Hat jemand von euch nochmal im Zweitstudium studiert/eine Ausbildung gemacht und wie habt ihr das finanziert? (1 Betrachter)

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meeresheldin

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Jetzt mit fast 30 merke ich doch, dass ich mein Leben etwas vor die Wand gefahren habe. Speziell bei der Berufswahl.
Ich hab mein Abi gemacht, danach ein Jahr etliches ausprobiert und dann angefangen Soziale Arbeit zu studieren.
Verstrahlt wie ich war, dachte ich, da ich mich immer für die Arbeit mit Menschen interessiert hab, ist das der richtige Weg.
Da war ich ungefähr 21 oder 22 (hab mein Abi später gemacht und ein Jahr aus gesundheitlichen Gründen wiederholt).
Mitten im Studium wurde dann meine geliebte Omi sehr krank, sodass ich ab da die Pflege übernommen habe.

Letztendlich weiß ich nicht mehr, was mich geritten hat, Soziale Arbeit zu studieren, aber es war wohl der größte Fehler meines Lebens.
Für mich war nach der Schule klar, dass ich aus meinem Heimatort weg gehe. Geschafft hab ich es dann aber nicht, weil ich immer dachte, ich kann meine Oma nicht hängen lassen.
Ich hab das also studiert und schon im Studium gemerkt: Das bin ich nicht. Ich hab allein im Praktikum so viele ekelhafte Menschen kennengelernt, die Sozialarbeiter sind und alles andere als sozial, dass ich da am liebsten hingeschmissen hätte. Da stand ich aber relativ weit am Ende und meine Familie predigte immer: Zieh durch, was du angefangen hast.

Der Job mit psychisch kranken Menschen und Menschen, die soweit unten sind, hat mir damals echt noch den Rest gegeben (besonders weil ich psychisch selbst instabil war).

Ich hab mich aber nie getraut abzubrechen. Irgendwie haben mir auch die Alternativen gefehlt. Ich war in Naturwissenschaften immer eine Niete. Damit fielen schon etliche Jobs flach.

In den letzten Jahren meines Studiums habe ich dann durch eine Bekannte einen Job an einer Schule bekommen, bei dem ich vertretungsweise unterrichten konnte, was mir viel Spaß machte.

So gesehen hätte ich damals wohl eher auf Lehramt studieren sollen, als Soziale Arbeit.

Ich sehe in diesem Beruf keine Zukunft für mich. Die Träger bezahlen knapp über Hartz 4 Niveau. Die meisten Sozialarbeiter, die ich kenne sind selbst alles andere als sozial. Mobbing ist an der Tagesordnung. Der Job macht einfach nur krank. Stellen sind alle befristet. Man bekommt immer nur Verträge für ein oder zwei Jahre und von der Stundenanzahl kann man nicht leben und nicht sterben.
30 Stunden sind mal okay, Aber wie soll ich auf lange Sicht von 30 Stunden Arbeit später meine Miete bezahlen?

Jedenfalls könnte ich mir jeden Tag in den Hintern beißen, weil ich nicht rechtzeitig abgebrochen und Lehramt studiert habe.
Jetzt sehe ich allerdings keine Möglichkeit mehr.

Ich bin fast 30 und habe keinen Anspruch mehr auf Bafög.

Vom Arbeitsamt werde ich so einfach wohl auch keine Umschulung bekommen.

Hat jemand von euch nochmal im Zweitstudium studiert/eine Ausbildung gemacht und wie habt ihr das finanziert?
 

Kerstin_K

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Schau doch mal, was du aus denem Studium machen kannst. In Verbindung mit dem Spass am Unterrichten fällt mit da spontan sowas wie Schukbegleitung für behindrte Kinder ein.

ene Freindin von mir hat Sozialpaädagogik studiert und arbeitet in einer Blindenbibliothek, wo sie, selber von Geburt an blind, zum Beispeil Späterblindete bei der Literatuarauswahl berät. Dan gibt es unzälige Beratungsstellen der unterschiedlichsten Ausrichtung, wo Sozialarbeiter gebraucht werden.

