Hallo, 50+ Mitstreiter, wenn ihr bald den neuen Job gefunden habt....

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jimminygrille

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Bevor ihr euch aus dem Forum ausklinkt, sagt doch bitte hier an dieser Stelle, wie ihr das gemacht habt und zu welchen Bedingungen ihr den Job gefunden habt.
Ich kann einfach der Regierung sonst keinen Glauben schenken, daß plötzlich die Älteren wieder gefragt wären und wir nur selbst Schuld sind, daß wir immer noch hier drin hängen.
Ich gehe sogar soweit, daß ich die Statistik für gefälscht halte, man kann ja nichts überprüfen.
Ich sehe nur, daß in den Jobangeboten des Arbeitsamtes fast 90 % Leiharbeitsfirmen aufgeführt sind (Wer prüft eigentlich Mehrfachangebote für dieselbe Stelle?)
und kann auch keinen Zuwachs an Stellenangeboten ausmachen. Schon gar nicht von solchen, in denen es heißt:" Auch über 50 Jährige willkommen"
 

Kaulquappe

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Bevor ihr euch aus dem Forum ausklinkt, sagt doch bitte hier an dieser Stelle, wie ihr das gemacht habt und zu welchen Bedingungen ihr den Job gefunden habt.
Ich kann einfach der Regierung sonst keinen Glauben schenken, daß plötzlich die Älteren wieder gefragt wären und wir nur selbst Schuld sind, daß wir immer noch hier drin hängen.
Ich gehe sogar soweit, daß ich die Statistik für gefälscht halte, man kann ja nichts überprüfen.
Ich sehe nur, daß in den Jobangeboten des Arbeitsamtes fast 90 % Leiharbeitsfirmen aufgeführt sind (Wer prüft eigentlich Mehrfachangebote für dieselbe Stelle?)
und kann auch keinen Zuwachs an Stellenangeboten ausmachen. Schon gar nicht von solchen, in denen es heißt:" Auch über 50 Jährige willkommen"

Ist schon den ganzen Tag im Radio zu hören, habe mich sehr aufgeregt :icon_dampf:
Klar, wer in einem 1-Euro-"Job" steckt gilt ja nicht als arbeitslos :-(

Das wissen aber die (noch?) nicht Betroffenen nicht, sie glauben dann jeden Sch... :icon_dampf:
 
R

Rounddancer

Gast
Zwischenbericht

Also bei uns, wir sind ja 17 Leute gewesen, alle zwischen 45 und 59 Jahre, die da in der Schule für ein knappes Jahr nun zusammensitzen, von Projektphasen unterbrochen. Immerhin haben die meisten einen Betrieb gefunden, um ein Projekt dort zu machen, ich glaube, nur zwei haben keinen.
Und zwei haben ihr Projekt verlassen.

Nun, wenn alle da sind, sind wir noch 15. Einer, 54, dem das AA nur 2/3 des Kurses bezahlt hatte (also bis zur Prüfung B), bekam tatsächlich eine Anstellung als Qualitätsmanager. Das ging zwei, drei Wochen, dann war er gekündigt worden.

Der Zweite, der nun nicht mehr da ist, er ist, ich glaube, 56. Er fand eine Arbeit, Vollzeit, mußte sich dafür jedoch selbstständig machen und reisebereit sein, er muß nun je zwei, drei Wochen oder -Monate pro Region irgendwo in Deutschland für seinen Kunden arbeiten. Er ist happy, zumal er aus Alg I in die Selbstständigkeit geht,- was ja deutlich komfortabler ist, als aus Alg II.

Einer von uns baut von vornherein an seiner Selbstständigkeit. Der wird auch am Ende des Kurses, den er mit einer Eins abschließen möchte, selbstsändig sein.

Ein anderer, 50, und als er kam, gerademal einen Monat arbeitslos, er kann das ganze Qualitätsmanagementzeug bereits, und noch viel mehr. Trotzdem sucht auch er noch weiter. Er, der mir bei jedem angebotenen Arbeitsplatz als Produktionsleiter oder Projektmanager sofort als erste Wahl einfällt.

