Harz 4 und Krankenversicherung

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Hilfee

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Hallo liebe Gemeinde,

ich habe einige Fragen zu Harz 4 und Krankenversicherung.

Ich habe von meiner Krankenversicherung ein Schreiben bekommen, wo drin steht, dass meine Krankenversicherung noch " ungeklärt " ist. In meiner Krankenkasse bin ich schon über 10 Jahre ( Gesetzlich versichert ).

Mein Antrag auf Harz 4 ist erst noch in bearbeitung und es ist noch nichts entschieden ( bin mir aber sicher, dass ich den Bewilligungsbescheid bekomme ).

Dazu habe ich noch einen GdB von 30 und bin immer auf Medikamente, teilweise auf Therapeutische Maßnahmen angewiesen.

Fragen:
  1. ist in diesem Fall, der Krankenversicherungsschutz nicht vorhanden, bei einem noch laufenden Bewilligungsbescheides ?
  2. wie verhällt es sich, wenn ich ärztliche Hilfe brauche, um meine Medikamente zu erhalten auf die ich angewiesen bin ?
Dazu habe ich ein Formular meiner Krankenversicherung bekommen wo ich einen Fragebogen ausfüllen soll.
  • Darin stehr z.B. Ich bin arbeitslos ( Bewilligungsbescheid Kopie )
  • ich bin selbstständig ( freiwilligen Versicherung )
  • ich möchte mich freiwillig versichern
usw.

Jetzt weis ich auch keinen Rat der mir in dieser Situation weiterhilft.

Vielleicht hat der ein oder andere schon Erfahrungen oder kann mir zumindest sagen was man tun sollte.

Gruß
 

ZynHH

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Dort gibst du an, das du erwerbslos gemeldet bist und du den bescheid nach reicht, sobald er dir vorliegt.

Klar bist du krankenversichert. Einen nicht versichert status gibt es nicht mehr.
 

Kerstin_K

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Wie lange ist Dein Antrag denn schon in Bearbeitung? Die Nachversicherung gilt eigentlich nur fuer 4 Wochen.

Was man machen kann, wenn genug Geld da ist: Freiwillige Weiterversicherung. Kostet ca. 170 EUR im Monat. Wenn dann die Anmeldung durch das JC erfolgt, bekommt man das Geld zurueck.

Wuerde ich aber mit der KK absprechen. Wenn die Bewilligung bald kommt, ist das nur Hin- und Hergebuche.
 

Alkib

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Eine übergangsfrist von 6 Wochen ab Ende des alten versichertenstatus gilt immer. In der Zeit sollte die Klärung herbeigeführt sein. Solange gilt die alte Krankenvers.
 

Kerstin_K

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Eine übergangsfrist von 6 Wochen ab Ende des alten versichertenstatus gilt immer. In der Zeit sollte die Klärung herbeigeführt sein. Solange gilt die alte Krankenvers.
Wie kommst Du auf sechs Wochen? Ich kenne nur vier.
 

Alkib

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Kerstin hat recht : nur noch vier Wochen Übergangsfrist. Pardon!

Gruß alkib
 

ZynHH

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Nichts desto trotz bleibt man versichert.:wink:
 
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Hilfee

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Hallo, und vielen Dank für eure Infos.

Nein, Geld für eine Private habe ich nicht.

Bei mir sind die vier Wochen schon um, da bei mir noch entspr. Papiere besorgt werden müssen.

Also, so wie ich es gelesen habe, bleibt man Krankenversichert auch wenn die 4 Wochen um sind ? Ist das so richtig ?

Bleibt dann die "alte" Krankenkasse weiterhin bestehen und müssen anfallende Arztkosten weiter übernommen werden ? Da ich auf Medikamente angewiesen bin, muß ich regelmäßig zum Arzt, teilweise zu einem Facharzt gehen.


Bin da eben noch unsicher, da ich doch dringend zum Arzt muß und ich nicht gegangen bin.
 

