Hartz IV auf Probe Trierer Bischof meldet sich arbeitslos (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Hartzeola

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
10 August 2011
Beiträge
10.204
Bewertungen
3.451
Ein Bischof (nicht) ganz unten: Stephan Ackermann wird bei der Agentur für Arbeit vorstellig. Ackermann setzt sich für die Belange von Arbeitslosen ein und will sich im Selbstversuch „ein bisschen einfühlen in die Situation“.

Trier-Selbstversuche mit sozialem Touch sind eigentlich Sache von Günter Wallraff. Nun ist der Kölner Autor und Verwandlungskünstler aber gerade schwer mit Selbstverteidigung beschäftigt. Doch beherzt ist der Trierer Bischof Stephan Ackermann in die Bresche gesprungen: Am Dienstag wurde der Oberhirte von knapp 1,5 Millionen Katholiken bei der Bundesagentur für Arbeit vorstellig und meldete sich arbeitslos.

Er habe einmal selbst den ersten Gang jedes Arbeitslosen antreten wollen, um sich so auch „ein bisschen einzufühlen in die Situation“. Da wird der Geistliche seine Imaginationskraft aber noch schwer bemühen müssen. Mit Funktionären an der Seite, Presseleuten im Nacken und der Gewissheit im Rücken, die Agentur mit festem Job und sicherem Einkommen zu verlassen, unterscheidet sich Ackermanns Situation eben um das entscheidende „bisschen“ vom wahren Leben. Wie’s oft so ist, wenn Prominente sich „persönlich“ ein Bild von der Wirklichkeit machen wollen.

Immerhin: Einfühlungsvermögen und Sorgfalt gab der Bischof bei der Agentur als „Begabungen“ an und als Wunsch für seine nächste Stelle eine „Leitungsfunktion“. Nach Datenbankabfrage und Vermittlungsgespräch erfuhr er: Seine Chancen stünden gar nicht schlecht. In der Jugendbildung ließe sich bestimmt was finden oder an der Uni. Auch unter Personalern würden Theologen geschätzt. Als Menschenkenner.
Hartz IV auf Probe: Trierer Bischof meldet sich arbeitslos | Politik*- Frankfurter Rundschau
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
Mitglied seit
2 Juli 2008
Beiträge
12.837
Bewertungen
6.311
Solche "Selbstversuche" liebe ich ja. Hauptsache man hat über den Bischof geschrieben.
Er habe einmal selbst den ersten Gang jedes Arbeitslosen antreten wollen, um sich so auch „ein bisschen einzufühlen in die Situation“. Da wird der Geistliche seine Imaginationskraft aber noch schwer bemühen müssen. Mit Funktionären an der Seite, Presseleuten im Nacken und der Gewissheit im Rücken, die Agentur mit festem Job und sicherem Einkommen zu verlassen, unterscheidet sich Ackermanns Situation eben um das entscheidende „bisschen“ vom wahren Leben. Wie’s oft so ist, wenn Prominente sich „persönlich“ ein Bild von der Wirklichkeit machen wollen.
Und sowas gibt an, sich um die Belange der Arbeitslosen zu kümmern:icon_kotz: Um ein Gefühl von der Realität zu bekommen sollte man genau DAS nicht machen. Und dann auch bitte Elo sein für mind. 6 Monate und nicht 3 Wochen, mit der Gewisseheit, Notlagen mit Schonvermögen aus der Zeit seines Erwerbslebens zu überwinden.
 
E

ExitUser

Gast
Da die wissen, wer er ist, wird er nett behandelt.

Somit ist das keine Probe, sondern wird in einer weiteren Lüge enden, dass es ja soo toll ist, in Alg II zu sein.
 

Speedport

Foren-Moderation
Mitglied seit
15 Mai 2007
Beiträge
3.335
Bewertungen
998
Da die wissen, wer er ist, wird er nett behandelt.

Somit ist das keine Probe, sondern wird in einer weiteren Lüge enden, dass es ja soo toll ist, in Alg II zu sein.
Vielleicht nicht in Lügen aber er wird sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, daß er nur ein Medienspektakel mit sich selbst als Mittelpunkt inszeniert hat.

Warum nimmt er nicht zwei, drei Wochen Urlaub und fährt nach Frankfurt, Stuttgart, München oder in irgendeine andere, größere Stadt wo er nicht bekannt ist und beantragt ALGII?

Dann könnte man wenigstens den Versuch halbwegs ernst nehmen obwohl ja auch da die miese Dauerperspektive fehlt.
 

Nasenbohrer

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 Januar 2012
Beiträge
541
Bewertungen
71
Na ja,
Pfaffen haben schon seit dem 15. Jahrhundert nur Unglück gebracht ....................

Der soll sein Maul halten und das für immer und ewig.
Eine reine Selbstdarstellung und eine ganz gewaltige Provokation für uns HE's .
 

Emma13

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2007
Beiträge
1.488
Bewertungen
146
Das soziale Engagement des Herrn Ackermann in Ehren ..... aber sowas ist einfach irreal, weil er niemals kennenlernen wird, wie wir Erwerbslose wirklich von den Behörden behandelt und "abgehandelt" werden .... :icon_neutral:

Somit mal wieder ein überflüssiger Selbstversuch, Publicity garantiert .... :cool::icon_dampf:
 

Jürgen3

Elo-User*in
Mitglied seit
27 Juli 2008
Beiträge
444
Bewertungen
171
Lächerliche Farce.

Musste er bei der Antragsabgabe nicht sämtliche Vermögenswerte und Konten angeben? Dann würde er eh kein AG1/Hartz IV beziehen, sondern müsste zunächst mal sein Vermögen aufbrauchen.

Was macht zwischenzeitlich eigentlich seine Haushaltsangestellte? Und sein Chauffeur?
 

Konstabler

Elo-User'in - eingeschränkt
Mitglied seit
19 Dezember 2011
Beiträge
1.769
Bewertungen
674
Na ja,
Pfaffen haben schon seit dem 15. Jahrhundert nur Unglück gebracht ....................

Der soll sein Maul halten und das für immer und ewig.
Eine reine Selbstdarstellung und eine ganz gewaltige Provokation für uns HE's .
Ich finde das immer wieder interessant, wenn User sich zusammenfinden und ekelhafte kirchenfeindliche Threads veranstalten, so richtig schön mit Schaum vor dem Mund.

Im wirklichen Leben sind es dann Caritas und Diakonie, die die Scherben zusammenfegen und sich um den gesellschaftlichen Bodensatz kümmern.

Ich frage mich, wer sich um die Verlierer der Gesellschaft kümmern würde, wenn es nicht die Kirchen gäbe.

Ach, das machen dann bestimmt die Jobcenter, oder städtische Stellen, die bereits jetzt vor allem dadurch auffallen, dass sie Hilfe verweigern und einen wie Dreck behandeln.

Da hat doch tatsächlich so ein Zeitungsschreiberling einen Artikel über den Trierer Bischof geschrieben, als wolle der sich nur mal kurz öffentlich darstellen.

Wie naiv seid ihr eigentlich? Oder macht euch der Hass auf die Kirchen blind?

Das war ein Arbeitsbesuch des Bischofs, und offensichtlich hat man sich über soziale Probleme unterhalten, die durch Arbeitslosigkeit verursacht werden.

Die örtliche Presse gibt dazu einen Hinweis:

Trierer Bischof meldet sich arbeitslos - zur Selbsterfahrung - volksfreund.de


Vor allem die Langzeitarbeitslosen liegen Ackermann am Herzen. «Uns ist es ein Anliegen zu sagen, wir brauchen in starkem Maße öffentlich geförderte Beschäftigung, weil es natürlich Menschen gibt, die sich trotz aller Maßnahmen nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder vermitteln lassen, sagte er.
Nun kann man zu öffentlich geförderter Beschäftigung stehen wie man will, Tatsache ist und bleibt auf jeden Fall, dass der Bischof Recht hat, wenn er sagt, dass der Arbeitsmarkt für nicht wenige verschlossen ist.


Es gibt übrigens noch einen schönen Hinweis, dass der Besuch des Bischofs Wirkung zeigte:

«Der Besuch des Bischofs ist eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass man keine Angst haben muss, sich arbeitslos zu melden», sagte der Sprecher der Trierer Agentur, Thomas Mares. «Arbeitslosigkeit ist kein Verbrechen und keine Schande. Es ist ein Sache, die in jedem Berufsleben vorkommen kann.»
Die Tatsache, dass sich hier ein "Sprecher" und nicht der Leiter der Agentur ZUCKERSÜSS äussert, lässt ich vermuten, dass der Leiter der dortigen Agentur vor Wut schäumt. :icon_smile:

Wir werden wohl nicht erfahren, welche Gespräche wirklich geführt wurden, aber ein PR-Gag war das sicherlich nicht.
 

