung. Meist kommt er schnell. Wenn er aber innerhalb von 3 Monaten nicht kommt, kommt nichts mehr. Dann ist das eingeschlafen.
 
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