Habt ihr Verbesserungsvorschläge für meinen Antrag auf einen Bildungsgutschein?

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Frosch123

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Hallo,
meine bisherigen Anträge auf Bildungsgutscheine wurden alle abgelehnt, da ich einen Bildungsgutschein für eine Fortbildung haben wollte. Mein SB lehnt ab mit der Begründung das eine Berufsabschluss bei Personen welche noch keinen Berufsabschluss haben und noch keine 3 Jahre beruflich Tätig waren laut SGB III im Vordergrund stehen würde. Aus diesem Grund starte ich jetzt einen letzen Versuch mit folgendem Antrag, ich würde mich freuen wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt:


Beantragung eines Bildungsgutscheines für eine Umschulung zum Immobilienkaufmann

Sehr geehrter Herr SB,

hiermit beantrage ich einen Bildungsgutschein für eine berufliche Erstausbildung zum Immobilienkaufmann.

Ich habe mich von der Agentur für Arbeit über die Möglichkeiten einer beruflichen Erstausbildung in meiner Situation beraten lassen und mir wurde empfohlen mir eine Umschulung auf https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de im kaufmännischen Bereich herauszusuchen, da diese in direkter Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter stehen. Durch meine begonnene kaufmännische Ausbildung wurde mir eine kaufmännische Ausbildung empfohlen, der Schwerpunkt dieser spielte dabei keine Rolle. Aus diesem Grund und nach Analyse meiner Interessen habe ich mich für den Ausbildungsberuf Immobilienkaufmann entschieden.

Diese Weiterbildung möchte ich ,bereits ab dem 11.01.2021, beim -ADRESSE BILDUNGSTRÄGER COMCAVE COLLEGE- machen, diesen Bildungsträger habe ich auf der o.g. Internetadresse gefunden. Ich sollte mich vorab mit dem Bildungsträger in Verbindung setzen, da dieser u. a. folgende Zugangsvoraussetzung hat:

„Ein internes Auswahlverfahren im Rahmen eines Fachgespräches ist mit „gut geeignet“ zu bestehen“

Dieses 45 minütige Fachgespräch habe ich bereits absolviert und bestanden, die Bildungsempfehlung des Bildungsträgers lege ich meinem Antrag bei.

Mit dem im Mai 2020 in Kraft getretenem „Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung“ haben Geringqualifizierte einen grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Förderung einer berufsabschlussbezogenen Weiterbildung durch die Agenturen für Arbeit (SGB III) und Jobcenter (SGB II). Die Bedingungen welche damit einhergehen belege ich mit der Bildungsempfehlung des Bildungsträgers.
-Eignung der betreffenden Person für den angestrebten Beruf
-Eine voraussichtlich erfolgreiche Teilnahme an der Weiterbildung
-Verbesserung der Beschäftigungschancen.

Auf ihre Bedingung aus meinem Antrag vom 05.11.2020 „Grundlage für eine Fortbildung ist §16 Abs.1 S.2 Nr4 SGB II i. V. m §§81 ff.SGB III § 81 Abs.2 Nr. 2 SGB III legt dabei fest, dass Arbeitnehmer, die nicht über einen Berufsabschluss verfügen, grundsätzlich nur dann gefördert werden können, wenn sie mehr als 3 Jahre beruflich tätig waren.“ verweise ich auf § 81 SGB III Abs.2 „Zeiten der Arbeitslosigkeit, der Kindererziehung und der Pflege pflegebedürftiger Personen mit mindestens Pflegegrad 2 stehen Zeiten einer Beschäftigung nach Satz 1 Nummer 1 gleich.“. Mit der Zeit meines Ausbildung und meiner Einstiegsqualifizierung von insgesamt 20 Monaten und meinen Zeiten der Arbeitslosigkeit habe ich die vorausgesetzten 3 Jahre erfüllt.

Die Maßnahmenummer ist laut dem Bildungsträger „in Beantragung“ dies können Sie der Bildungsempfehlung entnehmen.

