HartzIV & Wohnriester - wieviel darf ich einzahlen?

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lmke

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Guten Morgen,

ich möchte gerne einen Wohn-Riester Bausparvertrag abschließen und in diesen 200.- EUR monatlich einzahlen. Leider weiß ich nicht ob das überhaupt erlaubt ist. Mein für Finanzen zuständiger SB wollte mir keine Auskunft geben und schoss sich lieber direkt darauf ein was mir den einfällt Vermögensbildung auf Kosten des Staates... (O-Ton)

Über Google habe ich leider in Eigenrechere bisher nichts wirklich brauchbares finden können. Ich stieß auf § 10 a EStG und § 12 Abs. 2 Nr. 2 SGB II. Aus diesen werde ich mangels Jurastudium allerdings nicht wirklich schlau. Daher hoffe ich ihr könnt mir hier weiterhelfen.

Kurz zu den Hintergründen: Ich wohne zusammen mit meiner Lebenspartnerin und unseren gemeinsamen Kindern (1 & 3 Jahre) in einer vier Personen BG. Derzeit gehe ich auf 450€ arbeiten, sie ist in Elternzeit. Von den 450€ bleiben mir 170€. Demnächst wird mein 450€ Verhältniss hochgestuft auf 40 Stunden / Woche Vollzeit bei 9€ brutto. Mir bleiben davon dann monatlich ca. 1145€ netto. Laut diversen ALG2 Rechnern werden mir davon ca. 820€ angerechnet und unter Berücksichtigung der annerkannten KDU und Kindergeld bliebe ein monatlicher Anspruch auf aufstockende ALG II Leistung von ca. 694€. Da die Kinder ab Herbst in die Kita bzw. den Kiga gehen, hat meine Partnerin bereits für die Zeit eine 450€ Anstellung in Aussicht. Gerne würde sie auch einen Midijob annehmen, was mangels Verfügbarkeit aber schwer wird.

Trotz meiner Vollzeit Tätigkeit und ihrem Minijob wären wir laut Rechner aber weiterhin Auftsocker. Deshalb die Frage, wieviel darf ich in den Wohnriester als Aufstocker, monatlich einzahlen?
 

ZynHH

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ALGII ist tatsächlich nicht gedacht, um Vermögen daraus zu bilden.

Du darfst als Vermögen 150€ pro Lebensjahr haben, wenn mich nicht alles täuscht.

Der Riester Vertrag müsste zudem einen verwertungsauschluss haben, d.h. du kommst an das Geld erst ran, wenn du in Rente gehst..... So mein Wissensstand. Es melden sich sicherlich noch mehr.

Ob Riester überhaupt Sinn macht, muss wohl jeder für sich ausrechnen, ob er alt genug wird.

Stand 2015 muss man 40 Jahre brutto 2.100 € haben, um nicht in der Grundsicherung zu landen.... Und dann wird Riester wieder angerechnet, bevor aufgestockt wird....ob ein Haus dann immer noch 90m2 haben darf?
 

lmke

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Das eine Vermögensbildung über normalen Wege nicht erlaubt oder nur begrenzt machbar ist war mir klar. Aber rein über Riester (Wohnriester gehört ja auch dazu), zweckgebunden, ist es ja erlaubt. Nur kann ich nirgendwo etwas dazu finden bis zu welcher Höhe es erlaubt ist oder ob es überhaupt eine Begrenzung gibt.
 

ZynHH

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Macht das wirklich Sinn, im Leben an der Armutsgrenze entlang zuschrammen nur damit das ersparte im Alter nichts verändert?

Du darfst soviel du kannst beiseitelegen.
Was du mit dem Geld machst, ist dir überlassen. Du solltest aber auch bedenken, dass mal etwas größeres angeschafft werden muss, weil kaputt. Dann kommst du an dein Erspartes nicht heran.....
 

Ozymandias1

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In Riester kann man gefördert maximal 2100 Euro im Jahr einzahlen - 154 Euro Förderung vom Staat und Zulagen für Kinder.

Alles darüber hinaus kann man ungefördert einzahlen, dass ist dann nicht vor Pfändungen geschützt und muss als Vermögen angerechnet werden.

Durch die Zahlungen solltest du mehr Steuer zurück bekommen, wer bekommt die Steuerrückerstattung? Die wird doch angerechnet?


Ich würde mir eher das Minimum einzahlen und die alle Zulagen abgreifen. Es stehen euch 2x154 Euro Zulagen und 2x300 Euro Zulagen für die Kinder zu. Über 20 Jahre läppert sich das.

