HartzIV-Empfänger müssen wählen: Lebensmittel oder Medikamente (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Juli 2008
Beiträge
12.837
Bewertungen
6.306
E

ExitUser

Gast
Wer kein Geld hat, geht seltener zum Arzt (10,-Praxisgebühr), löst seltener seine Rezepte ein (5,- Rezeptgebühr aufwärts), und leistet sich seltener rezeptfreie Medikamente (zu teuer).
Somit schreiten Krankheiten, die i.d.R. leicht und gut behandelbar sind, schneller voran, manifestieren sich und werden chronisch - bedeutet noch mehr Kosten, die der Kranke nicht zahlen kann und die Arge/Krankenkasse nicht zahlen will.
Am Ende bleibt der Kranke auf der Strecke, stirbt 5, 10, 20 Jahre früher, was sich dann "sozialverträgliches Ableben" nennt.
Diese Vorgehensweise kommt nicht von ungefähr. Sie ist gewollt, wird politisch unterstützt, durch entsprechende Lobbyarbeit vorangetrieben, und in den Medien als gut und sinnvoll verbreitet.
Schließlich ist nur ein toter Armer ein guter Armer, denn er liegt der Solidargemeinschaft nicht mehr auf der Tasche herum.

In diesem Sinne,
LG
 

Bienchen

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
9 November 2005
Beiträge
547
Bewertungen
0
Austrottung der armen Bevölkerung mit allen Mitteln!!!!!!!!!!:icon_kotz:
Nur, wer soll dann als Sklave für die reichen Bonzen dienen??? :icon_twisted:
 

Jesaja

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
14 August 2008
Beiträge
740
Bewertungen
8
Vor nicht allzulanger Zeit haben wir in der Schule im Fach Geschichte einen fiktiven Fall durchgenommen von einem jungen Arbeiter im deutschen Kaiserreich vor der Einführung von Kranken- und Arbeitslosenversicherung.
Die Geschichte beschrieb wie der junge Mann sich zuerst von seinem Gehalt ein kleines Zimmer in einer Pension mit Frühstück leisten konnte, nach der Arbeit noch etwas Zeit in der Kneipe verbrachte.
Nun wird er aber krank, kann sich die Medikamente nicht leisten, kann folglich auch nicht mehr arbeiten, da seine Krankheit voranschreitet, kann sich auch das Zimmer nicht mehr leisten, und stirbt irgendwann elendig in den Straßen.
Dieses Beispiel sollte uns damals die Schrecken einer kapitalisierten Welt veranschaulichen, in der es keine soziale Absicherung und keine ordentlichen Löhne für einen Großteil der Bevölkerung gibt, und die Vorteile eines Sozialstaates nahe legen.
Ich glaube jeder, der so alt ist wie ich, ist noch immer ähnlich sozialisiert.
Deshalb ist es zwar schrecklich, wenn es so scheint, als ob solche Zeiten wie in dem fiktiven Fall zurückkehren würden, allerdings muss ich auch sagen, dass mir langsam die Schwarzmalerei einiger User hier auf die Nerven fällt. Die meisten Menschen in der BRD sind immer noch gegen inhumane Hartz IV - Gesetze, deswegen sollten wir uns lieber überlegen, wie man weiter Menschen auf die Hartz IV Problematik aufmerksam machen kann, anstatt sich nur verfolgt zu fühlen und über die angeblich so aufgehetzte Restbevölkerung zu heulen...
 

Martin Behrsing

Redaktion
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.600
Bewertungen
4.180
Hartz IV: Hungern oder Medikamente kaufen

600 000 HartzIV-Empfänger müssen wählen: Finanzieren sie aus ihrem monatlichen Regelsatz von 351 Euro Lebensmittel oder Medikamente – eine Bankrotterklärung des Sozialstaats!

Berlin - Heute fand in Berlin ein Pressegespräch zu HartzIV und Kosten für nichtverschreibungspflichtige Medikamente, die HartzIV-Betroffene selbst bestreiten müssen, statt. Hierzu erklärt Prof. Dr. Peter Grottian:





weiterlesen auf: PR-SOZIAL, das Presseportal...
 
E

ExitUser

Gast
AW: Hartz IV: Hungern oder Medikamente kaufen

600 000
HartzIV-Empfänger müssen wählen: Finanzieren sie aus ihrem monatlichen
Regelsatz von 351 Euro Lebensmittel oder Medikamente – eine Bankrotterklärung
des Sozialstaats!

