Hausarzt verschreibt mir Psychopharmaka für 200 Tage und stellt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auf Wunsch des Jobcenters nur für zwei Wochen aus

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Franz Pfaff

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Hallo Euch allen,

ich war bei meinem Hausarzt und habe ihm von diversen Problemen berichtet, die ich auf meine persönliche Situation zurückführe und nur ungern hier im einzelnen erläutern möchte.
Fakt ist das ich seit ca. 5 Jahren mit einem erheblichem Dauerstress (Pflege des Vaters, Pflege und Begleitung meiner Mutter im Hospiz, ihrem Tod, Auflösung der Wohnung und massig Behördenkram, jetzt auch wieder JC-Stress und noch mehr) konfrontiert bin und mein Körper mir nun eindeutig signalisiert das er Tribut fordert.
Daraufhin meinet er "Da kann Ihnen auch kein Arzt oder Psychiater helfen! Sie müssen nur mal richtig schlafen! Ich verschreib Ihnen was und dann können Sie in Ruhe ihre Angelegenheiten regeln!"

Was er mir verschrieben hat war Mirtazapin für 200 Tage und die AU musste ich ihm fast abnötigen und die gab er mir nur für 2 Wochen! Seine Begründung war das das JC ihm gesagt hätte er solle nur länger oder dauerhaft AU-schreiben wenn man Erwerbsunfähig wäre, so könne er selbst ja z.B. schließlich auch noch mit einem gebrochenen Bein arbeiten.

Kann das alles sein??? Werden die Ärzte jetzt auch vom JC unter Druck gesetzt? Oder hab ich einfach 'nen exkrement Arzt und sollte diesen wechseln?

VG Franz
 
E

ExUser 2606

Gast
Also wenn ein Arzt sich vom JC vorschreiben laesst, wie länger er au schreiben darf, dann hat der null Standing, wenn es mal drauf ankommt, weil zum Beispiel die Krankenkasse Stress macht. Was willst du denn mit so einem Arzt?

Und dir gleich ne Grosspackung Antidepressiva zu verpassen, damit du mal schlafen kannst, also ich finde das unverantwortlich. Ich wuerde das Zeug nicht nehmen, ohne eine Zweiteilung.
 
Zuletzt bearbeitet:

Franz Pfaff

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Also wenn ein Arzt sich vom JC vorschreiben laesst, wie länger er au schreiben darf, dann hat der null ständig, wenn es mal drauf ankommt, weil zum Beispiel die Krankenkasse Stress macht. Was willst du denn mit so einem Arzt?

Und dir gleich ne Grosspackung Antidepressiva zu verpassen, damit du mal schlafen kannst, also ich finde das unverantwortlich. Ich wuerde das Zeug nicht nehmen, ohne eine Zweiteilung.
Hab das Zeug auch noch nicht genommen, zumal man die nicht bei niedrigem Blutdruck nehmen sollte und den hatte ich schon mit 20 Jahren und das sollte mein HA auch wissen...
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wechsle den Arzt, das geht gar nicht.
Natürlich kann der Arzt einen in so einer Situation länger AU schreiben und sollte es auch tun. Empathie ist hier offenbar Fehlanzeige.

Du weißt, dass du als Pflegeperson auch über die Pflegekasse eine Reha bekommen könntest? Nur mal so als Idee am Rande für eine Auszeit mit Gesprächsmöglichkeiten.

Mirtazapin ist zum Schlafen ziemlich gut, da es nicht abhängig macht. Man muss das auch nicht dauerhaft nehmen, sondern kann es für den Schlaf auch als Bedarfsmedikament einsetzen.
Wie es mit niedrigem Blutdruck interagiert, weiß ich nicht, meiner ist ziemlich normal. Was ich von Schlafmedikamenten her aber kenne, ist dass man sich morgens zum Aufstehen mehr Zeit lassen sollte und falls man nachts mal aufs Klo muss, mit Schwindel rechnen sollte. Schätze, dass es da mit niedrigem Blutdruck noch etwas unangenehmer werden kann, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es auch bei eher niedrigem Blutdruck medizinisch absolut vertretbar sein kann, Mirtazapin einzusetzen. Die Packungsbeilagen warnen ja immer vor jeder Eventualität.
Falls du es mit dem Mirtazapin probieren magst (evtl. nach nochmaliger Rücksprache mit dem Arzt wegen des Blutdrucks), würde ich dir aber empfehlen, erstmal mit ner halben Tablette anzufangen.
Manche Menschen nehmen eine hohe Dosis als Dauer-Antidepressivum, aber ich kenne weitaus mehr Menschen, bei denen schon eine kleine Dosis ziemlich stark schlaffördernd wirkt - eine Freundin von mir krümelt sich sogar 1/4 der kleinsten Dosis zusammen. :D Es ist vermutlich angenehmer, eine zu niedrige Dosis auszuprobieren als zu hoch einzusteigen und erstmal 12-18 Stunden durchzuschlafen. Das kann zwar auch gut tun, aber nur wenn man es plant und die Zeit dafür auch hat. ;)
 