Ich denke, es gibt mehr Möglichkeiten, als du denkst.
 

noillusions

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Vom Arbeitsamt werde ich so einfach wohl auch keine Umschulung bekommen.
Das kann schon klappen, auch wenn man wesentlich älter ist. Allerdings kann es sein, dass du das Jobcenter eine Weile nerven mußt mit Anti-ZAF_Bewerberverhalte und Massnahmeabwehr, bevor sie dir das doch genehmigen.
Zweitstudium - tja - Vermögen hast du wohl nicht wenn du von Umschulung schreibst, vielleicht kannst du im Hintergrund ein Fernstudium machen wo du Zusatzqualifikation erwirbst oder etwas wo du Scheine anrechnen lassen kannst und so deinen Abschluß in eine Richtung lenken die dir genehm ist.
Das Andere wäre du informierst dich ob ein Quereinstieg in das Lehramt für dich möglich, da mußt du nicht zwangsläufig Lehramt studiert haben.
 

meeresheldin

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Quereinstieg konnte ich bis jetzt vergessen. Man kann von meinem Studium leider keine Fächer ableiten.

Schulbegleitung hatte ich elementar auch im Praktikum dabei. Ich fand es grauenvoll. Ich konnte nicht unterrichten und war dem Lehrer quasi unterwürfig. Die Kinder wurden dann regelrecht zu mir abgeschoben. Das kann nicht Sinn von Integration sein.

Ich sag nur: "Wenn du dich nicht benimmst, geht Frau sowieso (ich) mit dir raus."
Das wurde ständig zu den Kindern gesagt, als ob ich ein Monster wäre.

Entweder man ist Lehrer oder nicht. Das tut mir weh, wenn ich nicht Lehramt studieren kann und dann mit Lehrern zusammenarbeite.
 

Georg1975

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Bei einem dualen Studium würdest du Geld verdienen. Aber keine Ahnung, ob du da mit 30 noch ein Unternehmen findest.

Edit: oder an der Fernuni Hagen ein TZ-Studium Bachelor Erziehungswissenschaften, und tagsüber normal arbeiten gehen.

Edit II: Quatsch mit Soße, ich meinte Bildungswissenschaften, nicht Erziehungswissenschaften.
 
Zuletzt bearbeitet:

Curt The Cat

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Moinsen meeresheldin und willkommen hier ...!
Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen.Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Arbeitsaufnahme nicht gemeldet, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Ursula66

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Ob es Dir mit Lehramt so viel besser gehen würde, wage ich mal zu bezweifeln. Seit vielen Jahren gibt es hier (BW) für Lehrer nur noch befristete Stellen, selten Vollzeit und in den Sommerferien bekommst Du immer ALGII. Ich kenne Lehrer, die machen das zwangsweise schon über 10 Jahre so.

Studiert habe ich auch. Spät angefangen wg, vielen Umzügen und Krankheit. Das erste Studium nach dem Vordiplom abgebrochen - Bafög gab es für mich nicht, überwiegend eigenfinanziert in einem Studium, das damals noch keinen NC hatte und total überlaufen war, Da wurde notgedrungen nach "Geldbeutel" ausgesiebt: Wer die entsprechende spezielle Fachliteratur kaufen konnte, hatte eine Chance die Prüfungen zu bestehen, der Rest hat in die Röhre geguckt. Da ich noch andere Interessen hatte, habe ich dann ein halbes Jahr später gewechselt, zwischendurch ordentlich Geld verdient. Das Studium hab ich vollständig selbst finanziert, anfangs auf dem freien Markt, dann war ich mit 20Std. pro Woche bei uns am Institut angestellt und habe so in meinem studierten Beruf bereits gearbeitet. Das ganze hat dementsprechend länger gedauert. Beides waren naturwissenschaftl. Fächer.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66567

Gast
Ob es Dir mit Lehramt so viel besser gehen würde, wage ich mal zu bezweifeln. Seit vielen Jahren gibt es hier (BW) für Lehrer nur noch befristete Stellen, selten Vollzeit und in den Sommerferien bekommst Du immer ALGII. Ich kenne Lehrer, die machen das zwangsweise schon über 10 Jahre so.
In Hessen suchen sie Lehrer mit der Lupe. Es gab schon Versuche, Lehrer in Thüringen abzuwerben.

Es ist wie in jedem Beruf: Wer clever ist geht dahin, wo er gesucht wird.
 