Hartzeola

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
10 August 2011
Beiträge
10.204
Bewertungen
3.451
Kommt ein Bischof ins Jobcenter und meldet sich arbeitslos – ist das ein Witz, zynische Öffentlichkeitsarbeit oder eine angemessene Methode, mediale Aufmerksamkeit auf Langzeitarbeitslosigkeit zu lenken? Auf diese Frage liefert auch Stephan Ackermanns Besuch in der Trierer Agentur für Arbeit keine Antwort.

TRIER. Die Journalisten sind zahlreich erschienen. Wann gibt es das schon: Einen Termin, der nicht nur spruchreife O-Töne und schöne Bilder bietet, sondern auch mühelos wie eine tatort-Folge ein brisantes soziales Kernthema aufgreift und sich zudem als hübsche Lach- und Sachgeschichte verpacken lässt? Die Pressestelle der Agentur für Arbeit hat geladen: „Bischof Ackermann möchte selbst einmal erfahren, welche Anforderungen auf einen Arbeitslosen bei seiner ersten Meldung zukommen. Er wird daher in verkürzter Form den gesamten Prozess einmal aus Sicht eines Arbeitssuchenden durchlaufen, die entsprechenden Papiere erhalten und ein Beratungsgespräch mit einer Arbeitsvermittlerin führen.“

Für die Verhältnisse eines Nachmittagstermins in der Arbeitsagentur sind es sehr viele Text-, Hörfunk- und Fernsehjournalisten, die in der Dasbachstraße im Industriegebiet Nord auf den Protagonisten des Termins warten. Kaum angekommen, ist Bischof Stephan Ackermann umringt von Kameras und Mikrofonen und spricht spruchreife Sätze in die Notizblöcke: „Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit war schon vor meiner Zeit ein wichtiges Thema im Bistum und ist es – unter anderem in Form der Aktion Arbeit – auch heute ganz besonders. Wir dürfen keinen Langzeitarbeitslosen alleine lassen, das gilt vor allem für die älteren Arbeitnehmer.“

Mit Stephan Ackermann spricht ein Vertreter der katholischen Kirche, aus dessen Mund diese Worte nicht zynisch klingen, nicht einmal phrasenhaft; der in Fragen der katholischen Soziallehre, der Haltung gegenüber Homosexuellen und der AIDS-Prävention so deutlich näher an der Gegenwart agiert als weite Teile der Kirche, in deren Dienst er steht. Dass es ihm ein ernstes Anliegen ist, die Lebenswirklichkeit eines Menschen zu kennen, der sich in das Heer der Arbeitslosen einreihen muss – das glaubt man ihm sogar. Ob die gewählte Methode eines inszenierten Pressetermins das korrekte Medium zur Verbreitung dieser Glaubwürdigkeit ist, darüber darf diskutiert werden.
16 vor - Nachrichten aus Trier | » Ein Bischof in der Arbeitsagentur
 

Sinuhe

Elo-User*in
Mitglied seit
13 März 2012
Beiträge
1.741
Bewertungen
285
Sein Nachbar hat da andere Preferenzen:

Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst gerät wegen einer Indien-Reise unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen flog er erster Klasse nach Bangalore, um soziale Projekte zu besuchen. Laut eigener Aussage wollte er Kindern helfen, die in Steinbrüchen arbeiten müssen.
Limburger Bischof flog First Class nach Indien - SPIEGEL ONLINE

Vielleicht sollte man diese Heuchler in die Steinbrüche stecken!

Gäbe es einen Gott,der hätte sein Bodenpersonal schon lange dahin geschickt,wo der Pfeffer wächst.
 

Speedport

Foren-Moderation
Mitglied seit
15 Mai 2007
Beiträge
3.335
Bewertungen
998
Sein Nachbar hat da andere Preferenzen:

Limburger Bischof flog First Class nach Indien - SPIEGEL ONLINE

Vielleicht sollte man diese Heuchler in die Steinbrüche stecken!

