Heizlöl...weniger beantragt als angemessen. Was tun?

Blumenfreundin

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Hallo zusammen!

ich habe die Übernahme der Kosten für die Beschaffung von Heizöl beantragt.
Als Antwort kam unten angefügtes Schreiben. Wir verbrauchen ca.2500-2800 Liter im Jahr, letztes Jahr wurden 2000 Liter genehmigt. Der Tank war leer, und ich hab das so aktzeptiert. Daher habe ich dieses Jahr wieder "nur" 2000 Liter beantragt.
Angemessen wären aber laut dem Scheiben 2322 Liter Das käme mir natürlich unsagbar entgegen, den restlichen Verbrauch habe ich notgedrungen immer selbst gezahlt.
Was soll ich da jetzt machen?
Nochmal einen Antrag? Ein formloses Schreiben?
Vielleicht weiß jemand einen Rat :)
VG
blumenfreundin
 

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Kerstin_K

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Ich würde mich da auf gar keine deckelung einlassen. Heizkosten hängen von vielen Faktoren ab und ein heizkostenspiegel kann nicht abbilden, wie kalt und lang der kommende Winter wird.
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RoxyMusic

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Ich würde auch mit der entsprechenden Erklärung einen weiteren Antrag stellen und Kopien der letzten Heizöl-Rechnung und der Überweisung/en für den höheren Bedarf beifügen.

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__22.html

"(1) Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen sind."

Hier noch ergänzende Information, falls benötigt:

Auszug aus dem BSG Beschluss vom 16.5.2007 – B 7b AS 40/06 R

https://lexetius.com/2007,1542

"Der Bedarf für Heizmittel entsteht erst dann, wenn für den Bewilligungszeitraum (§ 41 SGB II) kein Brennmaterial mehr vorhanden ist. Die tatsächlichen Aufwendungen entstehen aber erst in der Folge der Lieferung von Heizmaterial. Es besteht daher im Regelfall keine Verpflichtung der Beklagten, vor der Lieferung eine Kostenübernahmeerklärung abzugeben. Etwas anderes könnte indes dann gelten, wenn der Heizmittellieferant nur bereit wäre, gegen sofortige Barzahlung zu liefern. In diesem Fall wäre eine Kostenübernahmeerklärung bzw eine "vorherige" Leistung der Beklagten zulässig."
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Blumenfreundin

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Sollte also bei einer Bestellung der angemessenen Menge auch Übernommen werden oder?
Oder stellt sich das JC dann quer und zahlt nur die beantragten 2000 Liter?
 

RoxyMusic

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Siehe oben - neuer zusätzlicher Antrag mit entsprechender Erklärung.
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Blumenfreundin

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So, ich habe einen neuen Antrag für zusätzliche 322 Liter Heizöl gestellt. Unten nun die Ablehnung.
Vielleicht kann mir da jemand beim Widerspruch helfen?
Wegen 322 Litern fährt kein Tankwagen hier her...ich hatte schon bei 500 Litern große Probleme und lange Wartezeiten...
 

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ExitUser

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Für evtl. von dir selbst gezahlten Kosten in der letzten Heizperiode kannst du einen Überprüfungsantrag stellen und diese rückwirkend bis 1.1.2017 nachfordern.

Entweder weil du aus Unwissenheit die Kosen für die Mehrlieferung selbst übernommen hast, oder eine Zweitlieferung bezahlt hast.
Der Grund dürfte egal sein, wenn die Gesamtkosten angemessen waren.
Da schaut man in den Heizspiegel und evtl. hier wie kalt es letztes Jahr war https://klimadaten.ages-gmbh.de/

Da man das Öl meist spätestens Oktober bestellt, passt das auch noch in die Jahresfrist. Lieferung wäre ja 10/17 gewesen.

Zur Ablehnung, dann bestellst/beantragst du halt wieder kurz bevor der Tank leer ist.
 
E

ExitUser

Gast
Doch kannst du natürlich machen.
Im Bescheid wird ja netterweise vorgerechnet, was als angemessen gilt.
Mein Gedanke war:
Evtl. wäre es einfacher, schlicht nachzubestellen wenn es nicht reicht.
Vielleicht reicht das Öl und dann hast du dir Stress gespart.


