Hat eine "Stelleninformation" dieselbe Sanktionierbarkeit wie ein "Vermittlungsvorschlag"?

Nina89

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Kurzum: Seit 2 Jahren habe ich zum ersten Mal wieder eine Stelleninformation auf die ich mich dem Schreiben zufolge bewerben soll bekommen.

Zitat: "... ich möchte Sie hiermit auf ein Stellenangebot (Arbeitsplatz) aus unserer JOBBÖRSE, das nicht durch die Agentur für Arbeit betreut wird hinweisen:"

Ebenso: "Bewerben Sie sich bitte umgehend über,,,"

Und: "Bitte teilen Sie uns das Ergebnis Ihrer Bemühungen mit."

Zum Schluss: "Dieses Schreiben wurde mit hilfe einer elektronischen Datenfertigungsanlage gefertigt und ist deshalb nicht unterschrieben. Für seine Rechtswirksamkeit ist die Unterschrift nicht erforderlich."

Eine Rechtsfolgenbelehrung war nicht enthalten.

In meiner EGV steht lediglich dass ich mich auf Vermittlungsvorschläge bewerben muss: "Ich bewerbe mich umgehend auf einen Vermittlungsvorschlag und werde spätestens 3 Wochen nach Erhalt eines Vermittlungsvorschlages... das Ergebnis... mitteilen"

Damals hab ich mich nie auf Stelleninformationen beworben da es ja heißt es müsse entweder eine RFB enthalten sein oder in der EGV explizit "Stelleninformation" im Wortlaut genannt werden. Ist dies noch immer so? Also kurzum muss ich mich erst wirklich dann bewerben wenn im Schreiben statt "Stelleninformation" "Vermittlungsvorschlag", so wie in meiner EGV festgelegt steht, also wortwörtlich? Oder kann das JC das so drehen dass die Stelleninformation als VV gilt?

Werden dem AG bei Stelleninformationen meine Daten zugeschickt? Dies ist nämlich ein Grund für meine Sorge: Früher stand in meinen "Stelleninformationen" explizit dass dem AG meine Daten nicht weitergegeben wurden und dass es sich um ein unverbindliches Stellenangebot handele (deshalb hab ich mich früher nie auf solche Stelleninformationen beworben). Dies ist hier nun nicht mehr so.

Kriegen denn die AGs auch bei Stelleninformationen ein solches "Petzformular" wie bei VVs?

Wie dem auch sei, die große Frage ist ob hier der Wortlaut "Vermittlungsvorschlag" ausschlaggebend ist damit sich der SB auf meine EGV berufen kann oder on eine Stelleninformation neuerdings rechtlich einem Vermittlungsvorshclag gleichzusetzen ist?
 

Curt The Cat

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo Nina89 ... ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

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"Stelleninformation" vs "Vermittlungsvorschlag" und das Thema der Sanktionierbarkeit
 

Nina89

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Ohne EGV nein, mit EGV (vermutlich ) ja, es sie denn die Stelle ist nicht zumutbar
Also kann ich mich nicht auf den Wortlaut in meiner EGV berufen, in der ja wortwörtlich steht "Vermittlungsvorschlag", also nicht "Stelleninformation", auf die ich mich bewerben muss (das Wort Stellenuinformation kommt nicht einmal vor in der EGV).
Ich war wie gesagt bisher der Auffassung nur wenn das Schreiben die Überschrift "Vermittlungsvorschlag" hat lässt sich daraus ein bezug zum Passus in meiner EGV schließen und dass dann die RFB aus meiner EGV greift und ich somit gegen meine Vertragspflichten verstoße. Wenn das der Fall ist, also dass das JC das nennen kann wie sie wollen und dann behaupten kann dass eigtl. ein Vermittlungsvorschlag gemeint war, ist die ja wirklich Behörden Willkür.
 

xj3Qr1nL7ys

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Also ich habe die Stelleninformationen damals trotz EGV ignoriert. Ist nichts passiert, aber auch schon ein paar Jahre her.

Ebenso: "Bewerben Sie sich bitte umgehend über,,,"

Und: "Bitte teilen Sie uns das Ergebnis Ihrer Bemühungen mit."

An diesen Wortlaut kann ich mich allerdings nicht erinnern. Aber das Wort "Bitte" könnte man schon sehr wohl als starkes Indiz dafür werten, dass es keinen Zwang gibt. Vor allem im vorhandenen Kontext... Eine Garantie kann ich dir selbstverständlich auch nicht geben, ausser dafür, dass meine Erfahrungen authentisch sind. 🙂