Berlin - Heute
fand in Berlin ein Pressegespräch zu HartzIV und Kosten für
nichtverschreibungspflichtige Medikamente, die HartzIV-Betroffene selbst
bestreiten müssen, statt. Hierzu erklärt Prof. Dr. Peter Grottian:

weiterlesen auf: PR-SOZIAL, das Presseportal...
Hi Martin,

ich denke mal, daß sicherlich sehr viele (alte) Rentner mit minimaler Rente auch dazugezählt werden müssten. Diese Rentner sind nämlich noch der "alte" Schlag .... "vom Staat nehm ich nichts" oder aber sie wissen nicht wie es geht und haben keinerlei Hilfe wie man es durchsetzen könnte. Sie sind dazu verdonnert mit ganz wenig auszukommen. Medikamente bekamen sie vielleicht manchmal vom Arzt geschenkt, so sie denn überhaupt noch zum Arzt gehen (können). Irgendwann hat es sich dann erledigt. Ohne wichtige Medikamente wird dieser Rentner nicht lange überleben (können). Und es ist schon auch klar, daß sich so manchner Rentner die Scheibe Brot die er kaufen möchte auch noch einteilen muss.


Gruß
 

Atlantis

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
2.623
Bewertungen
127
so viel ich weiß bekommen sehr viele bedarfsgemeinschaften nicht die 351 Euro.
man sollte mal schauen wie viel 351 Euro bekommen die mehr zahl wird wohl mit 312 Euro auskommen müssen.
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Im Durchschnitt hat jede BG 1,93 hilfebedürftige Personen in 2008 gehabt (2007: 1,94) - PDF-Seite 4 des folgenden PDF. Eine Aufschlüsselung der BGen für August 2008 findet sich auf PDF-Seite 6:

https://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/200812/ama/grundsicherung_d.pdf (PDF)

Ich rechne zusammen:

2P-BGen: 772.502 = 1.545.004 P
3P-BGen: 461.150 = 1.383.450 P
4P-BGen: 273.354 = 1.093.416 P
5P+-BGen: 175.303 = 876.515+ P
= 4.898.385+ P

Zum Vergleich:
1P-BG: 1.867.622 P

Mario Nette
 

Olrike

Neu hier...
Mitglied seit
22 Januar 2009
Beiträge
3
Bewertungen
0
Vielleicht gibts dann irgendwann eine "Medikamenten-Tafel", wo fast oder ganz abgelaufene Medikamente verteilt werden....

:cool:
 
E

ExitUser

Gast
Vielleicht gibts dann irgendwann eine "Medikamenten-Tafel", wo fast oder ganz abgelaufene Medikamente verteilt werden....

:cool:
Nee, die werden für uns Spendenboxen in den Supermärkten aufstellen, ähnlich denen für Tiefutter. Händler können so einen sozialen Beitrag leisten und die Spenden der Bevölkerung an unsere zukünftigen Notunterkünfte ausgeben.
Bestimmt sind sie dann bei der nächsten Preisverleihung im TV dabei.
 

Atlantis

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
2.623
Bewertungen
127
Nee, die werden für uns Spendenboxen in den Supermärkten aufstellen, ähnlich denen für Tiefutter. Händler können so einen sozialen Beitrag leisten und die Spenden der Bevölkerung an unsere zukünftigen Notunterkünfte ausgeben.
Bestimmt sind sie dann bei der nächsten Preisverleihung im TV dabei.
medikamente sind aber nicht immer was gutes ich habe mir mit
amocicillien musste ich ca. 8 wochen schlucken gründlich den darm
geschädigt.
 

Trajan

Elo-User*in
Mitglied seit
18 Januar 2009
Beiträge
130
Bewertungen
0
Die Problematik wird sich dieses Jahr noch verschärfen.
Ich bekomme z. B. noch 35,79/ Monat für eine kostenaufwändigere Ernährung und selbst damit käme ich ohne Unterstützung durch Bekannte und Verwandte nicht über die Runden. Pro Jahr sind dies in meinem Fall über 400 Euro. Über einen Monat Hartz IV. Der Deutsche Verein, der diesen Mehrbedarf bestimmt, hat in einem Gutachten ( https://www.deutscher-verein.de/05-empfehlungen/empfehlungen2008/pdf/DV 25-08.pdf )erklärt, dass dies eigentlich schon seit dem 01.10.08 nicht mehr gilt und die bisherige medizinische Lehrmeinung ein Irrtum war. Ich bin gespannt, wie mein neuer Antrag auf Mehrbedarf im März beschieden wird.
Eine andere Sache sind die Fahrtkosten zu den Arztterminen oder ähnliches wie z. B. Krankengynmastik. Diese werden auch nicht erstattet und somit bleibt der Patient in diesem Fall auf den Kosten sitzen, was gerade bei chronisch Kranken ein Problem ist.
 

