Habe mit zwei weiteren Gesellschaftern eine UG gegründet und somit keine EKS Pflicht mehr, nun aber andere Probleme. Ich bitte um Rat (1 Betrachter)

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Dizzy01

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Ich bin auf Grund einer chronischen Erkrankung dauerhaft erwerbsgemindert.

Als Teil meiner beruflichen Reha habe ich eine Umschulung gemacht, sodass ich selbständig arbeiten kann, weil es fast unmöglich ist, eine behindertengerechte Stelle zu finden.

So weit so gut.

Dann fing aber der EKS Alptraum an.

Alle, die den EKS Horror kennen, brauche ich es nicht näher zu erklären. Alle die den EKS Horror nicht kennen, den kann man es eh kaum erklären.

Mit Hilfe des ELO Forums habe ich vor ein paar Jahren eine UG gegründet um aus dem EKS Alptraum rauszukommen.

Man hat mir damals gesagt, dass wenn ich die UG als Einzelperson gründe, es für das Jobcenter nur eine "Scheinfirma" ist, die ich gründe um aus dem EKS Kram rauszukommen. Und dann erkennen die das nicht als Firma an und ich muss weiter alle EKS Sachen machen.

Daher habe ich dann mit 2 Freunden zusammen eine UG gegründet... ich bin nur eine Teilhaberin von 3 Teilhabern, und somit lässt mich das Jobcenter vollständig in Ruhe.

Das Jobcenter berechnet nur den Stundenlohn, den ich ausbezahlt komme und falls es am Ende des Jahres einen Gewinn gibt, der an alle Gesellschafter ausgeschüttet wird, dann wir auch mein Anteil vom Gewinn als Einkommen berechnet. Dies war bisher allerdings nicht der Fall. Bislang wird nur meine Stundenlohn angerechnet.

Obwohl das erstmal viel besser ist, bin damit aber nur bedingt glücklich.

Jetzt habe ich 2 Freunde, die mit in meiner UG als Gesellschafter hängen, obwohl sie es nicht "wirklich" wollen.

Und, als UG habe ich nun beim Finanzamt eine Bilanzierungspflicht statt dass ich Einnahme Überschuss Rechnungen einreichen kann.

Das kostet mich beim Steuerberater pro Jahr 2,500 Euro... Nur für den ganzen offiziellen Papierkram für's Finanzamt mit Bilanz und doppelter Buchführung usw.

Ich bin gerade am rechnen, ob sich das überhaupt lohnt.

Und dass meine Freunde damit drin hängen macht mir auch Bauchschmerzen.

Der große Vorteil ist allerdings - ich habe mit dem Finanzamt einen Ansprechpartner, der an Gesetze gebunden ist und mich nicht so behandeln darf, wie es das Jobcenter tut. Und mit dem Steuerberater habe ich auch noch jemand an meiner Seite, der für mich beim Finanzamt eintritt, wenn es Probleme geben sollte. Das ist ein riesen Unterschied.

Mit dem Jobcenter EKS Kram konnte ich nachts nicht mehr ruhig schlafen. Das hat mir wirklich Alpträume bereitet. Das ist zum Glück mit der UG nun anders.

Meine Frage ist nun, gibt es einen anderen Weg?

Ich werde nächste Woche beim Beratungscenter in unserer Stadt mal nachfragen, ob ich mit deren Anwältin sprechen kann. Die ist auf Arbeitslosengeld, Hartz IV und Sozialhilfe spezialisiert.

Ich würde gerne irgendeine Möglichkeit haben, wie ich als Firma aus dem EKS Mist raus bin, aber ohne Bilanzierungspflicht und ohne Freunde als Gesellschafter da mit reinzuziehen.

Aber ich befürchte, so was gibt es gar nicht?

In den EKS Horror kann ich niemals wieder rein. Das überlebe ich nicht nochmal.