LG xj3Qr1nL7ys
 
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Draisine

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Ich fand unter dem Suchmodus Arbeitsvermittler. de/arbeitsvermittlung/stellenvorschlag-oder-stelleninformation eine sehr gute Beschreibung der Kriterien zur Unterscheidung. Wegen dieser Unterscheidungen hätte das auch komplett ergänzend in Deiner EGV erwähnt werden müssen. Den Hinweis auf der vorgenannten Homepage auf eine vielleicht nicht zumutbare Stelle via Stellenvorschlag kann ich zudem nachvollziehen und unterstreichen. Ich habe noch nie Schwierigkeiten bekommen, wenn ich mich nicht bewarb oder weiterhin nicht bewerbe. Aber-von mir bekommt das JC seit Jahren komplette Nachweise /nfos zu Vorstellungsgesprächen, die ich selbst regelmäßig dem JC liefern kann. Wenn du also ansonsten andere Bewerbungen etc.vorweist und dazu den mögliichen Pferdefuss der Stelleninformation durch Recherche entdeckst, dazu notierst und abheftest, für mögliche Nachfragen des SB, dann ist das schon eine sehr gute Absicherung gegen mögliche Unwägbarkeiten im Nachhinein daraus. Ich empfehle Recherchen dazu, wieviel Schlüsselkompetenzen fehlen Dir bezüglich der Anforderungen. Wird ein AVGS gebraucht? und dazu noch eine Schulung erforderlich? BEIDES würde Dir nicht finanziert. Hat die Firma ggf. schon Insolvenz angemeldet? Zahlt der AG evtl.den Lohn nicht? Dazu Erfahrungsportale von ehemaligen Mitarbeitern durchsuchen. Ich habe selbst schon Firmen konfrontiert, mit den Verlinkungen, sogar bei VV und nachgefragt, ob sie angesichts dessen noch ein Vorstellungsgespräch für sinnvoll erachten.Den meisten AG war das dann besonders peinlich, haben sich für die Hinweise aber noch online bedankt und selbstverständlich von einem Vorstellungsgespräch absehen. ☺️.
 
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Holler2008

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Also ich habe die Stelleninformationen damals trotz EGV ignoriert. Ist nichts passiert, aber auch schon ein paar Jahre her.
Lief bei mir exakt genau so ab, auch schon vor einiger Zeit.

Da auf Vermittlungsvorschlägen immer noch "Vermittlungsvorschlag" steht, würde ich in der Praxis durchaus darauf bestehen dass die EGV nicht für Stelleninformationen gilt. Nach meiner Vermutung kommt es gar nicht so weit, dass die sanktionieren wollen.
 

Steppenwolf84

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Da ich auch öfter Stelleninformationen in letzter Zeit erhalte statt VVs und auch ich mich per EGV auf VVs bewerben muss aber von Stelleninformationen nichts drin steht, ist dies auch ein Thema das mich beschäftigt hat. Hierzu habe ich etwas recherchiert und es scheint dass die Arbeitsagentur hier eine klare und unmissverständliche Stellung bezieht in Merkblatt 2: Vermittlungsdienste und Leistungen:

"Bitte beachten Sie, dass eine Ablehnung eines Vermitt
lungsvorschlags mit Rechtsmittelbelehrung eine Sankti
onsprüfung zur Folge haben kann. Anders verhält es

sich bei der sogenannten Stelleninformation. Eine Be
werbung darauf ist Ihnen freigestellt."

Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/datei/merkblatt-2-vermittlung_ba015379.pdf

Zwar steht hier bei VVs explizit drin dass eine RFB vonnöten ist, jedoch finde ich sollte das Merkblatt zu besseren Transparen erläutern dass die RFB auch über die EGV erfolgen kann und ebenso rechtskräftig ist. Dennoch, was ich hier mitnehme ist dass seitens des JC eine klare Differenzierung zwischen VV und Stelleninformation gemacht wird und klar ausgedrückt wird dass eine Stelleninformation freiwillig und nicht sanktionierbar ist.

Auch ich wurde von meiner Sachbearbeiterin noch nie über sowas aufgeklärt, aber falls man jemals vom SB wegen Nichtbewerbung auf eine Stelleninformation unter Druck gesetzt werden sollte kann man ja diese Merkblatt als Grundlage nehmen. Meines Erachtens nach ist solche ein Mangel an Aufklärung des Erwerbslosen seitens des JC bzw. eine wohl absichtliche Untransparenz sehr unfair und führt zu eben jenem Misstrauensverhältniss zw. Erwerbslosem und JC. Es sollte meines Erachtens nach Niemals Unklarheit über seine Rechte und Pflichten bestehen. Sowas gehört entweder in die EGV oder sollte in der Stelleninformation notiert sein, dass ein Nicht Bewerben mit keinen Sanktionen behaftet ist. Genauso sollte natürlich alles was sanktionsbehaftet ist unmissverständlich geschildert sein. Das ist bei diesen Stelleninformationen nicht der Fall. Aber das geht über die Fragestellung hier hinaus.
 
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Holler2008

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finde ich sollte das Merkblatt zu besseren Transparen erläutern dass die RFB auch über die EGV erfolgen kann und ebenso rechtskräftig ist.
Hm, das SG Gießen sagt jeder VV braucht eine eigene RFB (Az. S 29 AS 676/11 v. 14.01.2013 Urteil )Auch zum Beispiel eine RFB zu einem anderem VV den man zeitgleich bekommt gilt nur für den einen VV.