Ein anderer bewirbt sich ganz verzweifelt in seinem Projektbetrieb auf alle Stellen, die nicht auf Drei auf den Bäumen sind.

Immerhin: Einer von uns, 59, hofft, daß unser Projekt "Stiftung & Arbeit" bald als Stiftung eingetragen wird,- das dürfte noch jetzt im November sein, dann wird er eingestellt werden.

Und noch einer, 59, hat eine Behindertenwerkstatt gefunden,- da hilft er schon jetzt an seinen Projekttagen mit, kriegt viel immatrielles Feedback der Behinderten. Und möglicherweise wird das nach Ende des Kurses seine neue Wirkungsstätte sein,- viel Geld erwartet er aber dabei nicht.

Alle anderen von uns hängen noch in der Luft.
 

left

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50 + und qualifiziert

Alle anderen von uns hängen noch in der Luft.

Hallo Rounddancer, hallo @

als DiplomIngenieur, im Projektmanagement jahrelang tätig gewesen
mit weiteren Qualifikationen, wie *QM- Beauftragter* mit *Interner Auditor*
und und und .......
hänge schon seit Jahren in der Luft.

Habe noch nie ein Arbeitsangebot der Arbeitsagentur erhalten.

W-a-r-u-m n-i-c-h-t??

Weil keine älteren Mitarbeiter eingestellt werden. So ist das!

Je besser qualifiziert um so schwieriger wird das.
Mit 40 Jahren ist es offentsichlich schon schwierig,
mit 50 + nahezu unmöglich. So ist das!
 
R

Rounddancer

Gast
Mal in Xing.com probieren?

Left, wenn noch nicht getan, setz doch mal bei XING.com Deine Daten rein,- da springen bergeweise Personaler und Headhunter herum,- und wenn die lesen "Dipl. Ing",.- dann werden die normal hellhörig...
 
E

ExitUser

Gast
Hallo Rounddancer, hallo @

als DiplomIngenieur, im Projektmanagement jahrelang tätig gewesen
mit weiteren Qualifikationen, wie *QM- Beauftragter* mit *Interner Auditor*
und und und .......
hänge schon seit Jahren in der Luft.

Habe noch nie ein Arbeitsangebot der Arbeitsagentur erhalten.

W-a-r-u-m n-i-c-h-t??

Weil keine älteren Mitarbeiter eingestellt werden. So ist das!

Je besser qualifiziert um so schwieriger wird das.
Mit 40 Jahren ist es offentsichlich schon schwierig,
mit 50 + nahezu unmöglich. So ist das!
Bin zwar kein Dipling, habe aber auch ich verschiedenen Berufen / Bereichen meine Qualis.

Bin über 50, juckt daher kein Schwein. Das weiß auch meine Arge, man lässt mich "in Ruhe".
 

Helga Ulla

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Hallo.50+Mitstreiter, wenn ihr bald den neuen Job gefunden habt

Mit 45 gehört man heut schon zum "alten Eisen" vielleicht wäre es mal für die Statistikbereinigung angebracht, dass a l l e, die in Rente wegen der Arbeitsmarktlage geschickt werden und alle, die immer zu ihrem Job mit ergänzendem ALLg 2 auskommen müssen das Wirtschaftministerium u. Sozialministerium anschreiben, mit Beruf, Alter und staatlicher Leistung oder Rentenbezug mit ergänzendem Leistungsanspruch.
Glaube, die könnten Ihre Statistik schnell in den Schredder werfen.

Aber die haben ausgesorgt, ob dies dann überhaupt gezählt würde ist fraglich.
Evtl. müsste dann bei dieser Zählung dann auch die UNO anwesend sein, damit dies auf demokratischem Weg geschieht.
 

Seehase

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Hallo hier im Forum,

ich (56 J), bewerbe mich nun seit März 07 intensiev um einen neuen Job.

Habe für heute eine Einladung zum 2. Vorstellungsgespräch einer Firma erhalten. Nach telefonischer Info durch den Referatsleiter sei ich als Favorit für diese Stelle ausgewiesen und soll mir nun einen Überblick über das mögliche zukünftige Aufgabenfeld innerhalb der Firma verschaffen.

Nach Auskunft der Firma sind in diesem Jahr 5 neue Mitarbeiter über 50 J neu in Führungspositionen eingestellt worden, weil man mit älteren Bewerbern langfristig die besseren Erfahrungen gesammelt habe.

Ich kann´s immer noch nicht so richtig glauben!!! Werde aber die Gelegenheit nutzen und mich auf den Weg machen. Jetzt brauche ich noch das bischen Glück und den nötigen Daumendruck aus diesem Forum.

Werde weiter berichten.

Viele Grüße vom Seehasen
 
R

Rounddancer

Gast
Dann: Viel Glück beim Vorstellungsgespräch!

Lieber Seehase,

ich wünsch Dir Glück dafür!
Und ich hoffe, daß Du nicht zu große Mühlsteine dafür schlucken mußt,-
immerhin hast Du Glück, daß Du erst die paar Monate suchst.

Glück auf!

Heinz
 
E

ExitUser

Gast
Dann auch von mir alle guten Wünsche!

Ich würde zur Problematik selbst noch folgendes sagen wollen: wenn es - wir hier beschrieben - um Führungspositionen geht, mag man durchaus eine Chance haben. Dies sind schließlich Bereiche, wo es auch auf solche Dinge wie Lebenserfahrung und Menschenkenntnis ankommt, die man nicht einfach in der Schule oder in der Ausbildung lernen kann. Genauso, wenn man dringend gesuchter Spezialist mit ganz besonderen Kenntnissen ist, die ohnehin nur die wenigsten aufweisen.

Problematisch wird es beim "normalen" Stellenbewerber, der eben keine Leitungs-, Spezialisten- oder Führungspositon anstrebt, sondern eben "nur" seine langjährige Berufserfahrung mitbringen kann. Die natürlich mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit auch einem Verfall unterliegt.

Hier kann es rein menschlich gesehen problematisch werden, wenn der ach-so-dynamische und moderne Anfangsdreißiger als Chef sich von einem Fünfzigjährigen möglicherweise sagen lassen muß, daß etwas so nicht gehen wird. Da fühlt sich manch einer auf den Schlips getreten.

Es gibt dann sicher noch andere Gründe für die schlechten Einstellungschancen Älterer, die eher objektiver Natur sind.
 

Emma13

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Hallo hier im Forum,

ich (56 J), bewerbe mich nun seit März 07 intensiev um einen neuen Job.

Habe für heute eine Einladung zum 2. Vorstellungsgespräch einer Firma erhalten. Nach telefonischer Info durch den Referatsleiter sei ich als Favorit für diese Stelle ausgewiesen und soll mir nun einen Überblick über das mögliche zukünftige Aufgabenfeld innerhalb der Firma verschaffen.

Nach Auskunft der Firma sind in diesem Jahr 5 neue Mitarbeiter über 50 J neu in Führungspositionen eingestellt worden, weil man mit älteren Bewerbern langfristig die besseren Erfahrungen gesammelt habe.

Ich kann´s immer noch nicht so richtig glauben!!! Werde aber die Gelegenheit nutzen und mich auf den Weg machen. Jetzt brauche ich noch das bischen Glück und den nötigen Daumendruck aus diesem Forum.

Werde weiter berichten.

Viele Grüße vom Seehasen

Seehaase - großes Daumendrücken von mir -

Emma13
 

Seehase

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Es hat geklappt!!!!!!!

Hallo allen hier im Forum.

Es hat geklappt. Gestern, bei meinem zweiten Besuch in der Jobanbietenden Firma, wurden mir die einzelnen Betriebsstätten vorgestellt und die Unternehmensziele welche mit meiner Einstellung angestrebt werden ausführlich dargelegt.

Nach eingehenden Erörterungen über einen Zeitraum von ca.5 Stunden war es dann soweit. Ich erhielt zur Verabschiedung den Handschlag mit gleichzeitiger Begrüßung als künftiger Mitarbeiter in der Hoffnung auf eine langjährige Zusammenarbeit. :icon_daumen:

Nach Anhörung der Mitbestimmungsgremien (Personalvertretung) soll ich am 16. November 07 den Arbeitsvertrag zur Unterzeichnung kommen.

