Heizkosten zu hoch

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E

ExitUser

Gast
Habe heute meinen neuen Bewilligungsbescheid erhalten.
Dort steht unter anderem, dass Heizkosten nur in angemessener Höhe erbracht werden. In meinem Fall 111€ monatlich. Ich bezahle aber nach neuer Berechnung 112€, also ziehen die mir 12€ für das kommende Jahr insgesamt ab. Gründe, die eine Übernahme weiterer Heizkosten rechtfertigen, sind für die nicht ersichtlich. Deshalb zahle ich nun monatlich 1€:eek: Heizkosten aus meinem RS.
Ferner steht in dem Schreiben, dass sie aus diesem Heizkostenzeitraum ( 2009) resultierende Nachzahlungen nicht übernommen werden können, und diese vollständig von mir zu übernehmen sein werden.

Heisst ja wohl jetzt, wenn die AVU weiterhin fröhlich ihre Preise erhöht, dass ich dann auf der Nachforderung sitzen bleiben werde. Alternative wäre: frieren und krank werden.

Wie kann ich gegen diesen Bescheid widersprechen?
Auf meinen Widerspruch wegen Nichtübernahme der vollen Heizkostennachzahlung, sondern pauschalisierter Übernahme, der letzten Heizkostennachzahlung habe ich bis heute noch nichts gehört. Ist das jetzt die Rache der Arge?:eek: Ignorieren die gar meinen Widerspruch?
 
G

Gelöschtes Mitglied 4560

Gast
Der Fall ist eindeutig:
ARGE hat die unwirtschaftliche Verwendung von Heizenergie nachzuweisen und dann abzumahnen. Erst danach ist eine Beschränkung der Kosten möglich.
Ich kenne keinen Fall bei dem ARGE so ein Nachweis gelungen ist. Liegt wohl an den zu erwartenden Kosten. Auch ohne Rechtsstreit sind das fette Honorare für min. 4 Gutachter.
Und ein kleines juristisches Problem gibt es da noch mit der Untersuchung der Bausubstanz und dem Betreten Flächen/Räume Dritter. Auch deren Heizverhalten müsste genausetens untersucht werden.

Ich würde hier ARGE auffordern ein mögliches Guthaben aus der Heizkostenabrechnung von der Aufrechnung freizustellen.

Eine Begrenzung der Heizkosten auf einen Eurobetrag in der Zukunft ist zudem ohne polierte Glaskugel nicht möglich.

Ein Blick auf HEIZÖLPREISE / Heizölpreis aktuell / Wann Heizöl bestellen zeigt warum.

Eine Begrenzung auf Wärmemenge scheitert schon an dem immer noch ungehorsamen Klima.


Ein Widerspruch auf den Versuch der rechtsbeugenden Kostenbegrenzung ist das Mindeste.
 
E

ExitUser

Gast
Widerspruch ist klar, nur wie begründen? Ich kann ja nicht rumjammern, dass die Heizpreise immer höher werden.

Zitat:
Ich würde hier ARGE auffordern ein mögliches Guthaben aus der Heizkostenabrechnung von der Aufrechnung freizustellen.
Zitat Ende

Verstehe ich jetzt nicht.

Die haben mir von geforderter Nachzahlung in Höhe von 444€ nur 379€ bewilligt und sofort an die AVU überwiesen. Desweiteren bewilligen die für die laufenden Abschlagszahlungen nur 111€ anstatt der von der AVU geforderten 112€.

Gegen die nicht vollständig geleistete Nachzahlungsforderung von 444€ ( Bewilligung nur 379€) habe ich schon Widerspruch eingelegt.
Ich weiss jetzt nicht, wie ich den Widerspruch wegen der laufenden Zahlung der 112€ schreiben kann.
 

wolliohne

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was heisst begründen,du schreibst einfach Widerspruch wg. KDU bzw.Heizkosten Bescheid vom.....
diese sind komplett zu übernehmen,sonst Klage.
 
E

ExitUser

Gast
Hab grad ein § dazu gefunden.
Ich weiss, die können sich die § selber raus suchen. Aber vielleicht beschleunigt ja die Angabe eines § die richtige Bearbeitung.
 

