Hat hier jemand einen Pflegegrad aufgrund einer psychischen Erkrankungen beantragt und erhält vielleicht sogar Pflegegeld?

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BenjaminG

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Hallo,

hat hier jemand einen Pflegegrad aufgrund einer psychischen Erkrankungen beantragt und erhält vielleicht sogar Pflegegeld?

Gemachte Erfahrungen interessieren mich und ich wäre dankbar um einige Schilderungen.

Bei Berechnung meines Pflegegrads würde ich lt. pflegegrad-berechnen.de immerhin Pflegegrad 2 erreichen.
 

Susanne42

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Ich kenne jemanden, die hat zwar keinen Pflegegrad, aber ein persönliches Budget, das ist von der Summer her fast das Gleiche aber anderer Kostenträger
 
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Jo, hier. Habe PG 2 wegen der Psyche.

Natürlich klappte das erst im Widerspruch. Die MDK-Mitarbeiter haben nicht viel Ahnung von psychischen Erkrankungen.

Bei mir lief es dafür relativ "gut", schon beim ersten Gutachten wurde PG 1 bewilligt, aber einige wichtige Punkte von der Gutachterin absichtlich nicht berücksichtigt.
Das Gutachten aus dem Widerspruch ist immer noch falsch, aber da reichte es dann für PG 2.

Dass man eh meistens nen Widerspruch braucht, um Recht zu bekommen, weißt du ja vermutlich, wenn du hier im Forum schreibst. ;) Stelle dich darauf ein, dass es auch total verständnislose MDK'ler gibt, bei denen viel Unfreundlichkeit und 0 Punkte herauskommen (und freue dich, wenn es besser läuft ;) ). Bei der Psyche sind Berichte und "Beweise" wichtiger als bei körperlicher Pflegebedürftigkeit. Reha- und Klinikberichte, Bescheid über den GdB, Rentenbescheid, Arztberichte... Die MDK'ler nehmen sich zwar kaum Zeit, das zu lesen, aber eine Papierflut, die die Einschränkungen nachweist, macht Eindruck.

Wo es dann allerdings hakt sind die Pflegedienste, wenn man tatsächlich noch externe Hilfe in Anspruch nehmen will. Größtenteils sorgt mein Mann dafür, dass ich weder durchdrehe noch vereinsame, aber wir wünschen uns etwas Hilfe im Haushalt. Da sind wir bisher auf null Verständnis gestoßen, leider. Aber die Suche läuft noch.
 

Muzel

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TazD, ist Demenz denn eine physische Erkrankung? Die Bewegungsfähigkeit meiner Schwiegermutter ist nicht eingeschränkt und andere Fähigkeiten sind auch nicht bekannt. Der Internist hat gesagt, dass sie völlig fit ist.
 

Curt The Cat

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Moinsen BenjaminG und willkommen hier ...!

Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen.Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Pflegegrad bei psychischer Erkrankung, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als drei bis fünf Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

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:icon_wink:
 

Jenie

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Mein Sohn ist an Schizophrenie erkrankt - ist nicht alleine lebensfähig. Er würde nicht essen trinken geschweige seine Medis nehmen noch sich waschen etc. Ich mache alles nebst Behördenkram etc. Wenn ich mit ihm draussen laufe muss ich ihn laufend aus dem Weg ziehen da er keine Fahrräder kommen sieht etc. MDK war hier und zusammen mit einer Hilfe von der Awo legten wir vor usw. Ein Pflegegrad wurde kompolett abgelehnt. Formloser Widerspruch habe ich nun eingelegt und werde mit Hilfe nun seiner Soziotherapeutin Tagebuch anfertigen usw. Waren heute beim SOVD aber die nette sehr junge Dame dort hatte keine Ahnung von Psychischen Erkrankungen und meinte der MDK zahle nur bei körperlichen Einschränkungen. Sie wusste nichts vom neuen Gesetz das eigentlich psychisch erkrankte erfassen soll.

Die Pflegeberatung die zuvor hier war kommt auf einen Grad von 3. Also nix kann nicht sein und die Ablehnung ist Hahnebüchen - 2x die Woche nur Medikation - dabei gaben wir 2x täglich an und so weiter... Ich versuche es weiter und hoffe das wir wenigstens 1 bekommen da die Erkrankung doch ordentlich Zeit Geld und Nerven nimmt.
 

Mona Lisa

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Hier geht es um Pflegegrad, nicht um GdB.

Demenz gilt übrigens nicht als "psychische Krankheit", da sie als Folge einer organischen Hirnveränderung auftritt.

