Hart aber fair | Hartz gleich arm – geht diese Rechnung auf? (1 Betrachter)

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Gehatzter

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AW: hart aber fair" Sendung vom 26.03.2018

Halt die Hofpresse der CDU+SPD, die selbst ernannten Menschenfreunde und Humanisten. Bedienen sich an den Instrumenten des Dritten Reiches, zum Teil der DDR und ne gute Portion aus den USA, perfide Mischung.
 

PeterMM

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AW: hart aber fair" Sendung vom 26.03.2018

naja, kommt schon hin
416+374+316+316+ 650 Miete = 2072

wie sähe das bei einem Aufstocker mit Kindergeld aus?
 
G

Gast1

Gast
AW: hart aber fair" Sendung vom 26.03.2018

Wie schrieb der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Sell?

55 Prozent der Bedarfsgemeinschaften sind Single-BGs, bei denen Bedürftige schon mit einem relativ geringen Einkommen ein Niveau über Hartz IV erreichen können bzw. für die Einzelperson im Verhältnis am wenigsten Geld verfügbar ist. Nur knapp 16 Prozent der Bedarfsgemeinschaften sind Partner-BGs mit Kindern.
Quelle: Abstruse Berechnungen, die dann auch noch viele übernehmen. Ein schräger Vergleich zwischen Hartz IV und Arbeitseinkommen

Die Strategie hinter diesem Beispiel mit der Familie mit 2 Kindern ist der offensichtliche Versuch den Regelsatz abzusenken. So jedenfalls Rainer Roth auf tacheles-sozialhilfe.de :

Hartz-IV-Niveau unterhalb des Mindestlohnniveaus?

Das Hartz-IV-Niveau der vierköpfigen Familie mit einem Alleinverdienst müsste also niedriger sein als das Mindestlohnniveau plus Kindergeld. Wohngeld klammert die FAZ aus. Was bedeutet das?

Ein Mindestlohnbezieher in einem Vierpersonenhaushalt hat bei Steuerklasse III einen Nettolohn von 1.160 Euro. Dazu kommen 388 Euro Kindergeld für zwei Kinder, zusammen also 1.548 Euro. Das Hartz-IV-Niveau von 1.928 Euro liegt weit über diesem Einkommen. Die Regelsätze aller Mitglieder dieses Vierpersonenhaushalts in Höhe von zusammen 1.284 Euro müssten also um 381 Euro oder um 29,7 Prozent gekürzt werden, damit sie plus der bescheidenen Warmmiete von 644 Euro unterhalb dieser 1.548 Euro liegen.

Der Regelsatz eines Alleinstehenden dürfte dann nur noch 292 Euro betragen, nicht mehr 416 Euro. Auch die Regelsätze für Kinder müssten um rund 30 Prozent gekürzt werden.

Selbst wenn man als untere Lohn- und Gehaltsgruppe eines neuen Lohnabstandsgebots den sogenannten Niedriglohn von zurzeit etwa zehn Euro pro Stunde annimmt, müssten die Regelsätze deutlich gekürzt werden.

Merkel gab die Plattitüde von sich:

„Wir müssen immer darauf achten, dass derjenige, der arbeitet, mehr hat, als wenn er nicht arbeiten würde“ (5).
 
E

ExitUser

Gast
AW: hart aber fair" Sendung vom 26.03.2018

Talkrunden+Nachrichten beim Staatsfunk sind stets Ideologiemaschinen von Regierung und Nato - wenns um Russland, Ukraine, Syrien etc geht. So spart mensch sich hierzulande ein Propagandaministerium.
 
G

Gast1

Gast
AW: hart aber fair" Sendung vom 26.03.2018

293949, hör endlich auf mit Deinem "Staatsfunk". Wir sind hier nicht in Russland.
 

Hase66

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AW: hart aber fair" Sendung vom 26.03.2018

Die führen immer nur Extrem Beispiele an Familien mit vielen Kindern..und wenn man Single ist dann hat man nur 416 im Monat....und da geht noch Strom und Versicherungen, Auto usw runter
 

swavolt

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Merkel gab die Plattitüde von sich:

„Wir müssen immer darauf achten, dass derjenige, der arbeitet, mehr hat, als wenn er nicht arbeiten würde“ (5).
Das heisst aber eben nicht ALG II runter sondern Löhne rauf. Dann bekommen die Konzerne auch nicht mehr Milliarden Gewinne jedes Jahr. Von den Reichen muss Geld generiert werden, nicht von den Armen.
 

Katzenstube

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Was mich im Rahmen dieser Diskussion befremdet ist die Tatsache, dass nur der Punkt Geld/Einkommen/Teuros eine Rolle zu spielen scheint.