Es ist ein sehr komplexes Aufgabengebiet und es gibt sehr viel zu tun! Aber es macht Spaß wieder eine Aufgabe vor sich zu haben, deren Lösungsnotwendigkeiten sich sofort zeigen und die Berufserfahrung vorhanden ist Lösungswege aufzuzeigen und zu realisieren.

Das dabei die Entlohnung stimmt und die persönliche Lohnerwartung vom Arbeitgeber noch überboten wird ist dabei wohl eher eine Ausnahme am Arbeitsmarkt und motiviert mich zusätzlich.

Die Kröten die meine Frau und ich dafür schlucken mussen sind:
Verlegung unseres Lebensmittelpunktes um ca. 370 Km vom jetzigen Wohnort (Umzug)
Verkauf des Einfamilienhauses und räumliche Trennung von unseren Kindern/Schwiegerkindern und Enkeln. Privatem Umfeld.

Bei der Alternative am jetzigen Standort arbeitslos zu bleiben, ab März 08 in Hartz IV zu rutschen, die Belastung des Hauses sowieso nicht mehr bedienen zu können zeigt sich die nun abzeichnende Zukunfsperspektive geradezu wie ein Lottogewinn aus.

Meine Frau und ich sind nun überglücklich und wir wünschen jedem arbeitssuchendem hier im Forum viel viel Glück.

Am eigenen Leib haben wir erfahren müssen was es bedeutet, in Sorge um die persönliche wirtschaftliche Zukunft in Depressionen mit unmöglichem Gedankengut zu verfallen.
Sich gegenseitig Mut zusprechend und dabei selbst keinen augenblichlichen Ausweg sehend.
Aber gerade jetzt gilt es in einer Partnerschaft zusammen zu halten und die Hoffnung nicht aufzugeben, auch wenn es manchmal sehr schwer fällt.

Ich empfehle auch jedem Arbeitssuchenden nicht aufzuhören sich weiter zu bewerben auch wenn manche jetzt sagen werden bei der relativ kurzen Zeit der Arbeitssuche kann er gut reden.
Aber wer aufhört sich zu bewerben verschlechtert seine Chance einen Job zu finden ums unendliche.
Auch ich habe mich manchmal resignierend gefragt, wenn Bewerbungen nach 8 Wochen immer noch nicht von den Firmen beantwortet waren, was macht es noch für einen Sinn?

Und hier noch ein gaaaanz wichtiger Rat:
Verlasst Euch bei Eurer Jobsuche nicht auf eine wirkliche Unterstützung durch die Agentur für Arbeit oder die ARGE. Handelt so wie Ihr glaubt handeln zu müssen um Eure Bewerbung zu präsentieren. Wenn Ihr glaubt, das bestimmte Bemühungen notwendig sind um Eure Bewerbung in einen entsprechenden Blickwinkel zu rücken, dann zieht das Ding durch, auch wenn es von AA und ARGE nicht als förderungswürdig eingestuft werden. AA und ARGE geben einem manchmal ein gebrauchtes Fahrrad an die Hand und erwarten, das man damit die Tour de france gewinnt!

Ich bedanke mich bei allen hier im Forum die sich meiner Sorgen und Berichte angenommen haben, mir mit Tips wirklich das Gefühl vermitteln konnten nicht mit meinen Problemen der Existenssorge eines über 50 jährigen alleine da zu stehen.

Ich werde dem Forum weiter als Leser treu bleiben und hoffe nicht wieder als Hilfesuchender mein Problem hier einstellen zu müssen.

In diesem Sinne allen alles Gute vom

Seehasen u. Frau
 

UTA

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Neue Arbeit

Hallo Seehase und Frau,

bin selbst noch nicht lange dabei und lese mich langsam durch die Rubriken, meist bleibt mir erstmal die Luft weg, was hier soviele durchmachen.

Aber ganz schön, für Dich, Deine Frau und Deine Familie.
Ich gratuliere herzlich.
Und dass es auch ein Job ist, der fair bezahlt wird und Dein Arbeitgeber die Chancen sieht, die Du bietest, noch toller.

