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Hartz IV und der Tod … Mahnwache in Troisdorf 27.07.09

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Martin Behrsing

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#1


am 27. Juli 08, 13-18:00 Uhr, ARGE Rhein-Sieg, Job-Center Troisdorf, Kölner Str. 176, 53840 Troisdorf (Rathaus)

vor einem Jahr wählte unser Mitstreiter Wombel den Freitod. Wenngleich Hartz IV nicht ausschließlich für seinen, selbst gewählten Tod verantwortlich ist, so waren es die Sanktionspraktiken bis auf Null, der berühmte Tropfen, der das Fass überlaufen ließ. Hartz IV interessiert sich nicht dafür, was aus den so würdelos gemachten Menschen wird. Der Tod scheint billigend in Kauf genommen zu werden, um „Fälle“ zu den Akten legen zu können.

Wombels ehemaliger WG-Mitbewohner Achim beschreibt im Folgenden sehr persönlich die Ereignisse von vor einem Jahr:


Fast ein Jahr ist nun vergangen, seit dem mein Freund Wombel aus seinem, meinem und dem Leben vieler Freunde schied.

Am frühen Abend des 26. Juli 2008 fanden Polizeibeamte ihn erhängt in seiner Garage. Der genaue Zeitpunkt seines Ablebens konnte aufgrund der Umstände nie genau ermittelt werden. Der letzte, der ihn lebend sah und mit ihm sprach war unser Vermieter, der ihn am späten Nachmittag des 17. Juli 2008 aufsuchte, um mit ihm den Mietrückstand für den Monat Juli zu besprechen.

Wie der Vermieter mir zehn Tage später berichtete, sicherte Wombel ihm zu, dass die Angelegenheit bis zum Ende des Monats erledigt sei. Unserer Vermieter, ein umgänglicher Mensch, beließ es dabei und war umso erschütterter, als er erfuhr, wie Wombel die Situation gelöst hatte…

Gut drei Wochen nach seinem Tod erklärte mir Wombels Sachbearbeiterin, die nun auch meine war, ungefragt, dass sie die Akte des Herrn G...... Ende Juni geschlossen hatte, da er, wie sie sagte, nicht mehr mit ihr kommunizierte und auch auf Anschreiben nicht mehr reagierte.
Augenscheinlich hatte sie ihm in einem halben Jahr die Regelleistung und KDU bis auf Null gekürzt.
Sicher scheint, dass dies nicht der einzige Grund für Wombels Entschluss war, aus dem Leben zu scheiden, wohl aber der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Was in Wombel vorging, wird immer sein Geheimnis bleiben. Äußerlich hatte er sich jedoch in den letzten Monaten seines Lebens stark verändert. Sein Vollbart und sein langes Haar wurden in der kurzen Zeit eisgrau. Nun, nach seinem Ableben, könnte man vermuten, dass in dieser Zeit sein Lebenslicht langsam und stetig schwächer wurde, sich eisige Kälte in ihm ausbreitete, bis er seinem Leben dann ein Ende setzte.

Wie auch immer… Alle seine Freunde, darunter auch meine Töchter und ich, tragen Gedanken an ihn, einen herausragenden Menschen, in ihrem Herzen - und so lange dies so ist, so lange lebt er weiterhin unter uns…

Dennoch vermissen wir ihn hier …


Deshalb möchten wir am 27. Juli eine Mahnwache halten und laden alle dazu ein, den Menschen zu gedenken, die so würdelos gemacht, freiwillig aus dem Leben scheiden.
 

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