Habt ihr schonmal "unmögliche" Vermittlungsvorschläge bekommen ?

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Buerosklave

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Hallo,
habt Ihr eigentlich auch schonmal Vermittlungsvorschläge bekommen, wo man am Verstand desjenigen zweifelt, der sowas rausschickt, weil es fachlich oder zeitlich nicht passt ? Mal ein paar Beispiele, was ich schon so bekommen habe:
1. Ganz aktuell: eine Firma in unserer Landeshauptstadt sucht laut Überschrift einen IT-Servicetechniker (!), doch die Tätigkeitsbeschreibung zeigt dann, dass die eigentlich einen Anlagenmechaniker für Sanitär-,Heizungs- und Klimatechnik suchen. Der sollte aber in der Stadt wohnen, um Rufbereitschaft und Notdienst zu übernehmen (ich wohne 70km entfernt). Ich selbst habe mal Gas-Wasser-Installateur gelernt, aber keinen Schimmer vom Heizungsbau (die Berufe wurden erst Jahre nach meiner Ausbildung zusammengelegt). Das weiß auch das Amt. Das hindert sie aber nicht daran, mir 24 Jahre (!) nach Ausbildungsende so ein "Angebot" zu schicken.
2. Als umgeschulter Fachinformatiker sollte ich 2015 nach Meinung meiner damaligen Fallmanager in der Lage sein, professionelle Farbkopierer zu warten und daher als Servicetechniker für Büromaschinen arbeiten. Ahja...schön wärs ja.
3.Von der gleichen FM bekam ich etwa im gleichen Zeitraum einen VV, wo ein Industriekletterer gesucht wurde, der Windkraftanlagen installiert. Bedingung: maximal 28 Jahre alt, höhentauglich, körperlich fit, Arbeitsort Papenburg. Ähm...ich war damals 40, krieg schon beim Auswechseln einer Glühbirne einen Höhenkoller, wo damals an die 130kg und wohne im Thüringer Wald.
4.Meine Mutter hat 2018/2019 nach 25 Jahren in der Altenpflege 2 künstliche Knie bekommen (da war sie 63/64 Jahre alt). Damit ist Altenpflege natürlich nicht mehr machbar. Als das Krankengeld auslief und sie in die "Obhut" des Jobcenters fiel, bekam sie allen Ernstes einen Vermittlungsvorschlag als Friseurin...das hat sie zwar mal gelernt, aber seit 1974 (!) nicht mehr ausgeübt. Und mit 2 künstlichen Knien einen Job,wo man den ganzen Tag stehen muss...ja ne,is klar. Als das JC diesen Umstand endlich einsah, bekam sie ein Angebot für eine Umschulung...zur Altenpflegerin. Also genau den Job, den sie 25 Jahre lang gemacht hat und wegen der Knie nicht mehr machen kann. Und mal davon abgesehen: eine Umschulung mit 64 Jahren anfangen dürfte wohl kaum sinnvoll sein.
 

Rapunzeline

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wo ein Industriekletterer gesucht wurde, der Windkraftanlagen installiert. Bedingung: maximal 28 Jahre alt, höhentauglich, körperlich fit, Arbeitsort Papenburg. Ähm...ich war damals 40, krieg schon beim Auswechseln einer Glühbirne einen Höhenkoller, wo damals an die 130kg und wohne im Thüringer Wald.

Entschuldigung, aber mir laufen gerade die Tränen vor lachen..... der Galgenhumor!

Ich gelernte Bürokauffrau: Bademeister, Buchbinder und Lotterielosverkäufer!

Nun ja, irgendwas muss ja geschickt werden. "Wir hamm nix" geht ja nicht, wo es doch vor Corona fast die Vollbeschäftigung gab. :)
 
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Nachtfalter

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Hi,
also ich hab nur einmal auf eine unmögliche Art einen Vermittlungsvorschlag persönlich von meinem ersten SB bekommen...ist schon viele Jahre her.

Kurze Info, ich bin halb deutsch und halb ausländisch.

