Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbeiten.

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Pony und Kleid

Gast
Und das nicht in gemeinnützigen Einrichtungen, wie zum Beispiel die Ein-Euro-Jobber, sondern in ganz normalen Unternehmen, auf ganz normalen Arbeits- plätzen, oft monatelang. In dieser Zeit kommt der Steuerzahler für den Lebens- unterhalt auf.
Eine der Folgen: reguläre Arbeitsplätze verschwinden.
Bezahlung: Keine.
Wer sich weigert teilzunehmen, bekommt 30 Prozent des Arbeitslosengeldes gekürzt.
Das Wegducken des Bundesarbeitsministeriums ist übrigens ein Teil des Skandals.

YouTube - Wie Hartz IV-Empfänger zu kostenloser Arbeit gezwungen werden
 

Alter Sack

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Unglaublich!:icon_eek:
Wo und in welchem Zeitalter leben wir eigentlich?
 

Klammer

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Hallo,

ich zitiere mal ein Wahlplakat der FDP aus den vielen Wahlkämpfen der nahen Vergangenheit: "Arbeit muss sich wieder Lohnen!"
Das wird hier voll erfüllt, die Arbeit lohnt sich für die Unternehmen!

Mfg
Klammer
 

wolliohne

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Schon alt und bekannt.

Zoll geg.Schwarzarbeit einschalten,AG verklagen!
 
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Pony und Kleid

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Zoll geg.Schwarzarbeit einschalten,AG verklagen!

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Findest du deinen Hinweis hier nicht wenigstens etwas (Steigerungen sind nicht ausgeschlossen) naiv? Ich stelle mir dahingehend schon die Frage, wenn es denn so einfach wäre (diesen Gedanken werden sicherlich schon der Eine oder Andere gefasst haben), warum es dann diese Ausmaße angenommen hat? Zudem, warum der Zoll nicht selbständig tätig wurde, da es ja nun mal bekannt ist und ebenso auch öffentlich gemacht wurde?

Naja, wichtig ist aber anzumerken, dass es alt und bekannt ist und das Alte und Bekannte weiter existiert.
 

bonica

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Findest du deinen Hinweis hier nicht wenigstens etwas (Steigerungen sind nicht ausgeschlossen) naiv?

Warum naiv. Es ist da Recht eines jeden Bürgers bei Problemen solcher Art den Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) um Hilfe zu rufen. Dazu einfach anrufen, oder einen Brief aufsetzen, dieser kann auch anonymisiert ein!!! und das war es schon.

Der Zoll muss nun jedem Fall nachgehen. Was das eigentliche Problem ist.

...warum es dann diese Ausmaße angenommen hat? Zudem, warum der Zoll nicht selbständig tätig wurde, da es ja nun mal bekannt ist und ebenso auch öffentlich gemacht wurde?
Warum es solche Ausmaße angenommen hat lässt sich relativ einfach erklären. Dem "Zoll - Finanzkontrolle Schwarzarbeit" stehen ca. 6.500 Beamte an 112 Standorten zur Verfügung. Sie müssen, wie bereits oben geschrieben, jeden Fall nachgehen. Da schließt auch Nachbarschaftsstreitigkeiten und Anfragen der ARGE/Agentur mit ein. Über jeden Fall muss Protokoll geführt werden, was wiederum ein immenser Aufwand ist (Deutschland halt).

Die Beamten haben innerhalb einer Woche somit max. 2 Tage Außendienst und den Rest Bürokram/Aktensichtung/Recherche etc. zu erledigen.

Soweit zum Zoll. Auf der anderen Seite haben wir die Praktikanten. Welcher von denen hat denn eine Anzeige bei Zoll bisher eingereicht? Falls ja, wird relativ schnell eingeschritten. Ein Zeitraum von max. 2-3 Wochen ist realistisch. Hier in Fürth sind die da noch schneller, da direkt vor der Haustür eine Zollfachschule ist :biggrin: Der Zeitraum der Überprüfung des Arbeitgebers spielt ja eigentlich keine Rolle, da der Arbeitgeber ja nachweislich (hoffentlich) angemeldet hat, oder ein Praktikumsvertrag hinterlegt wurde und dann haben wir noch die Aktenaufbewahrungpflicht.

