Halbe EU-Rente beantragen - Vor- und Nachteile (1 Betrachter)

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Utta135

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Hallo,

vielleicht könnt ihr mir bei der Entscheidungsfindung helfen.

Situation ist diese: Ich bin Mitte 30, seit einem Jahr Arbeitslos, seit 8 Monaten krankgeschrieben, grade 3-wöchige Reha hinter mir.
Aus der Reha wurde ich AU entlassen und im Entlassungsbericht steht nur noch 3-6 Stunden erwerbsfähig.
Man sagte mir das die Chancen auf eine halbe EU-Rente nicht schlecht stehen.

Nun möchte ich ja wieder arbeiten gehen, am liebsten irgendwann wieder Vollzeit, im Moment traue ich mir aber selbst maximal 50%, also 20 Stunden die Woche zu.

Wie seht ihr das, könnte eine halbe EU-Rente auch Nachteile für mich mit sich bringen? Vor allem auch in Bezug auf eine baldige Stellensuche?
Bekommt der AG auf jeden Fall mit, das ich ne halbe Rente beziehe? Über irgendwelche behördlichen oder steuerrechtlichen Vorgänge z.B.? Z.B. gibt es ja die Zuverdienstgrenze, fragt die DRV da beim Arbeitgeber an, wie hoch der Lohn ist?

Ich könnte mir einfach vorstellen, das ein zukünftiger AG sich nicht einen jungen EU-Fall "ans Bein binden" will.

Könnte solch eine EU-Rente noch andere Nachteile mit sich bringen?

Oder ist das alles quatsch und ich kann die EU-Rente nur als Vorteil sehen, als finanzielle Entlastung, da ich erstmal nur Teilzeit arbeiten kann.

Was meint ihr?
 

alarm

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Hallo Utta135,

wie ich sehe bist du ja noch recht jung und müsstest bis zur Regelaltersrente fast noch 30 Jahre arbeiten. Aber du möchtest ja irgendwann mal wieder voll arbeiten wenn es Dir gesundheitlich besser geht. Eine halbe EU beantragen geht nicht. Zum einen heißt es nicht EU sondern Erwerbsminderungsrente (EWR). Man stellt einen Erwerbsminderungsrentenantrag und was daraus wird z.b. volle EWR (unter 3 Stunden), halbe EWR (3-6 Stunden) oder gar keine EWR (6 Stunden und mehr) entscheidet die Rentenversicherung (DRV/RV). Je weniger man arbeitet und verdient desto weniger zahle ich auch in die Rente Kasse ein und ich habe später weniger Rente. Im Grunde genommen kann ich Dir die Entscheidung was das Richtige für Dich ist nicht nehmen. Das kannst Du nur alleine. Sicherlich bekommst Du weitere hilfreiche Informationen und Tipps.
Vielleicht kennst Du noch nicht dieses Forum:
krank-ohne-rente.de
Hier kannst du auch stöbern und bekommst weitere Informationen.

Also, ich hoffe und wünsche Dir alles Gute und das Du bald eine Arbeit findest.

Gruß
alarm
 
E

ExitUser

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Hat man "nur" eine halbe statt einer vollen EMR, wird man sicher nicht in Ruhe gelassen von den Behörden.
 
G

Gast1

Gast
Hat man "nur" eine halbe statt einer vollen EMR, wird man sicher nicht in Ruhe gelassen von den Behörden.
Jau, dann ist man als erwerbsfähig für 3 bis unter 6 Stunden eingestuft worden. Und wenn die halbe EM-Rente für den Lebensunterhalt nicht reicht, muss man/frau irgendwo her Geld herzaubern, wenn man/frau keine Einnahmequelle aus Erwerbstätigkeit hat. In einem solchen Fall kann man entweder mit Wohngeld seine EM-Rente aufstocken, oder aber man bezieht aufstockende Leistungen vom Jobcenter, falls man/frau nicht zu viel Vermögen hat. Dann aber ist man all der Willkür und dem Druck des Jobcenters ausgesetzt.
 

timilu

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Das mit der Teilrentenbeantragung (Teil-EM) geht schon. Der VDK hat da wohl bei mir einen Zusatz geschrieben.