Zusätzlich, bzw. so oder so unbedingt rückwirkend die Nachzahlung fordern.
 

Blumenfreundin

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Das nachbestellen ist leider nicht so einfach...die meisten Firmen haben Mindestbestellmengen, ich habe bei 500 Litern erst bei der 4. Firma Glück gehabt. Die haben ein Haus in der Nachbarschaft beliefert, da war es dann möglich.
Ich habe jetzt auch schon bestellen müssen...wenn der Tank leer läuft macht die Pumpe zu :(
Also Widerspruch und dann die Rechnung über 2322 Liter hinschicken?
 
E

ExitUser

Gast
Ja, würde ich so machen.
Wenn Kleinmengen mehr kosten, damit auch künftig argumentieren. Und halt, dass dir diese 2322 l mindestens zustehen.
Durch Nachweis auch mehr. Und kontrolliere das an Hand des Heizspiegels, ob das mit den Litern hin kommt.
Zumal eigentlich die € zählen und nicht die Liter.
Wird das Öl teurer und die Literzahl wird akzeptiert, bzw. die rgumentieren mit der Literzahl, müssen sie später dann auch den höheren Preis zahlen ;)

Zudem kann man dem JC den jeweiligen Ölstand mitteilen.
Wenn da Mitten im Winter oder Anfang der Saison noch was drin ist und man bestellt zur Reduzierung der Lieferkosten/Ölkosten (im sommer billiger?) etwas mehr, kann das ja im Folgejahr wieder abgezogen werden.
Denn wenn im Tank noch 500 l drin sind, bekommt man im nä Winter entsprechend weniger.

Das wäre evtl. eine praktische Möglichkeit, damit du frühzeitig immer genug Öl hast.
 

Claus.

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Der war gut^^ - im Sommer etwas billiger :biggrin:

Wir haben im Juli nicht ganz 2400L getankt, und über einen Preis von 0,56€/L (noch ohne Mwst.) geschimpft. War schon schwer den Laster noch sooo knapp vor den Sommerferien herzubekommen; aber dieses Jahr war der Preis ungewöhnlich lange auf hohem Winterniveau.
Mittlerweile sind wir schon wieder im Winter - die Tageswärme reicht einfach nicht mehr aus um die Bude von allein auf Temperatur zu bringen, und Nachttemperaturen von 1° bis in "lauen" Nächten 7°C saugen förmlich jegliche Restwärme aus der Pappschachtel raus.
Dürfte da unten in dem Kälteloch ´Inn´ nicht besser ausschauen.

Extrem schlechter Zeitpunkt zum jetzt erst zu bestellen Heizölpreise BY.

Dazu ist grandioserweise zwischenzeitlich die Raffinerie in Ingolstadt in die Luft geflogen, und die haben bzw. hatten einen verflixt großen Lieferbereich. Und weil doch jede noch so schwachsinnige Ausrede besser ist als gar keine, macht sich angeblich der derzeitige Wassermangel auch noch im Heizölpreis bemerkbar. Derweil bekommt Ingolstadt gar nicht mal per Main-Donau- Dampfschifffahrtsgesellschafts- Schifflein das Rohöl angeliefert, sondern über 2 bei uns nicht gerade megabeliebte Pipelines direkt aus Genua bzw. Triest.

Daß dieses JC gleich gar keine Ahnung von dem Thema hat, zeigt es m.M.n. recht eindrucksvoll in den beiden Bescheiden, bzw. eigtl. eher ´dem´ Bescheid.
Denn Heizöl ist nicht gleich Heizöl, entsprechend ist schon die Umrechnung 1 Liter = 10 kWh -> Käse (kWh !). Auch wenn das jedes mal wieder an einkommensfördernden Hokuspokus erinnert, zumindest lt. Tabelle hat "Super-" Heizöl einen höheren Brennwert (und gut 5ct/L Aufschlag) wie Heizöl "EL" schwefelarm. Zumindest in der grauen Theorie^^: höherer Brennwert, niedrigerer Verbrauch.
Wenn dieses JC dann auch noch auf den bundesweiten Heizkostenspiegel ausweichen muß, sehe ich das als (weiteren) Hinweis, daß die "irgendwo" Probleme mit ihrem eigenen Heizkostenspiegel haben. Oder hat dieser Landkreis evtl. grad kein schlüssiges KdU-Konzept?

