Heizkosten Pauschale - Kohle

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mattusch

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Hallo nochmal. Ich habe nun den Bewilligungsbescheid erhalten.
Als ich die Anlage KDU ausgefüllt hatte, hatte ich unter Punkt 2.2. beim Eintrag "Heizkosten" 40 Euro pro Monat eingetragen und unter dem Punkt 3 [Energiequelle] habe ich eingegeben, dass ich mit Kohle heize.

Vor einigen Jahren war es so, dass man für das Heizen mit Kohle eine Pauschale von 400 Euro für die Heizperiode bekommen hat.
Jetzt aber hat mein SB bei den Heizkosten die Kosten des Warmwassers eingetragen. Das muss doch ein Fehler sein. Soll ich etwa nicht die Heizkosten bekommen, weil meine Energiequelle Kohle ist und ich selbst die Brennstoffe beschaff ?

Bevor ich nun etwas dazu sage, möchte ich mich schlau machen und dafür brauche ich ein wenig Info.
Ich sehe auf dem Berechnunsbogen, dass mir 9,29€ für Mehrbedarf bei dezentraler Warmwassererzeugung - ALGII (§ 21 Absatz 7SGB II ) angerechnet wurde

Also hier frage ich mich: Ist es so, dass man nun grundsätzlich keine Kosten für das Warmwasser bekommt und stattdessen diesen festen Betrag?
Und würde das bedeuten: falls ich ihn darauf aufmerksam mache, dass er die Kosten für das Warmwasser als Heizkosten angerechnet hat, dann würde er das Geld wieder zurück fordern??? :icon_hihi:

So, was nun zählt ist zu wissen, ob ich sonst die Heizkosten für die Kohle bekäme. Wenn ja, dann würde ich doch meinen SB auf diesen Fehler aufmerksam machen, denn die Kosten für das Warmwasser sind ohnehin niedriger und darüber hinaus bekommt man sowieso monatlich - anscheinend- diesen festen Betrag in Höhe von 9,29€.

Ansonsten würde ich nichts sagen. Denn ich habe keinen Fehler gemacht. Ich habe die Daten in die KDU Anlage richtige eingetragen. :icon_mrgreen:

Danke im Voraus für die Hilfe.
Grüße
 

Battista Montini

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Richtig. Warmwasser geht extra, aber eben meist nur mit Warmwasserbereitern.
Da musst du schon auf deine 40.-- für Kohle bestehen bleiben, ist eh niedrig genug...
 

Cha

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Ich glaube, es sind ein paar Erklärungen notwendig.

Mehrbedarf für Warmwasser:
Bei den heutigen Wohnungen kommt das Warmwasser üblicherweise aus der zentralen Heizung.
Es gibt jedoch noch ältere Wohnungen, bei denen man für warmes Wasser noch einen Warmwasserboiler oder Durchlauferhitzer braucht.
Für diese Wohnungen bekommt man den pauschalen Mehrbedarf für Warmwasser (§ 21 Abs. 7 SGB II).

Heizung mit Kohle:
Heizkosten sind grundsätzlich in der tatsächlichen Höhe zu zahlen.
Wenn der Vermieter im Mietvertrag für Heizkosten eine Pauschale von 40 Euro verlangt sind 40 Euro zu zahlen.
Wenn man tatsächlich jeden Monat für 40 Euro Kohlen kauft, müssen 40 Euro gezahlt werden.
Wenn man für 300 Euro mehrere Sack Kohlen kauft, um über den Winter heizen zu können, sind zum Rechnungsdatum die 300 Euro zu zahlen.

Viele Grüße

Cha
 

mattusch

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Danke für die Antwort, aber vielleicht war meine Beitrag ein wenig verwirrend.
Also, soweit ich erfahren konnte, sind die Kosten für Warmwasser

seit der Reformierung in 2011 hierfür nicht mehr im Regelbedarf enthalten. Stattdessen wurde zur Deckung der Kosten für die dezentrale Warmwassererzeugung ein Mehrbedarf eingeführt, der zusätzlich zur Regelleistung gezahlt wird.

Hartz IV Mehrbedarf für Warmwasser 2016

Wie gesagt, der Betrag, den mein SB als Heizkosten berechnent hat, sind eigentlich die (GASAG)Kosten für das Warmwasser (Bei mir in der Wohnung ist ein Durchlauferhitzer. Das Herd läuft übrigens mit Strom).

Nun ist die Heizperiode fast um, oder? Und Eine Rechnung für die Kohle, die ich letzen Sommer gekauft habe, habe ich nicht mehr :icon_frown: und ohnehin fängt mein Bezug vom ALGII erst ab dem 1. Februar an. So kann es also sein, dass ich sowieso keinen Cent für die Heizkosten bekommen würde.

Oder sehe ich das gerade falsch?
 