Ja, es ist sehr schade mit der gesamten Familie, Enkel sind klasse.

Aber wie Du ja selbst geschrieben hast, war keine Alternative dazu da, und Hartz IV und Familie, die ganze Familie hätte mitgelitten. Jetzt ist zumindest wahrscheinlich soviel Verdienst da und psychische Freiheit, dass halt ausgiebigst besucht wird.

Alles Gute für Euch und die gesamte Familie.
 
R

Rounddancer

Gast
Nach eingehenden Erörterungen über einen Zeitraum von ca.5 Stunden war es dann soweit. Ich erhielt zur Verabschiedung den Handschlag mit gleichzeitiger Begrüßung als künftiger Mitarbeiter in der Hoffnung auf eine langjährige Zusammenarbeit. :icon_daumen:

Nach Anhörung der Mitbestimmungsgremien (Personalvertretung) soll ich am 16. November 07 den Arbeitsvertrag zur Unterzeichnung kommen.

1. Herzlicher Glückwunsch!

2. Teile den Inhalt des Igels erst, wenn er erlegt ist.
a) traue dem Vertrag erst, wenn die Anhörung vorbei und der Vertrag unterzeichnet ist
b) gehe Hausverkauf und dauerhaften Ortswechsel erst an, wenn die Probezeit vorbei ist und Du wirklich da bleiben möchtest, zu oft werden heute Menschen einen Tag vor Ende der Probezeit wieder in die Wüste geschickt, bzw. man selbst findet sich ja vor Ort zurecht, aber die Frau jomert, weil sie ihr gewohntes Umfeld zu sehr vermißt, oder, auch das hab ich schon erlebt, sie kriegt schmerzhafte Ausschläge, weil sie das Wasser vor Ort nicht verträgt.
Das bedeutet: Erstmal antesten, mal Zimmer vor Ort nehmen, für den Anfang am Wochenende entweder Du heim, oder Deine Frau vor Ort.
 
E

ExitUser

Gast
@Seehase,

auch ich schließe mich an, gratuliere herzlich und wünsche alles Gute!

Aber zugleich möchte ich eines betonen, was hier schon geschrieben worden ist: auch wenn man anfangs noch so optimistisch ist und alles in bester Butter scheint, ganz kann man der Sache erst trauen, wenn die Probezeit vorbei ist. Ich will nicht unken, aber bis dahin kann viel geschehen.

Deswegen endgültige Wohnsitzverlegung und Hausverkauf erst dann anleiern, wenn die Probezeit vorbei ist. Ein Hausverkauf läßt sich wahrscheinlich sowieso nicht von heute auf morgen machen, wenn man einen guten Preis herausholen will (kommt aber auf die Gegend an). Bis dahin kleine Wohnung am Arbeitsort mieten. Die zeitweiligen Umstände mit Fahrerei am Wochenende und Trennung von der Familie muß man halt für eine begrenzte Zeit hinnehmen.

Für die Übergangszeit liegt dann berufsbedingte doppelte Haushaltsführung vor. Wenn man es richtig anstellt, kann man dabei sehr viel steuerlich geltend machen, so daß die Kosten gemindert werden. Vielleicht mal einen guten Steuerratgeber (z.B. die Steuertipps von Konz) kaufen.

Nochmals viel Erfolg!
 

vivavista

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Hi,

ich wünsche Seehase alles gute, aber so etwas nenne ich einen Ausnahme-Glücksfall.

Ich selber kenne aus meinem Umfeld keinen , der mit über 50 wieder eine halbwegs annehmbare Stelle angeboten bekam und aussichtslos scheint es für die Leute zu sein, die einem Beruf angehören, der eh schon hoffnungslos überlaufen ist und wo bereits 30ig jährige Schwierigkeiten haben, unterzukommen.

