Habe meine Wohnung verloren und wohne als Gast bei Freunden. Wie komme ich an eine gültige Meldeadresse?

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Omega333

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(Ich bitte um Nachsicht wegen der Rechtschreibung, den langen Beitrag habe ich an einem umständlichen Handy verfasst.)

Hallo zusammen,

ich habe euch gestern entdeckt und durch die authentischen Geschichten, die ich gelesen habe, habe ich mich für das erste Mal seit Jahren irgendwie nicht mehr so allein gefühlt. Die Ehrlichkeit einiger Beiträge hat mich gerührt und inspiriert, mich zu öffnen.

Zu mir und meiner Geschichte: durch eine Extremsituation in meiner Vergangenheit, die mich in eine sehr schwere Depression fallen ließ, bin ich in eine Spirale gefallen, die mein Leben schrittweise in jeglicher Komponente sehr negativ beinflusst und über die Jahre eigentlich alles zerstört hat.

Stichwortartig: gescheirtete Selbststädigkeit nach einer akademischen Arbeit, Depression, keine soziale Kontakte, Gefühl des Versagens, eine weitere Extremsituation, Trennung, ernsthafte Selbstmordegedanken, Therapie, Probleme mit Finanzamt (zu hohe Umsatzschätzungen für keine Aufträge durch die Depression), Pfändungen überall, Panik, Probleme mit der Krankenkasse (auch deren Einkommeneinschätzungen haben die Beiträge in die Höhe geschossen) und wegen der Pfädungen/ malgelnden Zahlungen Stop der so wichtigen Therapie,

Kündigung aller Konten (privat und Firma, die übrigens nur auf dem Papier noch existiert) von allen Banken (von P-Konten habe ich gestern hier erfahren), weitere Abkopplung von der Gesellschaft, mehr Panik, schlimmere Depression, weitere ExitUser-Effekte, noch schlimmere Probleme mit Finanzamt, Krankenkasse & Co., gelbe Briefe, Behörde die bei mir klingelten, Panik und absolute Unfähigkeit zu reagieren, reine Flucht von allen und allem.

Die Flucht war sowohl metaphorisch als auch real. Es gibt noch mehr, aber dies soll für eine erste Einführung erstmal ausreichen.

Auf meine Ersparnisse habe ich seit Jahren keine Möglichkeit des Zugangs und denke, sie wurden alle von den Behörden aufgebraucht/genommen (es könnte sein, ich könnte irgendwann etwas wegen der Schätzungen vom Finanzamt wieder bekomme, sicher ist es aber nicht und eigentlich eher unwahrscheinlich), laut Post habe ich nur ehebliche Schulden, die ich definitiv nicht Zahlen kann, auch wenn doch etwas zurück vom Finanzamt bekäme.

ALG I habe ich damals bezogen, danach anstatt ALG II habe ich, vermutlich dummerweise, die Untersützung meiner Familie gesucht und gefunden, da ich dachte noch, ich würde ziemlich schnell wieder auf die Beine (was defnitiv nich passiert ist, ich schulde denen richtig viel Geld und genauso viel Geduld, beide kann ich nicht zurückgeben).

Die Zeit ist vergangen (viel zu viel, mehrere Jahre), die Probleme mit allen obigen Institutionen (und ein paar andere) sind noch ernster und unangenehmer geworden, so daß jetzt nicht 5 vor 12 und auch nicht 5 nach 12 ist, sondern mindestens wieder 11:55 ist.

Aber: Durch den physischen Abstand meiner “Flucht“ bin ich, obwohl immer noch ziemlich depressiv, schrittweise innerlich ruhiger und irgendwie ausgeglichener geworden.

Auch wenn noch nicht so fit, bich ich gerade ziemlich konzentriert und denke, ich könnte mein Leben endlich wieder in Orndung bringen, was mit der Hilfe eines sachkundigen Sparringpartners vor Ort noch leichter wäre, leider bin ich aber gerade allein.

Ich bin jetzt wieder am “Standort des Geschehens“ und möchte alles, ein Problem nach dem anderen, wieder in Ordnung bringen, auch wenn es schmerzhaft sein wird und ich eine ganze Menge mentale Kraft brauchen werde - sowie Rat, sicherlich auch von euch hier im Forum. Dazu mehr in den kommenden Tagen, Wochen und vermutlich Monaten.