Allerdings gelten psychische Krankheit heute nach der Schulmedizin häufig als Stoffwechselkrankheiten im Gehirn, sind also auch physisch eigentlich.

Die Unterscheidung zwischen psychischen und physischen Krankheiten führt oft immer noch zu einer Stigmatisierung der "Verrückten". Ich (bipolare Störung) kann mich etwa nicht so outen wie Leute etwa mit Parkinson oder Leukämie.

Im Recht sollte es alleine nach den Einschränkungen gehen, die man hat.

LG

Mona Lisa
 

Mona Lisa

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Die Ursache der Demenz und de bipolaren Störung sind restlos nicht auch aufgeklärt.

Ja, deshalb schrieb ich ja "gilt" und "gelten". Es ist eben nicht so einfach wie bei einer körperlichen Krankheit, die etwa von Viren oder Bakterien verursacht werden.

Wenn eine von beiden Erkrankungen bei mir vorläge ,würde ich 0 Entschschädigung bekommen.

Das verstehe ich nicht ganz. Was für eine Entschädigung?

LG

Mona Lisa
 
E

ExUser 2606

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Ich kenne jemanden, die hat zwar keinen Pflegegrad, aber ein persönliches Budget, das ist von der Summer her fast das Gleiche aber anderer Kostenträger
Dasist Unsinn. Das PB ist nichts anderesals eine Zusammenfassung von Leistungen, die man auch einzeln beantragen könnte. Der zahlen de Kostenträger holt sich sicher einiges bei den anderen Trägern zurück.

Der Vorteil ist einfach, dass man die Leitungen aus dem PB selber nach den eigeen Bedürfnissen aufteilen und verplanen kann.
 

Susanne42

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Ja ich weiß. Aber man kann das halt über den sozialpsychiatrischen Dienst beantragen und muss sich nicht mit der Pflegekasse rumärgern.
Auch gibt es mehr Hilfeleistungen, zb Unterstützungen beim Einkauf, Tagestruktur usw. Bis zu 4 Wochenstunden im Monat und das ist deutlich mehr als die 125 Euro die es von der Pflegekasse dafür gibt, etwa das 4 Fache.
Der Fachausdruck ist : personenbezogene Hilfe für psychisch erkrankte Menschen
 

BenjaminG

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Moinsen BenjaminG und willkommen hier ...!

Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als drei bis fünf Worte rein ...

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:icon_wink:

Alles klar. Danke für den Hinweis und die Vervollständigung @Curt The Cat.
Jo, hier. Habe PG 2 wegen der Psyche.

Natürlich klappte das erst im Widerspruch. Die MDK-Mitarbeiter haben nicht viel Ahnung von psychischen Erkrankungen.

Bei mir lief es dafür relativ "gut", schon beim ersten Gutachten wurde PG 1 bewilligt, aber einige wichtige Punkte von der Gutachterin absichtlich nicht berücksichtigt.
Das Gutachten aus dem Widerspruch ist immer noch falsch, aber da reichte es dann für PG 2.

Dass man eh meistens nen Widerspruch braucht, um Recht zu bekommen, weißt du ja vermutlich, wenn du hier im Forum schreibst. ;) Stelle dich darauf ein, dass es auch total verständnislose MDK'ler gibt, bei denen viel Unfreundlichkeit und 0 Punkte herauskommen (und freue dich, wenn es besser läuft ;) ). Bei der Psyche sind Berichte und "Beweise" wichtiger als bei körperlicher Pflegebedürftigkeit. Reha- und Klinikberichte, Bescheid über den GdB, Rentenbescheid, Arztberichte... Die MDK'ler nehmen sich zwar kaum Zeit, das zu lesen, aber eine Papierflut, die die Einschränkungen nachweist, macht Eindruck.

Wo es dann allerdings hakt sind die Pflegedienste, wenn man tatsächlich noch externe Hilfe in Anspruch nehmen will. Größtenteils sorgt mein Mann dafür, dass ich weder durchdrehe noch vereinsame, aber wir wünschen uns etwas Hilfe im Haushalt. Da sind wir bisher auf null Verständnis gestoßen, leider. Aber die Suche läuft noch.

Hi @Caye, Danke für deine Info und die Tipps. Cool, dass es bei dir geklappt hat. Also bekommst du nun Pflegegeld überwiesen (welches z.B. als Arbeitsentgeld bzw. Aufwandsentschädigung für deinen Mann gedacht ist) und musst keine Belege einreichen?
Darf ich fragen wieviel Geld du circa erhältst?