ZynHH

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Wir haben in Deutschland eine Krankenversicherungpflicht, es entstehen Schulden bei deiner letzten Krankenkasse, für die Zeiträume, in denen du keine Beiträge zahlst oder das jc keine für dich zahlt. Du bist aber versichert. Nicht aus den Augen verlieren, wen du dich bei der kk nicht meldest, gehen die von einem Mindesteinkommen aus und es sind ratzfatz hohe Schulden da. Mindestbeitrag liegt so bei 160€ inkl.pflegeversicherung, wenn du dich nicht meldest, das dreifache....
 
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Hilfee

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Hallo ZynHH,

vielen Dank für deine Rückantwort. Ich habe das Schreiben meiner Krankenkasse ausgefüllt ( arbeitslos: ja

"ich reiche den Bewilligungsbescheid nach, sobald dieser bearbeitet und mir zugesand wurde". Dann noch die entspr. ARGE eingetragen und meine " Kundennummer" ).

Ich hoffe das reicht vorerst. Wenn nicht, bitte hier schreiben, wie ich das " anders" formulieren soll.

Nochmals vielen Dank
 

jockel

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Hallo liebe Gemeinde,

ich habe einige Fragen zu Harz 4 und Krankenversicherung.

Ich habe von meiner Krankenversicherung ein Schreiben bekommen, wo drin steht, dass meine Krankenversicherung noch " ungeklärt " ist. In meiner Krankenkasse bin ich schon über 10 Jahre ( Gesetzlich versichert ).

Mein Antrag auf Harz 4 ist erst noch in bearbeitung und es ist noch nichts entschieden ( bin mir aber sicher, dass ich den Bewilligungsbescheid bekomme ).

Dazu habe ich noch einen GdB von 30 und bin immer auf Medikamente, teilweise auf Therapeutische Maßnahmen angewiesen.

Fragen:
  1. ist in diesem Fall, der Krankenversicherungsschutz nicht vorhanden, bei einem noch laufenden Bewilligungsbescheides ?
  2. wie verhällt es sich, wenn ich ärztliche Hilfe brauche, um meine Medikamente zu erhalten auf die ich angewiesen bin ?
Dazu habe ich ein Formular meiner Krankenversicherung bekommen wo ich einen Fragebogen ausfüllen soll.
  • Darin stehr z.B. Ich bin arbeitslos ( Bewilligungsbescheid Kopie )
  • ich bin selbstständig ( freiwilligen Versicherung )
  • ich möchte mich freiwillig versichern
usw.

Jetzt weis ich auch keinen Rat der mir in dieser Situation weiterhilft.

Vielleicht hat der ein oder andere schon Erfahrungen oder kann mir zumindest sagen was man tun sollte.

Gruß
Solange Du keinen Alg I- oder ALG II-Bewilligungsbescheid oder eine Verlängerung davon nicht hast, bist Du nicht kranken- und pflegeversichert. Also mußt Du Dich überbrückungsweise wie ein Selbstständiger auf freiwilliger Basis krenken- und pflegeversichern, also aus Deinen Ersparnissen die aufdiktierten Beiträge der Krankenversicherung bezahlen. Dazu brauchst Du ein Girokonto und die Erteilung der Einzugsermächtigung an die Krankenkasse, damit diese regelmäßig vom Girokonto den geforderten Betrag per Lastschrift einziehen kann.

Hast Du dann den Alg I- oder ALG II-Bewilligungsbescheid in den Händen, ist dessen Datum wichtig, ab wann dieser Bescheid wirksam ist. Ist er rückwirkend, muß die Arbeitsagentur oder das Jobcenter auch rückwirkend die Beiträge an die Krankenkasse entrichten und die Krankenkasse die freiwillig geleisteten Beiträge an Dich zurückerstatten.

Bei der freiwilligen Beitragsleistung wirst Du behandelt wie ein Berufstätiger. Der Gesetzgeber erfindet eine fiktive (also frei erfundene) Höhe eines beitragspflichtigen Bruttoarbeitsverdienstes, der die Grundlage der "freiwilligen" Beitragserhebung für die Kranken- und Pflegeversicherung darstellt.