Vater Flodder

Elo-User'in - eingeschränkt
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Ich kann ja nicht rumjammern, dass die Heizpreise immer höher werden
Genau das solltest du aber tun, denn das ist ja die traurige Realität :icon_daumen:

Zusätzlich kannst du anhand deiner Vorjahresrechnungen den bisherigen Jahresverbrauch belegen.


Sollte dieser nicht wesentlich niedriger ausfallen, hast du so gut wie gewonnen :icon_klatsch:.
 
E

ExitUser

Gast
DAS kann ich belegen, dass der Verbrauch relativ gleich geblieben ist.
Das sollte ein gutes Argument sein.
Ich danke dir 1000x, jetzt weiss ich in etwa, wie ich mein Schreiben aufsetze.:icon_daumen:
 

penelope

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Hi ashna

vieleicht hilft dir das weiter:confused: kannst ja noch fehlendes hinzufügen, wie §
aber gib mir bitte Bescheid, kann ja sehr nützlich sein:icon_smile:

Musterwiderspruch gegen die unrechtmässige Kürzung der Heizkosten durch die ARGE ?




An: Abs.:


ARGE Hans Mustermann
[FONT=Arial, sans-serif]Rechtsstelle (oder: Musterstr. 5[/FONT]
zuständige Leistungsstelle 78654 Entenhausen
der ARGE im Stadtbezirk)
[FONT=Arial, sans-serif] Datum: xx.xx. 200x[/FONT]


BG-Nr.: 32102BGxxxxxx


[FONT=Arial, sans-serif]Widerspruch gegen den Bescheid vom xx. XX. 200x bezüglich [/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]1. Kürzung der Heizkosten[/FONT]

2. ggf. Weiteres

[FONT=Arial, sans-serif]Sehr geehrte Damen und Herren,[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]gegen o.g. Bescheid lege ich Widerspruch ein, soweit er rechtswidrig ist, und beantrage die Zahlung, auch rückwirkend, der rechtswidrig nicht bewilligten Leistungen.[/FONT]

Begründung:

[FONT=Arial, sans-serif]Mit o.g. Bescheid teilen Sie mit, dass Sie die Heizkosten nunmehr nicht mehr in der tatsächlich angefallenen Höhe übernehmen. Zur Begründung führen Sie an:[/FONT]

a) Meine Heizkosten lägen über dem Durchschnittswert des Hauses/ des Wohnblocks. Gemäss Ihren Richtlinien übernehmen Sie nur die Heizkosten bis zu dieser Höhe.

b) Ich verfüge über eine Einzelheizung. Gemäss Ihren Richtlinien übernehmen Sie nur die Heizkosten bis zu einem von Ihnen ermittelten Richtwert auf Grundlage der VDI Richtlinie 2067.
[FONT=Arial, sans-serif] (nicht Zutreffendes weglassen!)[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Der Heizungsaufwand ist u.a. abhängig von einer Reihe klimatischer, regionaler, wetterbedingter, lagebedingter, baulicher, heizungsabhängiger Faktoren, auf die ich keinen Einfluss habe. Hinzu kommen eine Reihe personenbezogener Faktoren, die ein unterschiedliches Heizverhalten erfordern.[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Eine Orientierung an Richtlinien oder Obergrenzen ohne eingehende Eruierung des Einzelfalles und des Nachweises für ein unwirtschaftliches und damit unangemessenes Heizverhalten ist nach durchgängiger Rechtsprechung der Sozialgerichte nicht zulässig. Entsprechende Ermittlungen wurden von Ihnen nicht vorgenommen und werden auch nicht vorgetragen. Ggf. angesetzte pauschale Zuschläge sind nicht zulässig, da sie ebenfalls den Umständen des Einzelfalles nicht gerecht werden. (falls nicht zutreffend: weglassen!)[/FONT]

