Hat jemand Erfahrung mit dem Arbeitgeber-Service? Besteht da eine Verbindung zu Ü-50 Sinnlos-Maßnahmen?

chromoxidgruen

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Hallo,

hatte jemand schonmal mit dem Arbeitgeber-Service (AGS) zu tun?

Nach meiner bisherigen Recherche habe ich den Eindruck, dieser "Service" ist unter anderem dazu da, Arbeitgeber für Ü-50 Sinnlos-Programme wie früher Perspektive 50+, jetzt $16i und ähnliches zu rekrutieren, und die ELOs dort hinein zu treiben.

Hintergrund meiner Frage ist, dass ich gerade eine EGV abwehre in welcher steht "Bei Kontaktaufnahme zum hiesigen Arbeitgeber-Service-Team aktive Mitarbeit an den dort vereinbarten Zielen." (siehe auch mein entsprechender Thread)

Mal abgesehen davon, dass das nicht vorher besprochen war und die Formulierung auch zu unbestimmt ist, wäre dieser Satz, wenn meine Vermutung stimmt, ja eine Blankovollmacht mich in beliebige Ü-50 Programme zu treiben.

Deshalb freue ich mich über Rückmeldungen, falls jemand Erfahrung mit diesem "Service" hat.

Dank+Grüße
chromoxidgruen
 

Karl Schmidt

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Der Arbeitgeberservice hat sich bei mir ab und zu gemeldet. Die vermitteln halt Jobs. Manche sind besser, manche schlechter. Ich konnte bisher ablehnen, wenn es nicht mein Fall war, allerdings hatte ich keine EGV, in der dazu was geregelt war.
 

Kerstin_K

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Erfahrungen habe ich nicht, aber als ich 2017 für 3 monate bei der AfA war, sagte meine Vermittlerin zu mir, ich solle mich nicht wundern, wenn ic vom AGS unpassende VVS bekäme, die würden nicht sogenau hinschauen.
 

Hennibowl

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Ich habe auch schon 3 - 4 Mails/Vorschläge mit Aufforderung zur Bewerbung erhalten, aber nie geantwortet bzw. mich beworben. Mein SB hat dazu auch nie etwas gesagt oder bemängelt.
 

Holler2008

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Kann @Kerstin_K bestätigen. Ich Kenne die von unzumutbaren Vermittlungsvorschlägen. Die schauen bei sowas einfach nicht ins Profil.
Dann bewerbe ich mich einfach nicht, wenn es nachweisbar unzumutbar ist.
 

chromoxidgruen

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Danke für Eure Antworten!
Hm, dann wollen die vielleicht, dass ich über die EGV gezwungen werden soll mich auf jeden Unsinn vom Arbeitgeberservice zu bewerben? Aber dafür wäre die Formulierung "aktive Mitarbeit an den dort vereinbarten Zielen" ziemlich eigenartig. :icon_kratz: Klingt mir irgendwie nach Intensivbelästigung ähm... -betreuung...

So, hab jetzt mal recherchiert. Hab ich es doch geahnt. Der Arbeitgeber-Service ist (zumindest beim hiesigen Jobcenter) tatsächlich Ansprechpartner für Firmen, die interessiert sind an §§16e+i Förderungen.

Förderinstrumente für Unternehmen:
Wir unterstützen die Eingliederung von Kundinnen und Kunden deren Vermittlung erschwert ist.
Bitte sprechen Sie uns deshalb zu möglichen Förderungen für Ihr Unternehmen, wie Eingliederungszuschuss bzw. Lohnkostenzuschuss an:
„16e“ Eingliederung Langzeitarbeitsloser
„16i“ Teilhabe am Arbeitsmarkt
„EGZ“ Eingliederungszuschuss (s. Flyer Agentur für Arbeit )

Mit anderen Worten, ich würde mit der Öffnungsklausel "aktive Mitarbeit an den dort vereinbarten Zielen" meine Rechte aus dem SGB II abtreten und mich selbst in besonders prekäre Arbeitsverhältnisse = Sklaverei verkaufen. Das werde ich sicherlich nicht tun, auch wenn es noch dauert bis §16e bei mir greifen würde (und $16i ist in gaaanz weiter Ferne). Werde das auch nochmal im EGV Thread erwähnen.
 