Mein Arzt hat mir damals gesagt, ich MUSS damit aufhören, dass war für meine Nerven so schlimm, dass hat mich richtig, richtig krank gemacht.

Entweder ich bin einfach "nur" arbeitslos... ohne dass ich teilzeit arbeiten gehe und etwas dazu verdiene.

Oder ich muss das als Firma machen. Denn den EKS Horror überlebe ich nicht nochmal.

Ich bin wirklich am überlegen, wie es weitergehen soll.

Ich weiß gar nicht, ob sich das ganze rechnet, wenn ich pro Jahr 2,500 Euro an den Steuerberater gebe, nur für die doppelte Buchführung und die Bilanz.

Aber Alternativen fallen mir auch keine ein...

Etwas wäre mir schon geholfen, wenn ich mit 2 Gesellschaftern agieren könnte, und nicht 3. Ich würde gerne einen Freund wirklich aus der Nummer raushalten, der es mir nur als Gefallen getan hat.

Aber der 2. Freund der Gesellschafter bleiben würde ist ebenfalls chronisch erkrankt und dauerhaft erwerbsgemindert, und ich mache mir Sorgen, dass das Jobcenter dann sagt "Ja wenn BEIDE Gesellschafter im ALG II Bezug oder im Sozialhilfebezug sind, dann ist es ja doch wieder EKS pflichtig..."

Ach... keine Ahnung... Wäre für alle Tipps/ Ideen dankbar... Mir fällt keine gute Lösung ein. Aber wie auch... Mit ALG II gibt es nur schlechte Lösungen, keine guten.

Aber was soll man machen, wenn man gesundheitsbedingt aus der Nummer nicht rauskommt?

Ich habe keine andere Perspektive...
 

Linuxfan

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Ich weiß gar nicht, ob sich das ganze rechnet, wenn ich pro Jahr 2,500 Euro an den Steuerberater gebe, nur für die doppelte Buchführung und die Bilanz.
Hast Du mehrere Angebote eingeholt und dies war das Günstigste? Wenn nicht dürfte es sich durchaus lohnen, Preise zu vergleichen und für Buchführung kannst Du eventuell auch ein kleines Buchhaltungsbüro engagieren und den Steuerberater "nur" den Jahresabschluss machen lassen.

Ich beziehe auch Erwerbsminderungsrente und buche selbst. Allerdings habe ich auch durch meine Ausbildung einen kaufmännischen Hintergrund. Wenn man das Prinzip der "Doppik" (Aktiv- und Passivkonten sowie "Soll" und "Haben") einmal verinnerlicht hat hilft dies schon sehr weiter.
 

Dizzy01

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Nein, ich habe nicht mehrere Angebote eingeholt... Es war bei der Gründung eh alles recht chaotisch und unter Zeitdruck, und mir war es sehr wichtig einen Steuerberater zu finden, der Existenzgründern hilft, und sie nicht von oben herab anschaut. Mir war es echt wichtig, dass ich mit ALG II Bezug, Erwerbsminderung und kleiner Firmengründung einen Ansprechpartner habe, bei dem ich mich irgendwie "wohl fühle" und meine Fragen ehrlich stellen kann und mich nicht dafür schäme, etc.

Daher habe ich einen Steuerberater genommen, der in dieser Hinsicht passt und vertraue nun erstmal blind darauf, weil es gerade nicht anders geht.

Über ein getrenntes Buchhaltungsbüro habe ich noch gar nicht nachgedacht... bzw. nicht gedacht, dass dies ggf. billiger wäre.

Ich habe in meiner ersten Ausbildung vor 20 Jahren doppelte Buchführung gelernt, aber das liegt sooo weit zurück :D

Eigentlich würde ich das auch gerne selber buchen, und hatte dem Steuerberater auch gesagt, dass ich die ersten 2. Jahre durch den Steuerberater machen lassen würde, weil ich am Anfang NULL Ahnung hatte.

