Hartz-IV-Ombudsmann: Viele Bescheide versteht selbst er nicht (1 Betrachter)

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Hartzeola

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Sie sind wütend und verzweifelt, fühlen sich schikaniert und von oben herab behandelt. Ihnen fehlt das Geld zum Leben, Inkassounternehmen sitzen ihnen im Nacken oder sie sehen sich mit Rückforderungen konfrontiert.

Rhein-Sieg-Kreis. Sie sind wütend und verzweifelt, fühlen sich schikaniert und von oben herab behandelt. Ihnen fehlt das Geld zum Leben, Inkassounternehmen sitzen ihnen im Nacken oder sie sehen sich mit Rückforderungen konfrontiert. Die Menschen, die mit Professor Dr. Günter Borchert Kontakt aufnehmen, sind nur sehr selten guter Laune. Der Ombudsmann für Kunden des Jobcenters Rhein-Sieg legte im Kreis-Sozialausschuss einen ersten Tätigkeitsbericht vor.

Mitte Februar hat der kurz zuvor emeritierte Professor für Arbeits- und Sozialrecht die ehrenamtliche Tätigkeit aufgenommen; zwei Mal im Monat hält er Sprechstunden ab. 55 Kontakte hat er bei diesen Gelegenheiten geknüpft, durchschnittlich sieben Personen suchten ihn in Siegburg auf, ein Ratsuchender in Rheinbach. Weit über 100 Mal wurde Borcherts Rat am Telefon in Anspruch genommen.
Hartz-IV-Ombudsmann: Viele Bescheide versteht selbst er nicht | Rhein-Sieg*- Kölnische Rundschau
 

hartaber4

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Ach? Das liegt also nicht nur an blöden und unmotivierten Elo´s, wenn man die auf höchstem Niveau erstellten Verwaltungsakte nicht versteht...... na....so was aber auch!





Prof. Günter Borchert Ombudsmann beim Arbeitsamt


Prof. Dr. Günter Borchert, emeritierter Rechtswissenschaftler der Bergischen Universität, ist zum Ombudsmann am Jobcenter Rhein-Sieg berufen worden, einer unabhängigen Schiedsstelle zwischen Jobcenter und Hilfesuchenden. Am 15. Februar nimmt er seine Arbeit auf.

Der Ombudsmann dient den Bürgern als unabhängige Schieds- und Ansprechstelle, die bei Konflikten oder unterschiedlichen Auffassungen zwischen dem Jobcenter und Hilfesuchenden vermittelt. Nach Möglichkeit soll für alle Beteiligten – ohne vorherige Einlegung von Rechtsmitteln - eine Lösung gefunden werden. Die Ombudsstelle ist ein zusätzliches Hilfsangebot, das ohne großen bürokratischen Aufwand beteiligt werden kann. Sie ersetzt nicht das im Jobcenter bestehende Beschwerdemanagement und auch nicht die Aufgaben von Arbeitslosenberatungsstellen. Als positiven Nebeneffekt versprechen sich die Beteiligten von der Arbeit des Ombudsmanns auch, eventuell vorhandene Fehler im System zu erkennen und abzustellen. Soll der Ombudsmann gegenüber dem Jobcenter Rhein-Sieg tätig werden, kann das mit der schriftlichen Einverständniserklärung des Hilfesuchenden geschehen. Seine Beratung ist vertraulich und kostenlos.

Prof. Dr. Borchert verfügt über große Erfahrungen im Sozialrecht, was für den Rhein-Sieg-Kreis und die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg wichtiges Kriterium bei der Auswahl war. Seine Tätigkeit als Professor für Sozial- und Arbeitsrecht an der Bergischen Universität endete 2011. Ehrenamtlich ist Prof. Borchert, der auch Autor einschlägiger arbeitsrechtlicher Fachbücher ist, außerdem weiterhin als Sozialrichter und Vorsitzender von Einigungsstellen tätig.