Die genaue Rechtsgrundlage nach SGB V erfährst Du kostenfrei für die freiwillige Krankenversicherung von Deiner Krankenkasse bzw. von der Unabhängigen Patientenberatung (UPD), die unsere Bundesregierung in volksfeindlicher Absicht privatisiert hat. Vorher war die UPD in den neutralen Händen der Verbraucherzentralen, der Sozial- und Wohlfahrtsverbände. Die BRD wird schrittweise ideologisch neoliberal verseucht, ganz im Sinne der regierenden Unternehmerparteien CDU/CSU.

Die freiwillige Kranken- und Pflegeversicherung hatte ich als Erwerbsloser am eigenem Leibe durchgemacht, nachdem mein Arbeitslosengeld abgelaufen war und Arbeitslosenhilfe nicht bewilligt wurde, weil ich Ersparnisse über der Schonvermögensfreigrenze noch hatte. Damals gab es noch Alg für 32 Monate nach dem letzten Arbeitsverhältnis.

https://www.patientenberatung.de/de

Der GdB spielt für die Beitragserhebung der Kranken- und Pflegeversicherung keine Rolle und auch nicht beim Alg I oder ALG II. Bei Alg I und ALG II gibt es keinen Behindertenpauschbetrag, der einen höheren Zahlbetrag durch einen höheren GdB bewirkt wird. Erwerbslose sind im Alg I und ALG II gesund und nicht behindert.

Erwerbslose können bei bestimmten medizinischen Versorgungsbedingungen und Schonkost eine Mehraufwandsentschädigung bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter beantragen.

Hättest Du ein sozialpflichtversichertes Arbeitsverhältnis mit einem Bruttoarbeitsverdienst, dann wirkt auch der Behindertenpauschbetrag auf die Lohnsteuer und damit auf den Nettoarbeitsverdienst, der nach der Höhe des GdB gestaffelt ist.
 

jockel

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Wie lange ist Dein Antrag denn schon in Bearbeitung? Die Nachversicherung gilt eigentlich nur fuer 4 Wochen.

Was man machen kann, wenn genug Geld da ist: Freiwillige Weiterversicherung. Kostet ca. 170 EUR im Monat. Wenn dann die Anmeldung durch das JC erfolgt, bekommt man das Geld zurueck.

Wuerde ich aber mit der KK absprechen. Wenn die Bewilligung bald kommt, ist das nur Hin- und Hergebuche.
Mit der Nachversicherung meinst Du die Nachwirkung der Kranken- und Pflegeversicherung nach Ende eines zuletzt ausgeübten, sozialpflichtversicherten Arbeitsvertragsverhältnisses. Sind die 4 Wochen überschritten, sollte man sich notgedrungen überbrückungsweise freiwillig kranken- und pflegeversichern. Also müßten Arbeitsagentur oder Jobcenter innerhalb der 4 Wochen den Bewilligungsbescheid ausgestellt haben.
 
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Hilfee

Gast
Hallo,

ja, ist schon über 4 Wochen her. Das lag aber teilweise auch an mir. ZynHH vom 28.08.2016 hat geschrieben:

Wir haben in Deutschland eine Krankenversicherungpflicht, es entstehen Schulden bei deiner letzten Krankenkasse, für die Zeiträume, in denen du keine Beiträge zahlst oder das jc keine für dich zahlt. Du bist aber versichert. Nicht aus den Augen verlieren, wen du dich bei der kk nicht meldest, gehen die von einem Mindesteinkommen aus und es sind ratzfatz hohe Schulden da. Mindestbeitrag liegt so bei 160€ inkl.pflegeversicherung, wenn du dich nicht meldest, das dreifache....
Da ich jetzt erst wieder in 4-5 Wochen zum Arzt muß, ist der Bescheid ( hoffentlich ) durch und bewiligt. Einen Anspruch darauf habe ich ( Jobcenter gefragt ).

Gruß
 
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