Hat jemand Erfahrung mit einer Arbeitsbelastungserprobung und kann mir erklären wie das abläuft? (1 Betrachter)

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Thom65

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Hallo zusammen.Ich bin neu in diesem Forum und hoffe das ich mit meiner Frage in der richtigen Rubrik gelandet bin.Ich bin seit 23 Jahren in dem gleichen Betrieb beschäftigt, als gelernter Werkzeugmacher werde ich so ziemlich überall eingesetzt(CNCFräser/Schlosser).
Nach mehreren Erkrankungen in den letzten 2 Jahren (Schulter OP,BurnOut,beide Knie Arthrose,Achillessehnenriss) war ich 4 Wochen in einer Reha,Kostenträger ist die Rentenversicherung.Dort wurde ich als Arbeitsunfähig entlassen mir dem Vermerk das ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann/darf.
Der Reha Berater hat sich von meinem Chef den Betrieb zeigen lassen und ist zu dem Schluss gekommen das es für mich dort keinen leidensgerechten Arbeitsplatz gibt.
Nun soll ich eine 10 Wöchige Arbeitsbelastungserprobung in Oberhausen machen.
Der Reha Berater hat mir abgeraten diese Maßnahme auszuschlagen und meine Arbeit wie gewohnt wieder aufzunehmen. Er sagt das würde bei meinem Krankheitsbild nicht lange gut gehen.
Ich bin jetzt 52 und weiß gar nicht mehr wo mir der Kopf steht und wie es weitergehen soll. Was erwartet mich nun.Job weg? Arbeitslos? Vielleicht kann mir ja der ein oder andere ein wenig über seine Erfahrungen berichten.
Gruß Thomas.
 

FrauRossi

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AW: Arbeitsbelastungserprobung

Ja das kann ich.
Ich habe diese Arbeitserprobungen schon einmal mitgemacht. Dort wir im Prinzip deine Leistungsfähigkeit noch mal überprüft. Im Prinzip gar nicht mal so schlecht, wenn es auf eine Erwerbsminderungsrente hinauslaufen soll oder zb auf eine Umschulung.
Das Ergebniss wird dann aber nicht, wie bei einer medizinischen Rehabilitation, in Stunden berechnet, sondern in einem Index (Work Ability Index ).
Was das für Folgen hat, weiß ich noch nicht ( war bei mir erst im Oktober)
 

Curt The Cat

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Moinsen Thom65 und willkommen hier ...!

Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
[FONT=Arial,Wide Latin]11. Themen/Threads erstellen
[/FONT]
[FONT=Arial,Wide Latin]Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder [/FONT]Arbeitsbelastungserprobung[FONT=Arial,Wide Latin], sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt![/FONT]
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 110! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

saurbier

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Hallo Thom65,

also ich hab das 1998/1999 ebenfall mitgemacht.

Allerdings war ich gerade mal an die 40 und vor allem galt da noch das alte Rentenrecht mit Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente für Leute mit einem Ausbildungsberuf (ich bin auch gelernter Werkzeugmacher)dem sie nachgehen und welche vor 1961 geboren waren.

Das sieht heute eben schon mal ganz anders aus.

Bei der ABE (Arbeitsbelastungserprobung) wurde man (damals) zuerst von einem Arbeitsmediziner und einem Psychologen untersucht. Arbeitsmediziner um zu sehen welche beruflichen Belastungen noch möglich sind u. Psychologen wozu man aus psychologischer befähigt wäre.

Im Anschluss erfolgt ein Rundgang durch diverse simulierte Arbeitsfelder um besondere Eignungen zu erkennen, so eine Art Schnupperkurs (ist nichts anderes als Berufspraktika nur zeitlich extrem verkürzt).

In meinem Fall zog man extra einen Dip. Ing. Maschinenbau heran, welcher mit mir püfen sollte ob ich nicht eine Umschulung zum Maschinenbautechniker machen sollte, denn damit wäre ich aus der körperlichen (gesundheitsgefährdenen) Arbeit heraus. Es klappte, weil sowohl der Psychologe dem zustimmte als auch der Dip. Ing., allerdings nur wenn ich einen mindestens 3 monatigen Aufbaukurs in Mathematik und Englisch zur Auffrischung der Schulkenntnis angeboten bekäme.

Als Ergebnis soll dann heraus kommen, wozu durch beruflich befähigt bist um so bis zur Regelaltersrente noch arbeiten zu können.

Nun als Ü50 halte ich das ganze für weniger sinnvoll, vor allem da deine gesundheitlichen Einschränkungen eh festgestellt sind. Aber nichts ist unmöglich und wenn du dir den sehr harten beruflichen Aufstieg zum Techniker/Meister zutraust, warum nicht versuchen, wenn ihn dir die DRV bezahlen will. Aber mit ü50 tägl. 8 Std. in der Schule pauken ist sehr stressig, glaub mir.

Es ist allerdings schon eher sehr fraglich, ob man dir eine teuere Umschulung (wäre eh auf max. 2 Jahre beschränkt) bezahlen will, denn dafür bist du denen eigentlich schon zu alt.

In deinem Alter ist es eher eine verzwickte Situation, denn selbst wenn man dir jetzt vielleicht eine Teil-EMR (Leistungsfähig zwischen 3-6 Std./tägl.) bewilligen würde, welche Arbeit gäbe es da noch für dich, vor allem welcher Arbeitgeber würde dich einstellen wollen, außer vielleicht dein alter.

Ich z.B. hab ja meine BU-Rente damals nach langer Klage bekommen und mein Arbeitsgeber war sehr froh mich als halbtagskraft (für Auftragsengpässe, als Springer etc.) wieder einstellen zu können, denn eine Fachkraft mit meinen Fähigkeiten (Formenbau) konnte ihm das AA auch nicht anbieten, aber auch weil er selbst 2 Bandscheibenvorfälle hatte und das Problem kannte . Als mein Arbeitgeber 2014 dicht machte, war es nochmals mein Glück das ich 2012 nach langer AU mit einer überstandenen OP und einer weiterhin noch anstehenden OP Ende 2012 unverhofft die befristete Arbeitsmarktrente bewilligt bekam. Seitdem hat sich noch kein Arbeitgeber ja selbst ZAF gefunden die bereit wäre mich halbtags zu beschäftigen.