Erstmal vielen Dank fürs Lesen meiner Geschichte, ich habe mich bisher nie so geöffnet. Ich fühle immer noch, daß mein Leben ein Versagen ist, bin aber zumindest froh, ich rede endlich in der Öffentlichkeit darüber, auch wenn mit einem Pseudonym.

Und nun zu meiner ersten Frage. Wieder zurück an der Basis, das erste was ich machen musste war von meiner langjährigen Mietwohnung auszuziehen, da die andere Person, dia da lebte und offiziell in einem Untermieterverhältnis zu mir stand, einen dummen Krieg mit dem Vermieter am laufen hatte, der auf mich in meiner Rolle als als Hauptmieter zurück fiel (als ob ich nicht ausreichende Baustellen im Leben schon hätte).

Wie auch immer: ich bin ausgezogen und die andere Person auch (mit der habe ich noch Einiges zu klären und bei dem Charakter wird es spaßig) und lebe seit einigen Wochen als Gast bei Freunden (was nicht so angenehm und vor allem nicht nachhaltig ist, eine Wohnung oder auch nur ein Zimmer kann ich gerade aber nicht zahlen und würde vermutlich sowieso nicht bekommen, wer weiß was meine Werte bei Schufa und Creditreform aussehen).

Ab- bzw. Umgemeldet habe ich mich noch nicht (ja, ich kenne die Fristen), es muss aber spätestens nächste Woche geschehen, da ich den Zugang auf dem alten Briefkasten nicht mehr haben werde (ein Gefallen des Vermieters, da er mit mir eigentlich keine Probleme hatte) und meinen Auszug nun von den Behörden bestimmt relativ schnell bemerkt wird.

Also wohin mit der Ummeldung? Rein formell bin ich ein Obdachlos. Eine Gefällichkeitummeldung bei Freunden wäre illegal (und dazu möchte ich sie nicht mit gelber Post oder sogar mit behördlichen Besucher belasten), eine Wohnung/Zimmer dafür kann ich nicht vermutlich mieten und sowieso kurzfristig nicht finden (an diesem Standort ist der Wohnungsmarkt sehr eng und teuer geworden).

Im Netz bzw. hier im Forum habe ich von Caritas bzw. Diözese gelesen, aber ich zweifle, ich würde bei denen passen. Ich weiß wirklich nicht wohin mit der Ummeldung und möchte, weitere, neue Probleme mit den Behörden vermeiden. Hat jemand eine hilfreiche Idee bzw. einen konkreten Vorschlag?

Vielen lieben dank im Voraus,
Omega333
 

Larsson

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Da hast du ja ganz schön etwas durch die letzten Jahre. So eine Depression kann schon die Existenz zerstören.
Dein dringlichstes Anliegen ist ja die Meldeadresse, dazu lies mal hier:

Ansonsten kann ich dir nur raten dich in ärztl. Behandlung aufgrund der Depressionen zu begeben.
Und dann auch eine Schuldnerberatung aufzusuchen, um deine finanzielle Lage zu entschärfen.
Sonst bekommst du ja keinen Boden mehr auf die Füsse. Du bist in einem Kreislauf, wo du wirklich die Reißleine ziehen musst und dir Hilfe holen, und sieh es mal so, du hast es bereits geschafft dich hier etwas zu öffnen.
 

Omega333

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@MODERATION: Herzlichen Dank für Editing & Willkommen.

@Larsson: Herzlichen Dank für den Link (den interessanten Thread hatte ich noch nicht gefunden) sowie für deine Wörter und sinnvolle Empfehlungen, die ich absolut teile und auf meiner Agenda stehen (die Therapie bekomme ich leider von der KK nicht bewilligt, mindestens solange wir miteiander nicht im Reinen sind - und das wird leider dauern). Und ja, eine solche Depression kann Einiges in deinem Leben leider stark und nachhaltig beeinflussen.