Als ich 3 Monate arbeitslos war und den Schikanen der Arbeitsagentur ausgesetzt war ging es mir psychisch miserabel, ich wurde agressiv und unzufrieden weil ständige unsinnige Forderungen oder Vermittlungsvorschläge auf mich wie ein Bombenhagel niederschlug.

Dann habe ich einen Job angenommen, bei dem der Stundenlohn weit über Mindestlohn lag, aber eben nur ein Teilzeitjob, also ein Gehalt im Bereich eines Hartz4 Beziehers. Ich habe zum jetzigen Stand tolle Kollegen gewonnen, einen Chef mit dem die erste Zeit recht schwer war, wo wir aber - denke und hoffe ich - uns nun schätzen gelernt haben und wohl zumeist an einem Strang ziehen. Von den Kunden kommt tolles rüber und es geht mir gut. Dadurch, dass ich eben nicht gerechnet habe ob ich jetzt 50 Euro mehr oder weniger habe. Durch meine Fahrtkosten habe/hätte ich nämlich weniger im Geldbeutel als ALG1 und Wohngeld gemeinsam erbracht haben.

Meine Stundenanzahl hat sich erhöht - das Gehalt ist noch immer nicht die Welt aber meine Psyche ist wieder die eines Menschen! Wertschätzung und Menschlichkeit, auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (nein, nicht durch Restaurantbesuche oder Kino, denn auch das kann ich mir nicht leisten) sondern durch ein Pflänzchen, dass die Kollegin mir mitbringt, durch ein nettes Zusammensein mit Kollegen, bei denen ich als schlechter Nachtfahrer ohne wenn und aber von einem Kollegen abgeholt wurde.

Entweder bin ich anders gestrickt als der Großteil der Bevölkerung was den sozialen Aspekt betrifft oder ich habe mich an ein Leben mit geringen Anforderungen gewöhnt und messe den Teuros weniger Wichtigkeit zu. Auch mein Überleben ist schwer, gar nicht zu denken an den Kauf einer neuen Brille... Aber ansonsten kann ich wieder lachen, falle abends todmüde ins Bett und bin zufrieden. Ich habe nun ein paar Tage frei und die sind für mich herrlich. Herrlich wohl deshalb, weil ein "dauernd frei" mir dieses Gefühl wohl gar nicht geben könnte.

Wir alle werden immer ein Spielball der Politik bleiben - wenn ich aber mit meiner (auch finanziellen) Unzufriedenheit meinen Tag verbringen möchte, dann mache ich mir mein Leben nicht mehr lebenswert. Jetzt ist es ein sparsames, aber lebenswertes....

Gruß von Katzenstube
 
E

ExitUser

Gast
Was mich im Rahmen dieser Diskussion befremdet ist die Tatsache, dass nur der Punkt Geld/Einkommen/Teuros eine Rolle zu spielen scheint.
Ich denke mir manchmal auch, dass es soviele Baustellen gibt, wo Förderung dringend nötig wäre.

Man kann das aber nicht isoliert betrachten. Es fehlt einfach der Konsens, dass jeder seine Grundbedürfnisse befriedigen können muss und dass das nicht mit privatwirtschaftlichen Interessen zu leisten ist. Alimentierung durch Grundsicherung dürfte es nicht auf Grund arbeitsmarktpolitischer Verfehlungen geben und das wäre dann insgesamt auch nicht so teuer, selbst wenn der Lebensstandard der Leistungsberechtigten höher wäre.

Es läuft immer wieder auf die gerechte Verteilung der vorhandenen Arbeit und der Löhne hinaus.

Der Bedarf von Familien kann gar nicht verhandelbar sein, weil wohl niemand die Verwahrlosung von Kindern sehen möchte. Dass es bei den Regelsätzen für Kinder am ehesten zu einer Bedarfsunterdeckung kommt, ist ja fast schon Konsens. Umso verderbter ist es, dann darauf herumzureiten.
 
E

ExitUser

Gast
Es sind ja Sozialgelder vorhanden, sie müssten nur mal zielgerichtet eingesetzt werden und nicht nach Grießkannen-Prinzip oder zur Erschaffung von Beschäftigungsmaßnahmen, die keinem nützlichen Ziel entgegensteuern.
 
E

ExitUser

Gast
Es sind ja Sozialgelder vorhanden
In solchen Sendungen wird aber gerne beschworen, wie teuer das doch alles sei.

Könnten wir mehr Personen nachhaltig in Arbeit bringen wird es auch günstiger, aber die Behörden verwalten ja überwiegend nur Arbeitslosigkeit und überlassen den Rest der Konjunktur.

Das ist wie in der Politik, man hat immer die kurzfristige Wirkung im Auge, aber keine Zukunftsvision. Die Gewerkschaften fühlen sich anscheinend auch nicht zuständig oder der gesetzliche Rahmen lässt ihnen da wenig Spielraum.
 
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