Atlantis

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
2.623
Bewertungen
127
Weswegen mußtest du es schlicken?
Hattest du eine fette Streptokokkeninfektion

LG
Hexe
Hexe ich wahr zuletz in der zahnklinik sie haben auch den kieferknochen mit abgetragen es wahr ein backenzahn und bei der vereiterung wollten sie erst
nicht ziehen.
habe noch einen seitenschnitt am kiefer bekommen zur entlastung der schwellung mit einer jodeinlage hat aber nichts mehr gebracht weil der knochen mit betroffen war die schmerzen wahren dadurch unerträglich man könnte den kopf ander wand schlagen kein schmerzmittel wollte mehr anschlagen so was wünsche ich meinen ärgsten feind nicht mal.
 

Kaleika

Redaktion
Redaktion
Mitglied seit
20 August 2006
Beiträge
4.132
Bewertungen
367
Meine Kinder und ich waren in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres von jeglichen Zuzahlungen wie Praxisgebühr, Rezeptgebühr, usw. von meiner Krankenkasse befreit.

Das war kein Glück, sondern lag daran, dass ich für uns drei bereits über 82 Euro, also zwei Prozent meines Einkommens (aufs Jahr gerechnet) , für Gebühren dieser Art ausgegegeben hatte, dies mit Quittungen belegen konnte. Ich fuhr zu meiner Krankenkasse, die uns daraufhin Befreiungsbescheinigungen für den Rest des Jahres ausstellte Das darüber hinaus bezahlte Geld bekam ich zurückgezahlt.

Weiterhin ist es so, dass jemand, der chronisch krank ist, nur ein Prozent für Gebühren usw. zahlen muss, also nach dem Bezahlen von 41 Euro befreit wird. Als chronisch krank gilt, wer über ein Jahr lang, wegen derselben Krankheit in jedem Quartal den Arzt aufgesucht hat und das nachweisen kann.

Mit diesem Wissen könnten sich einige vielleicht etwas Geld einsparen. Aber es reicht sicherlich nicht für die Diäten, die eingehalten werden müssen.
Es ist so, wie Hajo Freese letztens schrieb: Hartz IV ist Töten per Gesetz!

Kaleika
 

Hexe45

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
26 November 2006
Beiträge
1.778
Bewertungen
532
Hexe ich wahr zuletz in der zahnklinik sie haben auch den kiefeknochen mit abgetragen es wahr ein backenzahn und bei der vereiterung wollten sie erst
nicht ziehen.
habe noch einen seitenschnitt am kiefer bekommen zur entlastung der schwellung mit einer jodeinlage hat aber nichts mehr gebracht weil der knochen mit betroffen war die schmerzen wahren dadurch unerträglich man könnte den kopf ander wand schlagen kein schmerzmittel wolte mehr anschlagen so was wünsche ich meinen ärgsten feind nicht mal.
Jau du armer, das ist echt übel, vor allem die Schmerzen. Denke mal das Schmerzmittel da gar nicht mehr angeschlagen sind.
Aber da mußten dann leider harte Geschütze aufgefahren werden. Und hoch dosiert. So daß die Bakterien im Darm auch mit eliminiert wurden, was ja nicht wünschenswert ist.

LG
Hexe
 

Arania

Elo-User*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.179
Bewertungen
178
Meine Kinder und ich waren in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres von jeglichen Zuzahlungen wie Praxisgebühr, Rezeptgebühr, usw. von meiner Krankenkasse befreit.

Das war kein Glück, sondern lag daran, dass ich für uns drei bereits über 82 Euro, also zwei Prozent meines Einkommens, für Gebühren dieser Art ausgegegeben hatte, dies mit Quittungen belegen konnte. Ich fuhr zu meiner Krankenkasse, die uns daraufhin Befreiungsbescheinigungen für den Rest des Jahres ausstellte Das darüber hinaus bezahlte Geld bekam ich zurückgezahlt.

Weiterhin ist es so, dass jemand, der chronisch krank ist, nur ein Prozent für Gebühren usw. zahlen muss, also nach dem Bezahlen von 41 Euro befreit wird. Als chronisch krank gilt, wer über ein Jahr lang, wegen derselben Krankheit in jedem Quartal den Arzt aufgesucht hat und das nachweisen kann.

