Hänge zwischen 2 Zuständigkeiten fest und brauche dringend schnelle Hilfe (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Cat1965

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Hallo,

ich bin neu hier seit heute und habe auch gleich ein riesen problem.
Ich lebe in bielefeld nrw in einer wohnung die von den kosten nicht mehr angemessen ist.

Ich habe diese wohnung seit 38 jahren, ursprünglich zog ich mit meiner mutter hier ein. Nach dem tod meiner mutter machte die eigentümerin mit mir einen neuen mietvertrag, die miete war nach wie vor die selbe und recht günstig ausserdem war ich berufstätig und konnte mir die wohnung gut leisten.

Durch krankheit, vier bandscheibenvorfälle und arthrose in allen gelenken, war ich dann leider nicht mehr so belastbar und verlor meine arbeit.

Da die wohnung aber angemessen war gab es keine probleme. Bis vor einigen jahren dann eine mieterhöhung von ca. 5-6 € kam, ich bin mir nicht sicher ob ich damals eine kostensenkunsaufforderung bekam, hatte mich aber letzlich mit der sachbearbeiterin geeinigt diese kosten aus dem regelsatz zu tragen.

In der zwischenzeit habe ich mich in meinem beruf mit einem nebengewerbe selbstständig gemacht, was auch gut lief. In der zeit wurde die eigentümerin des 12 familienhauses zum pflegefall und ihre putzfrau wurde binnen kurzer zeit von der putzfrau zur verwalterin befördert.

In diesem rahmen hat sie dann 2014 eine mieterhöhung veranlasst. Aus ursprünglich 251,60 € kaltmiete wurden nun 301,36 € kaltmiete, die nebenkosten blieben unverändert. Diese mieterhöhung reichte ich beim jobcenter ein und bekam eine ablehnung der übernahme der erhöhten miete.

Ich bekam keine kostensenkungsaufforderung und somit auch keine übernahme der neuen kaltmiete für 6 monate. Seit dem trage ich die erhöhten kosten aus meinem regelsatz. Da ich mir das aber nicht leisten kann, suche ich seit dem nach einer günstigen wohnung.

In meinem wohnort kaum möglich, die anerkannten qm preise des jobcenters sind leider nicht kompatibel mit den preisen der mietangebote. Also suchte ich ländlich und auch in anderen städten nähe bielefeld. So fand ich dann tatsächlich eine wohnung die auch noch komplett gedämmt wurde mit neuen energiesparfenstern fersehen ist zu einem sehr günstigen preis.

Nun ging der behörden wettlauf los. Meine hiesige sachbearbeiterin konnte dem umzug nicht zustimmen, ich erklärte das ich aber die erhöhte miete nicht mehr zahlen kann und mir monatlich das geld zum leben fehlt.

Letzlich willigte sie zumindest ein, mir die kosten für einen umzugstransporter zu bewilligen, eine zustimmung zum umzug gab es aber nicht, lediglich einen aufhebungsbescheid für den neuen träger. Dort habe ich mich anfang des monats auch angemeldet (leider gab es keinen früheren termin) Die neuen kaltmietkosten und auch die nebenkosten liegen im angemessenen bereich und werden auch übernommen.

Allerdings möchte der sachbearbeiter zusäzlich zum aufhebungsbescheid einen schriftlichen nachweis zwecks genehmigten umzuges haben. Er erklärte mir, dies brauche er für die übernahme der mietkaution und der renovierungspauschale.

Letzlich haben heute meine alte sachbearbeiterin in bielefeld und der nun zuständige sachbearbeiter in lippe telefoniert. Meine bielefelder sachbearbeiterin informierte mich per telefon über den verlauf. In meinem fall wird nun die kaution und auch die renovierungspauschale abgelehnt vom neuen träger.

Ihre begründung: Es gab evtl. vor jahren eine kostensenkungsaufforderung und somit müsse bei der zweiten mieterhöhung keine mehr versendet werden, ausserdem hätte ich ja die erhöhte miete bis jetzt aus meinem regelsatz und meinem einkommen aus selbstständigkeit bezahlt.

