Hat man als Patient das Recht auf Einsichtnahme in den Bericht des Psychotherapeuten an den Hausarzt?

franzi

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Wie ich soeben gelesen bzw. erfahren habe, muss der Psychotherapeut in gewissen Abständen einen Bericht an den Hausarzt versenden.
Dies muss er unaufgefordert tun und muss es muss nicht vom Hausarzt extra angefordert werden. Es wird auch nicht extra vergütet.

Da ich nun schon seit mehr als 6 Monaten bei meinem Therapeuten in Behandlung bin, möchte ich gerne wissen:
- darf man als Patient Einsicht in diesen Bericht nehmen?
- darf man eine Kopie davon haben?
- erfolgt dies direkt beim Hausarzt oder soll man dazu den Therapeuten ansprechen?

Da mein Therapeut leider bisher sehr schweigsam ist und viele Fragen nicht beantwortet bzw. einfach offen stehen lässt, möchte ich nun endlich mal wissen, was Sache ist. Daher wäre für mich die Einsichtnahme in diesen Bericht sehr wichtig und hilfreich. Die Einsichtnahme in den Befundbericht an die DRV hat er mir - wie bereits an anderer Stelle ausgeführt - verweigert.
 

abcabc

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Du kannst es doch einfach erstmal so probieren. Beim nächsten Termin beim Hausarzt am Empfang fragen, ob Berichte von XY (Therapeut) gekommen sind. Wird das bejaht, einfach um eine Kopie bitten. Mit etwas Glück drucken dir die Arzthelferinnen das einfach so aus und drücken es dir in die Hand. Problem gelöst.
Oder sie sagen, dass das der Doktor entscheiden muss, ob du die bekommst. Dann fragst du halt deinen Arzt, ob die Berichte angekommen sind und bittest um eine Kopie.
 

ZynHH

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Bist du denn mit einer Überweisung vom Hausarzt beim Therapeuten?
Oder woher kennen die sich? Hat dein Therapeut dich schon mal gefragt, ob du einem Bericht an den Hausarzt zustimmst?
 

franzi

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Ich weiß nicht mehr, ob ich dazu eine Überweisung brauchte ...
Müsste ich auch nachfragen.
Nein, der Therapeut hat mich noch nie etwas gefragt.
Ich werde das nächste Woche mal mit dem Hausarzt abklären.
 

lino

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Wie ich soeben gelesen bzw. erfahren habe, muss der Psychotherapeut in gewissen Abständen einen Bericht an den Hausarzt versenden.
Dies muss er unaufgefordert tun und muss es muss nicht vom Hausarzt extra angefordert werden. Es wird auch nicht extra vergütet.
Du musst dem aber zustimmen, hast du das gelesen?
Du hast ein generelles Recht auf Einsicht in deine Krankenakte:
Unter Punkt 4 kannst aber auch eine Ausnahme lesen:
Therapeutische Gründe:Eine Ablehnung der Einsichtnahme aus therapeutischen Gründen setzt voraus, dass dies zum Schutz der Patientin/des Patienten erforderlich ist. Das kommt v. a. bei psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungen in Betracht, wenn zu erwarten ist, dass eine Kenntnis der Patientin/dem Patienten erheblich schaden könnte (etwa Selbstverletzungs-oder Suizidgefahr, Negativauswirkungen auf die Erkrankung).
Unter dem Punkt verweigern Ärzte die Einsicht gerne.
Dagegen:
Ist die Pa-tientin/der Patient dagegen psychisch stabil und ist keine Gefährdung aufgrund der Einsicht-nahme zubefürchten, so ist ihr oder ihm die eigene Entscheidung darüber zuzubilligen, wie-viel er oder sie wissen möchte und wo die Grenze des eigenen Informationsinteresses er-reicht ist. In Zweifelsfällen sollte geprüft werden, ob bestehenden medizinischen Bedenken dadurch Rechnung getragen werden kann, dass die Einsichtnahme in Anwesenheit einer Ärztin/eines Arztesstattfindet. Von dieser Möglichkeit ist vorrangig Gebrauch zu machen.


Nebenbei: Diese Unterlagen müssen bis 10 Jahre nach dem Tod aufbewahrt werden, wohlgemerkt nach dem Tod des Patienten, nicht des Arztes!
Das ist weitgehend unbekannt.

Wenn du mit der Therapie unzufrieden bist, solltest du den Therapeuten drauf ansprechen und mal fragen, was er genau vorhat und auch sagen, was dir das nicht gefällt. Vorher die Berichte einzusehen ist eine gute Idee.
 
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Zermürbt38

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Da ich nun schon seit mehr als 6 Monaten bei meinem Therapeuten in Behandlung bin, möchte ich gerne wissen:
- darf man als Patient Einsicht in diesen Bericht nehmen?
- darf man eine Kopie davon haben?
- erfolgt dies direkt beim Hausarzt oder soll man dazu den Therapeuten ansprechen?
Du hast als Patient das Recht in deine Krankenakte Einsicht zu bekommen. Auch Arztbriefe, Entlassungsberichte und Gutachten können kopiert und dir ausgehändigt werden. Diese musst du je nach Arzt aber ggf. bezahlen. Diese kannst du von deinem Hausarzt bekommen, da er in der Regel alle deine Arztberichte, Gutachten etc. verwaltet.
 

franzi

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So, eine Anfrage beim Hausarzt hat ergeben, dass er noch nie einen Info-Bericht von meinem Therapeuten erhalten hat.
Nun habe ich mit dem Therapeuten Kontakt aufgenommen. Die Assistentin sagte mir, sie werde sich darum kümmern.
Ich bestand auf einen Info-Bericht an den Hausarzt. Sie sagte: "Soetwas machen wir generell nicht. Nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten."
Dann sagte ich: "Gut, dann ist es mein ausdrücklicher Wunsch!"
 

ZynHH

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Soetwas machen wir generell nicht
Was ja auch völlig normal ist, wenn man ohne Überweisung kommt, findet das immer nur auf Wunsch des Patienten statt.
Automatisch geht das nur bei einer Überweisung, dann allerdings ohne den Patienten zu fragen oder zu informieren. Der überweisende Arzt muss ja das Ergebnis der Untersuchung/ Behandlung kennen.
 

franzi

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Das heißt aber noch lange nicht, dass mein Therapeut nun aktiv werden wird. Ich kenne ihn mittlerweile so, dass er alles boykottiert, was er nicht machen will.
Ich gebe ihm maximal eine Woche Zeit. Dann ist auch bei mir endgültig Schluss.
Ich habe bis heute von ihm kein Therapiekonzept, keine Therapieziele erhalten. Ebensowenig Auskunft darüber, welche Art von Therapie er bei mir anwendet. Die probatorischen Sitzungen sind längst vorüber und das ausgiebige Schweigen seinerseits geht weiter ...
 

franzi

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So, habe es ausführlich mit der Krankenkasse abgeklärt. Auch dort riet man mir aufgrund der geschilderten zahlreichen Gründe zum Abbruch der Therapie, um eine weitere Verschlechterung meiner Gesundheit zu vermeiden.
Ich habe meinem Therapeuten nun die Beendigung der Therapie schriftlich mitgeteilt und auch für die Krankenkasse nochmals alles schriftlich zusammengefasst.
Der Mitarbeiter der Kk ermutigte mich, mir einen neuen Therapeuten zu suchen. Er sagte, das sei mein gutes Recht, wir haben freie Arztwahl.
Der neue Therapeut kann dann die angefangenen Sitzungen übernehmen.
 
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