Weitere Begründungen zur Förderung durch einen Bildungsgutschein:

-langfristige Chance der Beendigung der Arbeitslosigkeit und Integration in den Arbeitsmarkt durch einen Beruf mit Zukunft und persönlichem Interesse
-Ausbildungsbeginn bereits in 6 Wochen und nicht erst im August 2021
-ich verfüge über keine anerkannte Berufsausbildung und habe mit dem Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung einen Rechtsanspruch auf eine berufsabschlussbezogene Weiterbildung
- Trotz Covid-19 eine sinnvolle und zukunftsorientierte Maßnahme, da das Finden eines betrieblichen Ausbildungsplatzes aktuell erschwert ist.



-Auf meinen Antrag erbitte ich eine rechtsmittelfähige Bescheinigung.-




 
E

ExUser 2606

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Oben drueber steht Umschulung, im Text beantragst du eine Erstausbildung.

Du brauchst keine rechtsmittelfaehige Bescheinigung, sondern einen Bescheid.
 

Frosch123

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Oben drueber steht Umschulung, im Text beantragst du eine Erstausbildung.

Du brauchst keine rechtsmittelfaehige Bescheinigung, sondern einen Bescheid.
Ja ich wusste nicht wie ich das formulieren soll ohne das mein SB es gegen mich verwendet.. Es wird zwar Umschulung genannt, setzt aber keine bereits abgeschlossene Ausbildung vom Bildungsträger voraus. Es ist also eine richtige IHK-Abschlussgeprüfte Ausbildung welche in Form einer Umschulung statt findet..

okay und den Bescheid habe ich geändert, danke :)
 

BerndB

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Man muss natürlich wissen, dass in manchen Gegenden von Deutschland Bildungsträger händeringend nach Teilnehmern suchen. Du hast, so schließe ich aus deinen Formulierungen, sicher das Zeug für den Beruf. Aber ein Träger wird bei mangelnden Teilnehmerzahlen kaum einen Bewerber ablehnen. Du musst aber evlt. mit einem späteren Start der Umschulung rechnen, wenn Teilnehmer fehlen. Ist aber jetzt nur eine Vermutung. Hilfreich könnte sein, wenn du dich bereits mehrfach/häufig vergeblich auf betriebliche Aussbildungsstellen beworben hättest und daraus abgeleitet werden kann, dass die 3-jährige Frist deshalb (Gründe in der Person) sowieso auch verkürzt werden könnte. Wäre aber nur ein zusätzlicher Grund für die Bewilligung, die du ja sowieso wegen Erfüllung der 3-Jahresfrist bekommen solltest.
 

Fox29

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Also wenn ich unseren lokalen Arbeitsmarkt betrachte, ist Immobilienkaufmann arbeitsmarktlich keine gute Wahl. Hast du mal geschaut ob es da auch wirklich Stellen gibt? Das könnte ein Angriffspunkt sein, den der SB nutzen würde.

Was der Träger schreibt ist der Agentur/dem Jobcenter völlig wurscht, es sei denn sie lehnen ab. Im Normalfall werden Umschulungsinteressierte durch den BPS gejagt, um die Umschulungsfähigkeit zu prüfen. Wenn dein Antrag überhaupt Erfolg hat, wird das sicherlich erst gemacht. Und damit ist der Start in 6 Wochen nicht mehr haltbar.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich irgendwie noch stark daran zweifle, dass Zeiten der Arbeitslosigkeit Zeiten der Beschäftigung gleichgestellt werden. Einfach weil es nicht logisch ist. Ich hab aber auch nichts Gegenteiliges gefunden. Die fachlichen Weisungen geben da nix her und zu Gesetzeskommentaren habe ich keine Zugangsdaten. Ich weiß, dass es so da steht... Kommt mir einfach komisch vor 😅

Du beantragst eine abschlussorierte Weiterbildung zum Immobilienkaufmann mit IHK-Abschluss. Umschulung passt in deinem Kontext nicht wirklich und eine Erstausbildung wird klassisch als duale betriebliche Ausbildung durchgeführt 😉
 

Enkomion

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@Frosch123. Ich würde zu DeinerWahl mal lieber die Suchmaschine im Internet bemühen. Und dabei ermitteln, welche Bildungszielplanung (BZP) Dein Jobcenter für 2020 oder schon ggf. 2021 vorgesehen ist. Das wird nämlich ganz genau im Vorfeld festgelegt mit bevorzugten Berufsfeldern. Die meisten Ergebnisse dessen kannst Du im Internet veröffentlicht finden.

Eine Bildungsgutscheinausgabe ist auch möglich, wenn dadurch ein fehlender Berufsabschluss nachgeholt werden kann, so jedenfalls kannst Du das jedenfalls auf der Homepage der Arbeitsagentur bestätigt finden, zum Thema Bildungsgutschein.
 

Seekuh

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Seit 2020 soll es einen (neuen) Anspruch auf eine Weiterbildung geben. Die Rechtslage hat sich also geändert. Leider weiß ich die Voraussetzungen nicht.

Vielleicht kennt sich hier jemand mit dieser Spezialfrage aus.
 

BerndB

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich irgendwie noch stark daran zweifle, dass Zeiten der Arbeitslosigkeit Zeiten der Beschäftigung gleichgestellt werden.
Durch diesen Satz bin ich erst drauf gekommen. In § 81 Abs.2 Satz 3 SGB III steht, dass Zeiten der Arbeitslosigkeit .... Beschäftigungen nach Satz 1 Nr. 1 gleich stehen. Das dürfte aber nur dann gelten, wenn es darum geht, die Berufsentfremdung für den Begriff "wieder ungelernt" festzustellen. Gilt aber wie @Fox29 schreibt, vermutlich nicht für das Erreichen von 3 Jahren Beschäftigungszeit.
Dann muss es @Frosch123 darum gehen, einen Grund zu finden, die geforderte 3-Jahres-Frist zu verkürzen.
 

Fox29

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In § 81 Abs.2 Satz 3 SGB III steht, dass Zeiten der Arbeitslosigkeit .... Beschäftigungen nach Satz 1 Nr. 1 gleich stehen. Das dürfte aber nur dann gelten, wenn es darum geht, die Berufsentfremdung für den Begriff "wieder ungelernt" festzustellen.
Ja, das macht durchaus Sinn! Und so kann der Gesetzestext auch tatsächlich ausgelegt werden, so wäre es dann auch wieder logisch.
@Frosch123 wenn das was wir vermuten stimmt, brauchst du eine andere Argumentationskette, weil dein Hauptargument wegbricht. Hier mal ein paar Leitfragen: Warum kommt eine betriebliche Ausbildung für dich nicht in Frage? Evtl Alter, Familie mit Kindern?
Was spricht für eine Umschulung gegenüber einer betrieblichen Ausbildung? Wie sieht der Arbeitsmarkt in deiner Region für die Zielberufe aus? Gilt dein Wunschberuf als Engpassberuf?
 

Zermürbt38

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Warum kommt eine betriebliche Ausbildung für dich nicht in Frage? Evtl Alter, Familie mit Kindern?
Was spricht für eine Umschulung gegenüber einer betrieblichen Ausbildung? Wie sieht der Arbeitsmarkt in deiner Region für die Zielberufe aus? Gilt dein Wunschberuf als Engpassberuf?
Am Alter kann es schon einmal nicht liegen. Er ist gerade einmal 26 Jahre alt,da findet man in der Regel noch leicht, egal in welchem Beruf, einen dualen Ausbildungsplatz.
 

Frosch123

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Danke für eure Antworten, ich habe den Antrag jetzt einfach mal los geschickt und werde sehen was dabei rum kommt. Wahrscheinlich wird er ablehnen, weil meinen SB Scheißegal ist ob man etwas für die Zukunft hat oder nicht, er möchte mich nur aus der Statistik.

Falls der Antrag wieder abgelehnt wird, werde ich, auf Empfehlung hin, Beratungshilfe beantragen und mit der ganzen Angelegenheit einen Anwalt für Sozialrecht Aufsuchen um dort entgültig abzuklären was man noch erreichen kann.
 

Enkomion

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Möglicherweise ist dieser SB nur für Langzeitarbeitslose zuständig. Und nicht für FBW etc. Dafür gibt es manchmal ganz andere Teams und SB in den Jobcentern. Versuch mal, das via Organigramm Deines Jobcenters in Erfahrung zu bringen. Die meisten sind im Internet zu finden.
Ansonsten wünsche ich Dir viel Erfolg bei Deinem Antrag und dabei, darauf endlich eine schriftliche Antwort zu bekommen.
 
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