Es wäre meine pflicht gewesen ihr mitzuteilen, das ich die erhöhung nicht bezahlen kann. Ich muss am 30.09.2016 hier ausziehen und stehe vor dem problem nun weder die neue wohnung tapezieren zu können noch kann ich die kaution bezahlen.

Ihr vorschlag war, ich soll mir die kaution in höhe von 750,00€ und die renovierungspauschale von 115,00€ von freunden leihen. Zumal die kaution auch nur als darlehen übernommen würde und mit 40,00€ pro monat vom regelsatz abgezogen würde. Also ich habe keine freunde die mal eben 750€ plus 115€ ausklinken können.

Hin zu kommt, das ich mit der rückzahlung als darlehn genauso beschissen dran wäre wie mit der teuren miete in der alten wohnung. Nun ziehe ich in eine wohnung und kann mir nicht mal tapeten leisten, lebe also mit nackten wänden. Was kann ich noch machen?
 

Wutbuerger

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Hallo cat und willkommen ,
ich würde mich vom alten JC nicht so unterbuttern lassen .Wenn es um die Frage geht "wurde eine Kostensenkungsaufforderung verschickt oder nicht " dann ist das JC in der Pflicht zu beweisen das eine verschickt wurde und das du sie bekommen hast .
Andernfalls gehen wir davon aus es gab keine .
Ich bekam keine kostensenkungsaufforderung und somit auch keine übernahme der neuen kaltmiete für 6 monate.
Daraus werde ich nun nicht schlau ..hast du dich verschrieben oder magst du das erläutern?
Und was ist mit diesem Aufhebungsbescheid ? Soll das heißen JC BI hebt Leistungen auf wegen Umzug ? Oder hat das mit den zu hohen Mietkosten zu tun ? Evtl Bescheid mal hochladen.
Wenn du jetzt umgezogen bist ohne zusicherung dann mußt du auch die Kaution zahlen .
Hast du denn im jetztigen Haus keine bezahlt , die du erstattet bekommst ?
Du hast aber einen Antrag auf Umzug gestellt ? Den können sie nicht ablehnen wenn die KDU angemessen sind . Aufgrund der Mieterhöhung und des von dir zu zahlenden Eigenanteilswarst du gezwungen eine andere Wohnung zu beziehen. Also mußte der Umzug genehmigt werden .
Formal Einspruch einlegen , und am besten gleich zum Sozialgericht Eilantrag stellen
 

Cat1965

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Hallo Wutbuerger,

ich bekam bei der zweiten und drastischen mieterhöhung keine kostensenkungsaufforderung. Normalerweise müssen die doch nach der schriftlichen aufforderung die neuen mietkosten für längstens 6 monate bezahlen. In der zeit kann ich dann entweder eine andere wohnung suchen oder aber die kosten versuchen zu senken.

Der aufhebungsbescheid ist lediglich für den neuen leistungsträger, damit der sehen kann ich bekomme ab 01.10.2016 keine leistungen mehr aus bielefeld.

Ich bin noch in meiner alten wohnung, ziehe aber am 30.09.2016 um.
Eine zusicherung oder genehmigung des umzuges wollte mein alter leistungträger nicht geben. da ich ja die überteuerte miete aus meinem regelsatz zahle bestand seiner ansicht nach kein grund zum umziehen.


Mit anderen worten, es war denen egal wenn ich ab der letzten woche im monat gehungert habe, weil kein geld mehr zum einkaufen da war.

Einen antrag auf umzug brauchte ich nicht stellen so die sachbearbeiterin, lediglich sollte ich mich fristgerecht abmelden damit der aufhebungsbescheid erstellt werden kann.

Mir wurde sofort gesagt, es besteht kein grund für einen umzug!

Als ich damals, noch mit meiner mutter, in das haus eingezogen bin, wurden keine kautionen von vermietern verlangt. Das war vor meiner konfirmation und ist 38 jahre her, da war das so gang und gebe.
 

Zerberus X

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Da die wohnung aber angemessen war gab es keine probleme. Bis vor einigen jahren dann eine mieterhöhung von ca. 5-6 € kam, ich bin mir nicht sicher ob ich damals eine kostensenkunsaufforderung bekam, hatte mich aber letzlich mit der sachbearbeiterin geeinigt diese kosten aus dem regelsatz zu tragen.