´Dem´ Bescheid deshalb, weil ich es für rechtlich bedenklich halte, wenn das als 2 eigenständige Anträge gesehen würde. Vielmehr müsste m.M.n. vielmehr der zweite "Antrag" bereits als Widerspruch auf den Ausgangsantrag ausgelegt werden. Und so würde ich das auch anbringen. Inkl. dem, daß die ursprünglichen Angaben wegen einer Fehlinformation nochmal leicht korrigiert werden müssen. :icon_hihi:

Denn das m.E.n. BSG sagt a) daß nicht irgendwelche theoretischen Heizkosten zu übernehmen sind, sondern vielmehr die tatsächlich anfallenden (wenn die sich im Endeffekt als zu hoch erweisen sollten, bliebe dem JC immer noch ggf. die Möglichkeit zur Kostensenkungsaufforderung). Und m.E.n. ebenfalls BSG, b) läuft ohne schlüssiges KdU-Konzept des Landkreises allerhöchstens soviel, daß das JC dann eben auch einen Aufschlag von 10% auf die Werte des bundesweiten Heizkostenspiegels hinnehmen muß.

Hier ist ja gar nichts "mitbedacht" worden: Alter des Hauses, ob freistehend oder zwischen 2 brüllend heiße Reihen- Nachbarhäuser eingequetscht, lokales Mikroklima "Inn" erwähnte ich ja schon, usw. . Oder soll das etwa in den 258kWh/qm/Jahr versteckt sein?

Zudem kann man dem JC den jeweiligen Ölstand mitteilen.
Tja, "fast" eine gute Idee.
Allerdings ist es bei einem Heizöltank etwas anderst wie bei einem Reservekansister fürs Auto /Roller /sonstwas. Den Reservekanister schüttel ich bis auf den letzten Tropfen leer. Beim Heizöltank mit seinen 3x ~1500L Fassungsvermögen ist "leer" (das sagte die TE schon richtig) wenn die Pumpe Luft ansaugt und deshalb in die Stör-Abschaltung geht. (Und wehe man braucht dann zusätzlich zum Heizöl auch noch einen Techniker um die verflixte Störung wieder wegzubekommen).

Die Frage ist daher: wieviele Zentimeter Rest-Füllstand ist ´leer´... und genau das dürften 90% der Heizöltankbesitzer, mich eingeschlossen, nicht wissen. Das weiß vermutlich nochnichtmal der Heizungsmonteur der die Anlage verbrochen hat. Dafür hätte er ja ´nen Meterstab benutzen müssen^^. Klar ist nur, daß das Saugrohr nicht bis ganz zum Tankboden gehen darf. Weil sich dort unten im Laufe von Jahren und Jahrzehnten jede Menge "Schmutz" ansammelt; bei Kunststofftanks etwas weniger, bei Stahltanks etwas mehr. Und dieser Ölschlamm, Rostpartikelchen usw., darf niemals nie in Richtung Heizung gezogen werden; ansonsten wärst du auch über nuuur 1000€ Reparaturkosten noch unendlich glücklich. Darum Abstand Tankboden <> Unterkante Ansaugrohr "irgendwas" um die 10 bis 30cm; was umgerechnet auf einen 3x ~1500L -Tank "theoretisch" noch ein Rest-Tankinhalt von um die 250-750L wäre.

Und das erkläre mal dem JC ... stell´ ich mir spannend vor.
 

Blumenfreundin

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Der Claus hat das sehr gut beschrieben...die Vorgaben und Ansichten des JC haben mit der Realität einer Heizung und des Brimboriums um diese herum wenig zu tun :)

Im Tank ist wirklich nur noch der Boden bedeckt, ich muss also auftanken. Ich werde die Rechnung hinschicken über dann genau 2322 Liter hinschicken, und mir ggf. hier wieder Rat holen sollten die Herrschaften, was zu erwarten ist, die Übernahme ablehnen...
 
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