Ursula66

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Ja, hier suchen sie auch, aber eben nur mit Zeitvertrag vom 1. Schultag des Schuljahres bis letzten Tag des Schuljahres. Mit erstem Tag der Sommerferien gibt es dann ALGII. Der neue Vertrag beginnt dann wieder nach den Sommerferien.
Unbefristete Verträge gibt es hier für Lehrer schon lange nicht mehr.
 

meeresheldin

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  1. sind das Deine eigenen Worte
  2. machst Du das beim näxten Mal bitte selbst so ...!
???
Ob es Dir mit Lehramt so viel besser gehen würde, wage ich mal zu bezweifeln. Seit vielen Jahren gibt es hier (BW) für Lehrer nur noch befristete Stellen, selten Vollzeit und in den Sommerferien bekommst Du immer ALGII. Ich kenne Lehrer, die machen das zwangsweise schon über 10 Jahre so.
In meinem Bundesland werden Lehrer gerade ohne Ende verbeamtet. Kommt sicher auch darauf an, wo man lebt. Da wo ich gerade bin, ist auch keiner arbeitslos. Ich kann hier natürlich nur für mein Bundesland sprechen.

Ein Sozialarbeitergehalt ist nicht mit einem Lehrergehalt vergleichbar. Hinzu kommt, dass man als Sozialarbeiter häufig nur 30 Stunden arbeiten kann, weil man kaum Vollzeitstellen bekommt. Die Projekte sind meistens nur 2 Jahre befristet. Wenn man da erstmal irgendwann die 60 erreicht hat, dann ist es das gewesen. Lehrer suchen sie dagegen viele. Ein Unterschied liegt auch bei der Zielgruppe. Es ist anders, wenn man nur mit Problemfällen arbeitet oder wenn man 1 bis 2 Normale dabei hat. Meine Klienten in der Sozialen Arbeit sind Drogenabhängige, psychisch kranke Menschen, Menschen mit harter Biographie. Hinzu kommt der gegenseitige Stellenneid. Ich hab schon im Praktikum viel Mobbing und Missgunst der Kollegen untereinander erlebt.

Es ist was ganz anderes wenn man Kinder unterrichten kann, als wenn man Tag für Tag nur mit Menschen zusammen arbeitet, die total am Ende sind.


In der Sozialen Arbeit sind alle miesen Arbeitsbedingungen vereint (schlechte Bezahlung, befristete Verträge, nicht mal die Option Vollzeit zu arbeiten, Konkurrenzdruck und Mobbing, hohe Arbeitsbelastung)

Die Arbeit mit den Kindern hat mir total viel Spaß gemacht (als ich an einer Schule war).

Deine Schilderung macht Mut, aber wie es sich liest, hast du nebenbei nicht noch jemanden gepflegt (kein Vorwurf, nur eine Feststellung)

Meine Pläne erschwert eben auch die Pflege meiner Oma, wodurch ich dadurch auch Vergünstigungen bekäme und wenn ich ehrlich bin, war das Studium mit der Pflege (bis jetzt auf die Abschlussarbeit) leichter als die Zeit im Praktikum wo ich beides kombinieren musste.
 

atasteofbunny

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Auch ich habe zwei Ausbildungen: Zuerst eine kaufmännische Ausbildung gemacht, dann vier Jahre berufstätig gewesen und anschließend Soziologie und BWL studiert. Finanziert mit meiner Abfindung aus dem früheren Job sowie Studentenjobs.

Gelohnt hat sich das Studium - ganz nüchtern betrachtet - für mich nicht. Bei passenden Stellen brachte ich nie die nötige Berufserfahrung mit. Ohne Berufserfahrung keine Stelle, ohne Stelle keine Berufserfahrung ... nun war ich auch ziemlich naiv und bin davon ausgegangen, dass es Hilfestellung an der Uni gibt auf dem Weg vom Abschluss in die Arbeitswelt - ja, Pustekuchen. Ich war da doch sehr mir selber überlassen. Mir wurde empfohlen, noch einen Master zu machen, aber dazu hatte ich weder Lust noch das Geld.

Meeresheldin, ich kenne mich mit Sozialer Arbeit nicht so aus, aber ich kann mir vorstellen, dass es da (wie auch bei Soziologie) ganz unterschiedliche Tätigkeitsfelder gibt, da sollte doch auch etwas für dich dabei sein ... vielleicht solltest du dich da nochmal schlau machen. Wobei, wenn du zurzeit in einer Phase bist, in der du dich einfach überfordert fühlst, ist es vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, viel zu recherchieren und weitreichende Entscheidungen zu treffen. Kannst du bei der Pflege deiner Oma etwas Entlastung kriegen?
 