Gäbe es einen Gott,der hätte sein Bodenpersonal schon lange dahin geschickt,wo der Pfeffer wächst.
Das verstehst Du falsch:

Je größer der Kontrast zwischen der Realität des Bischofs und der Realität der Kinderarbeiter im Steinbruch, desto größer die Betroffenheit des Kirchenfunktionärs.

Sicher haben die Kinderarbeiter das Dilemma des Bischofs verstanden.

Und falls es GOTT nicht verstehen sollte, bleibt immer noch der Ausweg der Beichte mit anschließenden drei Rosenkränzen.
 
E

ExitUser

Gast
Die Pfaffen-Heuchler hätten sich ruhig mal ein bisschen früher "einfühlen" können, nämlich spätestens seit dem Menschen durch diesen Hartz IV-Sadismus regelrecht krank und in den Tod getrieben wurden...

..ein Beispiel von sehr vielen, einen ehemaligen Kollegen und Kumpel von mir, den eigentlich nicht so schnell etwas erschüttern konnte, hat das JobCenter bis in die Obdachlosigkeit schikaniert, da ist er schwer krank geworden und hat Blasenkrebs bekommen, jemand hat ihn dann irgendwann von der Straße geholt und eine Ini. hat sich dann um ihn gekümmert.

Da jemand von der Ini. mit ihm mitgegangen ist, hatte er sich wieder zum Amt getraut, da hat so eine Sacharbeiterschl****e tatsächlich zu ihm gesagt: "Wenn Sie erstmal Ihren Krebs besiegt haben, dann finden wir schon eine Arbeit für Sie, und wenn es eine im liegen ist".......jau, hauptsache Arbeit!!! :icon_dampf:

Als ich ihn drei Monate vor seinen Tod getroffen habe und er mir das erzählte, war er fast wie früher, wenn man ihn sonst getroffen hatte und sein Leitspruch kam: "In der Ruhe liegt die Kraft, wird schon klappen" und sein Motto war stets, leben und leben lassen...

...und machte noch zu diesem Zeitpunkt einen sehr optimistischten Eindruck auf mich und er selbst glaubte, dass er durch die angefangene Schemo-Therapie später wieder gesund und der Alte sein wird....


Zurück zu den Pfaffen! Aber anstatt klar und deutlich sich zu Positionieren und das System Hartz IV und den daraus resultierenden Folgen für die Betroffenen und überhaupt im gesellschaftlichen Zusammenhang in Frage zu stellen, kommt doch wieder nur von den Verantwortlichen in den Kirchen und ihren Ablegern im Endeffekt eine Relativierung und Verharmlosung von Hartz IV zum Vorschein!

Auch nach 7 langen Jahren und spästens jetzt, oder wann sonst? müsste selbst diesen Ignoranten auffallen, das Hartz IV nix mit christlicher Nächstenliebe zun tun hat, was sich aber diese Kirchen-Leute ja selbst auf die Fahnen geschrieben haben und schon deshalb zumindest das System auf Menschewürde gründlich von den "Fahnenschwingern" zu hinterfragen wäre, oder wenn sie das nicht wollen, dann eben einfach die Klappe halten und nicht mal eben sich nur halbherzig "reinfühlen" in die Materie Hartz IV und dem geistigen und sozialen Wohlergehen der Betroffenen durch diese "weltliche Hölle"...

Aber was will man denn auch anderes erwarten? Leiden, Schuld und Sühne sind doch deren Tagesgeschäft....

"Es ist etwas sehr Schönes, wenn man sieht, wie die Armen ihr Kreuz tragen. Wie die Passion Christi, ist ihr Leid ein großes Geschenk für die Welt.“
[SIZE=-1](Agnes Gonxha Bojaxhio alias Mutter Teresa)[/SIZE]

Gott hätte alle Menschen reich erschaffen können, aber er wollte, daß es auf dieser Welt Arme gibt, damit die Reichen Gelegenheit erhalten, sich von ihren Sünden freizukaufen.“
[SIZE=-1](Bischof Eligius von Noyon, 7. Jhd.)


..und noch weitere "christliche"
Werte und Tugenden: Aussprüche und Zitate von echten Christen[/SIZE]
:icon_kotz:
 
Oben Unten