Forster

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Nun ist die Heizperiode fast um, oder? Und Eine Rechnung für die Kohle, die ich letzen Sommer gekauft habe, habe ich nicht mehr :icon_frown: und ohnehin fängt mein Bezug vom ALGII erst ab dem 1. Februar an. So kann es also sein, dass ich sowieso keinen Cent für die Heizkosten bekommen würde.

Oder sehe ich das gerade falsch?

Ich fürchte, das siehst Du richtig.

Vor einigen Jahren war es so, dass man für das Heizen mit Kohle eine Pauschale von 400 Euro für die Heizperiode bekommen hat.

Jein. Viele Kommunen haben das aus pragmatischen Gründen so gehandhabt, manche tun das heute noch. Aber eine echte Pauschale war das nie, da Bedarfe für die Heizung nach § 22 SGB II in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt werden müssen, soweit sie angemessen sind. Waren die individuellen, aber angemessen Kosten höher, war ein "Nachschlag" möglich.

Nach dem Urteil des BSG vom 29.11.2012 (B 14 AS 36/12 R, s. Ziffer 14) haben einige Kommunen die (Pseudo-)Pauschalierung abgeschafft und erstatten, wie Cha bereits schrieb, ausschließlich nach Vorlage von Rechnungen. Dadurch entfällt natürlich auch eine Verteilung der Kosten auf die Leistungsmonate.

In Deinem Fall bedeutet das: Kohlerechnung vor Beginn des Leistungsbezugs bezahlt -> keine anteilige Übernahme durchs Amt. Andererseits: Wenn Du nun im Leistungsbezug erneut Kohle kaufen musst, hat das Amt die Rechnung vollständig zu erstatten, auch wenn Du z.B. einen Monat später aus dem Bezug ausscheidest.
 

mattusch

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Ich glaube, es sind ein paar Erklärungen notwendig.

Mehrbedarf für Warmwasser:
Bei den heutigen Wohnungen kommt das Warmwasser üblicherweise aus der zentralen Heizung.
Es gibt jedoch noch ältere Wohnungen, bei denen man für warmes Wasser noch einen Warmwasserboiler oder Durchlauferhitzer braucht.
Für diese Wohnungen bekommt man den pauschalen Mehrbedarf für Warmwasser (§ 21 Abs. 7 SGB II).

Heizung mit Kohle:
Heizkosten sind grundsätzlich in der tatsächlichen Höhe zu zahlen.
Wenn der Vermieter im Mietvertrag für Heizkosten eine Pauschale von 40 Euro verlangt sind 40 Euro zu zahlen.
Wenn man tatsächlich jeden Monat für 40 Euro Kohlen kauft, müssen 40 Euro gezahlt werden.
Wenn man für 300 Euro mehrere Sack Kohlen kauft, um über den Winter heizen zu können, sind zum Rechnungsdatum die 300 Euro zu zahlen.

Viele Grüße

Cha

@Cha, danke sehr! Ich glaube, es gab ein Problem mit dem System oder du musst geantwortet haben als ich noch meinen letzten Beitrag gerade schrieb. Ich habe deine Antwort erst jetzt gesehen aber sie war nicht da. Nur die Antwort von @Battista Montini war zu sehen.

Also, ich werde also meinem SB über diesen Fehler berichten.
Das einzige Problem ist, dass

a) Ich habe keine Rechnung für die Kohle, die ich letzten Sommer gekauft haben und
b) die Heizperiode ist doch schon um und meine Bezug auf ALGII erst am 01. Februar beginngt. Also wahrscheinlich werde ich kein Heizkosten mehr bekommen.
 

Fabiola

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a) Ich habe keine Rechnung für die Kohle, die ich letzten Sommer gekauft haben und
b) die Heizperiode ist doch schon um und meine Bezug auf ALGII erst am 01. Februar beginngt. Also wahrscheinlich werde ich kein Heizkosten mehr bekommen.
Üblicherweise kann Dir der Lieferant der Kohle eine Rechnungskopie zusenden.

Die Heizperiode ist schon vorbei? Wie kommst Du darauf?
Welchen Zeitraum hat die Heizperiode in Deutschland?

Eine Bekannte von mir heizt mit Holz. Sie beantragt die Kosten des Holzbedarf stets vor der Lieferung mit Angabe der Kosten (hat sie vorher beim Holzhändler erfragt und sich schriftlich geben lassen). Daurauf hin überweist das Amt nach Antragstellung den Betrag.
Sobald die Lieferung und Rechnung erfolgt ist, legt sie die Rechnung als Nachweis dem Amt vor. Da wars.

Wenn Du jetzt also Kohle für die kommende Zeit brauchst, dann mach das genau so und bestehe (notfalls kämpferisch) auf Vorleistung. Aus dem Regesatz, läßt sich eine umfangreichere Lieferung nicht vorfinanzieren.
 
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