HermineL

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Da kann Ihnen auch kein Arzt oder Psychiater helfen! Sie müssen nur mal richtig schlafen!
So eine Einstellung sollte heut zutage kein Arzt mehr haben. Es reicht schon wenn es viele gibt die glauben ein Stück Schokolade essen würde helfen. Das sollte ein Doc besser wissen. Alleine das wäre für mich schon Grund genug einen anderen zu suchen. Nutze die AU und suche dir einen Psychiater ob dem HA das passt oder nicht.

Natürlich kann der Arzt einen in so einer Situation länger AU schreiben
Zustimmung aber es nützt einem nichts wenn man das weiß aber der Doc nicht will.

Das was du zu Mirtazapin schreibst stimmt weitestgehend. Anzumerken ist das eine der größten Nebenwirkungen starke Gewichtszunahme ist und das Mirtazapin auf keinen Fall ein Bedarfsmedikament ist. Auch nicht zum schlafen. Mirtazapin muss eingeschlichen werden und baut im Körper ein Depot auf. Wenn man was zum schlafen braucht sollte man da besser zu etwas anderem greifen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
nur für 2 Wochen!
Bei einer Erstbescheinigung sind aber die 2 Wochen vollkommen normal.

Die Höchstdauer beträgt 1 Monat.

JC ihm gesagt hätte er solle nur länger oder dauerhaft AU-schreiben wenn man Erwerbsunfähig wäre
Es ist für einen Arzt in der Bewertung der AU ein Unterschied, ob ein Patient berufstätig (auch welche Tätigkeit), Alg1 oder Alg2 bezieht.

„(3a) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die Leistungen zur Sicherung des Lebens- unterhalts nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende – „Hartz IV“) beantragt haben oder beziehen, sind arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt, nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilzunehmen.“

Diese min. 3h entsprechen exakt den Vorgaben einer vollen Erwerbsminderung.

 

HermineL

Super-Moderation
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Die Höchstdauer beträgt 1 Monat.
Sagt die Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie aber die ist eben nur eine Richtlinie. Wie lange jemand AU ist entscheidet
einzig und alleine der Arzt. Der kann sich, wenn er ein Erbsenzähler ist an die Richtlinie halten, oder aber er
entscheidet rein aus medizinischen Gründen. Schreibt er länger krank wird die KK gerne versuchen den MDK
einzuschalten mehr aber kann sie nicht tun.
Ich persönlich bekomme schon seit fast 2 Jahren nur alle 3 Monate eine neue AU über diese 3 Monate. Da ich
kein Krankengeld mehr beziehe ist der KK das vollkommen schnuppe.

Will sagen die Richtlinie ist nicht in Stein gemeiselt sondern der Medizinier kann wenn er es für notwendig erachtet
ohne Probleme davon abweichen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Mag ja sein, es ging mir darum, dass man erstaunt ist, bei der Erstbescheinigung im Normalfall „nur 2 Wochen!“ zu bekommen.

Dein Fall ist eben nicht der Normalfall.
Bei so langer AU ist der Normalfall dann erwerbsgemindert.
 

vidar

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Mag ja sein, es ging mir darum, dass man erstaunt ist, bei der Erstbescheinigung im Normalfall „nur 2 Wochen!“ zu bekommen.
Richtig, aber sollte dieser Vorgang der Wirklichkeit entsprechen, dann ist dies an Unverfrorenheit nicht zu toppen. Durch den Arzt werden anscheinend an das Jobcenter vielleicht auch Informationen weitergeleitet, die ausschließlich dem Medizinischen Dienst zur Bewertung des Krankheitsbilds vorbehalten sind. Diesen (unabhängigen?) Arzt, der meint sich dem Diktat des JC unterwerfen zu müssen, sollte man ggf. bei der Kassenärztlichen Vereinigung melden. Zumindest würde ich dort um eine schriftliche Einschätzung der Sachlage bitten. Kassenärztliche Vereinigungen
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Durch den Arzt werden anscheinend an das Jobcenter vielleicht auch Informationen weitergeleitet, die ausschließlich dem Medizinischen Dienst zur Bewertung des Krankheitsbilds vorbehalten sind. Diesen (unabhängigen?) Arzt, der meint sich dem Diktat des JC unterwerfen zu müssen, sollte man ggf. bei der Kassenärztlichen Vereinigung melden.
?