Ich beim Termin mit SB in seinem Büro, er gibt mir ein Blatt Papier wo drauf steht das ich mich als Reinigungskraft bei Firma XY bewerben soll. Ich guck etwas blöd und meine zu ihm: Wieso geben sie mir einen Vermittlungsvorschlag als Reinigungskraft wo ich doch gelernte Einzelhandelskauffrau bin? Gibt es denn in ganz Frankfurt keine freie Stelle im Verkauf?
SB darauf hin: Frau X, wenn ich richtig informiert bin dann ist ihr Vater doch T......
Ich: Äh ja, aber was hat das denn nun bitte mit dem Jobvorschlag als Reinigungskraft zu tun?
SB: Ei ja, jeder weiß doch das die meisten Putzleute aus der T....... kommen und von daher liegt dieser Job ihnen doch quasi im Blut.

Geil oder?

Zuerst herrschte Stille meinerseits da ich echt fassungslos war und kurz darauf ertönte eine schreiende Männerstimme, weil ich aus meine Starre erwacht war und ihn an seiner Krawatte gepackt hatte um ihm den dürren Hals zu zudrücken.... nicht die feine Art aber ich war in dem Moment leicht erregt gewesen.
Danach bekam ich einen neuen SB.
 

Gollum1964

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nabend,

neben prekären VV für ZAF in Köln oder Bitterfeld zum Niedriglohn, wofür ich hätte umziehen müssen (aus Hamburg), fallen mir gerade folgende ein:

-als Datenerfasser bei einer Bank zum Mindestlohn: Arbeitszeit 2 bis 5 Uhr morgens für brutto ca. 500 EUR monatlich, d.h. bei weiterhin fürsorglicher Betreuung durch das JC. Also die Höchststrafe!
-Telefonberater (Call Center) für Mindestlohn zur Produktberatung von Gegenständen speziell für homosexuelle Klientel
 

Liane17

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Da wäre ich nach Köln umgezogen, hätte den kostenlosen Umzug mitgenommen und mir dann vor Ort was anderes gesucht. Sie können einen ja nicht zwingen, den Job zu behalten wegen dem man umgezogen ist...
 

Gollum1964

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Da wäre ich nach Köln umgezogen, hätte den kostenlosen Umzug mitgenommen und mir dann vor Ort was anderes gesucht. Sie können einen ja nicht zwingen, den Job zu behalten wegen dem man umgezogen ist...

so einfach ist das nicht:

Ich lebe in Hamburg seit 20 Jahren in einer Wohnung mit kaum Mieterhöhungen, in Köln müsste ich ordentlich blechen und hätte dann Stress mit dem Jobcenter, wenn ich nach ca. 3 Monaten KdU eingereicht hätte. Wenn ich denn überhaupt eine Wohnung gefunden hätte.
Abbruch sämtlicher Kontakte, die ich in mehreren Jahrzehnten aufgebaut habe - hier wegen einer ZAF! Mit Mitte 50 definitiv schwerer zu verkraften als mit 17.
 

Beebug

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Ich habe zu Ausbildungssuch-Zeiten ständig Ausbildungsangebote bekommen, bei denen Führerschein und/oder Abitur zwingend erforderlich waren.
Besitze ich beides nicht. Bis heute :D

Mein Mitbewohner hat zu ALG1-zeiten, da gab es den Mindestlohn noch nicht bzw. er war kurz vor der Einführung Stellenvorschläge für 20h/Stunde zu 6,50€ bekommen, die teils 120km ein Weg wegwaren. Ergo Lohnkosten = Spritkosten. Konnte die AfA auch nicht nachvollziehen.
 

Liane17

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Ich habe während Corona einen Vermittlungsvorschlag bekommen für den man Führerschein brauchte. Die wollten mich natürlich trotzdem einladen, weil sie das mit dem Vermittlungsvorschlag wussten, um mich zu ärgern. In der Einladung stand man müsse sich einen genauen persönlichen Eindruck von mir verschaffen, Online Gespräch sei nicht möglich (auf Nachfrage). Ich bin dann mit Maske in einen kleinen Raum mit 4 Leuten. Hinterher bekam jemand "der besser auf das Stellenprofil passte", also mit Führerschein den Job.
 

grün_fink

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Also die angebotenen Stellen sind ja so komisch, das würde für die Kabarettisten taugen (Pispers oder die Anstalt).

Ich, Diplomingenierin, später Berufserfahrung als Lageristin und Bürohilfe, abgebrochenes Studium im sozialen Bereich, gesegnet mit psychischen Krankheiten und paar leichten körperlichen Sachen, dementsprechend auch Einschränkungen der Vermittelbarkeit.