Als die DRV mir dann antwortete schrieben sie auch, das ich zwar nur Teilerwerbsminderungsrente beantragt hätte, sie aber festgestellt hätten, das ich voll erwerbsgemindert sei.

Auf den Formularen der DRV kann man aber nur volle EM beantragen. Da braucht es dann eben diesen Zusatz per Hand.
 

Muzel

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Die Service-Stelle hat mir abgeraten eine Teil -EM Rente zu beantragen.
 

Doppeloma

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Hallo Cerberus,

Hat man "nur" eine halbe statt einer vollen EMR, wird man sicher nicht in Ruhe gelassen von den Behörden.
Kommt ganz drauf an bei welcher Behörde man dann (bei Bewilligung einer Teil-EM-Rente) gerade so ist, zahlt sowieso Keiner mehr (wie bei mir damals) außer JC ... dann bekommt man die "Arbeitsmarktrente", also die volle EM-Rente "weil es keinen passenden Teilzeit-Arbeitsplatz gibt" ...

Ist diese Voll-Rente dann zu gering bleibt das JC zuständig und das ist wirklich die "nervigste" Variante, denn die JC kapieren einfach nicht, dass man damit nicht "in Arbeit" vermittelt werden KANN, weil die Erwerbsfähigkeit über 3 Stunden eben eher "theoretischer" Natur ist, weil am Arbeitsmarkt gerade kein Bedarf an den "Resten" besteht ...

Von der Teil-EM-Rente (50 % der vollen EM-Rente) alleine muss also eher selten Jemand wirklich auf längere Zeit existieren (bei Ansprüchen auf KG oder ALGI kann es kompliziert werden), allerdings kommt es auf die Höhe der EM-Vollrente dann an, ob man noch mit Behörden zu tun haben wird oder nicht (zumindest bis zur nächsten Verlängerung, denn AM-Rente gibt es immer nur befristet).

Letztlich kommt es immer auf den Betrag an, den Jemand dann ausgezahlt bekommt und auf die sonstigen beruflichen /familiären Umstände ... zwangsläufig hat dann Niemand mehr mit (Sozial-) Behörden zu tun, der nicht auf finanzielle Zuschüsse angewiesen ist, weil die EM-Rente zum Leben wenigstens ohne AMT reicht ...

Auch wenn es uns hier immer schwer fällt das zu glauben, gibt es sicher einige Hundert-Tausende EM-Rentner in D, die unsere Probleme hier überhaupt nicht verstehen und nachvollziehen können, hier im Forum landen eben überwiegend die Fälle, die OHNE Amt nicht "überleben" können trotz (meist voller) EM-Rente.

Eine Teilweise EM-Rente wird in der Regel nur dann längere Zeit bewilligt und gezahlt, wenn es noch einen "leidensgerechten /versicherungspflichtigen" Arbeitsplatz gibt, wo der Rest dazu verdient werden kann (die Grenzen sind dann deutlich höher als bei einer EM-Vollrente und vom letzten Einkommen abhängig) ... diese Verdienstgrenzen werden dann individuell berechnet und stehen mit im Bescheid zur Teil-EM-Rente.

Das wird ja (von der DRV) im Vorfeld alles geprüft und wer einen solchen (zumutbaren) Teilzeit-Job hat (oder in einem bestehenden Arbeitsverhältnis bekommen kann), der bekommt auch keine volle EM-Rente wegen verschlossenem Teilzeit-Arbeitsmarkt.

MfG Doppeloma
 

gelbeBlume

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Hallo Utta135,

ich habe seit 2011 die Teil-EM-Rente. Keiner meiner Arbeitgeber hat davon gewußt. Wenn ich gefragt wurde, warum wollen Sie nur noch so viele Stunden arbeiten, dann hab ich gesagt, das ich Familienmitglieder habe um die ich mich kümmere (als Frau die einfachste Möglichkeit). Du könntest ja aber auch geerbt haben und eine Vollzeitstelle nicht mehr nötig haben, da bei Fragen locker mit umgehen.

