HARTZ4, Aufstockung oder keine Aufstockung möglich? (1 Betrachter)

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schwerefrage

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Hallo zusammen,

ich habe die Möglichkeit nach jahrelanger "Hartz4-Zugehörigkeit" in einem kleinen Unternehmen einen Job zu bekommen. Hier sind einige Fakten zum Job:

- 5-Tage-Woche mit 30 Wochenstunden
- kein Betriebsrat
- Arbeitsplatz im Haus des AG
- einfache Entfernung: 150km
- Brutto-Verdienst: 1.800,00 €
- Netto-Verdienst ca.: 1.233,00 €
- PKW mit 7,5 ltr. Diesel / 100 km ist vorhanden

Eine tägliche Fahrt zum Arbeitsort und zurück würde mich bei 21 Arbeitstagen nur an der Tankstelle (ohne Verschleiß, ohne Reparaturen, ohne Versicherung, ohne Steuern etc.) ca. kosten (bei 7,5ltr. Diesel zum Preis von 1,50€):

150 x 2 x 21 / 100 x 7,5 x 1,5 = 708,25 Euro


Danach würden mir zum Leben verbleiben:

1.233,00 - 708,25 = 524,75 Euro


Diese gerundeten 525,00 € reichen gerade einmal aus für meine Wohnung und die Nebenkosten.


So, nun kommen meine Fragen:

- Habe ich überhaupt einen Anspruch auf Aufstockung?
- Wenn JA, habe ich einen Anspruch auf Aufstockung bei einer 30-Std.-Woche?
- Wenn JA, wie wird meine Aufstockung berechnet?


ODER LOHNT ES SICH ÜBERHAUPT NICHT, EINEN JOB UNTER DIESEN FAKTEN ANZUTRETEN?


KANN MICH DAS AMT DAZU "ZWINGEN" DIESEN JAB ANZUTRETEN?

FALLS EINE AUFSTOCKUNG MÖGLICH IST, FÜR WELCHEN ZEITRAUM (ich würde höchst ungern vor Ablauf der Probezeit umziehen wollen)?


So, jetzt hoffe ich inständig, dass mir hier jemand, der rechtlich etwas bewandert ist, mir mit Infos zum Thema Aufstockung weiterhelfen kann, ob und in welchem Umfang ich eine Aufstockung bekommen würde.


Im Voraus vielen Dank


P. S.: mit einem im Internet gefundenen Rechner habe ich mal mein Zahlenmaterial durchgerechnet, das Ergebnis ist im anhängigen PDF-File ersichtlich
 

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Mit dem Verwenden des Rechners hast du die Fragen 1-3 bereits beantwortet bekommen.

Zu Frage 4: Ob es sich lohnt oder nicht, ist subjektiv und sowohl für das JC als auch den Gesetzgeber nicht relevant. Entscheidend ist der Begriff "Zumutbarkeit". Dazu gibt es gesetzliche Regelungen.

SGB 2 - Einzelnorm

Zu Frage 5: Ja (siehe Zumutbarkeit)

Zu Frage 6: Die Aufstockung gilt solange du "bedürftig" bist.

PS: Informiere dich auch mal zum Thema "Einstiegsgeld" und "Eingliederungszuschuss". Das ist nicht nur für dich sondern auch den zukünftigen Arbeitgeber interessant.

Einstiegsgeld - www.arbeitsagentur.de

Eingliederungszuschuss - www.arbeitsagentur.de
 
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hartz5

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Mal ganz davon agesehen, dass der Sprit das Gehalt frisst...willst Du auf Dauer pendeln oder Dir dort ne Bleibe suchen, vllt erstmal vorübergehend für die Probezeit ? Dann gäbe es ja noch die Möglichkeit, Gelder zu beantragen, die das fördern würden....

oder sind 300km Fahrtweg bei 6 Stunden Arbeitszeit zumutbar ? Tagespendelbereich dürfte da ja nicht mehr sein....
 

schwerefrage

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thanks an alle für die bisherigen Infos!!!!

Als zusätzliche Info von mir:
ich habe definitiv nicht vor, einen Umzug vor Beendigung der 6-Monats-Probezeit vorzunehmen.

Die max. Zumutbarkeitszeit beim täglichen Pendeln von 3 Stunden ist bei der Strecke von 300km, die ich fahren muss, nicht gegeben. Es werden so round about 4 Stunden tägliche Pendelzeit sein.

Dadurch dürfte es auf für das Amt wegen der Nicht-Zumutbarkeit von 4 Pendelstunden nicht gegeben sein, mir das "zwangsweise zu Verordnen" (KANN MICH DAS AMT DAZU "ZWINGEN" DIESEN JAB ANZUTRETEN?).
 
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thanks an alle für die bisherigen Infos!!!!

Als zusätzliche Info von mir:
ich habe definitiv nicht vor, einen Umzug vor Beendigung der 6-Monats-Probezeit vorzunehmen.

Die max. Zumutbarkeitszeit beim täglichen Pendeln von 3 Stunden ist bei der Strecke von 300km, die ich fahren muss, nicht gegeben. Es werden so round about 4 Stunden tägliche Pendelzeit sein.

Dadurch dürfte es auf für das Amt wegen der Nicht-Zumutbarkeit von 4 Pendelstunden nicht gegeben sein, mir das "zwangsweise zu Verordnen" (KANN MICH DAS AMT DAZU "ZWINGEN" DIESEN JAB ANZUTRETEN?).
Bezüglich der Pendelzeiten hast du Recht.

..."(4) 1. Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. 2. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. 3. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab."...

Bezüglich des Umzuges könnte dich das JC zwingen, den Wohnort zu wechseln. Wobei es auch hier wieder Ausnahmen gibt.

..."4. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. 5.Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. 6.Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. 7.Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben."...
 

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Lilastern

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Es fallen ja nicht nur Kosten für Benzin an. Sondern du hast ja auch Verschleiß.

Reifen, Zündkerzen, etc.

Kundendienst. Und geht am Auto was kaputt, dann ist das nicht gerade billig.

Jahresinspektion, ab und an großer Kundendienst bei deiner Entfernung.

4 Stunden Pendelzeit und dann noch 8 bis 9 Std Arbeiten das macht auf Dauer krank.
 
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Es fallen ja nicht nur Kosten für Benzin an. Sondern du hast ja auch Verschleiß.

Reifen, Zündkerzen, etc.

Kundendienst. Und geht am Auto was kaputt, dann ist das nicht gerade billig.

Jahresinspektion, ab und an großer Kundendienst bei deiner Entfernung.

4 Stunden Pendelzeit und dann noch 8 bis 9 Std Arbeiten das macht auf Dauer krank.
Leider spielt das für den Gesetzgeber und Leistungsträger keine Rolle. Es wird lediglich darauf verwiesen, daß die anfallenden Kosten als Werbungkosten bei der Steuererklärung geltend gemacht werden können. Und damit sind die Behörden "aus dem Schneider". :cool:
 
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