„[FONT=Arial, sans-serif]Die Anwendung von an Durchschnittswerten orientierten Pauschalen bei der Übernahme von Kosten für Heizung widerspricht bei summarischer Prüfung der gesetzlichen Regelung. ... Die Angemessenheit von Heizkosten hängt auch bei sparsamem Umgang mit Heizenergie von zahlreichen Faktoren ab, die überwiegend nicht zur kurzfristigen Disposition der Hilfe*empfänger stehen (etwa von der Lage der Wohnung im Gesamtgebäude, von der Ge*schosshöhe, der Wärmeisolierung, der Heizungsanlage, von metereologischen Daten, von der Größe der Unterkunft, von besonderen persönlichen Verhältnissen). Dies erschwert nachhaltig die Feststellung, wann Heizkosten im konkreten Fall angemessen sind und wann nicht. Ohne konkrete Anhaltspunkte für ein unwirtschaftliches Heizverhalten ist deshalb eine Kürzung auf vom Leistungsträger als angemessen erachteten Richtwerte nicht zulässig ...[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]... Im Übrigen ist bei einem Vergleich mit dem Verbrauchsverhalten etwa erwerbstätiger Per*sonen zu beachten, dass sich Hilfeempfänger naturgemäß in der Regel länger, weil auch während der - heizungsintensiveren - Tagzeit in der eigenen Wohnung aufhalten ...“[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]In meinem Fall liegen zusätzlich folgende Umstände vor, die ein erhöhtes Heizverhalten er*fordern: (ggf. ergänzen oder weglassen!)[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Mit freundlichen Grüssen, (Unterschrift)[/FONT]

WICHTIG: Immer eine Kopie für Ihre Unterlagen behalten! Unbedingt per Einschreiben mit Rückschein einsenden oder persönlich gegen Empfangsbestätigung auf der Kopie abgeben !! Es verschwindet immer noch so Einiges bei der ARGE!
 
E

ExitUser

Gast
@penelope,

Ist sehr hilfreich. Ausserdem kann ich belegen, dass sich mein Heizverhalten nicht verändert hat, sondern nur die Preise der AVU.

@Faustus,
Die Proschüre habe ich gestern angefangen zu lesen.
 

Kikaka

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https://www.callnrw.de/broschuerenservice/download/70157/arbeitshilfe_20_11.pdf

III.3 Angemessenheit der Heizkosten
Ebenso wie die Unterkunftskosten werden Heizkosten nur in angemessener Höhe

übernommen.


... Da geht es schon wieder los...

https://www.hogareal.de/Heizkosten_SGB_II_fur_WM_06_2007_Zsfssg.pdf

Es stellt sich daher die Frage,
ob und inwieweit die Kappung von tatsächlich entstandenen Heizkosten auf der Basis von
Durchschnittswerten als rechtmäßig angesehen werden kann.




-Nötigenfalls Klagen.....



P. S.

- 1 Euro Kürzung ?
- Wohl Testfall für Arge, auf gar nichts einlassen, vorgesehene Prüfung des Einzelfalles und Nachweis verlangen, das war`s dann wohl...
 

kate

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heute kam die ablehnung meines widerspruchs durch die ARGE
jetzt wird dieser weiter geleitet
begründung wie immer:
angemessen...
haus angeblich isoliert genug ... ( haus ist von 1933 !! und null isoliert )

dabei kann ich sogar belegen daß ich seit 2004 immer weniger cbm gas verbraucht habe

werde nun noch einmal das o.g. schreiben nachreichen und weiterhoffen:icon_kotz:
 
E

ExitUser

Gast
Würde man andere Beiträge zu vergleichbaren Themen einmal durchgucken, dann würde man sehen, daß viele Antworten schon hundertfach gegeben wurden und auch für diesen Fall zutreffen.

Die ARGE muß den Nachweis führen, daß Heizkosten unangemessen sind. Das kann nur mittels Gutachten geschehen und die sind teuerer, als die Übernahme der Heizkosten. In allen anderen Fällen ist klar, daß die ARGE die Kosten für Heizung in tatsächlicher Höhe zu übernehmen hat. Da gibt es kein Wenn und Aber. Und wenn die ARGE meint, daß Gesetze für sie nicht gelten, dann muß man ihr das halt per Gericht deutlich machen, daß es nicht so ist.

Zum x-ten Mal verweise ich auf den Artikel über das Thema Heizkosten in der kostenlosen Zeitschrift "Horch amol". Download hier. Ausgabe 3/2008 um genau zu sein.

Horch amol aus Franken - Downloads

Dort finden sich Infos, gesetzliche Grundlagen etc.

Widerspruch ist abgelehnt, also ab zum Gericht!
Auf die Hinterbeine stellen und der ARGE zeigen wo der Barthel den Most holt.
 

Kaulquappe

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Weiß jemand was das genau ist? (in rot):

Im Falle unangemessen hoher Unterkunftskosten, die auf der Größe der Wohnung beruhen, sind auch die Heizkosten nur anteilig im Verhältnis der angemessenen zu der tatsächlichen Wohnfläche vom Leistungsträger zu übernehmen.67 Dies beruht darauf, dass die Heizkosten unmittelbar im Zusammenhang mit der Größe der zu beheizenden Wohnfläche stehen.
Greift jedoch für die Unterkunftskosten die Bestandsschutzregelung des § 22 Abs. 1 S. 3 SGB II, so hat der Leistungsträger, um Widersprüchlichkeiten zu vermeiden, auch die tatsächlichen Kosten der Heizung zu gewähren, es sei denn, es liegt unwirtschaftliches Heizverhalten vor.68
 

biddy

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Meiner Meinung nach ist hiermit der 6-monatige Zeitraum gemeint, innerhalb dem man sich um einen Senkung der Wohnraumkosten bemühen muss, wenn man die Aufforderung zur Kostensenkung erhalten hat. Es hat quasi auch der "unangemessene Wohnraum inkl. der Heizkosten Bestand" oder anders: Die unangemessenen KdU, also auch die Heizkosten, werden einer angemessenen für diesen Zeitraum gleichgesetzt, der Zustand ist "geschützt". Ob ich da richtig liege, weiß ich nicht, ich vermute es aber.
 

Kaulquappe

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Meiner Meinung nach ist hiermit der 6-monatige Zeitraum gemeint, innerhalb dem man sich um einen Senkung der Wohnraumkosten bemühen muss, wenn man die Aufforderung zur Kostensenkung erhalten hat. Es hat quasi auch der "unangemessene Wohnraum inkl. der Heizkosten Bestand" oder anders: Die unangemessenen KdU, also auch die Heizkosten, werden einer angemessenen für diesen Zeitraum gleichgesetzt, der Zustand ist "geschützt". Ob ich da richtig liege, weiß ich nicht, ich vermute es aber.
Ja, wahrscheinlich. So etwas steht auch noch mal explizit drin.
 

biddy

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Auf Seite 30 in der "Broschüre" steht noch dieses:

II.5.3 Temporäre Übernahme unangemessener Unterkunftskosten

Für den Zeitraum zwischen Feststellung der Unangemessenheit der Kosten und dem
Ablauf der in der Regel sechsmonatigen Frist bietet § 22 Abs. 1 S. 3 SGB II eine begrenzte
Bestandsschutzregelung, die die Hilfebedürftigen vor einer abrupten Änderung
der Wohnsituation schützen soll. Hiernach werden die unangemessenen Kosten
vorübergehend erbracht.
In der Regel sollen die unangemessenen Kosten maximal
sechs Monate erbracht werden. Hierbei handelt es sich aber um eine Regel-
Höchstfrist, von der im Einzelfall Abweichungen nach oben und unten möglich sind.
Nachtrag: Erst eben Deine Antwort gesehen ... das da oben meintest Du wohl ;)
 

Kaulquappe

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DAS ist wichtig, finde ich (Seiten 34 + 35):

III.3 Angemessenheit der Heizkosten
Ebenso wie die Unterkunftskosten werden Heizkosten nur in angemessener Höhe übernommen. Für die vom Energieversorger festgesetzten Vorauszahlungen gilt zunächst die Vermutung der Angemessenheit, soweit nicht konkrete Anhaltspunkte für ein unwirtschaftliches und damit unangemessenes Heizverhalten65 oder für die Unrichtigkeit der Veranschlagungen (zu hoch oder zu niedrig) vorliegen.

Die Höhe der Heizkosten ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Relevant werden bei der Prüfung der Angemessenheit beispielsweise:

· Bauzustand der Wohnung
· Lage der Wohnung im Haus (Anzahl der Außenwände)
· Geschosshöhe
· Wärmeisolierung des Gebäudes und der Fenster

· Wirkungsgrad und Wartungszustand der Heizungsanlage
· Meteorologische Daten (Zahl der Heiztage, absolute Außentemperaturen)
· ggf. erhöhter Heizbedarf für bestimmte Personengruppen (Alter, Behinderung, Kleinkinder) 64 BSG v. 16.05.2007, B 11b AS 40/06 R.
65 LSG HE v. 21.03.2006, L 9 AS 124/05; LSG NW v. 28.09.2005, L 19 B 68/05 AS ER.

Im Vergleich mit Verbrauchsdaten von erwerbstätigen Personen ist ggf. der
längere Wohnungsaufenthalt von Leistungsempfängern (tagsüber) zu beachten Quadratmeterbezogene Richtwerte können daher nur einen Anhaltspunkt für die Angemessenheit der Heizkosten bilden, die nach Maßgabe des Einzelfalles anzupassen sind.66

Zusätzlich kann auch auf aussagekräftige Anhaltspunkte wie z.B. Angaben
aus vergleichbaren Wohngeldfällen zurückgegriffen werden.

Zur Vereinfachung und Verkürzung der Angemessenheitsprüfung kann der Leistungsträger eine abstrakte Nichtprüfungsgrenze festlegen, die sich aus seinen eigenen Erfahrungswerten bilden lässt. Hiernach kann ein durchschnittlicher Verbrauch für spezielle Fallgruppen erfasst werden, bei dessen Nichtüberschreitung, keine konkrete Angemessenheitsprüfung erfolgen muss.
 

Kaulquappe

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Kikaka

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Die Höhe der Heizkosten ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Relevant werden bei der Prüfung der Angemessenheit beispielsweise:

· Bauzustand der Wohnung
· Lage der Wohnung im Haus (Anzahl der Außenwände)
· Geschosshöhe
· Wärmeisolierung des Gebäudes und der Fenster
· Wirkungsgrad und Wartungszustand der Heizungsanlage
· Meteorologische Daten (Zahl der Heiztage, absolute Außentemperaturen)
· ggf. erhöhter Heizbedarf für bestimmte Personengruppen (Alter, Behinderung, Kleinkinder) 64 BSG v. 16.05.2007, B 11b AS 40/06 R.
65 LSG HE v. 21.03.2006, L 9 AS 124/05; LSG NW v. 28.09.2005, L 19 B 68/05 AS ER.
-Genau das solltest Du jetzt schriftlich im Widerspruch einfordern

haus angeblich isoliert genug ... ( haus ist von 1933 !! und null isoliert )
-Weise in Deinem Widerspruch daraufhin das ein solches "Wischi-Waschi "- Gutachten vor Gericht keinen Bestand haben wird.

Vermutlich werden die Argen zukünftig die Betroffenen mit solchem Gewäsch überziehen um formal die Optik einer Prüfung vorzugaukeln. Hier muß man den Hebel ansetzen und sich wehren
 

HajoDF

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Hallo Ashna,
Du solltest gleichzeitig Antrag auf ER beim SG stellen und Klage einreichen auf die volle Übernahme der Nachzahlung der Heizkosten.
Immerhin handelt es sich um 65 € Differenz, die Du aus dem Regelsatz keinesfalls zahlen kannst.

Widerspruch ist klar, nur wie begründen? Ich kann ja nicht rumjammern, dass die Heizpreise immer höher werden.

Zitat:
Ich würde hier ARGE auffordern ein mögliches Guthaben aus der Heizkostenabrechnung von der Aufrechnung freizustellen.
Zitat Ende

Verstehe ich jetzt nicht.

Die haben mir von geforderter Nachzahlung in Höhe von 444€ nur 379€ bewilligt und sofort an die AVU überwiesen. Desweiteren bewilligen die für die laufenden Abschlagszahlungen nur 111€ anstatt der von der AVU geforderten 112€.