Mein Sohn ist an Schizophrenie erkrankt - ist nicht alleine lebensfähig. Er würde nicht essen trinken geschweige seine Medis nehmen noch sich waschen etc. Ich mache alles nebst Behördenkram etc. Wenn ich mit ihm draussen laufe muss ich ihn laufend aus dem Weg ziehen da er keine Fahrräder kommen sieht etc. MDK war hier und zusammen mit einer Hilfe von der Awo legten wir vor usw. Ein Pflegegrad wurde kompolett abgelehnt. Formloser Widerspruch habe ich nun eingelegt und werde mit Hilfe nun seiner Soziotherapeutin Tagebuch anfertigen usw. Waren heute beim SOVD aber die nette sehr junge Dame dort hatte keine Ahnung von Psychischen Erkrankungen und meinte der MDK zahle nur bei körperlichen Einschränkungen. Sie wusste nichts vom neuen Gesetz das eigentlich psychisch erkrankte erfassen soll.

Die Pflegeberatung die zuvor hier war kommt auf einen Grad von 3. Also nix kann nicht sein und die Ablehnung ist Hahnebüchen - 2x die Woche nur Medikation - dabei gaben wir 2x täglich an und so weiter... Ich versuche es weiter und hoffe das wir wenigstens 1 bekommen da die Erkrankung doch ordentlich Zeit Geld und Nerven nimmt.

Hi @Jenie, ich habe auch die Diagnose Schizophrenie. In akuten Phasen, die bei mir zum Glück eher selten sind, bin ich ein absoluter Pflegefall. Ansonsten habe ich eher weniger Einschränkungen. Seit kurzem erhalte ich volle Erwerbsminderungsrente. Da mein Einkommen relativ niedrig ist (770€ Rente und ggf. 450€ Job) möchte ich es mal wenigstens versuchen, ob ein Anspruch auf Pflegegeld besteht. Ich denke durch meinen Verdienstausfall und der damit einhergehenden schlechteren Lebensqualität wäre eine Bewilligung gerechtfertigt.
Kann es vielleicht sein, dass wir uns aus dem ehemaligen psychose-online Forum kennen? Ich hatte unter dem Pseudonym „gerhard“ geschrieben.


@all: Liegt die Entscheidung bezüglich des Pflegegrads auch in den Händen der Krankenkassen oder ist allein der MDK dafür verantwortlich? Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass die eine oder andere Krankenkasse (z.B. meine) dahingehend eher gegen einen arbeitet.
 

HermineL

Super-Moderation
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In akuten Phasen, die bei mir zum Glück eher selten sind, bin ich ein absoluter Pflegefall. Ansonsten habe ich eher weniger Einschränkungen. Seit kurzem erhalte ich volle Erwerbsminderungsrente. Da mein Einkommen relativ niedrig ist (770€ Rente und ggf. 450€ Job) möchte ich es mal wenigstens versuchen, ob ein Anspruch auf Pflegegeld besteht. Ich denke durch meinen Verdienstausfall und der damit einhergehenden schlechteren Lebensqualität wäre eine Bewilligung gerechtfertigt.
Wie @Kerstin_K schon treffend sagte hat das nichts mit deinem Verdienstausfall zu tun sondern einzig damit ob du eine Pflege brauchst oder nicht. Die Hürden sind recht hoch dabei. Ich denke du hast eine etwas falsche Vorstellung davon. Pflegegeld gibt es erst ab Pflegegrad 2 (316 Euro) und dafür musst du schon erhebliche Einschränkungen haben.
Du kannst dich ja hier einmal ein wenig einlesen:

Liegt die Entscheidung bezüglich des Pflegegrads auch in den Händen der Krankenkassen oder ist allein der MDK dafür verantwortlich?
Der MDK erstellt das Gutachten und gibt der KK eine Empfehlung, Daran kann die KK sich halten muss es aber nicht. Wenn die KK trotz einer positiven Einschätzung des MDK ablehnt sollte man in Widerspruch gehen.
 

BenjaminG

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Ist mir schon klar, dass ich keinen Anspruch auf Pflegegeld habe alleine aufgrund meines Verdienstausfalls, sondern ein tatsächlicher Pflegebedarf bestehen muss (bei mir in stabilen Phasen eher gering, in akuten Phasen erheblich). Ich meinte das mit dem Verdienstausfall rein subjektiv, denn ich stehe mittlerweile mein halbes Leben finanziell ziemlich schlecht da. Und da möchte ich alles versuchen, um ein paar zusätzliche Gelder zu erhalten.
 
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Wir betreuen einen psychisch erkrankten Freund. Er hatte auf Anhieb nach der entsprechenden Prüfung die Pflegestufe 2 zugeteilt bekommen.
 

BenjaminG

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