Um wieviel besser mag es da bei dir ausschauen.

In der jetzigen Situation dürfte es ggf. vielleicht besser sein, seine alte Arbeit wieder aufzunehmen und solange wie möglich weiter zu machen, bis es gesundheitlich eben überhaupt nicht mehr geht. Nur wäre dabei wieder zu bedenken das du für deine aktuelle Erkrankung (Diagnosen) eben nur max. 78 Wochen innhalb 3 Jahren KG erhälst, da sollte entweder ein neues Krankenbild (Diagnose) hinzu kommen, oder du müsstest eben 3 Jahre ohne AU durchhalten - ginge das überhaupt. Dann wäre vielleicht die Möglichkeit gegeben das die DRV je nach einer erneuten langen AU-Phase nach möglichem Rehaausgang dir vielleicht doch die volle EMR bewilligt, eben weil du dann auch für andere Arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (eh meist Knochenarbeit) nicht mehr fähig bist.

Vielleicht hättest du auch die Chance die mir damals geboten wurde, nach 23 Jahren im Betrieb nur noch halbtags zu arbeiten. Vielleicht solltest du das mal mit deinem Chef ausloten. Ggf. kannst du dann ja den Weg in eine Teil-EMR gehen, sofern deine Leistungsfähigkeit lt. Rehabericht auf max. 6 Std./tägl. auch für den allgemeinen Arbeitmarkt einschränkt ist.

Sowas muss man in deiner Situation unbedingt in einem Gesprächen ausloten, denn es geht um deine Zukunft.

Nicht rosig sieht das ganze aus, wenn du lt. Rehabericht für den allgemeinen Arbeitsmarkt als vollschichtig einsatzfähig beurteilst wurdest und nur für deinen erlernten Beruf unter 6 Std./tägl. oder gar noch weniger drin ist.

Je nach Rehabericht sollest du für dich also ausloten was so drin ist,
1. kann ich im alten Betrieb wie lange so weiter arbeiten,
2. könnte ich eine Umschulung von der DRV bezahlt bekommen,
3. hätte ich die Möglichkeit auf eine Teil-EMR , zur Not über Klage,
4. würde mich mein Betrieb mit Teil-EMR im alten Beruf als halbtagskraft weiter beschäftigen,
5. muß ich komplett mit neuer Arbeit anfangen.

Bei Punkt 4. solltest du bedenken, dass dies eben Punkt 3. voraus setzt.

Bei Punkt 2. ist zu bedenken, wie schaut es aus wenn die Umschulung nicht klappt.

Bei Punkt 1. eben, wie lange kann ich durch halten bis entgültig Schluss ist, aber genauso, wer zahlt dir KG wenn du plötzlich wegen deiner Leiden wieder langfristig AU wirst und kein KG-Anspruch mehr besteht.


Der letzte Weg ist eben der allgemeine Arbeitsmarkt und das würde bedeuten jede angebotene offene Stelle, also vom z.B. Lagerarbeiter bis hin zum Callcenter und das bedeutet ebenfalls den langsamen sozialen Abstieg.

Viele Fragen, dir nur du dir selbst beantworten kannst, leider.


Grüße saurbier
 

Thom65

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Hallo saurbier,
danke erst mal für deine ausführliche Antwort.
Ich habe viel darüber nachgedacht einfach wieder Arbeiten zu gehen. Ich war ja schon 2016 ein halbes Jahr AU und habe mit Mühe und Not ein Jahr durchgehalten.
Ich denke wenn ich jetzt wieder weitermache schaffe ich es vielleicht ein halbes Jahr, zumal weil mein Chef durch den Besuch des Reha Beraters bescheid weiß wie es Gesundheitlich um mich bestellt ist.
Ich hatte Anfang des Jahres schon ein Personalgespräch wo mir verminderte Arbeitsleistung vorgeworfen wurde und mit Kündigung gedroht wurde.
Lt Reha Bericht darf ich in meinem ausgeübten Beruf weniger als 3 Stunden arbeiten, für andere Arbeiten ist aber volle Arbeitsfähigkeit attestiert.Somit fällt auch Halbtagstätigkeit in meinem jetzigen Betrieb flach.
Ich stelle mir eher vor in die Qualitätsprüfung zu gehen, das habe ich von 1985-1994 gemacht.
Weiterbildung zum Meister/Techniker kommt für mich nicht in Frage,da bin ich schon 1992 dran gescheitert.
Ein Sozialer Abstieg ist wohl kaum vermeidbar in meiner Situation.
 
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saurbier

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AW: Hat jemand Erfahrung mit einer Arbeitsbelastungserprobung und kann mir erklären wie das abläuft?

Hallo Thom65,

Ich habe viel darüber nachgedacht einfach wieder Arbeiten zu gehen. Ich war ja schon 2016 ein halbes Jahr AU und habe mit Mühe und Not ein Jahr durchgehalten.
nun ja, ich kenn das spiel ja selbst.

Bei mir kam es auch trotz der BU-Rente nach 4 Jahren Teilzeitarbeit auch wieder zu einem langfristigen Rückschlag. War dann fast 78 Wochen AU incl. Schmerzklinik und Reha und kam dann durch das Hamburger Modell der KK wieder ans arbeiten.

Eine angeschlagene Gesundheit ist eben auf Dauer nicht mehr belastbar, dass wissen wir nur die "Experten" wollen davon nichts wissen.

Nun ja wenn ein Aufstieg nicht drin ist, dann wäre es zumindest mal den Versuch wert, mit einem Rehaberater über eine Qualifikation zu sprechen, wenn du dann in deinem Betrieb überhaupt die Möglichkeit hättest, den Weg einzuschlagen.