Man braucht in der Regel 2 Verträge, wenn man beide 154 Euro Zulagen möchte.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Den Riester kannste vergessen, weil das immer auf die Rente angerechnet wird.
Gebt das Geld lieber für die Kinder aus, damit die besser versorgt sind.
Oder spar das für einen Urlaub.
 
E

ExitUser

Gast
Ich überlege es gerade auch, ob das Sinn machen könnte.

Dabei kann bei Aufstockern eine zusätzliche Pauschale von 100 € beim Erwerbseinkommen gewährt werden, obwohl man sehr viel niedrigere Beiträge einzahlt.

Wohnriestern ist allerdings wegen der eher geringen Höchstbeträge wohl nicht geeigenet. Da kommt am Ende nicht genug für Eigentum raus.

Wie gesagt, darf man ja nur die maximal förderfähige Höchsteinlage einzahlen.

Riester für Aufstocker - Philip Pfeiffer - Ihr unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler in Osterholz-Scharmbeck (OHZ) und umzu

Natürlich lohnt sich das nur, wenn auch wirklich eine Rente über der Grusi erreicht werden kann.

Ich hatte eine übersichtliche Broschüre hierzu gefunden:

Altersvorsorge mit wenig Geld: Ratgeber der Verbraucherzentrale zu Altersvorsorge + Rente. Die Themen des Buches: kostengünstige Altersvorsorge, Vorsorgeförderung

Bei Interesse gerne PN!:wink:
 
E

ExitUser

Gast
Ganz allgemein, Riester lohnt sich nicht,. weil dieser auf die Rente angerechnet wird, ist nicht ganz korrekt.

Bei einem Wohn-Riester ist ja zu erwarten, das Wohneigentum angeschafft werden soll. Ein Wohnriester ist nicht an die Rentengrenze gebunden.
WENN jetzt außerhalb von ALGII (in vielleicht mehreren Jahren) Wohnriester zur Wohneigentumbeschaffung benutzt wird, ist nichts dagegen einzuwenden. Allerdings WENN es nicht geplant ist, kommt bei Wohnriester nichts heraus.
Grundsätzlich ist Riester NICHT auf ALGII anrechenbar, EGAL wieviel im Riester ein gezahlt worden ist.
Es gibt zwar nach § 12 SGBII Vermögensgrenzen, die eingehalten werden müssen, jedoch Riester-Verträge sind IMMER unantastbar!!!!

Mehr einzahlen würde ich allerdings nicht, da KEINE Vorteile entstehen. Es sei denn, das eine hohe Verzinsung (die NICHT anrechenbar ist) vorliegt.
Einen Vorteil bei den abzugsfähigen Kosten nach § 11 SGBII habt ihr auch nicht, da bei Euren zustehenden Prämien keine monatliche Abzugsfähigkeit besteht.

Beispiele:
Laut § 11 SGBII sind Riesterbeiträge beim anrechenbaren Einkommen absetzbar. Allerdings der Betrag ist begrenzt auf 4% vom Bruttoverdienst minus Prämien dividiert durch 12 im Monat. Sollte hierbei ein Monatsbetrag von unter 5€ herauskommen bzw. sogar ins Minus gehen, sind die 5€/Monat absetzbar.

a) Single, 1500€ brutto davon 4% = 60€ x 12 = 720 minus 154 Prämie = 566 : 12 =47,17€ Monat absetzbar

b) verheiratat, 2 Kinder (wie bei Imke), 1.500€ brutto, davon 4% x 12 = 720 minus 908€ Gesamtprämie = keine Absetzbarkeit, da Betrag im minus, d.h. lediglich Sockelbetrag von 5€/Monat absetzbar.

Im Falle von A) zahlt sogar das Jobcenter für den Vermögensaufbau!!
Im Falle von B) bis auf 5€ nichts.

Auf den Einzahlungsbetrag kommt es nicht an, da die Förderungswürdigkeit auf 4% vom Brutto begrenzt ist.
Da bei 1.500€brutto lediglich 60€/Monat Förderungswürdig sind, ergibt die Monatseinzahlung von 200€ keinen Vorteil.

Falls allerdings lange ALGII bezogen wird, der Rentenanspruch unterhalb von der Grundsicherung liegt, eine Wohneigentumsbeschaffung nicht geplant ist, ist die komplette Einzahlung VERLOREN, da sie in voller Höhe auf die Grundsicherung angerechnet wird.
Theoretische frühere Auszahlung des Riesterbetrages (sofern möglich) erhöht den allgemeinen Vermögensfreibetrag, d.h. dieses Vermögen wird urplötzlich mit berücksichtigt.