Wenn es effektiver sein soll, dann die Anzeige nicht anonym einreichen und evtl. Beweismittel in Kopie mitsenden.

Was hat man zu verlieren?

Habe da gerade die Adressen beim Zoll gefunden. Ansprechpartner vor Ort - Finanzkontrolle Schwarzarbeit
 

Fortunatus

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Der TV-Beitrag ist wirklich schon reichlich alt. Hat jemand Kenntnisse, ob sich danach etwas verbessert hat?
Ein Bekannter von mir wollte sich gerichtlich vor ein paar Jahren gegen ein solches Praktikum wehren. Er wurde in ein Praktikum durch die ARGE vermittelt, wo er ein halbes Jahr arbeiten sollte. Der Clou war, dass bereits am ersten Tag der Chef der Firma zu ihm sagte, dass er eine 40-Stunden-Woche vergessen könne, jeder arbeite hier 50 Stunden, Punkt! Mein Bekannter ist dann vors Sozialgericht gegen diesen Job gezogen. Resultat, er hat nur zum Teil Recht bekommen und die folgende Kürzung wurde aufrecht erhalten. Mal wieder die bayerischen Richter. Begründung war, dass zwar ein Praktikum von einem halben Jahr zur Feststellung der Arbeitstauglichkeit in diesem Fall übertrieben sei, aber mein Bekannter hätte zumindest seinen guten Willen zeigen müssen und für eine Zeit von 4 - 6 Wochen dort arbeiten sollen. Über die Unverschämtheit, dass hier ein Unternehmer Leute gegen H4 für 50 Stunden pro Woche arbeiten lässt, wurde wohl gar nicht gesprochen. Das ist aber, wie geschrieben, bereits einige Jahre her, hätte aber wohl damals publik gemacht werden sollen. Ich habe auch erst ein Jahr später von der ganzen Sache erfahren.
 
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Pony und Kleid

Gast
AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Warum naiv. Es ist da Recht eines jeden Bürgers bei Problemen solcher Art den Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) um Hilfe zu rufen. Dazu einfach anrufen, oder einen Brief aufsetzen, dieser kann auch anonymisiert ein!!! und das war es schon.


Hallo Bonica, vielleicht kannst du mir da noch etwas auf die Sprünge helfen. Ich bezweifle, dass das Zollamt jedem noch so kleinem Hinweis nachgehen wird, denn du hast in deinen Ausführungen ja darauf hingewiesen, dass das Zollamt in seiner Besetzung etwas gelitten hat in den vergangenen Jahren. Ich gebe dir dahingehend recht, dass es jedem Bürger freisteht, Schwarzarbeit anzuzeigen.

Dazu möchte ich noch anmerken: es sollte doch zu erstmal geklärt werden, was Schwarzarbeit überhaupt ist und wie es rechtlich im SchwarzArG benannt wird:

„Ausübung von Dienst- oder Werkleistungen:

  • unter Verstoß gegen Steuerrecht,
  • unter Verstoß gegen Sozialversicherungsrecht,
  • unter Umgehung der Mitteilungspflicht gegenüber der Bundesagentur für Arbeit, Trägern der Grundsicherung, Sozialämtern und/oder
  • ohne Gewerbeanmeldung bzw. Eintragung in die Handwerksrolle, obwohl ein Gewerbe/Handwerk ausgeübt wird."
Da der Praktikant oder Hartz IV-Empfänger ja kein Entgelt in Form eines Lohns vom Arbeitgeber, bei welchem er/sie eingesetzt wurde bekommt, somit auch keine Steuern unterschlagen werden, sondern lediglich weiterhin seinen Regelsatz durch die ARGE oder Optionskommune, dass die ARGE die Sozialversicherungen übernimmt, es zumeist um eine abhängige Beschäftigung handelt und eben jene Behörde ja darüber in Kenntnis ist, dass der ausgebeutete Hartzer dort für lau arbeitet, liegt meines Erachtens doch gar keine Schwarzarbeit vor. Weswegen also sollte man den Arbeitgeber anzeigen?
 

bonica

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

@ Pony und Kleid. Na dann ist doch alles in Ordnung. Oder?