@ALLE: Zum Thema Meldeadresse: Ich habe alle Beiträge mit dem Tag Meldeadresse eben aufmerksam gelesen. Auch wenn ich teilweise widersprüchliche Informationen laß, versuche ich nun hier, etwas filtriert, sie für alle möglichst sinnvoll zu konsolidieren:

- anscheinend sind bundesweit Diakonie und Caritas die Hauptoptionen für eine Meldeadresse,

- anfragen sollte man auch (zumindest laut Kommentare einiger Mitglieder) auch bei Wohnungsamt, Sozialamt und Polizei für die Liste der Meldeadresse für Obdachlose in der eigenen Stadt. (In jedem Wohnungsamt soll hinzu eine Stelle f. Wohnungslose geben.)

- Jemand aber schrieb, daß man bei Caritas und Diakonie keine Meldeadresse bekommt, sondern nur eine Ladungsfähige Postadresse. Das wäre für ALG II Empfänger also ok, in meinem Fall weiß ich leider noch nicht.


Ich versuche morgen und in den kommenden Tagen solche Informationen im Netz zu validieren und werde anschliessend das Ergebnis für alle hier dokumentieren.

Falls jemand noch ergänzende Informationen bzw. Anregungen haben soll, wäre ich um sie sehr dankbar.

Liebe Grüße,
Omega333
 
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Larsson

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die Therapie bekomme ich leider von der KK nicht bewilligt, mindestens solange wir miteiander nicht im Reinen sind - und das wird leider dauern).
Therapie ist das Eine, eine ärztl. Behandlung das Andere. Ich weiss jetzt nicht ob du privat oder gesetzl. versichert bist. Aber auch bei einer privaten KK gibt es einen Basistarif, der zumindest ärztl. Behandlung abdeckt. Auch eine Depression bedarf durchaus ärztl. Behandlung, es ist eine pontentiell tödliche Erkrankung. Eine Therapie ist sicher sehr wichtig. Wenn du einen Hausarzt hast und ihm vertraust, wäre das ein erster guter Ansprechpartner. Und einen Ansprechpartner brauchst du.
 

atasteofbunny

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Hallo und :welcome:,

gibt es denn wirklich gar keine Möglichkeit, dass du in deine alte Wohnung zurück kannst? Wenn ich richtig verstanden habe, wohnt der schwierige Untermieter dort doch gar nicht mehr? Ist die Wohnung gekündigt?
 

Omega333

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Hallo und lieben Dank, @atasteofbunny.
Die Antwort ist ja und nein. Um die schwierige Person rauszukriegen mußte ich auch richtig ausziehen, ansonsten wäre es durch deren Krieg auch für mich ziemlich unangenehm geworden (ja, es kam eine ausserordentlichen Kündigung und ja, ich hätte sie widersprechen können, aber dann wäre die problematische Person nicht ausgezogen und ich wäre der Puffer zwischen den streitenden Parteien gewesen, was beim schwierigen Charakter der untermietenden Person nur weitere Probleme bedeutet hätte).
Jetzt ist die Wohnung leer, weil der Vermieter die Mitunterbrechung gezielt nutzt, um die Wohnung so zu verbessern (renoviert beim Auszug hatte ich schon und hinzu allein), dass er im Anschluss eine in meinen Augen unangemessene Mieterhöhung problemlos durchsetzen kann (und wird, Dank der sehr engen, angebotsorientierten Marktlage am Standort).
Ein Wiedereinzug hat er mir zwar angeboten, aber mit einem neuen Vertrag zu den deutlich geänderten finanziellen Bedingungen (die meinen aktuellen Möglichkeiten leider ebenso deutlich sprengen), gegen die ich mich durch die Mietunterbrechung und die aktuellen Verschönerungsarbeiten auch rechtlich kaum bzw. nur relativ schwer widersetzen könnte.
Das ist schon irritierend, da ich durch die Vertragskonstruktion Hauptmieter-Untermieter (der ich dummerweise nur als Gefälligkeit dem Vermieter gegenüber damals zustimmte), habe ich nur Nachteile gehabt, während er das komplette Risiko und Teil seiner Arbeit elegant auf mich ausgelagern konnte - und hinzu jetzt eine signifikante Nettomieterhöhung problemlos und rechtlich ziemlich sauber hinkriegen kann. Formell ist der Vermieter sauber gewesen, moralisch m. E. eher nicht, aber diese ist eine andere Geschichte.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Gehe zum Rathaus/Bezirksamt oder wie auch immer das sich nennt in deiner Stadt, und lasse dich obdachlosenrechtlich einweisen.
 

