Habe ich bei ALG I freie Berufswahl? Ich möchte meinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Kann ich eine Sperrzeit bekommen. Wer kann mir einen Hinweis geben? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

MalHierMalDa

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Guten Tag, bin neu hier, da ich folgende Frage stellen möchte:

Ich habe mich am 16.07.2019 (einen Tag vor meinem letzten AT) bei der AfA als arbeitssuchend gemeldet. Nun hatte ich bereits ein Gespräch mit einer mir zugeordneten Sachbearbeiterin, die mit mir meinen beruflichen Lauf usw. alles eingetragen hat, um passende Stellen zu finden.

Mein ALG1 Antrag ist noch nicht vollständig bewilligt, da ich noch einige Unterlagen nachreichen muss. (stand 08.08.2019) Nun habe ich bereits 3 Briefe von 3 verschiedenen Arbeitgebern bekommen, mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch als gelernter Maler und Lackierer. Meine Ausbildung beendete ich am 03.07.2019. (Nur für's Protokoll).

Nun ist mir aber ganz bewusst geworden, dass ich Partus nicht mehr als Maler arbeiten will, weil mich dieser Beruf einfach so ausgebrannt hat und ich dafür absolut keine Motivation, Kraft und nicht mal mehr den Willen dazu habe, obwohl ich teils 1.700 - 1.900€ Netto verdienen würde. Nicht einmal mehr das Geld kann mich noch dazu bewegen, diesen Beruf wieder aufzunehmen.

Es ist einfach nicht meins. Ich habe die Ausbildung damals auch nur angefangen, weil ich sonst nichts hatte und auch nichts anderes bekommen hätte mit einem HA. Nun besitze ich ja die abgeschlossene Ausbildung und zusätzlich noch einen Erw. Realschulabschluss, welches mir schon mehrere Türen öffnet.

Ich hätte schon bei meinem ersten Gespräch sagen sollen, dass ich nicht mehr als Maler arbeiten möchte, jedoch ging alles Knall auf Fall und darüber hinaus weiß ich ja auch nicht, inwiefern ich selbst das Recht habe, etwas von der AfA abzulehnen. Die Einladungen der Arbeitgeber habe ich allesamt (Maler) abgelehnt, frühzeitig angerufen und abgesagt.

Eine E-Mail ging bereits frühzeitig an meine Sachbearbeiterin raus, um ein weiteres Gespräch zu arrangieren, in welchem ich mein Anliegen welches ich hier poste, auch da vortragen kann. Auf Briefe mit Stellenangebote (auch alle Maler) mit Rechtsbelehrung habe ich mich ganz bewusst nicht beworben, da ich ja diesen Beruf nicht leiden kann und es ja auf dem Arbeitsmarkt noch viel mehr gibt.

Nun habe ich nach meiner Mail an die Sachbearbeiterin eine weitere Einladung zu einem Gespräch bekommen. Dazu soll ich mitbringen alle Kopien der Bewerbungen als Nachweis über meine Bewerbungsaktivitäten. Ich selbst habe jedoch bis jetzt alle abgelehnt und mich auf keine Stelle beworben. Auch auf andere Stellen nicht, da ich ersteinmal das Selbsttest-Programm auf der AfA-Webseite gemacht habe und diese mir nur "kategorisch" anzeigt, welche Arbeitsrichtungen mir liegen. Das würde ich dann an meinem nächsten Termin ansprechen.

So, das wars erstmal in "lang". Jetzt nochmal in "kurz".

Ich beziehe momentan noch keine Gelder der AfA, da der Antrag nicht durch ist. Auf Stellen habe ich mich nicht beworben, da ich bei meinem zweiten Termin mein Anliegen unterbreiten möchte. Können die mir jetzt eine Sanktion verhängen oder ist es mein Recht als Bürger oder als Mensch zu sagen, dass ich einen Beruf, auch wenn ich diesen gelernt habe, nicht mehr ausüben möchte? Wird eine menschliche emotionale Grundlage als Begründung anerkannt oder ist es denen egal? Wenn es denen egal ist, wie sollte ich mich dann bei meinem nächsten Gespräch verhalten? Eher bedeckt? Ehrlich und offen? Ich weiß es nicht. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Liebe Grüße!
 