Wie schon gesagt, mein Chef (und ich hatte mal gleich drei davon als ich in der Firma anfing), wollte mich nicht gehen lassen, aber wir waren ja auch nur ein kleiner Betrieb.

Ich stelle mir eher vor in die Qualitätsprüfung zu gehen, das habe ich von 1985-1994 gemacht.
Bei einer berufliche Qualifikation zum "Qualitätsprüfer" könnte ich mir schon vorstellen, dass die DRV da mitziehen könnte, da dieses Berufsbild eh nicht weit entfernt von dem eines Werkzeugmachers (nach alter Ausbildungsqualifikation) liegt. Ich z.B. musste während meiner Lehrzeit diese Station mehrfach durchlaufen.

Ich hatte Anfang des Jahres schon ein Personalgespräch wo mir verminderte Arbeitsleistung vorgeworfen wurde und mit Kündigung gedroht wurde.
Na ja, ist ja auch nichts neues mehr - heutzutage.

Lt Reha Bericht darf ich in meinem ausgeübten Beruf weniger als 3 Stunden arbeiten, für andere Arbeiten ist aber volle Arbeitsfähigkeit attestiert.
Genau diese unsäglichen Leistungsfähigkeitseinstufungen brechen heute vielen Menschen das Gnick.

Für den erlernten Beruf ist man nachgewiesen zu kaputt, für alle anderen ungelernten Tätigkeiten hingegen soll man noch fit genug sein. Dabei wird dann nach der Fiktionstherorie etwas hervor gezaubert, was mit dem realen leben nicht - aber auch gar nichts zu tun hat.

Ein Sozialer Abstieg ist wohl kaum vermeidbar in meiner Situation.
Tja, so könnte es leider leider kommen.

Da wird man nach 78 Wochen AU dann von der KK ausgesteuert und landet bei der AfA. Dort wird dann ggf. festgestellt, dass man keine schwere Arbeiten mehr verrichten kann/darf, aber für andere leichtere Arbeiten die Qualifikation eben nicht hat und eine Vermittlung innerhalb 12 Monate klappt nicht.

Zuguter letzt sitzt man dann bei JC im Hartz IV, wenn man vorher nicht noch mögliches Vermögen zuerst auf zeheren durfte und wird nun von unsinniger Massnahme zu unsinniger Massnahme verschoben.

Hier bliebe dir dann allenfalls noch die wage Möglichkeit den langen und sicherlich schweren Versuch in eine EMR zu starten (falls deine Ärzte dies mit ihren Befunden unterstützen) und dich hoffentlich auch weiterhin AU sehen. Ich hoffe mal für dich, dass diese dir deine Ärzte auch eine AU für alle körperlichen Tätigkeiten im späteren Angebotspektrum des JC ausstellen, so das du nicht sinnlos verheizt wirst.

Vielleicht käme aber noch ein anderer Weg für dich in Betracht, den man ggf. nicht so einfach aussen vor lassen sollte. Vielleicht könntest du deinen Chef ja mit einer ggf. möglichen finanziellen staatlichen Hilfe (Lohnzuschuss) davon überzeugen dich weiter als Teilzeitkraft (Teil-EMR) doch noch als z.B. Qualitätsprüfer beschäftigen zu wollen, wozu es dann aber auch mindestens einen Schwerbehindertenausweis mit einem GDB 50 bedürfte.

Schaue vielleicht mal hier:
SS 90 SGB III Eingliederungszuschuss fur behinderte und schwerbehinderte Menschen Sozialgesetzbuch (SGB)

Ich würde dir jetzt infolge des Rehaberichtes auch dringend empfehlen einen Schwerbehinderten-Ausweis zu beantragen, wer weiss wozu du den noch alles benötigen kannst und sei es nur um die Einkommensteuerlast zu senken.

Ich hoffe mal du schaffst es, uns auch weiter hier auf dem laufenden zu halten.

Und bitte, bleibe bei diesem Thread auch wenn sich neue Fragen auf tun sollten.


Grüße saurbier
 
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Thom65

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Hallo Saurbier,
Schwerbehindertenausweis habe ich auf Empfehlung der Reha Klinik gestellt.Mal schauen was dabei rum kommt.

Ich frage mich auch wie das nach der Arbeitsbelastungserprobung weitergeht. Ich bin ja noch im Beschäftigungsverhältniss.

Gesetzt dem Fall die Arbeitsbelastungserprobung fällt für meinen jetzigen Job negativ aus(was ja einer Bestätigung des Reha Berichtes gleichkommen würde). Was passiert dann mit meinem noch bestehenden Arbeitsplatz?

Kann ich das Ergebniss der Arbeitsbelastungserprobung einfach ignorieren und weiter meiner alten Arbeit nachgehen?

Kann die Rentenkasse oder mein Arbeitgeber das verweigern?

Da tun sich so viele Fragen bei mir auf.....
 

saurbier

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Hallo Thom65,

Schwerbehindertenausweis habe ich auf Empfehlung der Reha Klinik gestellt.Mal schauen was dabei rum kommt.
Schon mal gut, da musst du jetzt abwarten und hoffen.

Ich frage mich auch wie das nach der Arbeitsbelastungserprobung weitergeht. Ich bin ja noch im Beschäftigungsverhältniss.
Eigentlich sollte man schon eine gewisse Vorstellung von dem haben, was man dann zukünftig an Arbeit nachzugehen gedenkt. Ansonsten würde man dich halt Stichprobenartig alles mal probieren lassen, um zu schauen wo es probleme gibt oder eben nicht.

Gesetzt dem Fall die Arbeitsbelastungserprobung fällt für meinen jetzigen Job negativ aus(was ja einer Bestätigung des Reha Berichtes gleichkommen würde). Was passiert dann mit meinem noch bestehenden Arbeitsplatz?
Na ja, dass wäre dann nicht gerade positiv. Letztendlich wüsstest du dann aber das es in deinem jetzigen Beruf nur noch eine Frage der Zeit ist, bist du gänzlich ausfällst, was man dir dann sogar schriftlich bestätigen würde. Nur echt bringen wird es nicht viel, solange die DRV dir keine Teil-EMR bewilligen würde.