Omega333

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Ich stimme dir absolt zu, @Larsson, und würde immer jeden dazu raten, bei Depression sich immer ärtzlich betreuen zu lassen. Über den Zugang zur Versorgung sollte ich irgendwann ein Post schreiben, so linear ist es leider nicht, zumindest in meinem Fall. Bis zur Klärung meiner Baustelle mit meiner KK (oder zumindest bis zum formellen Anstoß der Klärung) bin de facto auch aus der Basiversorgung raus. Optimal ist es definitiv nicht, aber ich arbeite daran.
 
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Larsson

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bin de facto auch aus der Basiversorgung raus. Optimal ist es definitiv nicht, aber ich arbeite daran.
Das ist natürlich mehr als schlecht. Zumal es eine Pflichtversicherung ist. Da hoffe ich, dass du das möglichst bald klären kannst. Ich drücke dir in jedem Fall die Daumen und sende dir Kraft für dein kommendes Leben.
Ich würde wohl zur Caritas oder dergleichen gehen, mit der Bitte um Hilfe im Gesamtpaket, nicht nur was die Meldeadresse angeht.
 

Cha

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Ich würde wohl zur Caritas oder dergleichen gehen, mit der Bitte um Hilfe im Gesamtpaket, nicht nur was die Meldeadresse angeht.
.....das ist auch meine Meinung.

Es ist schon supergut, wenn hier im Forum einzelne Fragen (ordentlich) beantwortet werden.
Für das ganze Bündel an Problemen (Wohnung, Erreichbarkeit, Krankenversicherung, Gesundheit, Schulden, Selbständigkeit usw.) bedarf es mehr an Hilfen.
Ich selbst bin schon seit Jahren ehrenamtlich bei der Diakonie tätig und begleite Menschen speziell durch die Wirren des SGB II.

Viele Grüße

Cha
 

Omega333

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Vielen lieben Dank für die sachlichen Rückmeldungen, aber auch für eure Empathie, die mir nicht weniger hilfreich ist.

Aufgrund der Komplexität des Bündels an Problemen dachte ich bisher, dass ich eine gewisse Stabilität und innere Kraft wieder haben sollte, um alles selber in Angriff zu nehmen bzw. um für die jeweiligen Themen geeignete Ansprechpartner gezielt zu finden und, im Dialog mit diesen Personen, die Probleme schrittweise proaktiv zu bewältigen. Jetzt denke ich, dass ich eine solche Stabilität und Kraft habe und daher fange ich an, die ersten Fragen zu stellen - leider hat es aber Jahre gedauert und die Probleme sind in der Zwischenzeit exponentiell gewachsen.

Durch eure Art der Reaktion und eure Anregungen verstehe ich gerade, dass, anstatt mich zu verstecken und zu zögern, ich schon vor langer Zeit meine Schwäche hätte einfach und ganz offen zugeben müssen, um Hilfe zu suchen und ggf. die Problemlösung sogar mehr auszulagern, als es für mich je vorstellbar und angenehm hätte sein können. Das ist mein Erkenntniss für heute: es mag banal klingeln, für mich ist es aber definitiv nicht banal. Herzlichen Dank.
 

Larsson

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Durch eure Art der Reaktion und eure Anregungen verstehe ich gerade, dass, anstatt mich zu verstecken und zu zögern, ich schon vor langer Zeit meine Schwäche hätte einfach und ganz offen zugeben müssen, um Hilfe zu suchen und ggf. die Problemlösung sogar mehr auszulagern, als es für mich je vorstellbar und angenehm hätte sein können. Das ist mein Erkenntniss für heute: es mag banal klingeln, für mich ist es aber definitiv nicht banal. Herzlichen Dank.
Da würde ich mir im Nach hinein nicht all zu große Selbstvorwürfe machen. Da spielt auch die Erkrankung Depression durchaus mit rein, die einem ja doch nur allzu oft vorgaukelt, dass es sowieso sinnlos ist, Ziele gehen völlig verloren, bzw. können garnicht mehr formuliert werden, bis man dahinvegetiert und glaubt der Rest lügt. Was zählt ist, dass du es nun angehen willst. Und du wirst es schaffen, auch wenn es kein einfacher Weg ist.
 