Wo ziehst Du den Sachstand denn aus den Beiträgen?

Ansonsten sollte klar sein, wenn beim nächsten Besuch keine Folgebescheinigung ausgestellt wird und man persönlich der Meinung ist, weiter AU zu sein. >>> freie Arztwahl.

Ich teile nur nicht das Erstaunen bei der Tatsache der 2 Wochen AU bei Erstbescheinigung und die Kriterien bei der AU eines Alg2- Empfänger.
 

apfelkuchen

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Ich würde mir ebenfalls einen anderen Arzt suchen. Das Vertrauensverhältnis zu diesem wäre nach der Aktion massiv gestört. Ein Arzt mit Rückgrat schert sich nicht um das, was das JC will sondern ist deutlich mehr am Patientenwohl interessiert.
 

vidar

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saurbier

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Hallo vidar,

Seine Begründung war das das JC ihm gesagt hätte er solle nur länger oder dauerhaft AU-schreiben wenn man Erwerbsunfähig wäre, so könne er selbst ja z.B. schließlich auch noch mit einem gebrochenen Bein arbeiten.

Sorry, aber aus dieser lapidaren Aussage läßt sich doch kein wie von dir bereits unterstellter Vorgang herleiten.

Wer weiß wieviele Patienten der Hausarzt hat, die beim JC Leistung beziehen, womit er wohlmöglich schon entsprechende Schreiben vom JC erhalten hat.

Laut der AU-Richtlinie soll ein Arzt ja einen ALG-II Bezieher grundsätzlich anders betrachten als z.B. einen ALG-I Bezieher. Hier gilt eben nicht mehr die bisherige berufliche Tätigkeit, sondern lediglich der allgemeine Arbeitsmarkt.

Und das man beim ersten Arztbesuch wenn überhaupt für max. 2 Wochen eine AUB erhält, nun das ist wohl nichts neues. Mein Hausarzt hat mich in den letzten 30 Jahren auch beim ersten mal wenn überhaupt max. 2 Wochen AU geschrieben - kommt halt immer auf Krankheitsbild an. Als ich z.B. nach meiner letzten OP bei im war, bekam ich z.B. gleich mal eine AUB über 4 Wochen, da stand aber im KH-Bericht auch das ich wohlmöglich einige Wochen AU sein könnte.

Also das kann man nie so genau abgrenzen.

Das der Hausarzt hier den SB´s informationen zukommen läßt, nun da wäre ich eher sehr vorsichtigt, immerhin unterliegt der Arzt der ärztlichen Schweigepflicht und das dürfte dem wohl bekannt sein.

Im übrigen waren wir ja nicht dabei und kennen die Umstände des Gespräches nicht, ich rate daher zu etwas vorsicht hier einfach gewisse Dinge zu unterstellen.


Grüße saurbier
 

vidar

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Im übrigen waren wir ja nicht dabei und kennen die Umstände des Gespräches nicht, ich rate daher zu etwas vorsicht hier einfach gewisse Dinge zu unterstellen.
Da gehe ich sowohl mit dir als auch @RobbiRob d´accord. Deshalb auch mein Einwand "sollte dieser Vorgang wirklich so stattgefunden haben". Insofern könnte man ja auch gleich die Aussage vom TE in Frage stellen. Welche Konsequenzen @Franz Pfaff ansonsten hieraus ziehen könnte, wurde ja bereits hinreichend kommuniziert.
 

schlussjetzt

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@HermineL, nein. Wenn man kein Krankengeld erhält, dann wird man auch nicht vom MDK eingeladen. War immer 6 Monate AU und habe nie eine Einladung erhalten. Sobald die KK zahlen muss, fangen die Probleme an. Ansonsten hatte ich Ruhe.