Kann ich das Ergebniss der Arbeitsbelastungserprobung einfach ignorieren und weiter meiner alten Arbeit nachgehen?
Aus meiner Sicht ein klares Ja. Wenn du in deinem Beruf weiter arbeiten würdest, machst du es halt auf Kosten deiner weiteren Gesundheit.

Kann die Rentenkasse oder mein Arbeitgeber das verweigern?
Also deinem Arbeitgeber dürfte das egal sein, denn wenn du gesundheitlich echt nicht mehr kannst, dann würdest du ja mittels AU ausfallen.

Der DRV dürfte es sicherlich entgegen kommen, braucht sie ja nichts für dich zahlen.

Einzig für dich stellt sich die Frage, wie lange glaubst du das noch weiter durchziehen zu können.

Wie ich schon schrieb, du bekommst max. 78 Wochen KG für eine Krankheitsdiagnose innerhalb 3 Jahre. Das würde bedeuten, wenn du dein KG voll ausgeschöpft hättest, dass du nun mindestens weitere 1 1/2 Jahre keine AU mit genau dieser Diagnose mehr haben darfst, denn es gibt dafür kein KG mehr.

Was bitte wenn doch? Wenn du solange nicht mehr durchhalten kannst.

Genau da solltest du dir eben Gedanken zu machen.

Mit deinem Rehabericht, welcher leider eben nicht rosig auszusehen scheint, bleibt dir leider nicht viel übrig.

Sollte dich dein Arbeitgeber nicht Firmenintern umsetzen, ja was bliebe ihm dann, doch nur die fristgemäße Entlassung.

Dann stündest du nun bei der AfA und die müsste dann sehen, welche Arbeit sie dir anbieten könnte, natürlich eine welche deine gesundheitlichen Einschränkungen berücksichtigt.

Was glaubst denn du selbst, was da noch drin wäre.

Ich hab annähernd dieses Spiel um 2000 ja selbst miterlebt und hab da auch wegen meiner BU-Klage fast 5 Jahre zuhause gesessen, allerdings damals mit ALG-I und Arbeitslosenhilfe. Seitens des Arbeitsamtes hab ich allerdings kein ernsthaftes Jobangebot in meinem Beruf erhalten (aber auch weil mein medizinisches Gutachtes dagegen sprach).

Heute würdest du beim Jobcenter im ALG-II landen und die würden dir wohl schon sehr schnell irgend eine Arbeit aufs Auge drücken - Lagerist etc. -.

Letztendlich bleibt dir zunächst nur mal abzuwarten, was sich bei der Arbeitserprobung überhaupt ergibt. Vielleicht hast du ja das Glück mit dem Arbeitsmediziner etwas genauer über deine Problematik hinsichtlich deinem erlernten Beruf zu reden um abzuklären welche Möglichkeiten da bestehen um in dem Umfeld weiter zu machen bzw. darauf ggf. aufzubauen (Qualitätsprüfer).

Vor allem solltest du wie gesagt auch das Gespräch mit deinem Chef diesbezüglich suchen, denn sicherlich dürfte der am besten wissen was er an einer so lang gedienten Arbeitskraft hat (Fachwissen), wobei es mir schon ein wenig merkwürdig vorkommt, wenn er keine Möglichkeit sieht dir die Arbeit etwas leichter zu machen. Der heutige Arbeitsschutz lässt doch schon lange nicht mehr soviel im Maschinenbau zu wie noch vor 10-15 Jahren (Gehörschutz, max. Gewicht, Sitzmöglichkeiten etc.).

Du solltest nicht aus den Augen verlieren, was es für dich bedeuten würde, wenn du nach 23 Jahren plötzlich wegen deiner Gesundheit gänzlich aus der Firma raus bist.


Grüße saurbier
 

Thom65

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So,heute war mein erster Tag der Arbeitsbelastungserprobung. Ca. 3 Stunden Einführung und Vorstellung.

Ab morgen geht es richtig los.

Was mir heute am ersten Tag aufgestossen ist, das man sich für das 5 wöchige Praktikum selber um einen Betrieb kümmern soll.:icon_kratz:

Ich werde zwischendurch immer mal wieder Berichten.
 

Thom65

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Erste Woche meiner ABE ist rum. Bis jetzt stehe ich dem ganzen sehr skeptisch gegenüber.

Am 2.und 3. Tag gab es einen Mathe und Deutsch Test, den ich und meine Mitstreiter hoffnungslos versemmelt haben.

Ich hatte eine Untersuchung bei einem Orthopäden, der interessierte sich nicht mal für meine mitgebrachten Röntgenbilder.

Dann folgte der Belastungstest von 2x 2 1/2 Stunden, bei dem man mit Sandsäckchen gefüllte Kisten durch die Gegend heben durfte, Koordinationstest etc. und musste nach jeder Übung den Schmerz auf einer Scala von 1-10 angeben.

Nach dem ersten Test sagte ich dem Therapeuten am nächsten Tag, dass ich in der Nacht durch die Belastung starke Schmerzen in den Knien und der Schulter hatte. O-Ton-"Sie können mir viel erzählen".

Ich werde das Gefühl nicht los das man dort jeden erst mal für einen Simulanten hält der als solches überführt werden soll.
Zu Beginn des Belastungstest wird man über das körperliche Befinden befragt und soll die Beschwerden auf einer Scala von 1-5 einstufen. Am nächsten Tag zum Ende des Belastungstest werden die gleichen Fragen noch mal gestellt. Wer da nicht die gleichen Zahlen nennt wie am ersten Tag hat doch schon verloren.

Es folgte noch ein Gespräch mit einem Psychologen das sehr gut verlief.

Auch das Gespräch mit einer Reha Beraterin empfand ich als hilfreich. Mal will alles dran setzen meinen Chef davon zu überzeugen mir einen Leidensgerechten Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, um den seit 23 Jahren bestehenden Arbeitsplatz zu erhalten.
Plan B wäre eine WeiterQualifizierung in meinem Beruf.