Was mir besonders übel aufgefallen ist, dass man heute genau in der Branche, in der eine Stelle ausgeschrieben wird, tätig gewesen sein muss und Quereinsteiger, selbst wenn sie aufgrund umfangreicherer und qualifizierter Erfahrung die Position viel besser und weitsichtiger ausfüllen könnten, chancenlos sind, eben weil sie nicht den Stallgeruch der Branche haben..
In meinem Bekanntenkreis ist ein arbeitsloser Anwalt, der viele Jahre Immobilienrecht und Schadensrecht gemacht hat und wegen einer Erauseinandersetzungsgeschichte des Seniorpartners mit über 50 J. und anschließender Zerschlagung der Kanzlei arbeitslos wurde. Er sucht seit 3 Jahren vergeblich.

Er kriegt weder eine Stelle bei Immobilienfirma für die Ressorcen Hausverwaltung und Vertragsverwaltung, da eben kein Immobilienkaufmann und auch keine Stelle bei einer Versicherung als einfacher Schadensbearbeiter, da nie vorher in einer Versicherung tätig. Und für die anderen Kanzleien ist er zu alt und erfahren, könnte ja Mandanten den Inhabern abspenstig machen und Anwälte gibts mittlerweile mehr als Sand am Meer.
In diesen Talk-Show-Runden wird immer behauptet, die älteren Arbeitslosen seien zu unflexibel. So ein Quatsch, die Arbeitgeber zeigen keinerlei Flexibilität. Früher musste man bereit sein, sich in ein neues Metier schnell einzuarbeiten, heute muss man die Stellenanforderung bis fast bis aufs Komma bereits anderweitig praktiziert haben.


Gruß
D.R.
 
R

Rounddancer

Gast
Was mir besonders übel aufgefallen ist, dass man heute genau in der Branche, in der eine Stelle ausgeschrieben wird, tätig gewesen sein muss und Quereinsteiger, selbst wenn sie aufgrund umfangreicherer und qualifizierter Erfahrung die Position viel besser und weitsichtiger ausfüllen könnten, chancenlos sind, eben weil sie nicht den Stallgeruch der Branche haben..

Stimmt leider.

Und das wird immer schlimmer:
Mein Bruder berichtete mir, in seiner Firma hätte es eine IT-Stelle zu besetzen gegeben. Wurde ausgeschrieben, bergeweise Bewerbungen kamen herein, eine aufwendiger als die andere, teils in Teppichboden gekleidet, etc.
Aber besetzt wurde die Stelle dann intern unter der Hand...

Als ich ihn dann fragte, ob er nicht für meine Ex (49) eine Stelle hätte, bei der sie mehr als die 6,94 brutto verdienen könnte, die sie bei dem Zeitarbeitsunternehmen kriege. Worauf er sagte, er habe selbst 15 unqualfizierte Mitarbeiterinnen übrig, da eine Filiale geschlossen würde...
 
E

ExitUser

Gast
In meinem Bekanntenkreis ist ein arbeitsloser Anwalt, der viele Jahre Immobilienrecht und Schadensrecht gemacht hat und wegen einer Erauseinandersetzungsgeschichte des Seniorpartners mit über 50 J. und anschließender Zerschlagung der Kanzlei arbeitslos wurde. Er sucht seit 3 Jahren vergeblich.

Er kriegt weder eine Stelle bei Immobilienfirma für die Ressorcen Hausverwaltung und Vertragsverwaltung, da eben kein Immobilienkaufmann und auch keine Stelle bei einer Versicherung als einfacher Schadensbearbeiter, da nie vorher in einer Versicherung tätig. Und für die anderen Kanzleien ist er zu alt und erfahren, könnte ja Mandanten den Inhabern abspenstig machen und Anwälte gibts mittlerweile mehr als Sand am Meer.

Da erkennt man noch eine andere Denkweise von manchen Stellenanbietern: der Bewerber ist "überqualifiziert". Trifft besonders bei Bewerbern mit akademischer Ausbildung zu.

