Hartz IV: Das 155-Euro-Loch

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ExitUser

Gast
Wer privat krankenversichert ist und Hartz-IV-Empfänger wird, kann seine Beiträge meist nicht mehr zahlen. Wer soll einspringen?

Berlin - Für Sozialhilfe- oder Hartz-IV- Empfänger sind 155 Euro eine Menge Geld. Wenn sie das Pech haben, vor ihrer Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit privat krankenversichert gewesen zu sein, sitzen sie nun Monat für Monat auf exakt dieser Beitragslast. Eine Gesetzeslücke, wie die Gesundheitsexperten der Koalition verschämt eingestehen, produziert bei der jüngsten Reform. Denn die legt fest, dass jeder zwar krankenversichert sein muss, im Bedürftigkeitsfall aber nicht mehr wie früher in der gesetzlichen Krankenversicherung unterschlüpfen darf, wo ihm der komplette Beitrag erstattet wird. Wer vorher privat versichert war, muss es bleiben und einen Teil der Kosten selber tragen. Im sogenannten Basistarif sind das die genannten 155 Euro.

So weit die Theorie. In der Praxis sehen die Versicherer natürlich nichts von diesem Geld. Schließlich beträgt der aktuelle Regelsatz für Alleinstehende gerade mal 351 und ab Juli knappe 360 Euro. Die Betroffenen können ihren Beitrag nicht zahlen, und genau besehen brauchen sie es nicht einmal. Schließlich ist das Existenzminimum verfassungsrechtlich gewährleistet und darf nicht angetastet werden.

Doch wer zahlt dann die Rechnung? Am Mittwoch ist die 155-Euro-Lücke Thema im Gesundheitsausschuss. Die Koalition möchte die Peinlichkeit aus der Welt schaffen, die Änderung könnte mit der anstehenden Novelle des Arzneimittelgesetzes verabschiedet werden. Doch inhaltlich ist eine Lösung nicht in Sicht. In der SPD finden sie, dass die privaten Versicherer die Außenstände schultern könnten. Für die PKV sei das doch „kein Problem“, meint Fraktionssprecherin Carola Reimann, es handle sich ja nicht um besonders viele Fälle. Jedenfalls könne es nicht sein, dass der Steuerzahler zur Entlastung privater Versicherungsunternehmen einspringen müsse. Und das Problem wie bisher den gesetzlichen Kassen aufzuladen, das habe man „nicht mehr gewollt“.
Hartz IV: Das 155-Euro-Loch
 

Hasepuppy

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Was noch schlimmer ist: PKV-Versicherte müssen m. W. nach für viele Dinge (z. B. Medikamente) in Vorleistung treten und den gesamten Betrag erst einmal bezahlen, anstatt nur eine Zuzahlung zu leisten. Bei hohem Einkommen kein Problem, aber mit dem ALG2-Regelsatz wird das wohl unmöglich. Die Folgen dieser Vorgehensweise kann man sich denken...

Gruss
Hasepuppy
 

physicus

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PKV-Versicherte müssen m. W. nach für viele Dinge (z. B. Medikamente) in Vorleistung treten und den gesamten Betrag erst einmal bezahlen, anstatt nur eine Zuzahlung zu leisten.

das stimmt so nicht ganz...
als pkv kannst du deine rezepte eben so gut gleich von der kk erstatten lassen, brauchst nur eine kopie hinfaxen.
geld ist dann in 1-2 tagen da...
kannst du solange nicht warten weil die medis dringend eingenommen werden müssen gibt dir dein hausarzt diese auch gerne mit ;)

der vorteil gegenüber pflichtversicherten ist, das du wenn du nicht krank warst das jahr über und keine rechnungen beibringst einen bonus bekommst, bis zu einer höhe von 6 monatsbeiträgen.
davon abgesehen zahlen PKV auch weniger beitrag als ein Pflichtversicherter...

damit niemand meint ich sauge mir das aus den fingern, ich bin seid 1999 PKV bei der DKV.

mfg physicus
 
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