Ansonsten wird viel mit Übungsheften Gerechnet und Holzbausätze zusammengebastelt.

Ich berichte weiter. Schönen Montag noch.
 

ready to hartz4

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Moin. Also ich habe so eine Belastungserprobung ebenfalls gemacht (Arbeit und Integration in Düsseldorf) und kann nur den Kopf schütteln.

Zur A&I sage ich nur so viel, das ich dieses Institution in keinem Fall empfehlen werde.
Man ist dort "Ware"für die es durch den Kostenträger Geld gibt, welches diese Einrichtung gerne mitnimmt. Mehr nicht!

Rücksichtnahme, Empathie, Mitgefühl .... Nutzen? Klares nein.


Denn Sinn und Zweck dieser ganzen Maßnahme habe ich auch bis heute nicht so ganz verstanden. Also den realen! Was da herausgefunden werden soll, schon.
Nur wurde uns durch den Umgang mit uns (die Art und Weise ging gar nicht) schonmal pauschal ein extrem schlechtes Gefühl vermittelt, Elementare Fragen wurden nicht oder nur in der Gruppe/Runde (sehr privat) beantwortet da sonst schlicht nie Zeit war (Machen Sie doch bitte einen Termin... Herr/Frau xxxx kann gerade nicht/ist nicht im Hause) und insgesamt sind wir alle mit ganz vielen Fragezeichen aus dieser Maßnahme gegangen.

Es gab drei Möglichkeiten.

1) Rente - Muß man schon denKopf unterm Arm haben
2) Umschulung - (Teuer) sehr unwahrscheinlich
3) "Integrationsjahr" - der Standart

Zum "Standart" könnte man auch so kommen OHNE das ein Unternehmen wie beispeilsweise die A&I zwischengeschaltet wird und unnütz Geld verbrennt! Diese drei Monate waren die sinnlosesten in meinem Leben.
Gebracht haben sie mir GAR NICHTS. Ich bin keinen Schritt weiter, weder von der Diagnostik noch von der Einschätzung meiner Gesamtsituation.
Weiß nicht wie ich mit dem Amt umgehen soll (Übergangsgeld/ALGII) und habe mehr Fragen und Sorgen als vorher.

Ich hätte auch gerne einen Termin gehabt um mir ausführlich erklären zu lassen ob es Sinn macht sich Gedanken um einen Behindertenausweis zu machen (Psyche - Burn out/Depression), oder ob dieser mir unter Umständen mehr schadet als nutzt.
Leider keiner da, leider niemand Zeit. Heute fehlt mir der berühmte Antrieb mich aufzuraffen um dort etwas in Erfahrung zu bringen.

Wie ich jetzt gehört habe, soll ich laut Leistungsnachweis oder Belastungs ..... ergebniss (?) keinerlei Einschränkungen haben??

Schon alleine Knie und Bandscheibe .......

Aber ich habe auch den Fehler gemacht mich seinerzeit nicht hier, oder an anderen Stellen (wobei ich icht wüsste wo) kundig zu machen was ich tun kann/muss. Ich hab das einfach nicht geschafft.

Drücke Dir die Daumen das es besser geht. Wobei, wenn ich schon lese das Du da irgendwas schleppen musst .... wasn das fürn Unsinn?

Löcher die Leute da mit Fragen!!!!!!! Welchen Antrag wo und WANN!
Behindertenausweis mit welcher Aussicht und ja oder Nein. Wo sind eventuelle nachteile (Fahrzeug führen etc.)
Wenn Du aus dem Job kommst ist das Hamburger Modell sehr Probat.
Im Integrationsjahr jannst Du für Dich herausfinden ob Du 6 oder 8 Stunden schaffst.
Sei gnadenlos ehrlich zu Dir selber!

Und vergiss NIE. Du hast nur dieses eine Leben! Geld ist da wichtig, aber nicht alles.

Grüße nach Oberhausen
 

saurbier

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Hallo Thom65,

Am 2.und 3. Tag gab es einen Mathe und Deutsch Test, den ich und meine Mitstreiter hoffnungslos versemmelt haben.
Mal im Ernst, dass ist doch nicht wirklich verwunderlich, oder.

Bei mir gab es damals sowas auch, da wurde aber auch noch ein Englisch Test gemacht. Was glaubst du denn was da nach 25 Jahren aus der Schule groß heraus kam.

Nun Mathe, Deutsch waren eher kein Problem, Englisch hingegen weit mehr, denn mein Arbeitsenglisch (Luftwaffe/Berufskraftfahrer) waren ja auch schon wieder 10 Jahre her und da rostet man eben etwas ein.

Ich hatte eine Untersuchung bei einem Orthopäden, der interessierte sich nicht mal für meine mitgebrachten Röntgenbilder.
Na ja, da mag ich wohl eher etwas Glück gehabt zu haben, denn im LVA-Haus in Wuppertal waren Arbeitsmediziner tätig und der der mich untersuchte hatte - welch Glück für mich - während seinem Studium mal in einer Stahlgiesserei gejobbt. Der kannte also die beruflichen Anforderungen einigermaßen aus eigener Erfahrung.

Dann folgte der Belastungstest von 2x 2 1/2 Stunden, bei dem man mit Sandsäckchen gefüllte Kisten durch die Gegend heben durfte, Koordinationstest etc. und musste nach jeder Übung den Schmerz auf einer Scala von 1-10 angeben.
Oh weh, sowas gab es damals nicht.

Aber mal im Ernst, wieso machen sowas Leute überhaupt freiwillig mit. Ich frage mich da schon, was manche Menschen so im Kopf haben, wenn sie sich mit einem z.B. kaputten Rücken dafür hergeben, Kisten mit Sandsäcken zu schleppen.

Ich hätte denen gesagt, schleppt die Kisten selbst, meine jetzigen Schmerzen sind laut Skala so und so hoch, auch ohne Belastung, Leute ich komme gerade aus einer Reha und mein Arzt hat mich noch nicht gesund geschrieben, also bin ich gar nicht voll belastbar. Ich muss dazu sagen, ich war damals nach meiner Reha immer noch AU vom Hausarzt geschrieben, selbst als ich die ABE antrat.