Link:

Pressestelle der BERGISCHE UNIVERSITT WUPPERTAL - Prof. Gnter Borchert Ombudsmann beim Arbeitsamt
 

Hartzeola

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„Viele Leistungsbescheide sind auch für mich nicht nachvollziehbar“, gestand er.
Wenn das für ihn nicht so leicht ist...

Viele Leistungsempfänger zweifeln auch nicht an der Richtigkeit ihres Bescheides. Nur wenn Fehler offensichtlich sind, suchen sie einen Rat.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn das für ihn nicht so leicht ist...

Viele Leistungsempfänger zweifeln auch nicht an der Richtigkeit ihres Bescheides. Nur wenn Fehler offensichtlich sind, suchen sie einen Rat.
Es ist ja auch ziemlich einmalig, dass man von einer staatlichen Behörde ständig mit Gesetzesverstößen konfrontiert wird.

Dass das ein Unbedarfter, der bisher mit den JCs noch nicht in Berührung kam, nicht unbedingt auf Anhieb erkennen kann, ist eigentlich verständlich.

Ebenso bei "Neukunden". Denen wird ja oftmals sämtliches rechtsstaatliches Grundgedankengut auf den Kopf gestellt.

Man glaubt ja wirklich, man ist nicht nur im falschen Film, sondern gleich im falschen Kino, wenn man sich da erstmal mit auseinandersetzt.
 

biddy

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Dass das ein Unbedarfter, der bisher mit den JCs noch nicht in Berührung kam, nicht unbedingt auf Anhieb erkennen kann, ist eigentlich verständlich.
Es gibt auch "Nicht-Unbedarfte", die nicht durchsteigen:
Ein LSG-Richter - also kein Unbedarfter, sollte man meinen - hat mal mir gegenüber geäußert, dass er "einen Tag" (schätze mal, er meinte einen halben oder so ... aber trotzdem ...) mit Richterkollegen über meinen Bescheiden bzw. Berechnungsbögen gebrütet hat, die auch für diese nicht verständlich waren ... bis es dann nach Stunden *klick* gemacht hat, nachdem man noch die Leistungsabteilung hinzugezogen hatte. Nur mal so ...
 

hartaber4

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"Meine" Rechtsanwältin sagt das auch so ähnlich..... Sozialrecht ist kein Pippifax.....sondern komplexe (ABER SCHLECHTBEZAHLTE) Rechtsmaterie.

(und ich finde das auch gut so..... besser als so ein Schwaller, der sagt....kann ich, weiß ich..... und dann geht es "daneben").

Anstatt sich "gegenseitig über das Maul zu fahren" sollte man gemeinsam recherchieren und an EINEM Strang ziehen!
 

Hartzeola

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Musterbogen erläutert den Hartz-IV-Bescheid

01.11.2012 - WETTERAUKREIS


Initiative der Bundesagentur für Arbeit im Internet

(red). „Bescheide von Behörden sind keine leichte Lektüre“, weiß Sozialdezernent Helmut Betschel-Pflügel. Daher begrüßt der Grünen-Politiker die Initiative der Bundesagentur für Arbeit, Hartz IV-Empfängern eine Erklärungshilfe im Internet zur Verfügung zu stellen. Anhand eines Musterbescheids und eines Musterberechnungsbogens werde Schritt für Schritt erklärt, was sich hinter der Verwaltungssprache verbirgt, Fachbegriffe würden einfach und nachvollziehbar erläutert. „Unverständlichkeit schafft Misstrauen. Unsere Kunden haben einen Anspruch auf eine klare und verständliche Sprache. Daran arbeiten wir“, erläuterte Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen. Die Arbeitsagentur Gießen ist gemeinsam mit der Kreisverwaltung Träger des Jobcenters Wetterau.
Lauterbacher Anzeiger - Musterbogen erläutert den Hartz-IV-Bescheid
 
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