Es ist vollkommen in Ordnung wenn man mal für eine halbes, oder ein ganzes Jahr ein Praktikum macht. Deshalb muss man doch kein Video einstellen. Es ist halt das normalste von der Welt.

Wer der Ansprechpartner bei solchen Sachen ist sei dahingestellt. Man kann sich ja auch an die Betriebsrat, der Gewerkschaft, der Gewerbeaufsicht oder der IHK wenden.

Das Praktikum dient ja in erster Linie dem Erwerb beruflicher Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen. Das Lernen steht im Vordergrund und darf nicht von der jeweiligen Arbeitsleistung des Praktikanten/der Praktikantin überlagert werden. Wenn die Arbeitsleistung den Erwerb beruflicher Erkenntnisse überwiegt, hat der/die PraktikantIn Anspruch auf vollen Lohn (§ 138 II BGB).

Ich mach da mal ein Beispiel um den Bogen zum Zoll zu bekommen:

Nehmen wir mal an eine Firma stellt für 10 Praktikanten Arbeitsplätze zu Verfügung. Beschäftigt diese 6 Monate mit der Option auf Übernahme (Nur eine Option!). Nach den 6 Monaten stellt der AG 10 neue Praktikanten an... und so weiter. Dann ist doch klar nachweisbar, dass es sich nicht um eine reguläres Praktikum (Vermittlung von Wissen!!) handelt. Denn PraktikantInnen dürfen nicht in die tägliche Verrichtung der Arbeit eingeplant sein, sondern dürfen zusätzlich im Betrieb mitlaufen (Urteil des Bundesarbeitsgerichtes 6 AZR 564/01 BAG vom 13.03.2003). Nebenbei wu(e)rden reguläre Arbeitsplätze durch diese Praxis kontinuierlich abgebaut. Somit erhält der Arbeitgeber einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern, welche anstelle von Praktikanten reguläre Arbeitskräfte einsetzen.

Und da der Staat dadurch finanzielle Einbußen in nicht unerheblicher Maße hat, greift in diesem Fall der Zoll.
 
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ExitUser

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Hallo, dasselbe in grün, Bürgerarbeit, 1€ Job oder wie man das auch nennen will ist und bleibt nach noch geltender Rechtssprechen Zwangsarbeit ist es nicht Freiwillig?
Noch dazu wird der begriff Praktikum missbraucht, da es sich bei einem Praktikum immer um einen teil einer Schulischen Ausbildung handelt, siehe unten aus Duden?
Ein Praktikum ist ein teil einer Schulischen Ausbildung, vergleichbar mit dem besuch der Berufschule bei einer Praktischen Ausbildung und ist somit etwas ganz anderes?
Ein Richter der da solche Urteile spricht hat entweder mal völlig da den Beruf verfehlt oder es war Absicht, so könnte man mit dem da Mal ein ernsthaftes Wort so Reden?
Jedoch eigentlich hat man es ja da gar nicht anders verdient, wird da jemand ständig gehänselt, so liegt das auch an dem selbst und an dessen verhalten bei der Sache?




Praktikum (Prak|ti|kum) das; -s, Praktika: Teil einer Ausbildung, in dem die erworbenen theoretischen Kenntnisse im Rahmen einer entsprechenden praktischen Tätigkeit vertieft und ergänzt werden: sein P. als Ingenieur machen. Zus.: Berufspraktikum, Schulpraktikum.

(c) Dudenverlag, Sat_Wolf, Bayern




VLG:icon_mued:
 
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Pony und Kleid

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

@ Pony und Kleid. Na dann ist doch alles in Ordnung. Oder?