Vorschläge vom JC seinerzeit:
Fließbandarbeit in 2 Schichten. Ort 1,5 Stunden Fahrtweg einfache Strecke entfernt. Hätte ich mit Öffis nie geschafft vor allem morgens (kranheitsbedingt und auch der erste Bus zu spät). Außerdem sollte ich laut Gutachten keine Schichten - und dann noch so weit entfernt?
Bäckereiverkäuferin. Hab ich nie gelernt, keinen Bezug dazu und soll laut Gutachten keinen Publikumsverkehr haben.
Den dritten Vorschlag hab ich vergessen, der war wohl etwas mehr passabel aber genauso aussichtslos.

Wenige Jahre vorher die Tochter einer Bekannten bei der Berufswahl:
Tochter hatte Abi.
Mutter Jurastsudium DDR, später "Texteerstellerin" in einem Verlag, Managementschule und dann in solchem Beruf gearbeitet. Vater Ingenieur.
Arbeitsamt fragte sie, ob sie nicht eine Ausbildung in der Arbeitsverwaltung machen möchte, später Arbeitsvermittlerin sein möchte.
 
E

ExUser 2606

Gast
Mich wollte damals eine Berufsbersterin in. Eine Ausbildung zur Bürokauffrau stecken. Als ich meinte, dass es da mit Abitur wohl noch andere Möglichkeiten gibt, antwortete sie:"Aber das machen doch alle Behinderten." Eben. Und genau deshalb mache ich das nicht. Aber das hat die Dame nicht verstanden.
 

Matt45

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Ein Freund(ALG2 Empfänger) bekam ein VV(sogar mit RFB) als Verkäuferin für Damenunterwäsche. Leider kein Scherz!

In dem Geschäft gibt es überhaupt keine Bekleidung für Herren. War den JC damals sehr peinlich!

Natürlich kann sich auch ein Mann dort bewerben, aber vom Prinzip Zeitverschwendung.
 

Buerosklave

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Natürlich kann sich auch ein Mann dort bewerben, aber vom Prinzip Zeitverschwendung.

Das denke ich bei jedem unpassenden VV. Ich stelle mir dann immer vor, wie ich anstelle des Arbeitgebers reagieren würde,wenn sich bei mir jemand auf eine Ausschreibung bewirbt, bei dem jedem Kind klar sein müsste, dass dafür nur bestimmte Personenkreise geeignet sind. Ich würde mir wohl veralbert vorkommen. Ergo käme ich als Jobsuchender nie auf die Idee, mich auf so einen VV zu bewerben,weil ich das Gefühl hätte, den Leuten in der betreffenden Firma die Zeit zu stehlen.

@Liane17
Ich hab 2015 mal so einen merkwürdigen Bewerbungsprozess mitgemacht. Damals war ich gerade kurz vor Ende meiner Umschulung zum Fachinformatiker, als ein Außendienstler eines bundesweit tätigen IT-Dienstleisters zu uns in die Umschulungsstätte kam und davon schwärmte, wieviele Leute die gerade für ihren 2nd-Level-Support für die Businesskundenbetreuung bräuchten. Also sind einige Teilnehmer einige Tage später zu einer Infoveranstaltung. Da wurde man 8h lang durchgehend mit Infos zugetextet, die einen nicht wirklich interessieren: Wann welche Filiale eröffnet wurde, welche Firmen im Laufe der Zeit aufgekauft wurden, in welchen Ländern die Firma Kunden hat usw. Alles Sachen, die einen nicht interessieren. Um die Mittagszeit fielen den meisten der insgesamt 25 Teilnehmer dieser Veranstaltung die Augen zu. Auch die Vorführung des dort genutzten Ticketsystems war ein Fiasko, weil die beiden "IT'ler", die es vorführten, nicht mal die Bildschirmauflösung des Laptops ändern konnten und man in einem ca 50m² großen Raum ein Beamerbild von maximal 40cm Diagonale erkennen sollte. Auch das Ticketsystem schien den beiden ein Rätsel zu sein, man merkte,dass sie es selbst nicht nutzen. Am Nachmittag kam dann eine Art "Eignungstest". Da wurden aber nicht etwa fachliche Sachen abgefragt (die Teilnehmer waren ja alles ausgebildete bzw vor dem Abschluß stehende IT'ler), sondern es wurden solche Fragen gestellt wie: "Wieviel Jahresumsatz generierte die Filiale in München vor 3 Jahren?", "Wieviele Frauen arbeiten in der Filiale in Solingen ?", "Welche Förderung gibt die Firma für Alleinerziehende ?" usw. Wer bitte merkt sich sowas ? Einige Wochen später bekamen die Leute aus unserer Umschulung, die bei dieser Veranstaltung waren, nochmal eine Art telefonisches Vorstellungsgespräch mit dieser Firma. Darin war vom 2nd-Level-Support keine Rede mehr, sondern nur noch vom 1st-Level-Support,wo man sich mit irgendwelchen DAUs rumschlagen darf (DAU ist unter Supportern ein Scherzbegriff für "Dümmster anzunehmender User"). Alles für den damaligen Mindestlohn von 8,50€. Die wurden sogar richtig aggressiv,als ich ablehnte,weil ich für 8,50€/h gewiss keine 140km pro Tag fahren wollte.
 
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grün_fink

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Das mit den Behinderten (Frauen) und Büro ist veraltet. Scheinbar kommt das irgendwie aus dem Umschulungsbereich: Wenn frau nicht an der Maschine stehen kann, muss sie ins Büro - als Sekretärin - unabhängig davon, ob man da auch äußerlich perfekt erscheinen soll, oder es bessere Möglichkeiten gibt. Behinderte mit Abitur schien man damals auch nicht zu kennen, ist heute ja gottseidank anders.
 

Haustierchen

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Hallo Leute,

ich habe auch einen echt lustigen VV beizutragen. Dieser VV liegt schon einige Jahre zurück. Ich hatte einen Termin im JC und meine SB gab mir einen Zettel in die Hand mit dem handschriftlichen Vermerk: "Suchen Flyerfalterin". Meiner eines hat sich auch als Flyerfalterin beworben mit Quelenangabe von meiner SB, JC-Anschrift und Namen meiner SB.

Auf die Antwort warte ich bis heute.

Da fragt man sich wer hat denn hier ein "Ding an der Klatsche"?
 

Samsara

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Da wäre ich nach Köln umgezogen, hätte den kostenlosen Umzug mitgenommen und mir dann vor Ort was anderes gesucht. Sie können einen ja nicht zwingen, den Job zu behalten wegen dem man umgezogen ist...

Gute Idee!
In Köln gibt es ja auch jede Menge Mietwohnungen, die auf neue Mieter nur so warten - zu Schleuderpreisen.
Ex-Hartz IV Bezieher zählen bei den Vermietern zu den beliebtesten Miet-Bewerbern.
 

Rapunzeline

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@Bürosklave,

hier noch eine kleine Anmerkung. Ich habe nicht über Deine menschlichen Eigenschaften gelacht, nur der Industriekletterer ist der Knaller.

Ich habe einen Verwandten, der klettert auf Kühltürme, der hat aber noch einen uralten Vertrag, der nennt sich noch "Begeher". Bei Industriekletterer muss ich irgendwie an Reinhold Messner denken.....
 

grün_fink

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:):ROFLMAO::cool:
Was ist denn ein Flyerfalter für ein Schmetterling, kenn ich noch nich ;)

Spaß beiseite.
Wer ständig Leute zum Falten von Papier sucht, hat seinem Drucker nicht den richtigen Auftrag gegeben ;)
 

ela1953

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Ich hab in grauer Vorzeit in der Bergbauverwaltung Bürokaufmann gelernt. Das war zu der Zeit vergleichbar mit Industriekaufmann, nur mit Großhandels-, statt mit Industriebuchführung. Und Bergbaufachkunde im Werksunterricht entfiel.
Nach der Geburt des 1. Kindes hab ich gekündigt und suchte was vor Ort.

Beim Arbeitsamt traf ich dann den ekeligsten SB meines weiteren Lebens.
Total Frauenfeindlich.

Es fielen so Sprüche wie:

"Wieso haben Sie soviel verdient?"
"Waren Sie Abteilungsleiter?"
"Soviel verdient nicht mal ein Mann in der Kaufhalle, der 10 FRAUEN UNTER SICH hat."
"Soviel kriegen Sie hier nicht."
"Als Frau Sachbearbeiter können Sie vergessen."
"Als erstes schick ich Sie zu einem Schreibmaschinen- und Stenokurs"
"Frauen sind da für Schreibbüros"

Meine Frage "Würden Sie mich auch dahin schicken, wenn ich ein Mann wäre?"
wurde mit "Selbstverständlich nicht" beantwortet.