Zuletzt bearbeitet:

ZynHH

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In der Regel schickst du deine Bewerbung an den AGS, damit der eine Vorauswahl für den Arbeitgeber trifft.
So kenne ich den Ablauf.
 

chromoxidgruen

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Ok, man schickt also die Bewerbung wieder an den AGS der auch den Vermittlungsvorschlag geschickt hat.
Datenschutzrechtlich kommt mir das fragwürdig vor, die Bewerbung ans Amt zu schicken...
 

Kerstin_K

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Nein, Gibt Firmen, die anonym inserieren und man die Bewerbung ans Amt schicken muss. Sowas in der Art.
Der AGS ist quasi eine Personalagentur, die für Arbeitgeber kostenlos ist. Er sichtet die Bewerbungeb für den Arbeitgeber und trifft eine Vorauswahl. Und um eben genug Bewerbungen für die Arbeitgeber zu bekommen, die den AGS in Anspruch nehmen, löst der AGS eben auch VV aus.
 

ela1953

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Meine Erfahrungen waren positiv. Ist aber schon über 10 Jahre her.
1. Massenveranstaltung (über 20)für ein neues Çafè an der Sonne. Einer der Firma hielt einen sehr positiven Vortrag, alles alles nur toll.
Danach mussten wir sagen, ob wir Interesse haben. Das Nein musste begründet werden. Dann blieben 3 oder 4 da und die anderen konnten gehen.

2. Ca 10 waren geladen. Der SB erzählte über den Betrieb. Wer Interesse hatte gab ihm dann die Bewerbung, die er zur Firma mitnahm.

3. Der Arbeitgeber erzählte über seinen Betrieb und die Anforderungen in dem großen Raum wie bei 1.
Wer Interesse hatte ging dann in Raum 2. Er erklärte dann genauer. Bewerbung gab man ihm nicht. Man musste sich online bewerben

4. Ich bekam einen Anruf vom AGS, ob ich Interesse hatte. Konnte mich dann beim Betrieb bewerben. 2 Bewerbern nur wurde der AG genannt.
Hatte dann ein Vorstellungsgespräch und wurde genommen.
Da es sich um einen zusätzlichen Arbeitsplatz handelte, wurde der AG gefördert.
Jetzt als Rentnerin bin ich da noch während der Sommersaison als Aushilfe beschäftigt und verdien mir was zu meiner Rente dazu.
 

chromoxidgruen

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Hier im Forum hatte ich vor einiger Zeit auch eine EGV gesehen (weiß leider nicht mehr, welcher Thread das war) mit dem Passus:

"Im Rahmen eines Projektes schaltet das Jobcenter zur Unterstützung Ihrer Integrationsbemühungen in Beschäftigung ab Bewilligung der Leistungen den Arbeitgeberservice (AGS) der Agentur für Arbeit ein. Dauer des Pojektes 4 Monate. Das Projekt beginnt nach erfolgter Einladung durch den Arbeitgeberservice und dauert bis zu 4 Monate. Die wesentlichen Projektinhalte sind:
- Sie werden umfassend durch den Arbeitgeberservice betreut (Beratungs- und Vermittlungsgespräche, Telefonkontakte) und nehmen alle angebotenen Termine wahr
- Sie bewerben sich unverzüglich auf schriflich und mündlich/fernmündlich unterbreitete Vermittlungsvorschläge
- Sie nehmen in Absprache mit Ihrem AGS Betreuer an Gruppeninformationen teil"

Ich könnte mir vorstellen, dass man bei mir ähnliches im Sinn hat.

Dabei ist es z.B. unzulässig, die Wahrnehmung von Terminen per EGV mit 30% Sanktion zu bedenken, da für Meldeversäumnisse gesetzlich bereits 10% Sanktion festgelegt sind.

@ela1953
Ich freue mich, dass Du auf die Art einen Job gefunden hast der für Dich ok ist.
Stand bei Dir auch so ein Passus in der EGV dass Du mit dem Arbeitgeberservice zusammen arbeiten sollst?

Für mich halte ich das aber für wenig zielführend.
 
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