Nun, da ich für die ersten 2 Jahre alle Unterlagen habe, und sehe was wie gebucht wurde, würde ich es mir grundsätzlich selber zutrauen. Ich denke, damit würde ich ungefähr 1000 Euro sparen, da ich schon noch bei Sachen wie Abschreibung und so nachfragen müsste, was auch etwas kosten würde.

Danke für den Rat :)
Ich werde es in die Gesamtsituation/ meine Entscheidung mit einfließen lassen.
 

Linuxfan

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Es war bei der Gründung eh alles recht chaotisch und unter Zeitdruck,
Das ist dann teilweise auch für den Verlauf der Unternehmung eventuell schwierig wenn ihr als Team keine Rollenaufteilung habt: Also, der/die eine macht Vertrieb, der/die andere macht Administratives (z.B. Buchhaltung, Korrespondenz, Rechnungen etc…) jemand anderes Forschung und Entwicklung. Da solltet ihr euch als Unternehmerteam auf jeden Fall absprechen wer welche Kompetenzen hat und in welcher Rolle man sich am wohlsten fühlt.

Mir persönlich hat es in meinem Kleinunternehmen sehr geholfen, kaufmännische Software zu verwenden, wo Sachen wie Rechnungserstellung, Buchhaltung etc. in einer Lösung integriert sind. Kostet auch nicht die Welt macht aber die Unternehmung nach der Einarbeitung enorm produktiv.
 

Dizzy01

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Darf ich fragen, ob Du EKS-pflichtig bist als Kleinunternehmen?

Ja.... chaotisch und Zeitdruck ist nicht ideal :D

Es ist so, dass ich nach wie vor alles alleine mache in der Firma, so wie ich es früher als Selbstständige mit EKS Pflicht gemacht habe.

Ich habe lediglich 2 (stille) Teilhaber in der UG, damit ich nicht in die EKS Pflicht falle.

Mir persönlich hat es in meinem Kleinunternehmen sehr geholfen, kaufmännische Software zu verwenden, wo Sachen wie Rechnungserstellung, Buchhaltung etc. in einer Lösung integriert sind. Kostet auch nicht die Welt macht aber die Unternehmung nach der Einarbeitung enorm produktiv.
Kannst Du ein günstiges/ einfaches Programm empfehlen, mit dem man als Anfänger nicht allzu überfordert ist?
 

Linuxfan

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Darf ich fragen, ob Du EKS-pflichtig bist als Kleinunternehmen?
Ich beantworte die Frage gerne: Ich beziehe eine Erwerbsminderungsrente, die aber wegen vorherigen Studium mit 190 Euro extrem niedrig ausfällt. Etwas Wohngeld bekomme ich noch und bin quasi gezwungen, mir irgendwie etwas dazu zu verdienen. Ich überlege mir jede Anschaffung wirklich gründlich.

Kannst Du ein günstiges/ einfaches Programm empfehlen, mit dem man als Anfänger nicht allzu überfordert ist?
Ich benutze eine freie betriebswirtschaftliche Software wobei lediglich Kosten für den Server anfallen. Sind um die 5 Euro im Monat aber die Software braucht einiges an Einarbeitungszeit, da sie auch ziemlich viel kann. Ich gehe diesen Weg, da ich nicht weiß wie die Exportschnittstellen bei den geschlossenen Lösungen sind. Nicht dass man beispielsweise Kundendaten einträgt und man später die Daten nicht in ein anderes System importieren kann.