Es ist vollkommen in Ordnung wenn man mal für eine halbes, oder ein ganzes Jahr ein Praktikum macht. Deshalb muss man doch kein Video einstellen. Es ist halt das normalste von der Welt.

Guten Morgen Bonica. Also, ich halte das persönlich ganz und gar nicht für das normalste der Welt, ein halbes oder ganzes Jahr Praktika hinzulegen. Und weil das eben nicht normal ist, habe ich nicht nur das Video eingestellt, sondern damit hat sich ein Reportage-Team beschäftigt und diese Reportage ja eben erstmal gedreht. Auch der Gewerkschafts-Bsirske fand das nicht unbedingt als völlig normal, wie ich das aus dem Video entnehmen konnte. Und das finde ich auch gut so.

Ist es deiner Ansicht wirklich völlig normal, wenn einem Praktikanten, wie du es formulierst, Fertigkeiten vermittelt werden. Ich bin da anderer Meinung, denn Fertigkeiten werden in einer Ausbildung für den jeweiligen Beruf vermittelt.

Beispielsweise in dieser Reportage wird einer ausgebildeten Gärtnerin "Fertigkeiten" des Gärtnerhandwerks in einem aufgezwungenen Praktikum vermittelt, in dem sie Salat erntet? Das hältst du für völlig normal? Manfred27 hat es hier zitiert, wofür Praktika letztendlich dienen.
 

bonica

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Ein Praktikum ans sich halte ich selbstverständlich für das Normalste auf der Welt. Und eigentlich sollte ja klar sein, das das Praktikum über das wir hier reden kein Praktikum ist. Sorry, wenn ich mich da im letzten Beitrag etwas zu sarkastisch ausgedrückt habe.

Ich glaub wir müssen uns nicht wirklich darüber unterhalten das Praktikas, 1-Euro Jobs, Berufliche Integrationsmaßnahmen zur beruflichen Widereingliederung, Maßnahmen bei "Bildungsträgern" alle für die Katz sind. Da diese nicht mit einer wirklichen Chance der bezahlten Arbeitsaufnahme (Klebeeffekt) behaftet sind.

Warum macht denn da noch Leute mit?

Angst! (Wenn ich bei dem Mist nicht mitmache, bekomme ich eine Sanktion)
Hoffnung! (Na vielleicht habe ich dann die Chance auf einen Arbeitsplatz)
Resignation! (Dann mach ich das halt. Es wird ja auch mal zu Ende sein)

Selbst wenn sich Gewerkschafts-Bsirske dazu äußert (Mai 2009) und das "nicht unbedingt als völlig normal" findet, hat dies nichts an der Situation geändert. Warum denn auf solche "Sprecher" setzen? Wieso solchen Leuten unseren letzten Strohhalm in die Hand geben? Wenn was geändert werden muss, dann muss es von uns ausgehen. Mittlerweile hat die "Unterschicht" keinerlei Deckung mehr. Es wird aus allen Rohren auf uns geschossen. Nur eine Reaktion unsererseits gibt es nicht (kaum). Siehe Montagsdemo.

Wir sind Millionen, haben die gleichen Visionen, die gleichen Ziele und die gleichen Voraussetzungen. Wir wissen genau was falsch oder richtig ist, um uns aber dann bewusst für das Falsche zu entscheiden? Entweder kommen wir mal so langsam in Gang oder können uns die Kugel geben. Immerhin haben die Politiker gehandelt und schon mal die Kugel abgefeuert, in dem sie die schmerzhaftesten Sparmaßnahmen beschlossen haben. Aber wir tapferen Deutschen bleiben straff stehen und harren der Dinge die da kommen.