Nach dem ersten Test sagte ich dem Therapeuten am nächsten Tag, dass ich in der Nacht durch die Belastung starke Schmerzen in den Knien und der Schulter hatte. O-Ton-"Sie können mir viel erzählen".
Ja, genau diese Aussage wäre für mich ein Grund das ich mich unverzüglich schriftlich an die DRV wenden würde, denn hier wird dir ja während der ABE vom Arzt bereits unterstellt du wärst ein Simulant. Da kann es gar nicht mehr zu einer objektiven Beurteilung kommen, bzw. man darf sie schwer anzweifeln.

Leider lassen sich die Leute auch heute noch viel zu viel gefallen.

Beispiel von mir mal dazu:

Als ich damals in meine erste Reha kam, sagte man uns, dass wir am Wochenende Busfahrten (örtliches Reiseunternehmen um die Gegend kennen zu lernen) mitmachen könnten, wenn wir wollten. Als ich dann fragte ob ich am Wochenende nach Hause fahren dürfte, kam vom Arzt ein stricktes NEIN, denn angeblich hätte ich dafür keinen Verischerungsschutz.
Meine Antwort dazu war - lächerlich -, wir sind immer von der KV versichert.
Was glaubst du was ich wohl machte. Ich meldete mich am Samstag Morgen ab und kam am Sonntag abend wieder.
Nach 2 Wochen beendete die Klinik meinen Aufendhalt vorzeitig und schickte mich nach Hause, angeblich wegen mangelnder Mitarbeit. Daraufhin schrieb ich der DRV einen saftigen Brief - von wegen Nötigung und Freiheitsberaubung -. Kurze Zeit später kam Antwort von der DRV, in welcher man sich entschuldigte und gleichzeitig nach Ausreden suchte, von wegen Stabilisierung der Gesundheit - Vermeidung von körperlicher Belastung wenn man 80km Landstaße fahren muss - Versicherungsschutz etc..

Zu meinem Erstaunen stand dann im späteren Rehaentlassungsbericht drin, ich könne meinen erlernten Beruf nicht mehr ausführen, haben unentlich viele gesundheitliche Einschränkungen und empfiehlt umgehend eine ABE als Anschlussmaßnahme.

Auch das Wuppertaler LVA Haus wollte uns einsperren, was denen natürlich mit mir aber auch einigen anderen nicht gelang, ich fuhr auch wieder die 50km am Wochenende nach Hause. Genauso wollte mich der Psychologe ach so gerne nach meinen Familienverhältnissen ausfragen - ich sagte dem daraufhin nur, mein Rücken ist kaputt was auch ihr Arbeitsmediziner bestätigt hat, was hat sowas mit meinen Familienverhältnissen zu tun. Die spielen hier keine Rolle und so gab er dann wiederwillig ruhe. Mein Pech war lediglich ein Treppensturz kurz vor Ende der Massnahme im Rehahaus, denn ich dann dort noch 3 Wochen auskurieren durfte.

Ich sag dazu nur, lasst euch nichts gefallen, ihr seit nicht die Sklaven der DRV bzw. deren Handlager.

Auch das Gespräch mit einer Reha Beraterin empfand ich als hilfreich. Mal will alles dran setzen meinen Chef davon zu überzeugen mir einen Leidensgerechten Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, um den seit 23 Jahren bestehenden Arbeitsplatz zu erhalten.
Nun ja das kann man so aber auch so sehen.

Klar ist die DRV daran interessiert, dass du im alten Betrieb weiter machen kannst. Das würde der DRV nämlich viel Geld für eine wohlmöglich vorzeitige Arbeitsmarktrente sparen. Da zahlen die liebend gerne dem Arbeitgeber ein Lohnzuschuss für 1 oder 2 Jahre, wenn sie dich dann mit einer Teil-EMR abspeisen können, oder wohlmöglich ohne Rente ans arbeiten bekämen. Ich hab dazu ja schon oben einiges geschrieben.

Für dich wäre hier halt zu berücksichtigen wie alt du aktuell bist und demzufolge wieviel Jahre du mit deiner jetzt eingeschränkten Gesundheit noch bis zu regulären Altersrente durchhalten musst.

Beruflich sind wir ja nicht weit auseinander, daher kenne ich die körperlichen Belastungen sehr gut.

Wenn dein AG tatsächlich mit Lohnsubventionen (SchwerB-Ausweis mal vorausgesetzt) geködert werden kann, dann solltest du schnellstmöglich deinen SchwerB-Ausweis organisieren, denn der würde es dir ggf. ermöglichen das dein AG auf diese Weise länger/lange einen finanziellen Vorteil bei deiner Beschäftigung sieht, was mitunter wirkt (zumindest hat es mir damals etwas geholfen).

Sollte es mit deinen gesundheitlichen Probleme (Schmerzen) nicht besser werden, dann würde ich dir dringend empfehlen einen guten Schmerztherapeuten aufzusuchen, denn die können heute inzwischen vielen vielen Menschen dank der immer besseren Medikamente auch eine bessere Perspektive bieten.

Zu guter letzt bliebe dann halt leider immer noch der Weg in die vorzeitige Teil-EMR, der dir aber nur dann etwas bringt, wenn du auch einen passenden Arbeitsplatz bekommen könntest.


Grüße saurbier
 

Thom65

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Hallo zusammen,

wollte mich mal wieder melden. Die ersten 5 Wochen gingen rum wie im Fluge.

Mathe Tests, Kaufmännische Tests, Deutsch Tests,Technische-und Zeichentests bis die Birne qualmt.

EDV- Word und Excel üben.

Im Großen und Ganzen war ich mit der Maßnahme bis jetzt sehr zufrieden. Meine Testergebnisse haben ergeben, daß ich doch nicht so blöd bin wie gedacht ;-) .