Ursula66

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In meinem Bundesland werden Lehrer gerade ohne Ende verbeamtet. Kommt sicher auch darauf an, wo man lebt.
Das ist ja wenigstens mal was. Aber was ist, wenn Du fertig wärst - Du wirst, wenn Du nebenher arbeiten musst - deutlich länger fürs Studium brauchen. Dann kommt noch Deine Oma dazu, noch ein Verlängerungsfaktor. Da sind alle Lehramtler, die jetzt mit dem Studium beginnen schon längst fertig. Ob es dann noch eine Stelle für Dich gibt, ist eher fraglich.
Daher will das sehr gut überlegt sein.

Und nein, ich habe niemanden nebenher gepflegt - allerdings war das ja auch nicht die Ausgangsfrage (Titel).
Was viel leichter als Student ist, ist nebenbei Arbeit zu finden - durch den Status fallen ja die Sozialbeiträge weg.
Mit dem Job im Institut habe ich grosses Glück gehabt, ist jedoch eher selten, schon allein, weil sich unser Institut durch Außenaufträge selber finanziert hat und es ein sehr seltenes Studienfach mit wenig bis keinen Studenten war - da kannte jeder jeden persönlich.
 

Heidschnucke

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Ich habe 1981 mit einer Lehre zum Fleischergesellen angefangen 1983 Abgeschlossen. 1985 mit meinen Studium Technologie Fleischwirtschaft, 1989 war die Grenzöffnung und mir sind die Dozenten weg gerannt, in den Westen! Und ich habe mich auf meinen erlernten Beruf zum Fleischer entsinnt und wieder angefangen als Fleischer zu arbeiten, in einen gossen Lebensmittel Handelskonzern (gibt es heute nicht mehr) mein damaliger Chef hat mein Potenzial erkannt und mich gefördert und mir zuerst die Möglichkeit gegeben das ich meinen Meister (HWK) machen konnte und im Anschluss daran hat er mich animiert mein Studium abzuschließen welches ich dann auch gemacht habe, da es den Studiengang Technologie Fleischwirtschaft als solchen nicht mehr gab habe ich mich in den Bereich Oecotrophologie orientiert und diesen auch Abgeschlossen. (Dipl.-oec.-troph. (FH)) Ich habe die ganze Zeit wären des Studium als Ausbeiner in Akkord gearbeitet (wir konnten damals noch richtig Geld verdienen, heute nicht mehr!)
Durch die Technologische Weiterentwicklung der Brange und auch weil ich wohl immer mir den Praxis Bezug erhalten konnte hatte ich die Gelegenheit im Fachbereich Biologie (speziell Mikrobiologie) zu promovieren,
Im Späteren Verlauf habe ich in eine neue Firma gewechselt mit neuen Aufgaben durch meine Kenntnisse praktisch wie auch theoretisch und den vielen Beziehungen habe ich erneut die Möglichkeit bekommen meine Erkenntnisse zusammenzufassen und promovierte ein zweites mal dieses mal in Chemie (speziell Biochemie) auch hier habe ich die ganze Zeit neben her gearbeitet sicher habe ich nicht schlecht verdient aber das hat auch alles gut Geld gekostet, ein Urlaub war nie drin und wenn ich mit dem Auto zum TÜV musste habe ich mir einen blinden TÜV Prüfer suchen müssen, Familie und Familienleben gleich null ☹.
Die Firmen haben mich so weit es ging immer unterstützt vor allen mit Freiraum; Infos; Praktischen Hilfestellungen, und viel Verständnis. Aber bezahlen musste ich es alles selber.

Vor nun acht Jahren habe ich mich aus der Brange verabschiedet, in erster Linie aus Gesundheitlichen Gründen, aber ich wollte auch den personellen Wandel da nicht mittragen, und seid dem bin ich in einen großen Tierpark als Zoologischer Berater tätig. Ich habe also mit ca. 45 Jahren noch mal Fachlich ein neues Kapitel aufgeschlagen, auch wenn Grundlagen schon da waren.