Gruß
Wanda
Bei einer früheren Auszahlung sind zusätzlich ALLE Prämien verloren (außer Bei Wohneigentumsbechaffung)
 

SysW0rm

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Wenn es um die Altersvorsorge geht, sollte man auf jeden Fall in reale Werte z.B. Gold/Silber investieren. Der Euro verliert von Jahr zu Jahr an Kaufkraft und knackt schon jetzt an jeder Ecke. Kapitalanhäufungen in einer Währung, wo die Zentralbank schon heute monatlich 60.000 Millionen (60 Milliarden) Euro in den Markt pumpen muss, damit das System halbwegs am Leben bleibt, kann keine Lösung sein. Aber jeder muss selber wissen, was er macht und für sinnvoll hält.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn es um die Altersvorsorge geht, sollte man auf jeden Fall in reale Werte z.B. Gold/Silber investieren. Der Euro verliert von Jahr zu Jahr an Kaufkraft und knackt schon jetzt an jeder Ecke. Kapitalanhäufungen in einer Währung, wo die Zentralbank schon heute monatlich 60.000 Millionen (60 Milliarden) Euro in den Markt pumpen muss, damit das System halbwegs am Leben bleibt, kann keine Lösung sein. Aber jeder muss selber wissen, was er macht und für sinnvoll hält.

Wir stehen kurz vor einer Deflation, du Witzbold!
Gold und Silber? Mal die langefristige Entwicklung anschauen, zumal du das ja auch irgendwo wegschließen musst.

Es geht hier aber wohl eher darum, wie man mit wenig Geld, dennoch der Grundsicherung im Alter entgehen kann. Und dabei muss es vor allem um mögliche Zuschüsse, Verwertungsausschluss und Pfändungsschutz gehen ...
 

lmke

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Auf den Einzahlungsbetrag kommt es nicht an, da die Förderungswürdigkeit auf 4% vom Brutto begrenzt ist.
Da bei 1.500€brutto lediglich 60€/Monat Förderungswürdig sind, ergibt die Monatseinzahlung von 200€ keinen Vorteil.

Mit zwei Kindern darf man 2100€ im Jahr ein bezahlen? Das wären dann doch 175€ (2100€/12) im Monat die förderfähig sind und nicht 60€? Hinzu kommen dann noch 754€ Prämie p.a. (154€+300€+300€). Oder sehe ich das falsch?


Theoretische frühere Auszahlung des Riesterbetrages (sofern möglich) erhöht den allgemeinen Vermögensfreibetrag, d.h. dieses Vermögen wird urplötzlich mit berücksichtigt.

Führen während eines ALGII Bezugs in den Riester eingezahlte Beträge bei vorzeitiger Auszahlung des Riesterbetrages zu einer Rückforderung wenn bei Auszahlung kein ALGII mehr bezogen wird?
 

AsbachUralt

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Wenn es um die Altersvorsorge geht, sollte man auf jeden Fall in reale Werte z.B. Gold/Silber investieren.


Gold und Silber, besonders aber Silber unterliegen heftigen Spekulationen.
Und gerade Gold ist im Moment sehr hoch gehandelt, aber es kann auch schnell große Verluste geben. Besonders wenn man jetzt bei diesen hohen Preisen einsteigt. Da hätte man vor 10-20 Jahren oder noch früher einsteigen müssen, zum Beispiel 1998 zu 292 € dann hätte man zu heute 400 % Gewinn gemacht.
Wer nicht gerade über große Geldvermögen verfügt, sollte also lieber die Finger davon lassen. Oder halt nur ein paar Silbermünzen kaufen, die behalten wenigstens immer den Nominalwert und eignen sich in Krisenzeiten zum Tausch gegen Lebensmittel o.Ä.

Die beste aller Geldanlagen fürs Alter sind immer noch Immobilen.
 

kriewatschig

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Hallo, ich habe einen Wohnriestervertrag, aber auch nur weil ich ein im Rahmen des Schonvermögens vorhandenen Grundstock vor ALG-Bezug besaß, der für einen kleinen Single-Wohnraum in einer preiswerten Gegend durchaus irgendwann (!) langen kann (!) .
Mein Wohnriester-Berater meinte hätte ich diesen genannten Grundstock nicht, würde er mir nie zu einem Wohnriester-Vertrag raten. Das wäre ja dann auch bei dir der Fall bis dein Vertrag eine Auszahlungsreife hat, hast du dich arm oder krankgespart.
 
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