Oder um es mit den Worten von Fritz Bauer zu sagen:
„Leider ist es eine typisch deutsche Eigenschaft, den Gehorsam schlechthin für eine Tugend zu halten. Wir brauchen die Zivilcourage, "Nein" zu sagen.“
 
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Pony und Kleid

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

Liebe(r) bonica, ich bin sicherlich der Ansicht, dass wir im Grundsatz der gleichen Meinung sind. Gar keine Frage. Ich stimme dir in deinem Posting hier auch zu, nur unterscheiden wir uns in der Sache zum Thema Praktikum, vor allem was die Dauer betrifft.

Du stellst berechtigt die Frage, warum diese Ausbeutung gerade durch die Ausgebeuteten selbst solch einen hohen Anklang finden. Zu Recht, wie ich finde.

Ich könnte die These aufstellen, dass jene sich selbst geißeln, um aus der Schusslinie der öffentlichen Diffamierung zu kommen. Man könnte auch annehmen, sie sind bereit, egal zu welchem Preis auch immer, die Seiten zu wechseln, um dann im Nachhinein, wenn sie diesen Sprung geschafft haben, sich im Chor jener einzufinden, die eben jene verunglimpfen, zu welchen sie selbst vor dann nicht allzu langer Zeit selbst gehörten. Dann aber mit dem Argument: ich habs geschafft, dann musst du es auch schaffen. Wenn nicht, dann gibst du dir nicht genug Mühe, dann bist du wohl zu faul. Schon sehr schizophren. Deutsch halt.

Dass nun aber jener, der den Sprung geschafft hat sich zukünftig permanent der Konkurrenz des Billiglöhners (oder besser gesagt, des Tagelöhners, das triffts wohl eher) auseinandersetzen muss, um seinen eigenen, sich hart erkämpften Posten zu verteidigen, liegt auf der Hand. Das motiviert dann den "Wechsler", so will ich ihn oder auch sie mal nennen, dass er/sie/es mit Genugtuung daran teilnimmt, jene verächtlich zu behandeln, zu derer man selbst gehörte. Das nicht wirklich, weil man den Konkurrenten wirklich hasst, sondern schlicht und ergreifend aus Angst, seine sich hart erkämpfte Position wieder zu verlieren. Damit einhergehend auch das gesellschaftliche Ansehen, der materielle Verlust und unter Umständen die Vereinsamung, da mangels Budget eben nicht drinsitzt mal außer Haus zu gehen, in Cafes, in Diskotheken oder anderen Events.
 
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Akos

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Also ich mach was das Amt verlangt, aber verrichte meine Arbeit nur langsam und wenn es mir zu blöd wird geh ich zum Arzt. Wir haben wohl Rechte, aber nur auf dem Papier. Wenn schon ein Richter es für gut heißt, daß jemand mindestens 6 Wochen à 50 Stunden kostenlos arbeiten soll... wo bitte ist dann das Recht auf Bezahlung auch bei nem Praktikum???
 

bonica

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AW: Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbei

@ Pony und Kleid da redest Du mir aber aus der Seele. So ist es und nicht anders.

Angst bestimmt das Leben. Da sehe ich auch jeden Tag in meinem Job, bei dem ich es mit Menschen aus den Bereichen SGBII & SGBIII zu tun habe. Dabei ist der Anteil der psychisch beeinträchtigten Personen unter den Erwerbslosen ist etwa doppelt so hoch wie unter Erwerbstätigen.

Nachgewiesene psychische Folgen von Erwerbslosigkeit sind:
- Depressivität
- Angststörungen
- Psychosomatische Störungen
- Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl

Der Gesundheitsreport einer Krankenkasse konstatierte, dass bei den Erwerbslosen die Behandlungsquote mit Antidepressiva um 77% höher liegt als bei den Erwerbstätigen. Negative körperliche Stressreaktionen treten bereits in den Phasen von Arbeitsplatz-unsicherheit auf und zwar auch bei denjenigen, die nach einem Personalabbau ihre Arbeitsstelle behalten haben.

Warte mal, irgendwie schweife ich vom Thema ab:icon_sleep:

Auf jeden Fall gehe wir in die gleiche Richtung :icon_daumen:
 
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