Die Produkte von Lexware werden häufig empfohlen für kleinere Unternehmen. Vielleicht auch Produkte von Buhl-Data (WISO Mein Büro). Kommt halt drauf an, ob Du Cloud-basiert oder lokal installieren möchtest. Hat alles Vor- und Nachteile…
 

Couchhartzer

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Darf ich fragen, ob Du EKS-pflichtig bist als Kleinunternehmen?
Ich beantworte die Frage gerne: Ich beziehe eine Erwerbsminderungsrente, die aber wegen vorherigen Studium mit 190 Euro extrem niedrig ausfällt. Etwas Wohngeld bekomme ich noch und bin quasi gezwungen, mir irgendwie etwas dazu zu verdienen. Ich überlege mir jede Anschaffung wirklich gründlich.
Und worin ist hierdrin nun die Antwort auf die Frage zur EKS, die du durch das zugehörig erkennbare Zitat angeküngigt hast?
 

Dizzy01

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@Linuxfan musst Du für Wohngeld/ Erwerbsminderungsrente Dein Einkommen aus der Selbstständigkeit melden? Wenn ja, wie machst Du das dort?

Ich habe mit meiner ALG II Sachbearbeiterin darüber gesprochen, wann ich nicht mehr ALG II brauche und wann nur noch Wohngeld, und sie meinte, das Vorgehen und die Einkommensprüfung seien in beiden Fällen ähnlich streng?

Die Produkte von Lexware werden häufig empfohlen für kleinere Unternehmen. Vielleicht auch Produkte von Buhl-Data (WISO Mein Büro). Kommt halt drauf an, ob Du Cloud-basiert oder lokal installieren möchtest. Hat alles Vor- und Nachteile…
Ich habe mich nun übrigens Dank Deines Tipps nun endlich dazu entschlossen es mit Lexware zu probieren... Ich hatte mich dort schon mal angemeldet, aber die Gründung war einfach soooo kompliziert, das hätte ich nicht alles gleichzeitig geschafft.

Ich hatte meinem Steuerberater gesagt, dass ich die ersten 2 Jahre gerne von ihm die Buchführung gemacht hätte und dass ich danach gerne selber machen wolle. Die 2 Jahre sind nun um, also ist es eigentlich Zeit... ;)

Ich glaube, für mich ist Lexware eine gute Lösung, weil es ein Forum dazu gibt, wo man nach Rat fragen kann.
Ich werde meinen Steuerberater morgen fragen, welche Version ich für die Buchführung brauche, damit die Daten so sind, wie der Steuerberater es für die Steuererklärung und Bilanz braucht.

Und ich habe ja nun die Daten von 2 Jahren, und kann dort abkucken, wie der Steuerberater die Sachen verbucht hat.
Danke für den Rat also... Ich freue mich darauf, das nun endlich selber zu machen... War von Anfang an so angedacht.

Hoffentlich klappt's ohne all zu dolles Kopfzerbrechen :D
 

Linuxfan

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@Linuxfan musst Du für Wohngeld/ Erwerbsminderungsrente Dein Einkommen aus der Selbstständigkeit melden? Wenn ja, wie machst Du das dort?
Bei Wohngeld wollten sie von mir einen Einkommenssteuerbescheid des letzten Jahres haben. Bezüglich der Erwerbsminderungsrente habe ich per De-Mail mitgeteilt, dass ich ein Kleingewerbe starten aber die Deckelung von 450 Euro nicht überschreiten werde. Insgesamt bewegen sich meine Einnahmen auf einem wirklich extrem niedrigen Niveau und teils unter dem Regelsatz von ALG II.

Es kann gut sein, dass dein Steuerberater mit Software der DATEV arbeitet. Dann würde ich vor dem Kauf daran orientieren, dass dein Programm eine DATEV-Schnittstelle hat.
 

Dizzy01

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Es kann gut sein, dass dein Steuerberater mit Software der DATEV arbeitet. Dann würde ich vor dem Kauf daran orientieren, dass dein Programm eine DATEV-Schnittstelle hat.
Ja, ich habe dem Steuerberater gerade eine Email geschrieben mit einem Link zur Software-Version und gefragt, ob das so passt. Lieber vorher fragen, statt nachher Drama :p

Und danke für die Infos... man lernt nie aus. :)
 
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