Ich habe eine Menge Dinge aus Holz gebaut, die sich als Deko in meinem Wohnzimmer sehr gut machen.:icon_hihi:

Die Mitarbeiter im BFW Oberhausen waren allesamt sehr freundlich und darauf bedacht, jeden einzelnen nach vorne zu bringen. Ich hatte allerdings auch ein paar Dauernörgler in der Gruppe, die die Stimmung runtergezogen haben und auch von den Mitarbeitern dann nicht wirklich unterstützt wurden.

Bei mir hat man entschieden, daß ich auf meinem Beruf als Werkzeugmacher/CNC Fräser aufbauen soll in Richtung Programmieren oder Qualitätsprüfer, was mir sehr entgegen kommt.

Ich will ja arbeiten!

Hätte mein jetziger Chef sich nicht so komplett quer gestellt, hätte die Rentenkasse eine menge Geld gespart.

Einen Praktikumsplatz habe ich auch schnell gefunden. Das Praktikum beginnt am Montag in meinem Ausbildungsbetrieb, wo ich insgesamt 11 Jahre gearbeitet habe :) .

Ich berichte weiter.:peace:
 
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Thom65

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Hallo Zusammen,

befinde mich nun im Endspurt meiner Arbeitsbelastungserprobung.

Das Praktikum läuft relativ Locker , seitens des BFW gab es allerdings bis jetzt keinerlei Betreuung. Ich mache jetzt beim Praktikum seit 3 Wochen meine Arbeit und niemanden scheint es zu interessieren, ob mir das Gesundheitlich möglicherweise schadet. Schon merkwürdig.

Weiß auch nicht wie es nach der Arbeitsbelastungserprobung weitergeht. Ich lasse mich mal überraschen.

Schöne Ostertage
 

saurbier

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Hallo Thom65,

wundert dich das wirklich, was da so abgeht.

Mich heutzutage keineswegs mehr.

Es geht darum die Kassenkosten immer so gering wie nur möglich zu halten, ob wir dabei über die Klinge springen oder nicht, interessiert niemanden.

Genauso sieht dies dann leider auch mit deiner Gesundheit aus.

Ich hab wie schon gesagt, all das selbst mitgemacht.

Nach meiner BU-Verrentung hab ich glücklicher Weise wieder im alten Betrieb zwar mit weit weniger körperlicher Anstrengung, aber nicht wesentlich andere Arbeiten verrichtet.

Das da nach gut 8 Jahren dann der Knall kam, dürfte unsereins kaum verwundern. Ein Knochengerüst das bereits stark beschädigt sind, hölt eben nicht alle Zeit.

Der allergrößte Witz in meinem Fall ist ja auch noch der, dass mir die DRV mit einer BU-Rente nun sogar die volle Arbeitsmarktrente bewilligt hat, etwas was eigentlich nicht drin ist, denn für einen Bu-Rentner gibt es eben keinen verschlossenen Arbeitsmarkt - weil er alle Arbeiten verrichten kann außer seinen ehemals erlernten Beruf für den er ja bereits Verrentet wurde.

Aber wenn die DRV mit Tricks Geld sparen kann, dann findet sie Möglichkeiten.

Ich hoffe mal für dich, dass die DRV dir deine Umschulung auch voll bezahlen wird. Dabei solltest du vor allem darauf achten, das am Schulungsort auch alle für dich notwendigen Hilfsmittel vorhanden sind, denn die muss die DRV bezahlen und auch zur Verfügung stellen (Steh- Sitzpult mit passendem Orthopädischen Stuhl.

Bei mir gab es nur den speziellen Stuhl den ich dann in alle 6 Klassenzimmer über drei Etagen mitschleppen durfte.


Grüße saurbier
 

Thom65

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Hallo Zusammen,

ich befinde mich nun im Endspurt meiner 10 Wöchigen Arbeitsbelastungserprobung und muß sagen, mein Unmut wird immer größer.

Ich befinde mich nun in der 4.Woche meines Praktikums und es findet keinerlei Betreuung seitens des BFW Oberhausen statt.Habe mich diesbezüglich 2 mal telefonisch dort darüber beklagt, wurde aber immer vertröstet.Am 10.4., 2 Tage vor Beendigung des Praktikums soll ein Arbeitsmediziner kommen!

Wie schon von mir weiter oben beschrieben, hat mein Arbeitgeber jegliche Zusammenarbeit in Bezug auf BEM und Innerbetrieblicher Umbesetzung verweigert und ein persönliches Gespräch mit mir abgelehnt.

Aus diesem Grund habe ich am 5.4. einen Termin beim Anwalt, um mich dort wegen der weiteren Vorgehensweise in Bezug auf meinen noch bestehenden Arbeitsvertrag beraten zu lassen und um eventuelle arbeitsrechtliche Schritte einzuleiten.

Über mein Vorhaben habe ich meinen Reha-Berater informiert,der darüber wenig begeistert war.

Auf meine Frage hin was nach der Arbeitsbelastungserprobung seitens der Rentenkasse weiter geschehen wird, sagte er mir, dass ich mich dann halt weiter Krankschreiben lassen soll und nach Aussteuerung halt zum Arbeitsamt müsse.Seitens der Rentenkasse würde da weiter nichts geschehen.

Wofür mache ich dann diese Arbeitsbelastungserprobung?

Habe ich wirklich nur die Wahl wieder an meinen Arbeitsplatz zurück zu kehren und mich ganz kaputt zu machen oder irgendwann in Harz 4 zu rutschen?

Bin gerade ziemlich fertig mit den Nerven.
 

saurbier

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Hallo Thom65,

das hört sich nicht gerade gut an.

Dein alter Arbeitgeber will dich also nicht mehr, bzw. ist an einer Umbesetzung im Betrieb trotz Fördermittel seitens der DRV nicht dazu bereit.

Und in deinem Praktikumsbetrieb läuft es auch nicht.

Na ja, die ABE machst du ja eigentlich nur für die DRV, um abzuklären was man mit dir noch beruflich machen kann, bzw. in welcher Richtung da was möglich ist. Da sollte es eigentlich nach Abschluss des Praktikums seitens des BfW einen aussagekräftigen Bericht mit entsprechender Empfehlung für die DRV zu geben.