Ich hoffe das Dir ein Auszug aus meinen Lebenslauf Mut macht dir eine Nische zu suchen ohne das Du dein erst Studium in den Wind schreibst. Übrigens viele Zoologische Betriebe suchen speziell Führer für pädagogische Gästegruppen, die auch gern einen Sozialpädagogischen Hintergrund haben, Fachwissen über den Betrieb musst man sich natürlich erarbeiten Tiere wie auch Pflanzen, vielleicht ist das ein Anstoß für deine Überlegungen.
 

grün_fink

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Ich hab mal gehört, dass viele Leute, die mit Menschen gerne arbeiten aber keine Sozialarbeit machen wollen, Bibliothekswissenschaften studieren und dann glücklich werden damit.
In der hiesigen Bücherei sagten sie mir, als ich mal fragte, dass das viele auch im Zweitstudium studierten, dabei aber anderweitig finanziell abgesichert waren.
Prinzipiell kann man auch über berufliche Reha Umschulungen oder Anpassungsqualifizierungen bekommen. Wie das heutzutage qualitativ aussieht, kann ich leider nicht mehr sagen, bin da viel zu lange raus. Will man da etwas wegen psychischer Erkrankungen, wird's enger, weil die da so ihre Regeln haben.
Eine Person, die ich kenne, absolvierte berufsbegleitend als Ergänzung zu ihrem Gesundheitsberuf einen Abschluss als ... irgendwas mit Gesundheitsmanagement, da kann man Einrichtungen leiten.
Gruß...
 
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Für ein weiteres Studium kannst du noch bis 35 einen Bildungskredit aufnehmen, falls du nichts dagegen hast, weitere Rückzahlungen vorzunehmen. (Ich gehe mal davon aus, dass du während deines Studiums ebenfalls Bafög bezogen hast?). Bei einer Ausbildung stehst du ab 30 finanziell ziemlich allein auf weiter Flur. Du könntest dich bewerben und schauen, ob du Anspruch auf Wohngeld hast. Falls du eine Umschulung durch das JC möchtest, ist da leider viel Überzeugungsarbeit notwendig. "Ich will da nicht mehr arbeiten wegen den miesen Arbeitsbedingungen und dem Mobbing" wird garantiert nicht funktionieren. Gerade, weil es so viele Stellen in der Sozialarbeit gibt, wird es schwer sein, den SB zu überzeugen.

Weiterhin gibt es für Sozialarbeiter in Verwaltungen auch oft Papiertigerstellen, in denen du vielleicht nicht ganz so belastet wirst und auch wenig Kontakt mit Kollegen hast. (Mein Vater ist selbst Beamter und meinte, es gäbe Verwaltungen, in denen sich die Angestellen selbst nach Jahren noch nicht namentlich kennen, ist also sehr anonym.) Diese werden manchmal im WILA-Arbeitsmarkt ausgeschrieben: Home | Wissenschaftsladen Bonn. Das Magazin gibt's im Abo und du findest dort ausgesuchte Stellengesuche aus dem sozialen und geisteswissenschaftlichen Umfeld. Mit "ausgesucht" meine ich: nicht der letzte Rotz, also wahrscheinlich befristet, aber auch oft VZ und wenn TZ, dann mit angemessenem Gehalt.

Was beim Lehrer zu beachten ist: du musst nicht nur mit Kindern arbeiten, sondern auch mit deren Eltern. Du musst bei Mobbing einspringen und die Inklusion behinderter SchülerInnen garantieren. Bitte, bitte stell dir das nicht so einfach vor! Ich will dir keine Angst machen. Aber deine Aussagen erinnern mich an eine spätumgeschulte Erzieherin in meinem Heimatort, die ihren Beruf wegen der Kinder auch toll fand - dann fingen Eltern an ein Problem zu werden. Diese Honeymoon-Phase dauert meistens 1 bis 2 Jahre, bis der Schock kommt. Bereite dich darauf vor, wenn du diesen Weg gehen willst! Meine Schwester hat selbst jahrelang als Kinderpflegerin/erzieherin gearbeitet und meinte: gerne mit Kindern arbeiten reicht in solchen Berufen DEFINITIV NICHT.

Wie schon gesagt, ich will dir keine Angst machen, aber psychisch belastend wird es auf jeden Fall. Und: jeder Beruf, in dem man Macht über Schwächere ausübt (Sozialarbeiter, Lehrer, Erzieher, Psychologe...) ist der perfekte Ort für einige kranke Menschen ist, sich auszutoben. Du musst das schlucken können...