Omega333

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@Larsson, in Selbstvorwürfe mir zu machen habe ich in der Tat eine gewisse Übung (die ich mir abgewöhnen soll), aber dieses Mal war es eher ein kleiner Eureka-Moment. Selbstverständlich wäre es besser gewesen, wenn dieser Moment früher gewesen wäre, daran kann ich aber heute nichts ändern.
 

Omega333

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Ein Update: Heute habe ich mit einigen Personen aus dem Bereich Facharbeit der Caritas meines Standorts telefoniert. Sie waren herzlich und hilfsbereit und haben diesen für mich schwierigen Schritt damit leichter gemacht. Die Ergebnisse der Anrufe:

- Es gibt eine Aussenstelle der Caritas, bei der man hingeht und nach einer entsprechenden Anmeldung deren Adresse bei den Behörden benutzen kann. Wie man mir erklärt hat, ist eine solche Adresse KEINE Meldeadresse, aber eine Adresse, die alle Behörden hier kennen und vor allem anerkennen. Wie die Anmeldung beim Bürgeramt dann aussehen wird, werde ich noch in Erfahrung bringen und darüber berichten - vermutlich ofW, was rein formell und auf dem Ausweis nicht begeisternd ist (und für andere Vorgänge nicht unproblematisch sein wird), aber an dieser Stelle für mich eher Sekundär ist.

- Ich habe auch einen Termin mit einem Mitarbeiter im Bereich der allg. Sozialberatung vereinbart, um zu versuchen, wie gestern von euch mir empfohlen, meine Probleme systemisch anzupacken. Die Person hat mir schon gesagt, dass nicht alle Themen in seinem Kompetenzbereich liegen, aber ich denke, dass ich irgendwo wohl anfangen muss.
 

LiberaS

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Nur Mut, gehe dort hin, die Menschen, die in der Obdachlosenhilfe arbeiten, sind für gewöhnlich sehr engagiert. Es ist nicht schlimm, wenn man zu Boden geht, solange man wieder aufsteht. Mach dir nicht so viele Vorwürfe, das entzieht dir nur unnötig die Kraft wieder auf die Beine zu kommen. Ich war vor Ewigkeiten auch einmal in deiner Lage, sogar auf der Straße für ein paar Monate. In der Zwischenzeit habe ich selbst eine zeitlang in der Obdachlosenhilfe gearbeitet. Du siehst man kommt da auch wieder raus.
 
G

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Gast
Es gibt eine Aussenstelle der Caritas, bei der man hingeht und nach einer entsprechenden Anmeldung deren Adresse bei den Behörden benutzen kann. Wie man mir erklärt hat, ist eine solche Adresse KEINE Meldeadresse, aber eine Adresse, die alle Behörden hier kennen und vor allem anerkennen. Wie die Anmeldung beim Bürgeramt dann aussehen wird, werde ich noch in Erfahrung bringen und darüber berichten - vermutlich ofW,
Das ist eine Postadresse, die Du beim Jobcenter angibst, dort geht dann auch die Post vom Jobcenter hin, die man auch regelmäßig (täglich) abfragen oder abholen muss.
Beim Einwohnermeldeamt brauchste NIX zu machen, da es keine Meldeadresse ist.
Dann ab zum Jobcenter und sich als Wohnungsloser erwerbslos melden. Ist auch kein Problem, kennen die.

Wenn Du Leistungen bekommst, da gehe ich von aus, ist es auch so, dann kannste wieder zum Doc. und in Therapie gehen, denn dann hebt sich die Ruheversicherung auf siehe
Ruhen des Leistungsanspruchs nach § 16 Abs. 3a SGB V Sozialversicherung kompetent - Leistungsrecht
siehe Ende der Ruhensregelung!
Vorausgesetzt Du bist in einer GKV - bei PKV geht das nur im Basistarif
 

Kerstin_K

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NAja, wenn da Schulden bei der KK aufgelaufen sind, müssen die wohl auch erstmal beglichen werden, bis man wieder volle Leistungen bekommt, oder?
 
G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
NAja, wenn da Schulden bei der KK aufgelaufen sind, müssen die wohl auch erstmal beglichen werden, bis man wieder volle Leistungen bekommt, oder?
Nein -lies mal den § den ich eingestellt habe - bei Leistungsbezug hebt sich die Ruheversicherung auf. Die Schulden zahlt man später, wenn Arbeit vorhanden ist.