Also ich kenn das Problem ja aus eigener Erfahrung.

Nach meinem ABE Abschluss stand ich auch im Regen und konnte damals zum Glück noch übergangsweise die Arbeitslosenhilfe beantragen.

Da hättest du es jetzt etwas besser, da dir ja noch KG zusteht und im Anschluss zumindest mal ALG-I, bis dir die DRV eine entsprechende Massnahme anbietet. Du solltest aber schon darauf achten, dass man dich nicht einfach aus dem Leistungsbereich (Übergangsgeld) der DRV abschiebt (§§ 49 - 54 SGB IX), denn eigentlich ist die DRV für dich zuständig, was mir damals (2002) das LSG auch bestätigt hatte.

Dein Problem dürfte eben sein/werden, für was man dir seitens der DRV ggf. eine Fortbildung bieten wird und ob dies dann auf den Arbeitsmarkt überhaupt eine reale Chance hat - immerhin du bist aktuell schon 52 Jahre, das darf man nicht vergessen.

Eigentlich kann man da deinen Arbeitgeber nicht so ganz verstehen, denn die DRV würde dem mit Sicherheit eine Lohnsubvention zahlen. Da dürfte es dann wohl ein gewisses Mass an Zerwürfnis zwischen euch geben, oder.

Ich kann da nur sagen, schau nach vorn und überleg es dir gut, was du nun machen wirst, denn neben deiner Gesundheit wird dein Alter der größte Knackpunkt werden.

Wenn dir die DRV kein vernünftiges Umschulungs- / Fortbildungsangebot macht mit einer Zukunftsperspektive (neuer Arbeitsplatz), nun was bleibt dir dann noch großartig übrig.

Du möchtest ja sicherlich nicht in deinem Alter zwar eine bessere neue Ausbildung haben, sondern einen Arbeitsplatz mit dem du deinen Unterhalt finanzieren kannst. Was nützt dir schon die beste Ausbildung, wenn dich keiner mehr einstellen will, bzw. es gar keinen Arbeitsplatz gibt.

Da bliebe dann ernsthaft nur die Überlegung im alten Beruf so lange wie möglich auf kosten der Gesundheit weiter zu machen, bis es nur noch zu einer Rente reicht, oder wie zuvor erwähnt.

Ich weiss, nicht besonders berauschend und ggf. erst recht nicht aufbauend, aber leider ist das heute so. Leider war das damals schon bei mir und einem Arbeitskollegen aber auch meiner Vermieterin nicht anders. Vor kurzem hat es auch einen Bekannten so getroffen, den man wegen Mobing in der Firma derart fertig gemacht hat.


Grüße saurbier
 

Thom65

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Hallo saurbier,

du hast völlig Recht, das Verhältnis zwischen meinem Juniorchef und mir ist nicht das Beste.

War heute beim Anwalt. Leider gibt es keinerlei rechtliche Handhabe meinen Chef zu irgendetwas zu bewegen.Der wird das einfach aussitzen.

Habe heute meinen GdB von 30% erhalten.
Werde jetzt einen Gleichstellungsantrag stellen.Soweit ich weiß, setzt sich die Agentur für Arbeit in dem Fall auch mit dem Arbeitgeber in Verbindung. Da muß er ja dann reagieren.
Ich hoffe sehr das der Antrag genehmigt wird.

Am 13.4. ist meine ABE zu Ende. Man sagte mir , dass der Abschlussbericht nach ca. 3 Wochen beim Reha Berater ankommt und es dann einen Termin gibt wie weiter vorgegangen wird.

Ich werde auf jeden Fall am 13. mich weiter AU schreiben lassen und dann mal abwarten. Habe ja noch etwas Luft bis zur Aussteuerung.

Und wenn gar nichts läuft bis zur Aussteuerung lasse ich mich vom Arzt arbeitsfähig schreiben und gehe meinen Chef ärgern.

Das ist zumindest mein Plan.

Gruß Thomas
 

saurbier

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Hallo Thom65,

du hast völlig Recht, das Verhältnis zwischen meinem Juniorchef und mir ist nicht das Beste.
Na ja, sowas kommt heutzutage leider nicht selten vor. Die Ausbeutung der Arbeitnehmer steht gerade bei sehr vielen etwas jüngeren Unternehmern zum eigenen Vorteil im Vordergrund, leider.

Und wenn gar nichts läuft bis zur Aussteuerung lasse ich mich vom Arzt arbeitsfähig schreiben und gehe meinen Chef ärgern.
Na ja, wenn du möchtest, dann kannst du dir ja auch einen Notfallplan mal überlegen.

Wie wäre es dann, zuerst einmal grundsätzlich die KG vollständig auszunutzen (78 Wochen) um ich sage jetzt extra "ggf." kurz vorher einen Arbeitsversuch über die KK einzuleiten, denn da bekommst du immer noch dein KG und kannst dich langsam wieder ans Arbeiten heran tasten, das fängt meist mit halbtags an.

Oder aber du nutz die vollständigen Leistungsfristen bei KG und AfA aus, bis das dir die AfA die Pistole auf die Brust setzt einen andere arbeit anzunehmen. So kannst du zumindest noch etwas Schonfrist für dich heraus holen, denn solange dich dein derzeitger Arbeitgeber ja nicht kündigt, muss er dich nach dem Ende der AU ja wieder zurück nehmen.

Aber zuerst einmal würde ich natürlich abwarten, was jetzt als Ergebnis bei der DRV heraus kommt.


Grüße saurbier
 

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Hallo Thomas und sorry das ich den Thread hier nicht mehr weiter verfolgt habe. Hatte selber mit dem "Integrationsjahr" ne Menge um die Ohren.

War eigentlich auch ziemlich für den Ofen. Ich glaube so wirklich helfen will gar keiner. Aber über mangelnde Facharbeiter jammern.

Wie ist es Dir denn ergangen/wie geht es Dir heute? Was machst Du jetzt?

LG
 
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