Generell ist der Arbeitsmarkt für jeden, der keinen technischen Beruf hat, noch etwas beschissener als üblich. Ich habe Soziologie studiert und kenne diese Konkurrenzkämpfe auch. Da gibt es inzwischen auch viel mehr Karrieristen, die in Trägern als Sozialmanager oder Personaler (in meinem Bereich) Big Bucks machen wollen.
 

Caye

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Kannst du von deinem Studium aus "downgraden" und z.B. parallel zu einem neuem Studium im Kindergarten auf einer Erzieher- oder notfalls auch Sozialassistentenstelle arbeiten?

Diese Möglichkeit variiert wohl von Bundesland zu Bundesland... Da wird jedenfalls immer gesucht, besonders gerne als Elternzeitvertretung, Studenten sind in der Sozialversicherung günstig... Eine gute Kombination. ;)
Bei Präsenzpflicht ist die Arbeit vormittags teils wohl ein wenig schwierig, aber in den meisten Studiengängen ist es mit der Präsenzpflicht eh nicht so krass, wie es vorher scheint, wenn man drüber spricht, kann man sowas klären.

Wo landet denn das Pflegegeld deiner Oma bzw. hat sie überhaupt den passenden Pflegegrad? Damit "verdienst" du ja auch - und sammelst sogar Rentenpunkte.
 

Gaestin

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Manche Fachhochschulen haben ein berufsintegriertes Studium. Das heißt, einen Nachmittag, einen Abend und samstags.
Und die Betriebe unterstützen das. Sie geben den einen Nachmittag frei. Das bedeutet, man studiert etwas länger, aber
man kann seine Stelle behalten. Firmen sehen es nicht ungern. Und diese BIS-Studenten sind laut den Lehrkräften top motiviert und diejenigen, die sie am liebsten unterrichten. Es ist eine sehr große Anstrengung aber normalerweise lohnt es sich.
 

meeresheldin

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u wirst, wenn Du nebenher arbeiten musst - deutlich länger fürs Studium brauchen. Dann kommt noch Deine Oma dazu, noch ein Verlängerungsfaktor. Da sind alle Lehramtler, die jetzt mit dem Studium beginnen schon längst fertig. Ob es dann noch eine Stelle für Dich gibt, ist eher fraglich.
Daher will das sehr gut überlegt sein.
Wir haben Lehrernotstand in Deutschland, der sich in den kommenden Jahren noch verschärft. Meine Oma hat schon ein hohes Alter. Sie wird leider nicht ewig da sein. Ich mache mir um die Zukunftsaussichten als Lehrerin keine Sorgen.

Ich hab mal gehört, dass viele Leute, die mit Menschen gerne arbeiten aber keine Sozialarbeit machen wollen, Bibliothekswissenschaften studieren und dann glücklich werden damit.
Ich hab gehört, dass der Studiengang am aussterben ist und die Stellen ebenso prekär.

Kannst du von deinem Studium aus "downgraden" und z.B. parallel zu einem neuem Studium im Kindergarten auf einer Erzieher- oder notfalls auch Sozialassistentenstelle arbeiten?
Das habe ich auch schon überlegt. Also 20 Stunden arbeiten und dann nebenher studieren.

Manche Fachhochschulen haben ein berufsintegriertes Studium. Das heißt, einen Nachmittag, einen Abend und samstags.
Das Problem ist, dass das Lehramtsstudium viele Präsenzeiten hat. Deshalb könnte ich das nur Teilzeit studieren.


Was beim Lehrer zu beachten ist: du musst nicht nur mit Kindern arbeiten, sondern auch mit deren Eltern. Du musst bei Mobbing einspringen und die Inklusion behinderter SchülerInnen garantieren. Bitte, bitte stell dir das nicht so einfach vor!

Das weiß ich. Ich habe mehrere Jahre auf geringer Stundenbasis im Bereich Bildungsvermittlung gearbeitet. Zwar nur an 2 Nachmittagen die Woche, aber ich habe gemerkt, dass mir das sehr liegt. Es ist eine Kombination aus Bildungsvermittlung und Erziehung und man hat nicht nur die Extremfälle.
 
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