Zum Thema: Den Arzt würde ich, wenn möglich, ganz schnell wechseln. Lange AU hat auch etwas mit Empathie zu tun. Wenn der Arzt diese, aus welchen Gründen auch immer, nicht aufbringen kann, dann steuert man in der Zukunft auf eine Kollision zu (selbst erlebt mit 4 Wochen Au's).

Beim Psychiater aber schon mal darauf einstellen, das Tabletten verschrieben werden. Gesprächstherapie scheinen die meisten nicht zu können/wollen.

Mag ja sein, es ging mir darum, dass man erstaunt ist, bei der Erstbescheinigung im Normalfall „nur 2 Wochen!“ zu bekommen.

Dein Fall ist eben nicht der Normalfall.
Bei so langer AU ist der Normalfall dann erwerbsgemindert.
Aber nur, weil es die JC's gibt. Gäbe es ein BGE, käme niemand auf die Idee, eine Erwerbsminderung anzustreben. Dieses ganze, kranke Konstrukt existiert also nur, weil die JC's die Zuständigkeit abgeben wollen.
 

Franz Pfaff

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Mag ja sein, es ging mir darum, dass man erstaunt ist, bei der Erstbescheinigung im Normalfall „nur 2 Wochen!“ zu bekommen.

Dein Fall ist eben nicht der Normalfall.
Bei so langer AU ist der Normalfall dann erwerbsgemindert.
Zuerst habe ich nur eine Woche AU bekommen (und das nur weil ich um eine AU gebeten habe). Die zweite Woche gab's dann nochmal weil ich erneut wegen einer AU zu ihm bin (nicht zuletzt auch weil mir beim letzten JC-Termin gesagt wurde "Wenn Sie krank sind, dann lassen Sie sich bitte krankschreiben!").

Da gehe ich sowohl mit dir als auch @RobbiRob d´accord. Deshalb auch mein Einwand "sollte dieser Vorgang wirklich so stattgefunden haben". Insofern könnte man ja auch gleich die Aussage vom TE in Frage stellen. Welche Konsequenzen @Franz Pfaff ansonsten hieraus ziehen könnte, wurde ja bereits hinreichend kommuniziert.
Ich kann Euch versichern das sich dieser Vorgang wirklich so abgespielt hat!!!! Was sollte es sonst für einen Sinn machen sich um Eure Hilfe zu bemühen???

VG Franz

Beim Psychiater aber schon mal darauf einstellen, das Tabletten verschrieben werden. Gesprächstherapie scheinen die meisten nicht zu können/wollen.
Genau das würde ich am liebsten vermeiden, wenn es irgendwie geht....
Kenne nur Leute die von diesen ganzen Pillen aufgedunsen und irgendwie benebelt durch die Gegend schweben. Diesen Zustand will ich eigentlich nicht erreichen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Das ist auch Blödsinn.
Es ist erstmal grundsätzlich nicht der Job eines Psychiaters, eine Psychotherapie durchzuführen. Dafür gibt es Psychotherapeuten.
Der Psychiater kann körperliche Ursachen ausschließen und bei Bedarf Medikamente verschreiben. "Aufgedunsen von den ganzen Medikamenten" kommt man da aber nicht raus.
Und wenns für die depressiven Symptome klare Gründe in der aktuellen oder vor kurzem vergangenen Lebenssituation gibt, dann können Medikamente zwar kurzfristig helfen, aber die Probleme nicht lösen. Das weiß auch ein Psychiater, wird Medikamente anbieten, aber eine Ablehnung auch akzeptieren, und an einen Psychotherapeuten verweisen.
 

saurbier

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Ich kann Euch versichern das sich dieser Vorgang wirklich so abgespielt hat!!!! Was sollte es sonst für einen Sinn machen sich um Eure Hilfe zu bemühen???

Nun ja, wenn ein Arzt/hausarzt dich jetzt von Woche für Woche AU schreibt, ist dies aber auch kein zwingendes K.O. Kreterium für den Arzt.

In den Richtlinien steht ja nicht drin, daß der Arzt einen Patienten für 2 oder gar 4 Wochen Krank schreiben muß/soll.

Ich kenne aus früheren Zeiten auch Ärzte die sowas immer in Wochenabschnitten gemacht haben.

Und wenn du die Medikamente nicht nehmen willst, o.k. deine Entscheidung. Nur mußt du dir auch immer darüber im klaren sein, daß auch bei dir ein gewisses Maß an Mitarbeit vorhanden sein muß, ansonsten kann ein Arzt eben auch eine Weiterbehandlung ablehnen.