Im Klartext: dem Betreffenden wird unterstellt, sowieso nur eine ungeliebte Zwischenlösung zu suchen, oder er wird (da er "zuviel weiß") von den Vorgesetzen als Gefahr für die eigene Position empfunden, möglicherweise auch nur unbewußt.
 

jimminygrille

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Schon mal vielen Dank an alle, Rounddancer, der so detailliert die Lage beschreibt und an Seehase, der eine positive Nachricht zu bieten hat. Bin ein wenig traurig, daß der hohe Preis für den neuen Job die Aufgabe des ganzen bisherigen Lebensumfelds und sogar des Hauses ist.
Ev. wäre zu überlegen, wie man die paar Jahre bis zur Rente überbrücken könnte , ohne gleich alles aufzugeben.
Ansonsten stelle ich fest, daß doch oft nicht befriedigende Ergebnisse mit gewaltigem Kraftaufwand erzielt wurden.
Ich kann nur alle bewundern, die trotz ständiger Rückschläge weiter versuchen, am Ball zu bleiben.
Daß wir uns hier foren-mäßig beteiligen, ist der Beweis, daß wir doch noch nicht so tot sind.
Wenn jemand diesen Kreis verlassen kann, macht das ein gutes Gefühl, so wie man einem Vogel nachsieht, der erst eingesperrt war und nun aus dem Käfig gelassen wird und sich glücklich in die Lüfte erhebt.
 

Seehase

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Hallo jimminygrille, @ alle hier im Forum,

natürlich haben wir alle Möglichkeiten unser Haus zu behalten gedanklich durchgespielt. Unterm Strich haben wir aber für uns entschieden, dass uns eine Immobilie in über 300 Km Entfernung gedanklich nicht freier machen wird.

Ich möchte mich aber nicht noch mit "Altlasten" befassen müssen sondern voll auf den neuen Job konzentrieren können. So sehr wir auch an unser Häuschen hängen, aber es bleibt immer doch "nur" eine materielle Sache!

Ich möchte mich wie in meinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten mit meiner Arbeit voll identifizieren können und dann ist es schon einfacher keine Kugel mehr am Bein zu haben. Bei einem möglicherweise vermietetem Haus in dieser Entfernung zum dann eigentlichen Lebensmittelpunkt kann und ist es immerdoch eine zusätzliche Belastung und Sorge.

Ich danke allen hier für die guten Wünsche und Überlegungen bez. meines neuen Jobs. Ich weiß auch, dass ich möglicherweise viel Glück in dieser Sache gehabt haben kann und es sicherlich noch nicht die Regel ist als Betagter noch solch eine berufliche Chance zu bekommen.
Ich gehe positiv an die Sache ran, obwohl ich weiß, das wird keine Kaffeefahrt und ein gutes Gehalt wir einem nicht geschenkt. Daher möchte ich mich auch nicht mit materiellen Sachen belasten müssen, die ich ausklammern kann. Und dazu gehört auch unser noch Haus.

Ich möchte und werde einen guten Job abliefern. Sollte es dann aus irgendwelchen Gründen nicht von Dauer sein, möchte ich mir persönlich nicht vorwerfen müssen nicht 100% dagewesen zu sein, weil mich ein Problem mit einer Immobilie drückte die ich persönlich nicht bewohnen kann. Und was in 10 Jahren ist, kann heute sowieso niemand sagen. :icon_hug:

In diesem Sinne, bleibt am Ball, lasst Euch nicht unterkriegen und hofft immer auf das bischen Glück bei der Jobfindung. Manchmal zahlt sich Beharrlichkeit aus. Auch wenn es bei dem einen oder anderen auch mal etwas länger dauern kann. Aber Unverhofft kommt oft.

Viele Grüße vom Seehasen u. Frau
 

ethos07

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Hi Seehase, ich wünsche dir auch "Glück-auf in Austria"! Es fasziniert mich zu sehen, wie du und deine Frau euren hiesigen "nur materiellen" Besitz innerlich so schnell loslassen könnt - alle Achtung. Deine neue Stelle scheint ja sogar ohne Probezeit vereinbart zu sein, wenn ich das richtig sehe?
Ich war ja wohl die, die dir hier vor ein paar Monaten besonders nachdrücklich dazu riet, auch die andere mögliche Variante, das langfristige Erwerbslos-Bleiben 'positiv' in den Blick zu nehmen, damit der potentielle Fall in H4 nicht allzu schmerzhaft geworden wäre - und nun sehe ich:dein Weg, das nicht zu tun, führte zu einer prima neuen Stelle für dich - toll!
 

ethos07

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Erwerbstätigkeit von Älteren - potemkimsche Dörfer?