In diesem rahmen hat sie dann 2014 eine mieterhöhung veranlasst. Aus ursprünglich 251,60 € kaltmiete wurden nun 301,36 € kaltmiete, die nebenkosten blieben unverändert. Diese mieterhöhung reichte ich beim jobcenter ein und bekam eine ablehnung der übernahme der erhöhten miete.

Ich bekam keine kostensenkungsaufforderung und somit auch keine übernahme der neuen kaltmiete für 6 monate. Seit dem trage ich die erhöhten kosten aus meinem regelsatz. Da ich mir das aber nicht leisten kann, suche ich seit dem nach einer günstigen wohnung.
Warum auch Du bist nicht dran geblieben und hast gezahlt.
Du hättest nachdrücklicher fordern müssen schon beim ersten Mal.
Hast Du denn mal geschaut ob deine Miete nach der Erhöhung noch angemessen war,wenn ja würde ich einen Überprüfungsantrag stellen.:wink:
 

Cat1965

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Die miete war unangemessen schon nach der ersten ehöhung mit 5 oder 6 euro, die hatte ich aber aus dem regelsatz gezahlt weil mir das nicht weh tat. Nach der zweiten erhöhung war sie folglich auch nicht angemessen. Ich habe mehrfach gesagt, es ist kaum möglich das zu zahlen, hat sie nicht interessiert

Man sagte mir mal, da sie vorher schon nicht angemessen war ist sie es jetzt erst recht nicht und deswegen zahlen sie die differenz auch nicht.

Interessanterweise, sagte die damalige sb, die 6 euro könnte man ja noch zahlen und deswegen müsse man auch nicht umziehen.

Ich wurde nicht darauf hingewiesen auch zukünftig ehöhungen aus dem regelsatz zu zahlen, dies hätte sie doch mal machen müssen, oder?
 

Wutbuerger

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Wenn ich das so richtig lese wollten sie die 5 bis 6 Euro mehr zwar nicht übernehmen , haben aber auch keine Kostensenkungsaufforderung verschickt ? Weil Mehrkosten von 60 oder 70 Euro rechtfertigen ja keinen Umzug . Also könnte es sein das keine Aufforderung erging . Und bei der zweiten erhöhung ging man davon aus das eine Aufforderung schon vorliegt . Kann das JC das nicht beweisen haben sie unterlassen die Aufforderung zu schicken - fordere schon mal die erhöhte Miete rückwirkend ein .
 

Kerstin_K

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Die 5 oder 6 EUR haette das JC zahle muessen, weil ein Umzug komplett unwirtschaftlich gewesen waere.
 

Fabiola

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Einen antrag auf umzug brauchte ich nicht stellen so die sachbearbeiterin, lediglich sollte ich mich fristgerecht abmelden damit der aufhebungsbescheid erstellt werden kann.
Mir wurde sofort gesagt, es besteht kein grund für einen umzug!
BITTE höre nicht auf das, was SB so sagen. Die haben Anweisung von "oben" möglichst Gelder einzusparen - dafür wird der Leistungsempfänger auch gerne mal belogen, in der Hoffnung, dass er nicht nachbohrt!

Stelle umgehend einen schriftlichen Antrag auf Zustimmung zum Umzug (Begründung ist die zu hohe Miete Deiner alten Wohnung - Nachweis beifügen) und gib die Daten (Größe, KM, NK, HK, Adresse, Einzugsdatum) Deiner neuen Wohnung an. Wegen Dringlichkeit bittest Du um umgehende schriftliche Zustimmung.

Den Antrag bitte nachweislich (Empfangsstempel und Unterschrift des JC) abgeben. Am Empfang bzw. besser bei der Leistungsabteilung.
Ich an Deiner Stelle würde sogar wegen der Dringlichkeit zum Teamleiter gehen. Dazu würde ich einen Beistand mitnehmen und dem TL in dessen Gegenwart die ganze unrechtmäßige vorgegangene Vorgehensweise der SB schildern. Den Beistand nicht als Zeugen vorstellen, den kann der TL ablehnen - einen Beistand hingegen nicht.
 

hans wurst

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Eine Zusicherung zum Umzug (§22 Abs.4 SGB2) ist nicht erforderlich, ist keine Anspruchsvoraussetzung für weitere Leistungen, die Zusicherung hat ausschließlich Aufklärungs- und Warnfunktion.

Bei der Zusicherung nach §22 Abs.6 SGB2, hat das jeweils zuständige JC die Erforderlichkeit bzw. die Veranlassung durch JC, im Rahmen der Amtsermittlung, eigenständig festzustellen. Soweit das JC vorträgt der Umzug ist nicht Erforderlich, weil du die ungedeckten Kosten aus dem Regelsatz bezahlst, so ist dies falsch. Die Weigerung des JC, die tatsächlichen Kosten zu übernehmen, macht den Umzug nicht nur erforderlich, sondern bedeutet, dass der Umzug vom JC konkludent veranlasst wurde, die Zusicherung ist somit zuerteilen. Möchtest du vom alten JC mehr als nur die Transporterkosten erstattet haben, kannst du mit der selben Begründung Widerspruch einlegen.

Du solltest auf eine schriftliche Ablehnung, der Übernahme bestehen, wenn du diese erhälts, legst du umgehend Widerspruch ein.

Und für die Vergangenheit, solltest du beim alten JC einen Überprüfungsantrag, rückwirkend ab 01.01.2015 stellen, da nicht die tatsächlichen KDU übernommen wurden. Im Überprüfungsantrag musst du dann die Bescheide benennen. Begründung; Mit Bescheid vom .... wurde die Mieterhöhung auf 301€ abgelehnt, eine Kostensenkung,- begrenzung, ist jedoch erst nach einer Kostensenkungsaufforderung zulässig. An eine Kostensenkungsaufforderung kannst du dich jedoch nicht erinnern, die Ablehnung der höheren Miete somit unzulässig, sollte das JC eine Kostensenkungsaufforderung ausgesprochen haben, bittest du um Zusendung einer Kopie.

Weiterhin weißt du darauf hin, das laut Rechtsprechung des BSG, auch tatsächlich angemessener Wohnraum im Vergleichsraum vorhanden sein muß. Dies ist jedoch nachweißlich ( du bist hier in der Nachweißpflicht) nicht der Fall. Aufgrund dessen sind die tatsächlichen KDU zuübernehmen.
 

Cat1965

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Guten morgen,

ich muss das erstmal alles sortieren und dann schnell tätig werden.

ich habe eben mal nachgeschaut und die bescheide zur ablehnung der mieterhöhung habe ich nicht mehr.

Aus dem letzten berechnungsbogen der leistungsbewilligung geht hervor, die bewilligte kaltmiete (grundmiete) beträgt laut amt 245,92. Die tatsächliche kaltmiete in höhe von 301,36 und wird gezahlt seit dem 01.11.2014. Die differenz in höhe von 55,34 zahle ich seit dem selbst.

Ich habe alles durchgeschaut und ausser bewilligungsbescheiden für die geldleistungen ist nichts mehr da.

Ich erinnere mich auch, in diesem zusammenhang einen energieausweis in kopie dem amt vorgelegt zu haben, da der aber auch alles andere als gut war, gab es eine ablehnung.

Ich könnte mich grade selbst ohrfeigen...
Als selbstständige hebe ich alles was die selbstständigkeit angeht 10 jahre auf. 1000de von fotodatein (fotografin) sogar ein leben lang, nur diese bescheide sortiere ich regelmäßig aus und schreddere sie.

Ist das amt verpflichtet, mir die gesamten ablehnungen zu den beiden mieterhöhungen in kopie zu geben? Oder sollte ich einen anwalt einschalten?

Allerdings hatte ich vor jahren schon mal eine anwältin eingeschaltet und sie beantragte auch die prozesskostenhilfe die auch bewilligt wurde. Leider hatte sie keinerlei interesse für das wenige geld zu kämpfen. Am ende habe ich mein recht selbst durchgeboxt. Wie erkennt man denn im vorfeld ob ein anwalt auch wirklich gut ist oder sich nur das geld einsteckt und nichts tut?

Noch eine frage: Wie soll ich nachweisen, das in unserer stadt kein wohnraum für die vom amt vorgegebenen qm preise zu bekommen ist? Es gibt wohnraum zu den preisen, sind aber entweder deutlich kleinere wohnungen oder es sind richtige bruchbuden.
Sowohl meine sb als auch die vermittlerin haben mir mündlich bestätigt das eine anmietung einer vergleichbaren wohnung für den vorgegebenen qm preis nicht zu kriegen ist. Nützt mir aber nichts und schriftlich werden sie das kaum bestätigen.
 

Fabiola

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Ist das amt verpflichtet, mir die gesamten ablehnungen zu den beiden mieterhöhungen in kopie zu geben? Oder sollte ich einen anwalt einschalten?
Du kannst versuchen das schriftlich zu beantragen.
Oder eben Akteneinsicht zu beantragen und alles relevante darin abfotografieren.
Vergiss aber nicht, parallel dazu noch die empfohlenen Schritte zu tun, wie zum Beispiel den Antrag auf Umzug schriftlich zu stellen (s.o.)
 

Cat1965

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Hallo Fabiola,

werde es erstmal schriftlich beantragen, ist es ok wenn ich das per mail mache um lange postwege zu vermeiden?
Wenn ich das heute absenden würde per post, hat es die sb garantiert erst am dienstag oder mittwoch auf dem tisch.
 

Fabiola

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Hallo Fabiola,
werde es erstmal schriftlich beantragen, ist es ok wenn ich das per mail mache um lange postwege zu vermeiden?
Wenn ich das heute absenden würde per post, hat es die sb garantiert erst am dienstag oder mittwoch auf dem tisch.
Emails könen ignoriert werden. Solch wichtige Dinge immer schriftlich beantragen, allein schon wegen der Originalunterschrift. Je nach Entfernung des JC kannst Du das Montag auch persönlich gegen Empfangsbestätigung abgeben.
Wenn Du magst, kannst Du das parallel dazu natürlich auch per Mail machen - ich hätte aber keine Lust, dass das JC meine Email-Adresse kennt.
 

Wutbuerger

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vorab per Fax kommt immer gut . Bestätigter Eingang , sofortige Zustellung ... und wenn du magst per online Dienst ohne absender Nummer .
ich würde evtl Akteneinsicht beantragen und/oder einen Überprüfungsantrag stellen.
Eine Höchstgrenze nach Kaltmiete ist mWn heute nicht mehr zulässig, siehe BSG Produkttheorie.
Aber JC machen ja gerne mal ihre eigenen Regeln ..
 

Cat1965

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Och ich habe noch so einige kostenlose mailsadressen bei freenet die ich jederzeit wieder kündigen kann.
Offizielle mail adressen bekommt das amt von mir nie.

Werde es somit auf dem schriftlichen und mailweg machen.

Ich überlege mir trotzallem einen anwalt zu nehmen, ich ziehe in kürze um und derzeit binich von morgens bis abends am packen und wenn ich hier bis zum 30.09. raus sein will, bleibt kaum zeit für gänge zum amt z.b. für die akteneinsicht.
 

Cat1965

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@Wutbuerger,

ich habe ein faxgerät, leider hat mich die telekom einen monat zu früh abgeschaltet, somit kann ich weder faxen noch telefonieren. Bin mit einem internet stick im www und telefoniere mit dem handy.
Faxen wäre mir deutlich lieber als per mail.
 
E

ExitUser

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Vorweg:

§ 22 Abs. 1 SGB II:

(1) Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen sind. Erhöhen sich nach einem nicht erforderlichen Umzug die Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, wird nur der bisherige Bedarf anerkannt. Soweit die Aufwendungen für die Unterkunft und Heizung den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang übersteigen, sind sie als Bedarf so lange anzuerkennen, wie es der oder dem alleinstehenden Leistungsberechtigten oder der Bedarfsgemeinschaft nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate. Eine Absenkung der nach Satz 1 unangemessenen Aufwendungen muss nicht gefordert werden, wenn diese unter Berücksichtigung der bei einem Wohnungswechsel zu erbringenden Leistungen unwirtschaftlich wäre.
§ 22 Abs. 4 SGB II:

(4) Vor Abschluss eines Vertrages über eine neue Unterkunft soll die leistungsberechtigte Person die Zusicherung des für die neue Unterkunft örtlich zuständigen kommunalen Trägers zur Berücksichtigung der Aufwendungen für die neue Unterkunft einholen. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind.
§ 22 Abs. 6 SGB II:

(6) Wohnungsbeschaffungskosten und Umzugskosten können bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger als Bedarf anerkannt werden; Aufwendungen für eine Mietkaution und für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen können bei vorheriger Zusicherung durch den am Ort der neuen Unterkunft zuständigen kommunalen Träger als Bedarf anerkannt werden. Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. Aufwendungen für eine Mietkaution und für Genossenschaftsanteile sollen als Darlehen erbracht werden.
Soll-Vorschrifften sind solange zwingend, wie es keinen wirklich gewichtigen Grund gibt, davon abzuweichen. Dein Argument, wenn Du die Raten für das Kautionsdarlehen zahlen müßtest, hättest Du auch in der alten Wohnung bleiben können, ist durch den Gesetzeswortlaut gegenstandslos. Anders als als Darlehen wirst Du die Kaution nicht bewilligt kriegen.

ich habe eben mal nachgeschaut und die bescheide zur ablehnung der mieterhöhung habe ich nicht mehr.
Das ist nicht prall, aber kein Beinbruch. Zeichnet sich ab, daß Du in der Sache zum Sozialgericht gehen mußt, dann solltest Du die Akteneinsicht nicht beim JC, sondern beim Gericht beantragen. Das würde ein Anwalt auch nicht anders machen. Das Gericht geht nicht her und macht die Akte erst einsichtsfähig, das legt Dir sie in dem Zustand vor, wie es sie vom JC bekommen hat.

Aus dem letzten berechnungsbogen der leistungsbewilligung geht hervor, die bewilligte kaltmiete (grundmiete) beträgt laut amt 245,92. Die tatsächliche Kaltmiete in höhe von 301,36 und wird gezahlt seit dem 01.11.2014. Die Differenz in höhe von 55,34 zahle ich seitdem selbst.
Das ist dann eben so. Über die fehlende Kostensenkungsaufforderung zu diskutieren ist sinnlos, weil das Thema demnach schon 2014 ausgekippt wurde. Ob das damals rechtskonform gelaufen ist oder nicht, spielt jetzt keine Rolle mehr.
Neue Mietsteigerungen und Betriebskostennachzahlungen werden nicht mehr übernommen, sobald die Unangemessenheit einmal festgestellt ist. Diese Feststellung ergibt sich für Dich schon aus der Tatsache, daß die Miete nicht vollständig übernommen wird. Das kannst Du bei Bedarf anhand der Mietzahlungen und der aktuellen Leistungsbescheide belegen. Ist die Unangemessenheit nicht durch Untervermietung oder Sparmaßnahmen zu beseitigen, ist ein Umzug angezeigt (§ 22 Abs. 1 SGB II). Den kann das neue Amt nicht mit der Begründung ablehnen, daß Du die Miete sowieso immer selber gezahlt hast.

Oder sollte ich einen Anwalt einschalten?
Wenn, dann soll der das Kautionsarlehen durchsetzen. Alles andere ist Kokolores.

Allerdings hatte ich vor Jahren schon mal eine anwältin eingeschaltet und sie beantragte auch die Prozesskostenhilfe die auch bewilligt wurde. Leider hatte sie keinerlei Interesse für das wenige Geld zu kämpfen. Am Ende habe ich mein recht selbst durchgeboxt. Wie erkennt man denn im Vorfeld, ob ein Anwalt auch wirklich gut ist ... ?
Indem man sich einen empfehlen läßt. Ein guter Anwalt sagt Dir vorher, was er für Beratungshilfe bzw. PKH zu machen bereit ist. In einem Fall, bei dem einem die Zeit ohnehin unter den Nägeln brennt, ist ein vorgeschalteter PKH-Antrag Grütze. Da solltest Du lieber versuchen, Deine Probleme selbst auf die Reihe zu bekommen.

Noch eine Frage: Wie soll ich nachweisen, dass in unserer Stadt kein Wohnraum für die vom Amt vorgegebenen Preise zu bekommen ist?
Jetzt gar nicht mehr. Mit der Dokumentation Deiner Wohnungssuche hättest Du damals die Unmöglichkeit der Kostensenkung belegen und die Übernahme der unangemessenen Miete durchsetzen sollen. Mit dem Umzug beweist Du jetzt gerade, daß Du eine angemessene Wohnung finden konntest.
 

Cat1965

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@P123

Jetzt gar nicht mehr. Mit der Dokumentation Deiner Wohnungssuche hättest Du damals die Unmöglichkeit der Kostensenkung belegen und die Übernahme der unangemessenen Miete durchsetzen sollen. Mit dem Umzug beweist Du jetzt gerade, daß Du eine angemessene Wohnung finden konntest.
Die konnte ich aber nicht an meinem wohnort finden, ich ziehe in eine andere stadt und da aufs land, nur so war es mir möglich. In meiner jetzigen stadt habe ich täglich alle immobilienportale durchgesehen und fand eben nichts passendes zu den anerkannten qm preisen vom amt.

Ich bin mittlerweile zu dem entschluss gekommen doch einen anwalt einzuschalten, ich selber muss nun sehen wie ich irgendwie in der neuen wohnung tapeten und farbe anbringe, meine freundin leiht mir dafür das geld. In der alten wohnung bin ich seit wochen am packen, mit 50 hat man eben einen recht großen hausrat. Und am 30.09. muss ich hier raus sein. Letzlich bedeutet dies einen mega stress bis dahin.

Vielleicht ist ein anwalt kokolores, aber ich fühle mich ehrlich gesagt derzeit recht überfordert und bevor ich noch irgendetwas falsch mache halte ich einen anwalt für notwendig.
 

Cat1965

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Ich war heute nachmittag nicht ganz untätig :)

Ich fand es fair meinem neuen vermieter meine probleme mit der kaution mitzuteilen.
Denn sie wäre ja mit der ersten mietzahlung fällig geworden.

Er machte folgenden vorschlag, er würde sich gerne einmal meine noch wohnung ansehen.
Dies räumte ich ihm gerne ein, er kam noch heute und hat sich von dem zustand meiner alten wohnung überzeugt. Er war sogar angenehm überrascht weil alles in einem ordentlichen zustand war, mit ausnahme vieler gepackter kartons natürlich.

Er hatte auch sein exemplar des mietvertrages dabei und bei einem kaffee strich er den passus mit der kaution in beiden verträgen. Mit anderen worten, ich brauche keine kaution zahlen.

Ich bin ehrlich gesagt sprachlos!
 

Fabiola

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Er hatte auch sein exemplar des mietvertrages dabei und bei einem kaffee strich er den passus mit der kaution in beiden verträgen. Mit anderen worten, ich brauche keine kaution zahlen.
Ich bin ehrlich gesagt sprachlos!
GLÜCKWUNSCH - eine Baustelle weniger!
Gibt doch noch anständige empathische Menschen unter den Vermietern ...
 

Cat1965

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Danke Fabiola,

ich bin auch ganz gerührt darüber und freue mich riesig.
Nun steht dem umzug nichts mehr groß im wege.

Mit ausnahme meiner noch verwalterin, sie erwartet eine komplett renovierte wohnung zurück.
Den zahn habe ich ihr zwar schon gezogen, denn nach der neuen rechtssprechung brauche ich die wohnung nur besenrein zu hinterlassen. 1. habe ich bzw. meine mutter damals, die wohnung unrenoviert übernommen und 2. sind in meinem vetrag starre renovierungsfristen. Seit dem macht sie mir das leben hier schwer, geht mir aber am allerwertesten vorbei.
 
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