Haushaltsartikel verkaufen im ALG II bezug? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

E

ExitUser

Gast
Hallo Forum.


Eine Frage an euch:


Darf ein Arbeitsloser im AlgII Bezug Dinge verkaufen die ihm (seit Jahren ) gehören ?
z.B. Bücher/Filme/CD's ?


Werden die daraus erzielbaren Einnahmen auf das ALG II angerechnet ?



Danke im Voraus....
 
E

ExitUser

Gast
Darf man verkaufen und wird auch nicht angerechnet.

Vorsichtig wär ich bei Sammlerstücken, wo man dann für ein Buch 1000 Euro kriegen könnte oder so.
Aber normale Sachen kann man natürlich verkaufen.
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.324
Bewertungen
15.830
Einnahmen aus dem Verkauf von Hausrat, persönlichen Gegenständen, Kleidung usw. stellen mitnichten ein anrechenbares Einkommen dar, sondern sind vielmehr als Vermögensumschichtung aufzufassen.

Dies ergibt sich u.a. aus der Definition von Vermögen nach § 12 SGB II (identisch mit § 19 SGB XII). Für den hier behandelten Punkt interessant ist allerdings nicht, was nun im Einzelnen als Vermögen gilt, sondern vielmehr, was als nicht anrechenbares Vermögen angesehen wird (§ 12 III SGB II). Dazu zählt insbesondere:

Angemessener Hausrat (§ 12 III Nr. 1 SGB II)
Angemessenes Kraftfahrzeug für jedes erwerbsfähige Mitglied der Bedarfsgemeinschaft (§ 12 III Nr. 2 SGB II)

Nur wer einen schwunghaften Handel im Internet betreibt, hat gegebenfalls kein Anspruch mehr auf ALG II (Sozialgericht Wiesbaden S 16 AS 79/06 ER )

also Vermögensumschichtung dies bedeutet, dass eine Verwertung bereits bestehender Vermögenswerte - d. h. eine Vermögensumschichtung - in der Regel kein Einkommen, sondern weiterhin Vermögen darstellt ( Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen L 9 AS 7/08 04.09.2008 ,Urteil ).

https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/96541-vermoegensumwandlung.html
 

Julchen68

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
13 Februar 2009
Beiträge
710
Bewertungen
420
Ich hatte im Monat vor meinem ALG2-Antrag viel Zeugs bei ibääh abgestoßen (u.a. selbstfinanzierte Lehrmaterialien aus einer zuvor im ALG1 absolvierten Weiterbildung).
Da standen dann insgesamt etwas mehr als 100€ Einnahmen auf den Kontoauszügen, die ich vorlegen mußte.
Daraus hat man mir dann auch ganz fix in der Bewilligung ein regelmäßiges Monats-Einkommen von 200€ konstruiert.

Haben sie natürlich direkt als Widerspruch retour bekommen, daß es sich um sporadische Verkäufe von gebrauchten&selbstgenutzten Gegenständen handelt. Ist auch völlig ohne Gemecker durchgegangen. Knapp 1 Woche später hatte ich eine neue Bewilligung ohne Extra-Anrechnung. Die Geschwindigkeit hat mich ziemlich überrascht.

Gemeldet habe ich Verkäufe persönlichen Zeugs nie. Nur tatsächliches, aber unregelmäßiges, Nebeneinkommen bekam das Amt von mir jeden Monat hübsch sauber inklusive Materialeinsatz und Fahrtkosten eingereicht.
Wurde dann auf den jeweils nächsten Monat angerechnet und fertig.
 
Mitglied seit
13 Februar 2013
Beiträge
570
Bewertungen
75
Ich verkaufe auch so einiges bei ibääh und Co :icon_mrgreen:

Meine Meinung dazu:

Der Erwerb aus dem Regelsatz hat das Arbeitsamt, Jobcenter und Co nichts interessiert ergo hat es sie, besonders im jetzigen Verkauf, erst Recht einen Scheißdreck zu interessieren.:biggrin:

Meiner Meinung, und aus eigenen Erfahrungen, gibt es keine "Begrenzung" der Verkaufssumme, zumal ich, wenn ich wöllte, auch meinen ganzen Hausrat verkaufen könnte.

Und wie schon richtig geschrieben handelt es sich hierbei um eine "Umwandlung" vom Sachwert zu Geldwert.
 

Julchen68

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
13 Februar 2009
Beiträge
710
Bewertungen
420
Jede andere Handhabe würde ja auch wohl gleichbeutend damit sein, daß mit Antragstellung mein persönlicher Besitz vom Staat konfisziert wird.... und ihm somit auch der Verkaufserlös zustünde.

Aber soweit isses ja gsd noch nicht, gell :icon_evil:
 
Oben Unten