Meine Hinzuverdienstgrenze stand in meinem Bescheid mitdrin, war bei mir 2.000 Euro brutto (ist aber bei jedem verschieden). Als Bescheinigung für die DRV hab ich immer meinen Arbeitsvertrag mitgeschickt aus dem ersichtlich war wieviel ich verdiene und hab auch noch Lohnbescheinigung mitgeschickt, mit dem Hinweis, falls ich dies monatlich tun soll gerne, aber ich bitte davon abzusehen den Arbeitgeber zu kontaktieren, da ich meinen Job nicht verlieren will (wäre auch schlecht für die DRV) und es unter Datenschutz fällt das ich Rentnerin bin. Meine AG´s haben nie was davon erfahren!

Ich habe es nie bereut diese Rente zu haben, im Gegenteil so konnte ich testen wie belastbar ich noch für den Arbeitsmarkt bin. Leider musste ich feststellen das selbst 20 Stunden zuviel für mich sind. Mittlerweile bekomme ich die Teil-EM-Rente unbefristet und seit Mai die volle EM befristet. Muss erstmal zur Ruhe kommen und hoffe aber auch das ich irgendwann mal wieder zumindest 20 Stunden arbeiten kann. Aber ich hab mir da auch selbst was vorgemacht. Man wünscht sich einiges, aber in der Umsetzung bekommt man schnell seine eigenen Grenzen gezeigt. So ging es mir zumindest.

Sonnigen Gruß
gelbe Blume
 

Utta135

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Hallo und einen späten vielen Dank für eure wirklich hilfreichen Antworten! Sorry, das ich damals nicht geantwortet hatte.
Bei mir ist die Sache noch in der Schwebe, kann also noch nix neues zu meinem Fall mitteilen.
 

Doppeloma

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Hallo Utta135,

Sorry, das ich damals nicht geantwortet hatte.
Bei mir ist die Sache noch in der Schwebe, kann also noch nix neues zu meinem Fall mitteilen.
Würde mich schon interessieren wie es damals nach der Reha weiter gegangen ist ...

Aus der Reha wurde ich AU entlassen und im Entlassungsbericht steht nur noch 3-6 Stunden erwerbsfähig.
Man sagte mir das die Chancen auf eine halbe EU-Rente nicht schlecht stehen.
Von der DRV wurde ja offenbar trotzdem keine "Umdeutung" in eine Teilweise EM-Rente vorgenommen als Ergebnis dieser Reha.
Liegt dir dieser Reha -Bericht inzwischen vor, wurde das auch darin bestätigt was man dir zu deiner Erwerbsfähigkeit gesagt hatte ... dann ist es schon ziemlich frech wenn die DRV das mal wieder ignoriert hat aber das wird wohl tatsächlich viel mit deinem Alter zu tun haben.

Leider wird ja in die Berichte auch nicht immer geschrieben was man in der Reha dazu erzählt hatte, darum solltest du dir unbedingt den Reha-Bericht besorgen falls das noch nicht geschehen ist ...

MfG Doppeloma
 

Tica

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Hallo und einen späten vielen Dank für eure wirklich hilfreichen Antworten! Sorry, das ich damals nicht geantwortet hatte.
Bei mir ist die Sache noch in der Schwebe, kann also noch nix neues zu meinem Fall mitteilen.
Hast Du mittlerweile EM-Rente beantragt?
 

Utta135

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Hi, die EMR habe ich noch nicht beantragt, bin noch im Krankengeld drin.
Im Rehaentlassungsbericht wurden die 3-6 Stunden bestätigt.
Von der DRV habe ich nie eine Rückmeldung auf den Rehabericht bekommen. Hätte mich aber auch gewundert, wenn sie von sich aus tätig geworden wären, die Reha umgedeutet hätten, solange ich keinen Antrag auf EMR gestellt habe.
 

Tica

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Ich bin damals auch AU entlassen wurden mit der Aussage, mich erstmal arbeitsmäßig aus dem Verkehr zu ziehen.
Als ich nach Hause kam, habe ich die EM-Rente beantragt und nach 6 Wochen meinen Rentenbescheid bekommen.
Ich glaube auch nicht, dass die DRV von sich aus was macht.
 
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