Habe ich eine konkrete Auskunftspflicht gegenüber meinem neuen Sachbearbeiter, in welchem Umfang die Pflege eines nahestehenden Menschen besteht?

Leser in diesem Thema...

teamelo

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Nach langer Zeit habe ich einen Gesprächstermin bei der AfA, zusätzlich hat mein SB gewechselt.

Bisher habe ich die Pflege eines nahestehenden Menschen nicht groß erwähnt, es steht jedoch im Lebenslauf, den SB gerne sehen möchte.

Falls die Unterlagen eingehend gesichtet werden, und es zu gezielten Fragen zu meinem persönlichen Einsatz im Rahmen der Pflege kommt, in wie weit bin ich verpflichtet Auskunft zu geben?

Ich habe hier im Forum, und auch über Suchmaschinen nicht Konkretes finden können, habt ihr vielleicht ein paar Tipps für mich, wo und auf welchen Seiten ich gezielt nachlesen könnte, oder mögt Ihr mir von eigenen Erfahrung berichten?

Danke und viele Grüße an Alle!
:)
 

Holler2008

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Mal kurz, bis jemand antwortet, der tiefer im Thema ist. Wenn du dadurch bei den Arbeitszeiten eingeschränkt bist oder nicht Vollzeit arbeiten kannst, ist das fürs Amt durchaus relevant.
Wenn die Pflege Grund für zeitliche Unpässlichkeiten ist, wäre es gut, wenn du z.B. als Pflegeperson auch wirklich eingetragen bist, soweit ich im Forum schon las.
 

Seepferdchen 2010

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Guten Tag teamelo

Du kannst unter dem Suchbegriff fachliche Weisung § 140 SGB III nachfolgendes lesen, als Ergänzung zum Beitrag von @Holler2008

(2
) Unzumutbarkeit liegt insbesondere dann vor, wenn der Arbeitslose Ver-
pflichtungen nicht nachkommen kann, die sich aus tatsächlichen Bindungen
ergeben und deshalb die Betreuung aufsichtsbedürftiger Kinder oder pflege-
bedürftiger Personen nicht sichergestellt wäre. Die Umstände hat der Arbeits-
lose glaubhaft darzulegen

und zur weiteren Information dieser Link aus dem Bereich SGB II §10 SGB II ab Seite 13 Grundsatz der Pflege

 

Birgit63

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Welcher Verwandtschaftsgrad ist es denn? Es zählen nur Eltern und Kinder. Alles andere zählt bei Hartz IV nicht. Dafür muss dann ein Pflegedienst beauftragt werden.
 

HermineL

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Welcher Verwandtschaftsgrad ist es denn? Es zählen nur Eltern und Kinder. Alles andere zählt bei Hartz IV nicht. Dafür muss dann ein Pflegedienst beauftragt werden.
Das stimmt so nicht. Siehe Punkt 10.21 der fachlichen Weisungen zur Zumutbarkeit sowie die Tabelle auf Seite 11. Quelle im Anhang.

RZ 10.21
(2) Angehörige (analog § 16 SGB X) sind:
• die/der Verlobte, auch im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes,
• die Ehegattin/der Ehegatte oder Lebenspartnerin/Lebenspartner,
• Verwandte und Verschwägerte gerader Linie (einschließlich Stiefkinder),
• Kinder der Geschwister,
• Eheleute oder Lebenspartner der Geschwister und Geschwister der Eheleute oder Lebenspartner,
• Geschwister der Eltern und
• Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).

Eine sittliche Verpflichtung zur Pflege kann infolge innerer Bindungen, z. B. bei Partnerinnen und Partnern in Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft oder bei Personen in langjähriger Haushaltsgemeinschaft, angenommen werden.

Zumutbarkeit_Pflege_Tabelle.jpg
 

Anhänge

  • fw-sgb-ii-10_ba015846.pdf
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Birgit63

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Für mich hat sich das aber nicht nach Verwandtschaft, sondern nach guter Bekanntschaft gelesen. Ein nahestehender Mensch kann auch eine gute Freundin oder ein guter Freund sein. Das zählt aber nicht bei Hartz IV.
 

Seepferdchen 2010

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Nun @Birgit63 ich denke schon das der TE hier mit nachstehende Person den Vater meint, weil:

Bisher habe ich die Pflege eines nahestehenden Menschen nicht groß erwähnt,

Was man hier in diesem Faden nachlesen kann.

 

Birt1959

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Ein nahestehender Mensch kann auch eine gute Freundin oder ein guter Freund sein. Das zählt aber nicht bei Hartz IV.
Abgesehen davon, das für mich ein*e gute*r Freund*in mehr als nur eine Bekanntschaft ist, könnte der*die TE bei diesen Personen m. E. die sittliche Verpflichtung geltend machen. Es gibt genügend Alleinstehende ohne große familiäre Bindung, die sich auf Basis einer guten Freundschaft gegenseitig unterstützen. Die müssen nicht zwangsweise in einer Lebensgemeinschaft leben. Die meisten JCs und Sozialämter berücksichtigen das meiner Erfahrung nach.
 

Helga40

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Es geht aber nicht ums Jobcenter, sondern um die Agentur für Arbeit und damit um die tägliche Verfügbarkeit. Weniger verfügbar = weniger Alg1.
 

teamelo

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Vielen Dank für eure Unterstützung, meine Fragen wurden durch eure Tipps und Informationen beantwortet.
(y)
Mir ist grade aufgefallen, dass ich im Eingangspost eine falsche Info genannt habe, sorry, ich bin dem JC zugeteilt und nicht der AfA. Der Beitrag kann geschlossen werden.
 
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