Gegen die nicht vollständig geleistete Nachzahlungsforderung von 444€ ( Bewilligung nur 379€) habe ich schon Widerspruch eingelegt.
Ich weiss jetzt nicht, wie ich den Widerspruch wegen der laufenden Zahlung der 112€ schreiben kann.
Nach § 22 SGB II
(1) Leistungen für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen erbracht, soweit diese angemessen sind. Erhöhen sich nach einem nicht erforderlichen Umzug die angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, werden die Leistungen weiterhin nur in Höhe der bis dahin zu tragenden Aufwendungen erbracht. Soweit die Aufwendungen für die Unterkunft den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang übersteigen, sind sie als Bedarf des allein stehenden Hilfebedürftigen oder der Bedarfsgemeinschaft so lange zu berücksichtigen, wie es dem allein stehenden Hilfebedürftigen oder der Bedarfsgemeinschaft nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate. Rückzahlungen und Guthaben, die den Kosten für Unterkunft und Heizung zuzuordnen sind, mindern die nach dem Monat der Rückzahlung oder der Gutschrift entstehenden Aufwendungen; Rückzahlungen, die sich auf die Kosten für Haushaltsenergie beziehen, bleiben insoweit außer Betracht.
Grundsätzlich ist eine Pauschalierung der Heizkosten nicht zulässig. (Es gibt in jeder ARGE Richtsätze für die Heizkosten pro qm, z.B. Hannover 1,21 € pro qm).

Ist die Wohnung als angemessen (Größe und Kosten) eingestuft, kann über die Kürzung der Heizkosten mittels einer Pauschale die KdU nicht wieder gekürzt werden. Ausnahme: die Heizkosten liegen weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Wohnungen.

Konkreter Fall:
Eine Wohnung ist unangemessen groß (64 qm für Single), wurde aber von der ARGE genehmigt aus wirtschaftlichen Gründen, da ein Umzug nebst allen Folgekosten (wie z.B Einlagerung von werthaltigen Möbeln) wesentlich teurer geworden wäre. als die zu zahlende KdU.
Die ARGE wollte später die Heizkosten nicht in voller Höhe übernehmen und verweigerte die Nachzahlung der gestiegenen Heizkosten zunächst mit der Begründung, sie zahle nur die anteiligen Heizkosten für 50 qm.
Ergebnis: über die Kürzung der Heizkosten würde die gesamte KdU als unangemessen eingestuft. Die ARGE musste die Nachzahlung in voller Höhe übernehmen und auch die zukünftige höhere Abschlagzahlung.

Begründung: eine echte Pauschalierung lässt ein Rückforderung eventuell entstehender Guthaben bei sparsameren Verbrauch nicht zu. Dies sieht das SGB II § 22 aber ausdrücklich vor. Also wenn Pauschalierung, dann nach oben und unten!
 

Atlantis

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Auch wenn der letzte Beitrag schon ein paar Tage alt ist, möchte ich mal etwas ansprechen die ARGEN jammern immer über die Kosten der Heizung. Ist es nicht so das die ARGEN und Kommunen für die Heizkosten vom Bund ein höheren Ausgleich bekommen hat um die Hilfsbedürftigen mehr Heizgeld Bewilligen zu können. Das ist bei allen die ihr Heizmaterial
(Heizöl Holz oder Kohle) selber Einkaufen müssen von Interesse.

Nun möchten diese ARGEN und Kommunen am besten ihre Pauschalen vom
Vorjahr an den man bringen, eigentlich ist das doch beschiss an dem Hilfebedürftigen. Da Mann mit dem Pauschalbetrag nicht mehr die Liefermenge vom Vorjahr realisieren kann. Spätestens vorm Sozialgericht fällt so etwas auf.
 
E

ExitUser

Gast
Der Widerspruch gegen die nicht vollständige Übernahme der Nachzahlungsforderung ist schon gegen Eingangsbestätigung abgegeben. Hier muss ich jetzt warten.
Wie ich das mit dem 1€ monatliche Abschlagszahlung mache... keine Ahnung. Ehe die mir dann eine Neuberechnung wegen des erhöhten Kindergeldes machen, wogegen ich ebenfalls Widerspruch einlegen könnte, denke ich, dass ich es erst mal lasse. Könnte ich gegebenenfalls ja per Ü- Antrag machen.
Das ist soweit der erste Ärger, den ich habe. Schätze, es wird bald richtig losgehen. Bin vielleicht ein kleiner Schisser.:eek:
 
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