Pauer

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oder ist es mein Recht als Bürger oder als Mensch zu sagen, dass ich einen Beruf, auch wenn ich diesen gelernt habe, nicht mehr ausüben möchte?
Klar, das ist dein gutes Recht. In Deutschland herrscht die freie Berufswahl.

Allerdings findet diese ihre Grenzen, wenn die Allgemeinheit für die Finanzierung deines Lebensunterhalts einspringen muss - spätestens also wenn du in ALG II rutschst.

Wird eine menschliche emotionale Grundlage als Begründung anerkannt
Nein. Solange du keine gesundheitlichen Einschränkungen in diesem Beruf erleidest, steht einer Tätigkeit in diesem Berufsfeld nichts entgegen.

Wenn es denen egal ist, wie sollte ich mich dann bei meinem nächsten Gespräch verhalten?
Ich würde vorschlagen: ehrlich und offen. Da kann man mehr mit erreichen. Wenn du dich hier im Forum umschaust, wirst du merken, dass diese Einstellung nicht oft vertreten wird... leider. Doch SB sind auch nur Menschen und werden schon einmal ungemütlicher, wenn sie merken, dass du sie hinters Licht führen möchtest. Verständlich oder?
Mit Ehrlichkeit kommt man da meistens besser weiter.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo MalHierMalDa und :welcome:

Ich war so frei und hab' den Titel Deines Fadens mal etwas griffiger gestaltet.

Ich möchte dir noch mal in Erinnerung bringen die Forenregel 11, bitte immer eine aussagekräftige Überschrift

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11

Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!!oder"Sperrzeit oder Akzeptanz?"

sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 150! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

und auch im Texteingabefeld bei der Überschrift findest du dazu den Hinweis.

Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine

aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:



Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 

MalHierMalDa

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Hallo ich bedanke mich für die schnellen Antworten! Ja, viele Argumente leuchten ein, jedoch interessiert mich die Aussage mit der freien Berufswahl, die ja im Grundgesetz verankert ist. Wenn ich also nicht Maler weiterhin machen möchte und es meinem SB am nächsten Termintag sage, dann fällt es doch unter die freie Berufswahl? Anders kann ich mir den Nutzen dieser GG-Regelung nicht erklären.

Darüber hinaus wusste ich nicht, dass man in Themen-Titel ganze Sätze eingibt, mir ist bis jetzt lediglich bekannt, dass man passende, kurze Begriffe verwendet, die den Kernpunkt des Themas treffend beschreiben. Ich entschuldige mich dafür. Wird auch nicht mein letzter Fehler gewesen sein. :D

Naja ich werde bei'm Gespräch offen und ehrlich sein. Wenn ich merke, der ist es egal, dann spiele ich eben mit Gesetzestexten und Paragraphen rum. Was anderes bleibt mir ja dann nicht mehr. Ich finde nur weil ich Maler gelernt habe, muss ich ja nicht gleich Maler als Beruf wieder nehmen. Es gibt doch viel mehr Berufe und ich will von allen Berufen ein Angebot haben, mich beraten lassen. Nutzt ja nichts, wenn mir meine SB ein Maler-Angebot gibt und mich in der nächsten Woche wieder sieht, weil ich die Leistung nicht erbringen - eben WEIL ich diesen Beruf nicht möchte.

Staatliche Förderung hin oder her - es muss doch eine Lösung gefunden werden, die für alle Parteien am Besten ist und vorallem langfristig funktioniert. Zumal ich das ALG1 sowieso von mir selbst über die Jahre eingezahlt habe - eben für den Fall der Arbeitslosigkeit. Ich werde ja wohl Anspruch auf mein eigenes Geld haben!?
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

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Ich werde ja wohl Anspruch auf mein eigenes Geld haben!?
Von welchen Riesensummen reden wir denn hier?

Der einzige Ausweg ist §140 SGB III.

Da Du anscheinend direkt nach der Ausbildung arbeitslos wirst und es die ehemalige Aufwertung nicht gibt, wird Dein Alg1 nach dem Azubigehalt bemessen.
Musst Du ergänzend Alg2 beantragen?

Ich fürchte, dass da selbst Mindestlohnhelferjobs zumutbar sind.
Und ich hatte es hier mal geschrieben: Maler werden händeringend gesucht!

Dein selbstbewusster Ansatz in allen Ehren, gehe bitte anders an das Problem ran.
Persönliche Befindlichkeiten interessieren weder bei der Afa und schon gar keinen beim JC etwas.

Trotzdem kommt man mit Ehrlichkeit auch meiner Meinung nach weiter.
Allerdings macht der Ton die Musik und (Du bist jung und unerfahren?)

Deine eigentliche Frage ist trotzdem einfach zu beantworten:
Ja, in Deutschland gilt die freie Berufswahl.

Es gibt doch viel mehr Berufe und ich will von allen Berufen ein Angebot haben, mich beraten lassen
Wieviel Berufe hast Du erlernt? Fehlen da Infos?
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

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jedoch interessiert mich die Aussage mit der freien Berufswahl, die ja im Grundgesetz verankert ist.
Ich glaube das mit der freien Berufswahl hast du entweder falsch verstanden oder legst das falsch aus.

Es steht dir frei, abgesehen von gesetzlichen Zugangsbeschränkungen, JEDEN Beruf zu ergreifen den du ergreifen möchtest oder JEDE Arbeitsstelle anzunehmen die dir angeboten wird. Daran werden dich weder AfA noch JC hindern.

Wenn du allerdings arbeitslos bist und Leistungen beziehst, kann die AfA bzw. das JC von dir verlangen, daß du BIS du eine Anstellung in deinem Wunschberuf gefunden hast, eine andere zumutbare Tätigkeit ausübst. Das schränkt dich keineswegs in deiner freien Berufswahl ein.
 

Nena

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Es steht dir frei, abgesehen von gesetzlichen Zugangsbeschränkungen, JEDEN Beruf zu ergreifen den du ergreifen möchtest oder JEDE Arbeitsstelle anzunehmen die dir angeboten wird. Daran werden dich weder AfA noch JC hindern.
Du darfst Richter werden und Astronautin. Du darfst Profifußballer werden und Pokerspieler und Popdiva.
Aber erwartest Du ernsthaft, von Dritten versorgt zu werden, nur weil Bayern grade niemanden mit Deiner Qualifikation sucht?
 

MalHierMalDa

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Du darfst Richter werden und Astronautin. Du darfst Profifußballer werden und Pokerspieler und Popdiva.
Aber erwartest Du ernsthaft, von Dritten versorgt zu werden, nur weil Bayern grade niemanden mit Deiner Qualifikation sucht?
Das verstehe ich nicht. ^^
 

HansimGluck1

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Klar hast du freie Berufswahl. In Deutschland wird dich niemand dazu zwingen, als Maler zu arbeiten. Wenn du aber Alg1 haben möchtest, dann mußt du dafür bestimmte Pflichten auf dich nehmen. Eine dieser Pflichten ist die, alles zu tun, um deine Arbeitslosigkeit zu beenden.

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

(1) Einer arbeitslosen Person sind alle ihrer Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.



Wenn du Alg1 haben möchtest, solltest du das mit der Ehrlichkeit ganz schnell vergessen. Wenn du dich auf Stellenangebote, die vom Arbeitsamt kommen und die eine RFB haben, nicht bewirbst, wird dir das Geld gesperrt werden. Also sieh zu, daß du die Bewerbungen noch ganz schnell schreibst, sofern es dafür nicht schon zu spät ist. Anders sieht es mit Briefen aus, die von AGn kommen, bei denen du dich gar nicht beworben hast. Diese kannst du getrost ignorieren.

Zwar kannst du deiner SB sagen, daß du lieber in einem anderen Beruf arbeiten würdest, und sie darum bitten, dir doch auch mal VVs für andere Berufe zu schicken. Sage aber auf keinen Fall, daß du nicht bereit bist, dich als Maler zu bewerben.

Was ich nicht verstehe: Warum willst du als Maler nicht mehr arbeiten? Du bekommst doch gut Geld dafür. Wenn du jetzt in einem anderen Beruf arbeiten müßtest, würdest du viel weniger bekommen. Und die Arbeit macht bestimmt auch nicht mehr Spaß.

Wenn die Abneigung aber wirklich so irre groß ist, vielleicht kannst du irgend einen gesundheitlichen Grund finden, weshalb du als Maler nicht mehr arbeiten kannst?
 

MalHierMalDa

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kann die AfA bzw. das JC von dir verlangen, daß du BIS du eine Anstellung in deinem Wunschberuf gefunden hast, eine andere zumutbare Tätigkeit ausübst. Das schränkt dich keineswegs in deiner freien Berufswahl ein.
Ja aber wenn ich noch keine Anstellung habe? Es geht ja schon vor der Einstellung damit los, einen Beruf zu wählen. Das muss es ja. Anders geht es nicht. Da kann ich doch mein Recht ausüben, der AfA darauf hinzuweisen, dass ich nicht Maler, sondern Putzfrau sein möchte (nur so als Beispiel) und die AfA muss sich doch meiner freien Berufswahl beugen?

Wenn mir die AfA jetzt irgendeinen Job anbietet, den ich nicht möchte und stattdessen möchte ich mich umorientieren, wenn die dann sagen "ne du nimmst den Beruf" dann wäre hier nicht von freier Berufswahl zu sprechen. Wenn ich dann in einer Anstellung bin, was würde mir dieses Recht der freien Berufswahl nutzen, wenn ich ja eh gerade in einer festen Anstellung bin?
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Was ich nicht verstehe: Warum willst du als Maler nicht mehr arbeiten? Du bekommst doch gut Geld dafür. Wenn du jetzt in einem anderen Beruf arbeiten müßtest, würdest du viel weniger bekommen. Und die Arbeit macht bestimmt auch nicht mehr Spaß.

Wenn die Abneigung aber wirklich so irre groß ist, vielleicht kannst du irgend einen gesundheitlichen Grund finden, weshalb du als Maler nicht mehr arbeiten kannst?
Weil mir das Geld egal ist, man glaubt es kaum. Ich brauche seelische Zufriedenheit auf Dauer. Es ist gar nicht schön, viel Geld zu bekommen und jeden Morgen mit absolut ekelhafter Dreckslaune aufzuwachen, die auf Dauer zu einer regelrechten Aggression führt. Denn das ist bei mir so. Ich will das nicht. Andernfalls wüsste ich nicht, wie ich gesundheitlich etwas hätte, um den Beruf des Malers nicht mehr ausführen zu können. Ich könnte mich mit meinem Hausarzt in Verbindung setzen aber ich weiß ernsthaft nicht, wie ein Arzt mir attestieren kann, nicht mehr Malerfähig zu sein.
 

HansimGluck1

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Wenn du dir das finanziell leisten kannst, dann nimm doch eine Sperre in Kauf. Du mußt bloß damit rechnen, daß du vielleicht bald gar kein Alg mehr bekommen wirst, wenn du mehrere Sperren verursachst. Dann rutscht du in Hartz4, sofern du bedürftig bist. Und da wird es noch schwieriger.

Übrigens habe ich, als ich jung war, genauso gedacht, und auch entsprechende Sperren in Kauf genommen. Diese Einstellung ist nicht schlecht, sofern man genug Geld hat, um vom Ersparten eine Zeitlang leben zu können. Ich habe dann aber auch etwas dafür getan, um einen anderen Job zu finden, der mir Spaß macht, indem ich einfach eine Zeitlang als Praktikant ohne Bezahlung gearbeitet habe. Alternativ könnte man natürlich eine zweite Ausbildung machen, aber eben alles auf eigene Kosten. Das Arbeitsamt wird dir da nichts zahlen.
 