Mit diesem Wissen könnten sich einige vielleicht etwas Geld einsparen. Aber es reicht sicherlich nicht für die Diäten, die eingehalten werden müssen.
Es ist so, wie Hajo Freese letztens schrieb: Hartz IV ist Töten per Gesetz!

Kaleika

So ist es mehr als - dieses Jahr sind es wohl ca. 85 Euro- muss kein ALG II Empfänger im Jahr bezahlen
 

Atlantis

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
2.623
Bewertungen
127
Jau du armer, das ist echt übel, vor allem die Schmerzen. Denke mal das Schmerzmittel da gar nicht mehr angeschlagen sind.
Aber da mußten dann leider harte Geschütze aufgefahren werden. Und hoch dosiert. So daß die Bakterien im Darm auch mit eliminiert wurden, was ja nicht wünschenswert ist.

LG
Hexe
das was ich mir dadurch eingesackt habe heiß nun leaky gut syndrom
nahrungsbestandteile gehen im blut über und verursachen eine intoxikation
ich mag schon nichts mehr essen.
 

Michael-Lange

Neu hier...
Mitglied seit
14 Dezember 2006
Beiträge
9
Bewertungen
2
So, jetzt werde ich mal als direkt betroffener Fall (Michael Lange) kurz schildern um was dabei geht.

Die Krankheit ist ja bereits beschrieben. An Kosten im Monat entstehen wie gesagt mehr als 100 Euro für nichtverschreibungspflichtige Medikamente und das schon seit August 2008. Anträge auf Kostenübernahme wurden von der Techniker Krankenkasse abgelehnt, weil der Gesetzgeber nichtverschreibungspflichtige Medikamente nicht mehr von den Krankenkassen bezahlen lässt. Das Grundsicherungsamt erklärt sich für nicht zuständig. Ja und unsere liebe ARGE in Hamburg erklärt mal wieder, dass schließlich alles durch den Regelsatz abgedeckt sei, egal wie hoch die Kosten sind. Und das bedeutet dann eben, entweder Hungern und dann gibt es die Medikamente oder es gibt das notwendigste zum Futtern, dafür eben keine Medikamente. Inzwischen sind mit dieser Angelegenheit schon 2 Anwälte befasst, weil ständig immer neue Anforderungen vom Sozialgericht gestellt werden, aber die Entscheidung bezüglich Antrag auf einstweilige Anordnung auf die lange Bank geschoben wird. Das ganze obwohl ein ausführlicher Befund, Atteste und Bescheinigungen vorliegen. Heide Flügge, die sich von Anfang an in diese Sache regelrecht hineingekniet hat, schreibt sich die Finger wund und dennoch wird nicht entschieden. Zum Glück steht Peter Grottian hilfreich zur Seite und deshalb auch heute die Pressekonferenz in Berlin. Beteiligt waren RTL - Fernsehen, rbb-inforadio, taz, Neues Deutschland u.a. Mal sehen, ob jetzt Bewegung in die Angelegenheit kommt.

Wir wollen meinen Fall wenn es geht exemplarisch gerichtlich klären lassen.

Auf folgendes möchte ich hinweisen: Demnächst wird es garantiert wieder Ärger und eine erneute Prozessflut geben. Durch den Gesundheitsfond, werden weitere Kosten auf Hartz IV - Empfänger zukommen, nämlich dann, wenn die einzelnen Krankenkassen anfangen Zusatzbeiträge von uns zu verlangen. Dies können dann monatlich bis zu 8 Euro sein. Gnädigerweise dürfen wir dann sofort die Krankenkasse wechseln. Da aber ganrantiert sehr bald alle Kassen nachfolgen werden, wird das mit dem Wechseln nichts werden. Und auf die Klagewelle freue ich mich jetzt schon. Man stelle sich vor Millionen Hartz IV Betroffene verklagen dann die Krankenkassen bei den Sozialgerichten weil sie die 8 Euro bezahlen sollen, aber nicht wechseln können, weil dann jede Krankenkasse den Beitrag erhebt. Dann fällt der Laden erst so richtig auseinander. Diese 8 Euro sind ja ebenfalls im Regelsatz nicht enthalten. Und dann müsste ja auch noch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes kommen. Laut Peter Grottian, soll das noch vor der Bundestagswahl sein. Das kann dann noch richtig spannend werden. Die werden den Tag noch verfluchen, an dem sie Hartz IV mit aller Gewalt durchgesetzt haben.

solidarische Grüße

Michael Lange / Hamburg
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten