Habt ihr vielleicht eine Erklärung dafür, warum die Sachbearbeiterin nach Beantragung eines Bildungsgutscheines für Ausbildung/ Umschulung sich plötzlich gar nicht mehr meldet?

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Zermürbt38

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Hallo meine Freundin stellte schriftlich einen Antrag auf die Erteilung eines Bildungsgutscheines für eine Ausbildung/Umschulung. Seitdem meldet die SB sich nicht mehr und wünscht nicht einmal mehr telefonische Beratungsgespräche. Es herrscht quasi funkstille. Vorher bekam meine Freundin mindestens alle zwei Wochen Termine für ein telefonisches Beratungsgespräch.

Hintergrund: Die SB findet die angestrebte Ausbildung/Umschulung meiner Freundin als erfolgsversprechend und passend um sie für den 1. Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Sie hat gleichzeitig mit dem Antrag auf ein Bildungsgutschein (meiner Freundin) eine persönliche Stellungnahme für ihren Chef geschrieben, da sie die Notwendigkeit dieser Ausbildung/Umschulung begründen muss. Kosten der Ausbildung sind nicht einmal teuer. Das Problem ist nur der das der Hartz4 Satz noch dazu kommt. Sie muss ja von irgendwas leben.

Was meint ihr ist das eine Masche oder wartet die SB tatsächlich noch auf die Antwort ihres Chefs weil sie sich nicht mehr meldet? Sollte meine Freundin mal nachhaken? Sie muss sich ja auch dort bewerben aber ohne Zusage ist dies nicht möglich.
 

Helga40

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Vielleicht ist die Dame auch einfach krank, im Urlaub etc. und die Vertretung macht nur Notfälle? Natürlich kann und sollte sie mal nachfragen. Insbesondere, wenn der Kurs termingebunden sein sollte und in naher Zukunft anfängt.
 

BerndB

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Sie hat gleichzeitig mit dem Antrag auf ein Bildungsgutschein (meiner Freundin) eine persönliche Stellungnahme für ihren Chef geschrieben, da sie die Notwendigkeit dieser Ausbildung/Umschulung begründen muss.
Ist "Sie" die SB des Jobcenters (ist es das JC oder die AA) und geht es um die Begründung, die deine Freundin für den Chef der SB geschrieben hat?

Eine Erstausbildung/Umschulung muss nicht begründet werden. Es gibt einen ANSPRUCH darauf. Auch beim Jobcenter. Es ist höchstens eine Beurteilung notwendig, ob jemand den Beruf geeignet ist, die Ausbildung durchstehen wird und ob für den Beruf auch ein Arbeitsmarkt, also eine Nachfrage nach Arbeitskräften, vorhanden ist. Und nach meinem Wissen entscheidet die SB und nicht ein Vorgesetzter. Falls aber Zweifel an der Eignung besteht, weil jemand schon lange aus dem Lernen raus ist, dann wird evtl. der Psychologische Dienst eingeschaltet. Das dauert aber. Deshalb kann man nach meiner Meinung schon mal nachfragen. Wobei ich nicht weiß, wann sie einen Antrag gestellt hat.

Noch eine Frage, weil die "Ausbildung nicht teuer" ist. Handelt es sich um eine Ausbildung, für die üblicherweise zwei Jahre Dauer vorgeschrieben sind und die nach Bundes- oder Landesrecht anerkannt ist? Falls nicht, zählt es nicht als Umschulung/Nachholen der Erstausbildung.
 

Fox29

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Eine Erstausbildung/Umschulung muss nicht begründet werden. Es gibt einen ANSPRUCH darauf. Auch beim Jobcenter.
So nicht ganz richtig. Es gibt einen Anspruch auf den Erwerb eines Berufsabschlusses ja. Aber nicht zwingend auf eine Erstausbildung, sofern es zumutbar ist diese betrieblich durchzuführen.

Der Anspruch auf eine Umschulung entsteht erst nach 3 Jahren Berufstätigkeit oder/und oder fehlender Ausbildung oder dem Status des Wiederungelernten.

Wenn noch keine 3 Jahre berufliche Tätigkeit vorliegen wird eine Umschulung nur gefördert wenn eine berufsvorbereitung oder eine Berufsausbildung aus in der Person liegenden Gründen nicht möglich ist oder es sich um einen Engpassberuf handelt.
Alles nachzulesen im §81 SGB III auf den das SGB II auch verweist.

Dazu kommt natürlich noch die Frage ob es tatsächlich eine anerkannte Ausbildung ist.
 

Zermürbt38

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Ist "Sie" die SB des Jobcenters (ist es das JC oder die AA) und geht es um die Begründung, die deine Freundin für den Chef der SB geschrieben hat?
Ja hier ist die SB bzw. Fallmanagerin gemeint. Sie hat dem Chef eine Stellungnahme geschrieben das sie die Ausbildung für sinnvoll hält und notwendig ist und das meine Freundin alle Voraussetzungen hierfür erfüllt. Dazu kommt noch zusätzlich der Antrag auf Erteilung eines Bildungsgutscheines von meiner Freundin. Doppelt gemoppelt hält besser sagt man immer.
Eine Erstausbildung/Umschulung muss nicht begründet werden. Es gibt einen ANSPRUCH darauf. Auch beim Jobcenter.
Hier handelt es sich um eine Optionskommune und bekanntlich macht es jeder auf seine eigene Weise. Da solche Sachen den Steuerzahler betrifft verlangen die Chefs der Fallmanager diese Stellungnahme. Die wollen ja kein Geld rauswerfen was sinnvolle Maßnahmen angeht. ;)
Handelt es sich um eine Ausbildung, für die üblicherweise zwei Jahre Dauer vorgeschrieben sind und die nach Bundes- oder Landesrecht anerkannt ist?
Ja diese Ausbildung dauert 2,5 Jahre (2Jahre schulisch und ein halbes Jahr Praktikum mit Vergütung) und endet mit einer staatlichen Prüfung. Es handelt sich hier um die Ausbildung bzw Umschulung zur Pharmazeutisch-technischen-Assistentin (PTA).
Dazu kommt natürlich noch die Frage ob es tatsächlich eine anerkannte Ausbildung ist.
Ja sie ist tatsächlich anerkannt.
 

Birt1959

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Ja diese Ausbildung dauert 2,5 Jahre (2Jahre schulisch und ein halbes Jahr Praktikum mit Vergütung) und endet mit einer staatlichen Prüfung. Es handelt sich hier um die Ausbildung bzw Umschulung zur Pharmazeutisch-technischen-Assistentin (PTA).
Ist das eine schulische Ausbildung (wie z.B. bei den Erzieher*innen) oder könnte Deine Bekannte sich eine Apotheke suchen, die sie ausbildet und zur Prüfung anmeldet?
 

Fox29

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Ja sie ist tatsächlich anerkannt
Ist die "Umschulung" denn zertifiziert, sodass sie überhaupt gefördert werden kann? 2, 5 Jahre sind die reguläre Ausbildungsdauer einer PTA und nicht eine verkürzte, wie es (soweit ich weiß) Voraussetzung für Umschulungen ist. Zudem ist es sehr selten, dass schulische Ausbildungen gefördert werden.

Eventuell dauert es deshalb so lange weil man Wege sucht es überhaupt fördern zu können.
 

Zermürbt38

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st das eine schulische Ausbildung (wie z.B. bei den Erzieher*innen) oder könnte Deine Bekannte sich eine Apotheke suchen, die sie ausbildet und zur Prüfung anmeldet?
Ja ist es, wobei die Ausbildung zum Erzieher mittlerweile auch dual gibt. Bei der PTA ist es aber nicht der Fall.
Ist die "Umschulung" denn zertifiziert, sodass sie überhaupt gefördert werden kann?
Ja sie ist zertifiziert
2, 5 Jahre sind die reguläre Ausbildungsdauer einer PTA und nicht eine verkürzte, wie es (soweit ich weiß) Voraussetzung für Umschulungen ist. Zudem ist es sehr selten, dass schulische Ausbildungen gefördert werden.
Ja nochmal eine Verkürzung ist nicht möglich. Es ist zertifiziert, somit werden diese Ausbildungen auch übernommen. Weiterhin sagte die FM ja das sie das fördern möchte und auch können. Sie hat sich auch vorher informiert.
 
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BerndB

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Ich schreibs hier allgemein, da ich den Ausbildungsgang PTA nicht genau kenne.

Eine Umschulung wird nur gefördert, wenn sie auf 2/3 verkürzt werden kann. Handelt es sich aber um eine „nicht verkürzbare Ausbildung“, gilt folgende Regel:

Der Bildungsgutschein kann nur für 2/3 der Zeit, das wären laut Schilderung 20 Monate, ausgestellt werden. Aber auch nur dann, wenn die Finanzierung des letzten Drittels, 10 Monate, vor Beginn der Ausbildung sichergestellt ist. Zur Finanzierung gehört eine Ausbildungsvergütung und die Finanzierung der Lehrgangskosten. Ich befürchte, es wird nicht funktionieren, da auch Optionskommunen vom Gesetz nicht abweichen können.

Ausnahme: Pflegeberufe sind nicht verkürzbar und werden ausnahmsweise für die gesamte Zeit durch den Bildungsguschein gefördert. Wurde so wegen des Pflegekräftemangels festgelegt.

@Fox29 , es trifft natürlich zu, dass trotz Rechtsanspruch noch einige Kriterien erfüllt sein müssen. Ich habs nicht erwähnt, da es, um alle Punkte aufzuführen, zu unübersichtlich wäre. Aber dein Einwand trifft zu. Eines ist mir aber unklar:
So nicht ganz richtig. Es gibt einen Anspruch auf den Erwerb eines Berufsabschlusses ja. Aber nicht zwingend auf eine Erstausbildung, sofern es zumutbar ist diese betrieblich durchzuführen.

Alles nachzulesen im §81 SGB III auf den das SGB II auch verweist.

Beim Vorrang der betrieblichen Ausbildung bin ich anderer Meinung. Ihn gibt es nach meiner Meinung nicht, lasse mich aber gern wiederlegen, denn im SGB II bin ich nicht zuhause.

Meine Begrüdung: In den Weisungen (auch in § 16 SGB II) habe ich keinen Hinweis gefunden, dass eine betriebliche Ausbildung vorrangig zu fördern ist. Gefunden habe ich unter Lehrgangskosten (SGB II und SGB III) nur den Vermerk „Soweit ein Dritter (z. B. Arbeitgeber) gleichartige Leistungen für denselben Zweck erbringt oder voraussichtlich erbringen wird, vermindern diese die notwendigen Weiterbildungskosten (WK)" (Fachl. Weisungen SGB II + III). Das bedeutet nach meiner Meinung aber nur, wenn ein Arbeitgeber einen Praktikumsteil kostenlos übernimmt, dass der Bildungsträger nicht bspw. 8,00€/Std. abrechnen kann.
Daraus kann nach meiner Meinung aber auf keinen Fall ein Vorrang der betrieblichen gegenüber der schulischen Ausbildung gelesen werden. Obwohl die betriebliche zu bevorzugen ist.

Aus meiner Sicht: Ich habe jetzt nicht alle Punkte des BGS im Kopf. Aber nach meinem Wissen wird die Art der Weiterbildung, die Dauer und die Region vorgegeben. Es gibt keine Rubrik „Art der Ausbildungseinrichtung". Und nach meiner Meinung ist dies bewusst so: JC und AA dürfen den Träger (Betrieb oder Schule) nicht vorschreiben. Der Arbeitslose muss den Träger selbst suchen. Es gibt nur eine Ausnahme, die ich jetzt nicht genau im Kopf habe (Grundkompetenzen?). Vielleicht gibt es im SGB II sowas wie "das JC kauft die Maßnahe ein, Teilnehmer werden zugewiesen". Ist mir nicht bekannt. Kann für PTA aber nicht zutreffen (Teilnehmerzahl).

Im Gesetzestext heißt es zum Bildungsgutschein „Der von der Arbeitnehmerin oder vom Arbeitnehmer ausgewählte Träger hat der Agentur für Arbeit den Bildungsgutschein ….“. Ausnahmen für Optionskommunen kenne ich nicht.
 
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Zermürbt38

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Nein die Ausbildung wird voll gefördert. Diese befindet sich im übrigen auch im KURSNET und das es gefördert wird und zwar vollumfänglich kann man auch auf der Homepage der Schule nachlesen. Eine Umschulung bei einem Träger z.B Bfw ist auch schulisch und wird gefördert. Das ist quasi nichts anderes.
 

Fox29

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Beim Vorrang der betrieblichen Ausbildung bin ich anderer Meinung.
Hab mich schlecht ausgedrückt, mein Fehler. Natürlich ist keine betriebliche Ausbildung vorgeschrieben, aber eine Erstausbildung, sofern keine 3 Jahre Berufstätigkeit vorliegen und keine persönlichen Gründe dagegen sprechen.
Jemand der noch nicht gearbeitet hat und nicht zufällig einen Engpassberuf anstrebt hat vorrangig eine Berufsausbildung (keine Umschulung) zu absolvieren und kann rechtlich gar nicht im Rahmen einer Umschulung gefördert werden, weil die Voraussetzungen fehlen. Daher kommt es gar nicht erst zur Aushändigung eines Bildungsgutscheins. Wenn aber einer ausgestellt wurde gibt es freie Trägerwahl, solange die Träger zertifiziert sind. Die BA und das JC unterliegen sogar einem Neutralitätsgebot und dürfen in diesem Bereich keine bestimmten Träger vorschreiben. Sie können nur Umkreis der Gültigkeit des BGS bestimmen, z. B. Tagespendelbereich

Die (erste) Berufsausbildung kann in Form einer normalen betrieblichen Ausbildung, schulischen Ausbildung oder in Form von geförderten Ausbildungen z.B. in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) passieren. Für betriebliche Ausbildungen gibt es seitens der Berufsberatung auch flankierende Hilfen. Und bei den geförderten sind die ja eh mit dabei

Eine Umschulung bei einem Träger z.B Bfw ist auch schulisch und wird gefördert. Das ist quasi nichts anderes.
Aber hallo ist das was anderes. Das ist eine völlig andere Hausnummer. BFWs bzw BBWs werden nur im Rahmen einer beruflichen Reha gefördert und dafür müssen gute Gründe (gesundheitliche Einschränkung und Notwendigkeit der engen Rahmenbedingungen) vorliegen. Die Regeln die für Qualifizierungen im Rahmen einer beruflichen Reha gelten kann man nicht 1:1 auf "normale" Leistungsempfänger übertragen. Angesehen davon sind Umschulungen in BFWs auch verkürzt. Die Erstausbildungen in BBWs haben die volle Ausbildungszeit.
 
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