Selbst im SGB I (§ 63 SGB I) kann das von dir verlangt werden, wenn du Sozialleistungen in Anspruch nimmst.

Wenn du jetzt mit dem Arzt nicht zufrieden bist, nun gut dann such dir einen anderen.


Grüße saurbier
 

Franz Pfaff

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Und wenn du die Medikamente nicht nehmen willst, o.k. deine Entscheidung. Nur mußt du dir auch immer darüber im klaren sein, daß auch bei dir ein gewisses Maß an Mitarbeit vorhanden sein muß, ansonsten kann ein Arzt eben auch eine Weiterbehandlung ablehnen.

Selbst im SGB I (§ 63 SGB I) kann das von dir verlangt werden, wenn du Sozialleistungen in Anspruch nimmst.

Sorry, aber von mir aus kannst Du bedenkenlos alles schlucken was man dir vorsetzt. Ich tue das nicht! Und der Rest deines Kommentares hört sich fast an als würde mein FM zu mit sprechen ;-)

Das Schlucken dieser Pillen kann m.E. wohl auch kaum aus § 63 SGB1 gerichtsfest hergeleitet werden.

VG Franz
 

schlussjetzt

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Nun ja, wenn ein Arzt/hausarzt dich jetzt von Woche für Woche AU schreibt, ist dies aber auch kein zwingendes K.O. Kreterium für den Arzt.

Das ist definitiv ein KO-Kriterium! Wenn du mit Kleckerkrankmeldungen im Jobcenter auftauchst, dann gehen dir die Sachbearbeiter zusätzlich auf die Nerven. Bekommst dann immer FolgeVorladungen und wenn du ein Paar davon erhalten hast, kann dir unterstellt werden, das du dich immer dann Au schreiben lässt, wenn ein Termin reinflattert. Den Ärger kannst du als kranker Mensch nicht gebrauchen.

Ich kenne aus früheren Zeiten auch Ärzte die sowas immer in Wochenabschnitten gemacht haben.
Hatte auch schon das Vergnügen. "Ohh! Sind sind ja schon wieder da! Geht es Ihnen noch immer nicht besser? Sie können aber nicht ewig zuhause bleiben, weil dem Steuerzahler kann nicht zugemtet werden..."

Eine Woche ist nichts. Die geht schnell vorbei. Wenn möglich einen anderen Arzt aufsuchen.


Und wenn du die Medikamente nicht nehmen willst, o.k. deine Entscheidung. Nur mußt du dir auch immer darüber im klaren sein, daß auch bei dir ein gewisses Maß an Mitarbeit vorhanden sein muß, ansonsten kann ein Arzt eben auch eine Weiterbehandlung ablehnen.

Selbst im SGB I (§ 63 SGB I) kann das von dir verlangt werden, wenn du Sozialleistungen in Anspruch nimmst.

Keine Medikamente einnehmen zu wollen, kann einem aber nicht als Weigerung zur Mitwirkung angelastet werden. Wäre dem so, müsste die Einnahme zu 100% sicherstellen, das eine Besserung eintritt und das kann eben niemand voraussagen. Versuchskaninchen muss auch niemand spielen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

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Es kommt drauf an, was man hat. Wenn man ne fiese Erkältung hat, die sich dann zu ner dicken Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt, macht eine kleckerweise AU Sinn.
Bei nem gebrochenen Bein, wenn klar ist, dass man mindestens 4-6 Wochen ausfällt, ist das Blödsinn.
Und im hier geschilderten Fall ists eher kontraproduktiv. Wenn man eine Woche AU geschrieben wird und dann auch noch Schiss drum haben muss, ob die AU auch fortgesetzt wird, ist der Erfolg von "Schlafen Sie sich mal aus" gleich null.
 

saurbier

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Keine Medikamente einnehmen zu wollen, kann einem aber nicht als Weigerung zur Mitwirkung angelastet werden. Wäre dem so, müsste die Einnahme zu 100% sicherstellen, das eine Besserung eintritt und das kann eben niemand voraussagen. Versuchskaninchen muss auch niemand spielen.

Na ja, wo bitte hab ich denn geschrieben, daß man nach § 63 SGB I verpflichtet ist Medikamente gegen seinen Willen zu schlucken.

