Hamburg: Vier gegen Ein Euro Job Messe

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Zen1oz

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22 August 2008
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Am Mittwoch den 28.01.09 fand in der ARGE St.Pauli in Hamburg eine
Ein Euro Jobmesse statt, bei der ca. 120 Erwerbslose im Schnellver-
fahren eine Eingliederungsvereinbarung unterzeichnen sollten,
die alleinig zur Teilnahme am Ein Euro Job verpflichtet.
Hartz - 4 - Gegnerinnen brachten das Konzept dieser Veranstalltung
durcheinander und schmÀlerte die Erfolgsquote der ARGE um 30 %.
Am Mittwoch sind die ARGEN (Jobcenter Hamburgs) fĂŒr den Puplikums-
verkehr von Erwerbslosen geschlossen.
Im Jobcenter St.Pauli wurde dieser Tag zur einer Messe, die mit
allen Tricks der PÀdagogik und Pschychologie möglicht viele
Erwerbslose in Ein-Euro-Jobs verfrachten wollte.

Morgens um 9:00 standen schon die ersten vorgeladenen Erwerbslosen
vor der TĂŒr und durften sich bis ca. 9:10 Uhr in der KĂ€lte den
Hintern abfrieren. So versammelte sich eine Menschentraube und gab
uns die Gelegenheit, Erwerbslose darĂŒber auf zu klĂ€ren, das sie
nicht dazu gezwungen sind, eine Eingliderungsvereinbarung sofort
unterzeichnen zu mĂŒssen.
Das Betroffene das Recht haben, eine Eingliederungsvereinbarung
zwecks Bedenkzeit und PrĂŒfung ohne Unterschrift nach Hause zu nehmen,
schmeckte der ARGE im Nachhinein ĂŒberhaupt nicht und schnell haben
wir Erwerbslose gefunden, die sich zu diesem Besuch begleiten ließen.
Ganz spontan wurde mit den Betroffenen zwischen TĂŒr und Angel
abgesprochen, was sie an Alternativen fĂŒr sich haben wollen und so
unterstĂŒtzten wir Erwerbslose als Beistand nach § 13 Abs.4 SGB X.

Schade, das wir so wenig waren aber haben durch unsere Anwesenheit
die angelegte Machart der ARGE-MitarbeiterInnen zu dieser Messe
völlig durchkreuzt.

Zu Anfang wurden Betroffene an MessestÀnden von drei BeschÀftigungs-
trĂ€gern darĂŒber informiert, was fĂŒr tolle Ein Euro Jobs sie haben.
Angefangen von KĂŒchenarbeit bei Schulen, HelfertĂ€tigkeiten als
Hausbetreuer in Wohnhauspförtnerlogen bis hin zu Handwerklicher
Verschönerungsarbeiten in der Hafencity.
Bedenklich daran, das Kriterium von "zusĂ€tzlicher Arbeit" berĂŒhrt
wird und somit sozialversicherungsplichtige Planstellen bei der
Stadt eingespart werden können.

Wir BeistĂ€nde hatten viel zu tun.. Begleitet vom Austausch darĂŒber,
wie die ARGE die Betroffenen bearbeiten, sie schnell in Erwerbslosen-
verwahrungshÀusern zu verfrachten.
Dynamisch kreativ passten wir unsere Strategie an und nach knapp
einer Stunde geriet das Konzept der ARGE ins trudeln.

Irgendwie wollte es nicht so klappen, die Unterschrift von Betroffenen
auf die Standart-Eingliederungsvereinbarung zu bekommen.
Um 10:00 hat die ARGE geblickt, das sie ungern gesehende BesucherInnen
im Hause haben und nahmen dies zum Anlass, eine MitstreiterIn raus zu
schmeißen.
Die Aktivistin hat Handliche InfoblÀtter an die Erwerbslosen verteilt
und ein Sicherheitstyp verpasste ihr ein Hausverbot.
Nachdem ich dem Wachmann darĂŒber aufklĂ€rte, das meine Mitstreiterin
nicht einfach vor der TĂŒr gesetzt werden darf, weil sie die Funktion
als Beistand wahr nimmt, trat Verunsicherung auf.

Der Wachman meint, das er sich nun an den Abteilungsleiter wende und
diesen in den Eingangsbereich holt. Die Aktivistin setzte zunÀchst
ihre AufklĂ€rungsarbeit vor der TĂŒr des Hauses fort.
Es war ein Bild fĂŒr die Götter, wie sich immer mehr Erwerbslose um
sie herum versammelten und ihre RatschlÀge zuhörten.

SpÀter war weder der Abteilungsleiter erschienen, noch wollte keiner
mehr was vom Hausverbot wissen. Die Mistreiterin setzte ihre Arbeit
im Hause fort und MitarbeiterInnen der ARGE wurden wie um 180 Grad
gedreht freundlich.
Nach dem Motto "können wir noch was fĂŒr Sie tun ?", ließen wir uns
von unseren Unternehmungen nicht ablenken.

Diese Veranstaltung setzte sich wie ein Schachspiel, basierend auf
PĂ€dagogische und Psychologische Tricks fort.
Strategien gegen dem Motto "guter Bulle und böser Bulle" fĂŒhrten fĂŒr
die ARGE zum Scheitern.
Alle, die begleitet wurden, konnten vor dem Diktat der ARGE verschont
werden und kurz vor Mittag wurde eine Pause eingelegt.

Arge - MitarbeiterInnen zogen sich zur Beratung zurĂŒck und wenig
spĂ€ter standen nur noch die Spezialisten der ARGE zur VerfĂŒgung.
Zwei Erwerbslose warteten deswegen noch etwas lÀnger auf ihr GesprÀch
und stÀndig kamen Mitarbeiter vorbei, um die Besucherliste zu checken.

War diese Masche dazu gedacht, die noch verbliebenen Erwerbslosen mit
Beistand dazu zu verfĂŒhren, ihren Besuch abzubrechen ? Mit dieser
Spekkulation erfĂŒllten setzen wir unsere Aktion fort, bis der letzte
Vorgeladene mit einem Ergebnis die ARGE verließ.

Es ist uns gelungen, die Isolation der Erwerbslosen zu lösen und der
Anblick einer Besucherstrischliste der ARGE ließ erkennen, das von
vorgeladenen 7 sich nicht auf die Tour eingelassen haben.
Damit können "Gerettete" nun noch konstruktive VorschlÀge machenn,
welche Form von "Förderung" wirklich gut fĂŒr sie sind und dies in
einer Eingliederungsvereinbarung idnividuell fixieren könnten.

Der Zweck, das eine Förderung von Erwerbslosen sie wieder in den ersten
Arbeitsmarkt verhelfen soll, wird aus Arbeitstechnichen und politischen
GrĂŒnden gern vernachlĂ€ssigt und legitimiert MassenbeglĂŒckungen von
Eingliederungsvereinbarungen, die auf "die StÀrken und SchwÀchen von
ALG-II-BezieherInnen angepasst werden sollten, erst recht nicht.

In dem Sinne, solche Entgleisungen der Jobcentren zu verhindern,
befanden alle Aktiven in der Nachbesprechung, das diese Form von
Aktionen an der Basis genau richtig liegen und dessen Erfolge
dynamisches Agieren zu Grunde liegt.

Solidarischen Dank an Aktive aus dem Forum chefduzen.de und der
Erwerbslosen Selbsthilfegruppe ELSE.
Quelle
 

Curt The Cat

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Das gehört in unser Forum "Erfolgreiche Gegenwehr" und deshalb schubs ich das mal dorthin....


:icon_wink:

 
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