Helfertätigkeiten / Atteste & Befunde an SB (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Miezekatze2011

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Oktober 2011
Beiträge
23
Bewertungen
6
Hallo zusammen,

folgende Situation zu der ich Meinungen und Tips benötige:
Im letzten Gespräch mit meinem SB eröffnete mir dieser ich müsse nun Helferstellen annehmen. Ich habe deutlich gemacht, dass ich nicht in der Lage bin schwere bis mittelschwere Arbeiten zu verrichten. Die Frage nach vorliegenden Befunden habe ich zunächst nicht beantwortet.

Er hat mich aufgefordert, zu unserem nächsten Termin Atteste und Befunde mitzubringen die meine obige Aussage belegen. Ferner würde mir eine angestrebte Weiterqualifizierung nicht bewilligt solange ich theoretisch eine Helfertätigkeit aufnehmen könnte. Von der hinzuziehnung eines med. Dienstes war überhaupt nicht die Rede...Vermutlich würde mich eine Untersuchung des med. Dienstes auch nicht entsprechend meiner Befunde beurteilen-> Auftragsgutachten.

Wie sollte ich nun weiter Vorgehen? Alles brav dem SB auf den Tisch legen und die Schweigepflichtsentbindungen unterschreiben?
 
Mitglied seit
23 Juni 2014
Beiträge
2.282
Bewertungen
888
Ich würde die Atteste zwar anfordern von den Ärzten, sie aber im Hintergrund halten. Wenn diese Atteste das aussagen, was Du selbst aussagst, passt es in jedem Fall.

Du kannst dem SB sagen, dass Du dementsprechende Atteste besitzt, sie aber keinesfalls an ihn als eine Person gibst, die von der Materie keine Ahnung hat .

Der medizinische Dienst wagt im allgemeinen den Darstellungen von wirklichen Ärzten nicht zu widersprechen, falls diese eindeutig sind.

Du verlangst also von dem SB bei eindeutigen Attesten die Untersuchung durch den MD, dem Du dann auch die Atteste aushändigst.

Lässt der sich darauf nicht ein und bombadiert Dich mit Helfermüll,, würde ich Hilfe von aussen holen .
 

Couchhartzer

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 August 2007
Beiträge
5.537
Bewertungen
9.765
Wie sollte ich nun weiter Vorgehen? Alles brav dem SB auf den Tisch legen und die Schweigepflichtsentbindungen unterschreiben?
Stelle schriftlich beim Jobcenter einen Antrag auf Begutachtung durch den ärztlichen Dienst, mit der Begründung, dass du gesundheitlich nicht alle Arbeiten mehr ausführen kannst. Schreibe in diesen Antrag auch gleich mit hinein, dass alle weiteren ggf. notwendigen Unterlagen bei Bedarf ausschliesslich direkt ohne Umweg über das Jobcenter oder deren Mitarbeiter dem ärztlichen Dienst zur Verfügung gestellt werden.
Diesen Antrag (ohne irgendwelche weitere Unterlagen!) reichst du dort beim JC ein und lässt dir auf einer Kopie diesen Antrag als Erhalten bestätigen.
Damit hast du dann das JC und den SB unter rechtlich verpflichtenden Zugzwang gesetzt und er muss die Begutachtung einleitend veranlassen.

Die Atteste gehen den SB rein gar nichts an, den der ist nicht einmal ansatzweise qualifiziert um solche Unterlagen auszuwerten.
Atteste kannst du (wenn du es willst) dann dem ärztlichen Dienst zur Verfügung stellen (zusenden oder am Gutachtentermin persönlich einreichen) , denn nur ein Arzt als Gutachter ist hinreichend qualifiziert um diese auszuwerten und in das Gutachten inhaltlich einfliessen zu lassen

Den Gesundheitsfragebogen und die Schweigepflichtentbindungserklärungen, die du bekommen wirst, kann und darf man freiwillig ausfüllen (wenn man es möchte), aber man muss es nicht.
Wenn du sie ausfüllen willst (um damit den Vorgang der Begutachtung abzukürzen) dann bekommt diese Sachen auch nur der ärztliche Gutachter und kein SB, denn auch hierzu ist ein SB nicht im geringsten qualifiziert und auch überhaupt nicht kompetent diese Dinge zu seinen Händen einfordern und/oder gar auszuwerten zu dürfen.
Und da neugierige SB gerne einfach mal verschlossene Umschläge, die an Gutachter adressiert sind, trotz Verbot aufmachen, um ihre persönliche Neugier an den Inhalten zu befriedigen, haben solche Unterlagen bei keinem JC und bei keinem SB irgend etwas verloren.
 

Miezekatze2011

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 Oktober 2011
Beiträge
23
Bewertungen
6
Vielen Dank für eure Einschätzung. Gesundheitsfragebögen bzw. Schweigepflichtsentbindungen werde ich zunächst nicht unterschreiben. Wie weit kann man das denn treiben? Ohne Schweigepflichtsentbindungen läuft doch sowie garnichts oder?
 

kosakenzipfel

Elo-User*in
Mitglied seit
2 April 2015
Beiträge
482
Bewertungen
605
Wenn du schon Befunde bei deinen Unterlagen hast, kannst du diese dem Amtsarzt zur Verfügung stellen. Dieser kann, wenn ihm die Informationen reichen, ein Gutachten nach Aktenlage erstellen.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
17.986
Bewertungen
15.042
Vielen Dank für eure Einschätzung. Gesundheitsfragebögen bzw. Schweigepflichtsentbindungen werde ich zunächst nicht unterschreiben. Wie weit kann man das denn treiben? Ohne Schweigepflichtsentbindungen läuft doch sowie garnichts oder?

Die Schweigepflichtentbindung braucht der ÄD des JC nur, um die Befunde bei Deinen Ärzten anfordern zu können. Unterschreibst Du diese nicht, gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder Du stellst den ÄD Befundberichte zur Verfügung und an Hand dieser wird ein Gutachten nach Aktenlage erstellt, oder, wenn die Unterlagen nicht reichen oder Du gar keine Zur Verfügung stellst, müssen sie Dich eben persönlich begutachten.

So kann man das ein bischen steuern, welche Befundberichte der ÄD zu sehen bekommt (Von einem Azt, den Du nicht von der Schweigepflicht entbunden hast, kann man nichts anfordern.) und ob man persönlich begutachtet wird oder nicht.

Allerdngs gibt es einige JC, die da nicht richtig mitspielen. Die versuchen dann z.B. zur Abgebe der Schweigepflichtentbindung per EGV zu verpflichten, weil sie ohne den ÄD angeblich nicht beauftragen können und andere Spielchen. DAs ist aber alles nicht rechtmäßig.
 
Oben Unten