Das war 1982.

Stellenangebote vom Arbeitsamt kamen keine.

2002 hab ich mich mal selbst bei meinem Vermittler eingeladen.
Der verstand nicht, dass ich Stellenangebote von ihm wollte.

Er hätte auch nur das, was ich online beim AA sehen könne.

Stellenangebote bekam ich nur, als ich mich in Düsseldorf beschwerte, dass mir zwar Ortsabwesenheit genehmigt bekam, aber für die Zeit vom Leistungsbezug abgemeldet würde.
Das waren Bilanz- Buchhalter bei drei verschiedenen ZAF jeweils 50 km entfernt. Eine hat sich gemeldet, die Stelle war noch 50 km weiter.

Beim JC war ich mal in einer Maßnahme ü 50. Die hatten eine eigene Stellenbörse.
Vorher musste man u.a. die Branchen angeben, in denen man gearbeitet hatte.
Führerschein,Kl 3 (B) konnte man angeben und in welchen Bereichen man arbeiten möchte.
Bei mir stand u.a. Bergbau, Pflegedienst, Zeitungsverlag. Ich konnte mir vorstellen als Bote mit PKW unterwegs zu sein (z.B. für Apotheken)

Angeboten, an die ich mich erinnern kann, wurden: Elektriker unter Tage, Arzt, LKW Fahrer Kl 2 mit körperlicher Fitness (da hatte ich schon meinen GdB und das auch eingetragen)

Ach, Schulkenntnisse Englisch, Französisch von 1970 waren wohl ausreichend für Fremdsprachensekretärin und Übersetzerin.
 

grün_fink

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Zum Zeitpunkt der Einführung von Hartz VI war ich langzeitkrank geschrieben und noch in der Sozialhilfe. Bis die mal merkten, dass ich ins SGB II sollte. Dort damals, oder war es schon vorher, als ich noch das alte ALG bekam, hatte ich mal Gelegenheit, in mein Profil zu schauen. Da stand nix mehr drin, was irgendwas mit irgendeiner Ausbildung oder Abitur zu tun hatte. Das war ungefähr 17 Jahre nach Ende meiner Abiturlehre, 12 Jahre nach Beendigung des Unistudiums, 5 Jahre nach dem Ende der Arbeit als Lageristin/Bürohilfe und relativ kurz nach meiner Umschulung.
Das lag zum einen daran, dass mein Studium und meine Lehre schon zu lange her waren (und es in Westdeutschland für diese Berufe keinen Arbeitsmarkt mehr gab), aber wohl auch daran, dass man DDR-Zeugnisse nicht lesen mochte, ich dann psychisch krank war und auch so lange in Anlerntätigkeiten war und die Umschulung abbrechen musste.

Es sah jedenfalls im Arbeitsamtscomputer so aus wie zurechtgebogen auf das passende Profil eines Hilfsarbeiters.
Dementsprechend sahen dann auch die Stellenvorschläge aus. Ein Krampf, da mitmachen zu müssen, noch einmal.
 
E

ExUser 67103

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Ich habe ein Studium ohne Berufserfahrung. Jedenfalls wollte mich das Arbeitsamt damals nach relativ kurzer Zeit, vielleicht nach 2 oder 3 Jahren, zu einem Auffrischungskurs auf Volkshochschulniveau verdonnern. Ich dachte, ich muß das machen. Die wollten mich da aber nicht haben. Warum bloß?:biggrin: Aber lustige VVs als Arzt o.ä. habe ich nie bekommen. Ich kriege welche, wo ich mich frage, ob das sein muß, aber fast immer in meinem Ausbildungsberuf, nur eben Schrottfirmen, wo man nicht hin will.
 

grün_fink

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Von nennenswerter Berufserfahrung in meinem Beruf konnte man bei mir auch nicht sprechen. Es dauerte gerade mal ein halbes Jahr vom Ende meines Studiums bis zum Termin der Massenentlassungen ziemlich genau am Wiedervereinigungstag.
 
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