Das zeigt mir, das manche einfach nicht bereit sind mal über den Tellerrand zu schauen, wozu sie eigentlich als Leistungsempfänger auch eine gewisse Mitwirkungspflicht haben, genau das und nicht mehr sagt der § 63 SGB I. Wie weit die geht oder eben nicht, nun das muß ein jeder für sich selbst ausloten, ggf. halt übers SG falls man meint es würde für einen nicht zutreffen, weil das (hier) JC anderer Meinung ist.

Wenn mich ein Arzt beim ersten Besuch für nur 1 Woche krank schreibt, dann wird der sich wohl was dabei denken bzw. gedacht haben. Allgemeinmedizinier sind letzten Endes keine spezialisierten Fachärzte, weshalb diese in der Regel (meine Erfahrung) nach einiger Zeit AU auch an diese Überweisen.

Das ist definitiv ein KO-Kriterium! Wenn du mit Kleckerkrankmeldungen im Jobcenter auftauchst, dann gehen dir die Sachbearbeiter zusätzlich auf die Nerven. Bekommst dann immer FolgeVorladungen und wenn du ein Paar davon erhalten hast, kann dir unterstellt werden, das du dich immer dann Au schreiben lässt, wenn ein Termin reinflattert.

Und ob ich nun fortlaufend AU geschrieben werde, weil sich kein Heilungserfolg einstellt oder von Anfang an direkt für 4 Wochen, spielt für den SB im JC eine untergeordnete Rolle, denn dort zählt die AU. Hier gleich darauf abzustellen, das man deswegen mögliche Termine nicht wahrnehmen möchte finde ich absurd, denn in den Belehrungen steht wohl nicht umsonst, das man sich im Falle einer AU am nächste Tag nach dessen Ende zu melden hat.

Sorry aber das erscheint mir dann etwas konstruiert.

Und ja, ich sagte bereits, wenn man mit dem Arzt (weshalb auch immer) nicht zufrieden ist, steht es einem "noch" frei sich einen anderen Arzt zu suchen. Fraglich ist dabei dann aber aber auch immer, ob der dann eine AU für einen längeren Zeitraum ausstellt. Wer weiß das schon im voraus.

Vielleicht sollte man sich mal fragen, ob im Falle des TE nicht ein Facharzt der bessere Weg ist.


Grüße saurbier
 

verona

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Mirtazapin ist zum Schlafen ziemlich gut, da es nicht abhängig macht. Man muss das auch nicht dauerhaft nehmen, sondern kann es für den Schlaf auch als Bedarfsmedikament einsetzen.
Wie es mit niedrigem Blutdruck interagiert, weiß ich nicht, meiner ist ziemlich normal. Was ich von Schlafmedikamenten her aber kenne, ist dass man sich morgens zum Aufstehen mehr Zeit lassen sollte und falls man nachts mal aufs Klo muss, mit Schwindel rechnen sollte. Schätze, dass es da mit niedrigem Blutdruck noch etwas unangenehmer werden kann, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es auch bei eher niedrigem Blutdruck medizinisch absolut vertretbar sein kann, Mirtazapin einzusetzen. Die Packungsbeilagen warnen ja immer vor jeder Eventualität.
Falls du es mit dem Mirtazapin probieren magst (evtl. nach nochmaliger Rücksprache mit dem Arzt wegen des Blutdrucks), würde ich dir aber empfehlen, erstmal mit ner halben Tablette anzufangen.
Manche Menschen nehmen eine hohe Dosis als Dauer-Antidepressivum, aber ich kenne weitaus mehr Menschen, bei denen schon eine kleine Dosis ziemlich stark schlaffördernd wirkt - eine Freundin von mir krümelt sich sogar 1/4 der kleinsten Dosis zusammen. :D Es ist vermutlich angenehmer, eine zu niedrige Dosis auszuprobieren als zu hoch einzusteigen und erstmal 12-18 Stunden durchzuschlafen. Das kann zwar auch gut tun, aber nur wenn man es plant und die Zeit dafür auch hat. ;)

ALSO: Mirtazapin ist ein Antidepressivum, welches garantiert keine Bedarfsmedikation ist. Es wird gesagt, dass es nicht abhängig macht, jedoch Absetzerscheinungen hervorruft.
Dergleichen Gabe der Medikamente muss auch im Anfangstadium wegen etwaiger NW ärztlich überprüft werden. Vorzugsweise von einem Psychiater/Neurologen. Und kann nicht mal so einfach für 200 Tage verschrieben werden. Sind keine Smaties.

Dein Hausarzt ist entweder inkompetent, oder ein A.... Würde in jedem Fall einen anderen konsultieren.
 
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Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
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