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass die Rechtsfolgenbelehrung konkret, richtig, vollständig und verständlich sein muss und zeitnah im Zusammenhang mit einem Arbeitsangebot ergehen muss (BSG v. 10.12.1981 – 7 Rar 24/81 – BSGE 53, 13, 15 = SozR 4100 § 119 Nr. 18)
Man merke sich hier "zeitnah im Zusammenhang mit einem Arbeitsangebot". Eine RFB in einer EGV erfüllt das nur, wenn man direkt zusammen mit der EGV (oder dem VA) einen VV bekommt.
 

Antihartzer19

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Ich verstehe nicht das sich das Amt das selbst so kompliziert macht? Was hindert denn den Sachbearbeiter automatisch mit jeden VV die "Taste" RFB (Textbaustein) zu drücken und es mit auszudrucken? Und schon sind alle weiteren Debatten wie es zu interpretieren wäre obsolet.
 

Antihartzer19

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Kerstin_K

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Dem könnte man nur Einhalt gebieten, wenn alle elos bei unpassenden VVs die Rückmeldebogen mit entsprechender Begründung an die SBs zurückschicken. >die müssen quasi in den Papierbergen ersticken, damit sie es endlich merken.

Stattdessen bewerben sich die meisten wie die Lemminge auf alles aus Angst vor Sanktionen, egal wie sinnnfrei die Bewerbung ist. das ist einer der Gründe, warum seröse Arbeitgeber die Jobbörse der AfA meiden. die haben nämlich weder Luust noch Zeit, sich durch Berge von unpassenden Bewerbungen zu arbeiten.
 

bondul

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Ich fand unter dem Suchmodus Arbeitsvermittler. de/arbeitsvermittlung/stellenvorschlag-oder-stelleninformation eine sehr gute Beschreibung der Kriterien zur Unterscheidung.


Ich bin mal diesem Hinweis gefolgt, das Ergebnis sollte die Frage von @Nina89 nach dem Aussagewert einer "Stelleninformation" beantworten:
[..] Eine Stelleninformation ist ein Hinweis auf eine möglicherweise passende Stelle. Es besteht keine Pflicht zur Bewerbung. Aber auch hier sollten Sie ggf. bei der nächsten Vorsprache in der Agentur Ihren Arbeitsvermittler informieren. [..]
arbeitsvermittler.de

Ich habe mich das vor Kurzem auch gefragt, hier noch eine Antwort aus dem Forum:
[..]
Stellenangebot = aus der Zeitung oder einer fremden Stellenbörse.
VV ohne RFB = SB ist der Meinung, dass das passen könnte und HE soll mal ein Auge darauf werfen.
VV mit RFB = die Stelle passt perfekt vom Profil und der Zumutbarkeit.
~> VV müssen von der BA betreut werden. D. h.: Sie haben auch eine JOBBÖRSE-Referenznummer.
Meine Sichtweise.

lg, bondul
 

Ramteid

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Wobei man die Rückmeldebögen ( wenn mit RFB) immer zurück senden muss, egal wie gut es passt oder nicht. Aber in der Tat, jeder Elo sollte einen Stempel draufknallen: Unpassend
 

franzi

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Das mit dem "unpassend" ist ein schwammiger Begriff. Soweit die Stelle zumutbar ist, ist sie auch passend, selbst wenn man das als Kunde anders sieht ...
Ich habe nur solche Stellenangebote zurückgewiesen, ohne mich zu bewerben, wo offensichtlich eine krasse Diskrepanz zwischen meinem Profil und den Anforderungen in dem Stellenangebot vorhanden war.
Bei vielen Jobs kann man angelernt werden oder sich durch interne Weiterbildung die Kenntnisse aneignen, die man für den Job braucht.
Solange keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen, kann man sich aus der "Nicht-passend-Nummer" nicht so einfach rauswinden.
 

Holler2008

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Das steht aber normalerweise auf jedem VV drauf, dass man den Rückmeldebogen bis ... zurücksenden soll.
Das ist nicht verbindlich. (und mit einer Frist "bis..." wie du schreibst, habe ich das noch nie gesehen.)
Irgendwo in einem anderen Thread hier kam der Vorschlag den Bogen gleich mit der Bewerbung immer zurückzusenden. Man hat sich beworben aber noch keine Antwort.???
Das habe ich so in einer Maßnahme beigebracht bekommen und öfters im Forum erwähnt.
Alles durchstreichen und handschriftlich darauf "beworben, Antwort steht aus." Habe ich lange so gemacht. Mittlerweile werfe ich die Rückmeldungsbögen nur noch weg.
 

Lelek

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Ich hab die nur verwendet, wenn ich noch meine Eigenbemühungen vollkriegen musste. Und immer schön 5 Euro pro Bewerbung kassiert.

Ansonsten immer ignoriert, aber vorsichtshalber abgeheftet in einem extra Ordner. Falls da hinterher irgendwer was falsches behauptet.
 
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