Nach reiflichem Durchchecken kenne auch ich in meinem Bekanntenkreis - ausser Seehase natürlich ;-) - keinen einzigen Menschen, der mit über 50ig, nochmals eine vernünftige neue Stelle bekommen hätte, nachdem er/sie erwerbslos wurde.

Fragen wir doch mal umgekehrt:
Wovon eigentlich leben diejenigen über 50igJährigen aus unseren Bekanntenkreisen genau, die noch erwerbstätig sind? Nehmen wir mal nur jene, deren fianzielle Ressourchen wir wirklich sehr gut kennen.

Okay, das gibt es schon welche, die sehr gut arriviert sind, wie man so sagt.

Aber in meinem Bekanntenkreis sind es auch sehr viele, die eigentlich erwerblsos wären, aber offiziell noch erwerbstätig sind und sich auch so überall darstellen und sich normalerweise wohl auch selbst als noch voll "im Erwerbsleben stehend" vorkommen. Aber wenn man sie genauer kennt, wird klar: Diese scheinbare Erwerbstätigkeit und Unabhängigkeit von aufstockendem H4 können sich diese Bekannten nur leisten, weil z.B.
- der Lebensparnter noch im öffentlichen Dienst "fest" angestellt ist oder bereits ein gute Rente erhält
- jüngere Familienangehörigen noch in Lohn und Brot stehen
- in besseren Jahren irgendein Rendite abwerfendes Objekt erworben oder von den Eltern übernommen werden konnte,
- oder oder...

und von diesen Finanzen wird in Wahrheit recht und schlecht gelebt und das vorgegaukelte "Einkommen aus Erwerbstätigkeit" gespeist.
Denn vom eigenen Erwerbseinkommen aus
- dem Taxifahren oder
- Volkshochschuldozent-sein
- Öko-Strom-verkaufen
- Halbtagsstelle-in-der-Kita,
- oder oder...
könnten diese Bekannten überhaupt nichtleben.

Also - wo ich hinschaue: fast durchweg sind meine erwerbstätigen Bekannten über 50ig, die ihre Erwerbstätigkeit nach aussen zwar perfekt leben, de facto eigentlich genau so erwerbslos wie wir hier.

Wie sieht das in euren Bekanntenkreisen aus?
 

Seehase

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@ ethos07

Auch Dir danke für Deine Wünsche. Ich möchte hier doch richtigstellen:

Meine neue Stelle ist nicht in Austria. Ich habe diese Möglichkeit für mich zwar ins Auge gefasst, aber letztendlich doch nicht weiter verfolgt, da auf meinen Bewerbungen hier in Deutschland gelegentlich doch mal Antwortschreiben kamen. Wenn diese auch überwiegend negativ waren. Letztendlich hatte ich bei zwei Bewerbungen Glück und die Bereitschaftserklärung mich einstellen zu wollen.

Meine Zukünftige Stelle ist selbstverständlich mit einer Probezeit von 6 Monaten belegt. Ist in meinen Postings wohl nicht so rüber gekommen. Aber dieses ist ja auch der Normalfall und bietet gleichermaßen für mich den Arbeitsplatz zu prüfen. Ist schon i. O.

Den Entschluß, unser Haus zu veräußern ist uns mit Sicherheit nicht leicht gefallen und es sind auch Verzweiflungstränen geflossen :icon_evil:.
Ich denke wir haben alle für uns in betrachtkommenden Möglichkeiten durchgespielt und sind dann zur Entscheidung gekommen, dass eine komplette Veräußerung unserer Hütte, nach unserem jetzigem Kenntnisstand der bessere (leichtere) Weg ist. In die Zukunft schauen können wir ja leider auch nicht.

@ emma 13,

diese Aussage kann ich voll unterstreichen. Auch unser Bekanntenkreis ist doch sehr stark geschrumpft. Selbt ein Teil der Verwandten haben sich sehr zurückgezogen, obwohl wir gerade hier seelische Unterstützung gebraucht hätten. Leider traurig.:icon_kotz:
 
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