 

Omega333

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Vielen lieben Dank für die wertvollein Informationen zur Aufhebung der Ruheregelung, @alteschachtel. Da ich bei einer GKV bin, wäre ich davon betroffen. Ich werde das Thema bei der anstehenden Fachberatung bei der Caritas anprechen. (Auch wenn es jetzt nichts mehr bringt, ärgere ich mich schon mit mir selbst, weil ich so lange - mehrere Jahre! - brauchte, um mich zu öffnen, meinen Zustand zuzugeben und um Hilfe zu bitten.)

Ansonsten war ich bei der Einrichtung der Caritas/Diözese und habe eine Postadresse erhalten. Die Person war höflich, der Prozess war schnell und unkompliziert. (Zur Information: Es wird eine Liste geführt, man soll spätestens jeden 2. Tag vorbei schauen, ansonsten verliert man die Postadresse.) Wie vermutet und von @alteschachtel geschrieben, sagte man mir auch vor Ort deutlich, dass die Postadresse keine Meldeadresse sei.

Ich habe auch mit der Service-Nr. des Bürgeramts telefoniert, aber da wurde ich nicht richtig schlauer („Sie müssen irgendwo angemeldet sein“), mich weiterverbinden mit dem FB Wohnen/Soziales konnte/wollte die Person nicht und sprach ansonsten vom WBS, was sehr interessant ist, aber mir ein Tick zu schnell ist (weil ich erstmal bei meinen Freunden bleiben kann und möchte - v.a. weil ich da mich neuformieren kann) und sowieso das akute formelle Problem der Umeldung, wegen der engen Marktlage, nicht kurzfristig lösen kann.

Ich denke, ich muss heute wegen der Ummeldung also weiter recherchieren.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
Sie müssen irgendwo angemeldet sein“
Das ist Quatsch!!!
Wenn Du den Antrag auf Leistungen stellst beim JC gibst Du die Adresse der Caritas an. Diese reicht denen und muss auch anerkannt werden vom JC.
Antrag würde ich erstmal ohne Wohnung machen, sonst macht man aus deinen Freunden und Dir eine BG oder HG. Beziehst dann erstmal nur den Regelsatz und die KV wird gezahlt. Besorg dir schon mal eine Mitgliedsbescheiningung deiner KV.

Und wenn dein Antrag auf Leistungen beim JC durch ist, dann gehste auf Wohnungssuche! Musst nur schauen das die Wohnung KDU-gerecht ist,
kannst dich im Forum darüber schlau machen, was das bedeutet.
 

Omega333

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Herzlichen Dank, dass du die Mechanismen dieser für mich neue Welt mir erklärst, @alteschachtel. Wenn ich dich richtig verstehe sollte ich jetzt einen Antrag auf Leistungen vom JC und eine Mitgliedbesch. von der KV schnell anfordern - brauche ich dann auch noch einen WBS vom Bürgeramt oder ist das Thema WBS mit dem Antrag auf Leistungen erledigt? (Intuitiv würde ich eher nein sagen, also kein WBS, könnte mich aber irren.)

Unabhängig davon, bleibt noch offen die Frage: was mache ich mit dem Meldeamt? Von der alten Adresse habe ich mich noch nicht abgemeldet, da ich es mit der Ummeldung machen wollte (die Frist habe ich übrigens schon um einige Wochen überschritten, leider), aber, wie ich am Anfang des Posts sagte, wohin ummelden? Irgendwas muss ich den Beamten doch sagen...oder soll ich „einfach“ mich als ofW ummelden lassen, inklusive Eintragung auf dem Ausweis? (Was ich diskriminierend finde und, wie ich im Netz gelesen habe, zu Probleme unterschiedlicher Art, jetzt und oft auch in der Zukunft, mit vielen Dienstleister führen kann - sprich man kann kaum einen Vertrag mehr abschließen.) Falls ich keine Alternativen habe, mache ich es, es wäre dennoch mir lieber, wenn es sich vermeiden ließe.
 
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Omega333

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Vielen Dank für die Erklärung, @Kerstin_K. Ich stelle lieber eine Frage mehr als eine weniger, hoffe es ist für euch ok...
 
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