Otto27

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Ob Sanktionen, freie Berufswahl, Menschenwürde usw. verletzt wird irgendwann das Bundesverfassungsgericht entscheiden, da stehen ja auch Klagen an, nur das ganze kann sich noch lange hinziehen. Rein praktisch wirst du einfach aktuell eine Sperre bekommen, wenn du dich bis zum nächsten Sb-Termin nicht auf die vorgeschlagenen Stellen mit Rechtsbelehrung beworben hast.

Ich würde mich an deiner Stelle bewerben, aber so dass die Arbeitgeber nicht das größte Interesse haben dich einzustellen und es aber auch nicht als offensichtliche Anti-Bewerbung giltet. Zusätzlich, wenn du gesundheitliche Probleme hast, egal ob körperliche (wie dass du z. B. durch die Farben/Chemie Dauer-Kopfschmerzen bekommst...) oder psychische (Depressionen...) dann kannste damit natürlich auch zum Arzt gehen...nur zu sagen, du hast keine Lust mehr auf den Beruf ist zu wenig...muß dann schön härtere gesundheitliche Belastung sein...und wenn du z. B. im Vorstellungsgespräch dann offen deine Krankheiten/Einschränkungen ansprichst, dann ists eher unwahrscheinlich dass sie dir gleich Arbeitsvertrag zum unterschreiben anbieten^^
 

Agent

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Hallo MalHierMalDa,

mit der Beantragung von ALG I hast du bestätigt, alles zu tun, um deine Arbeitslosigkeit schnellstens zu beenden.
In der Regel findet man einfacher einen Job, wenn man eine entsprechende Ausbildung hat. Bei dir ist das nun mal Maler.. und Maler werden gesucht.
Mit der Zumutbarkeit nach §140 wirst du nicht punkten können, da dein ALG nach Ausbildungsgehalt bemessen wird und somit sämtliche Tätigkeiten entsprechend mehr Geld bringen werden.
Als einzigen Ausweg sehe ich die Bereitschaft deinerseits, dich für sämtliche Helfertätigkeiten zur Verfügung zu stellen, evtl. wird man dir dann den Maler erlassen.
Aber was spricht dagegen, erst mal in dem Beruf zu arbeiten und dich dann nach einer Alternative umzusehen, die dir wirklich gefällt - vielleicht auch eine zweite Ausbildung?
Dann muss dich nicht die Allgemeinheit versorgen und du hast Ruhe vor der AfA und verdienst dabei noch etwas Geld.

Was würdest du denn machen wollen? Wie stellst du dir deine Zukunft und auch die Unterstützung durch die AfA vor?

Viele Grüße
Agent

PS: Der Spruch mit dem Geld, das dir zusteht... schenk ihn dir - der kommt echt nicht gut! Zum einen hast du noch kaum was eingezahlt und zum anderen ist ALG dafür da, die zu unterstützen, die nicht so schnell eine neue Stelle finden. Du könntest schnell eine haben, willst aber nicht. Ich sehen da einen feinen Unterschied.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

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Ja aber wenn ich noch keine Anstellung habe?
Hast du dein Recht auf freie Berufswahl/Berufsausübung offensichtlich noch nicht wahrgenommen.

Was du gerne hättest ist, so in etwa, eine bezahlte Auszeit zur „Berufsfindung“ bzw. „Wunschjobsuche“ in der dir zur Überbrückung Alg1 und oder Alg2 gezahlt wird. Das werden aber wohl weder die AfA noch das JC so mitmachen.
 

BerndB

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Ich habe die Ausbildung damals auch nur angefangen, weil ich sonst nichts hatte und auch nichts anderes bekommen hätte mit einem HA. Nun besitze ich ja die abgeschlossene Ausbildung und zusätzlich noch einen Erw. Realschulabschluss, welches mir schon mehrere Türen öffnet.
Hier liegt dein Problem und das Problem vieler Schulabgänger. Es wird immer gesagt, dass eine Ausbildung (auch außerhalb des Wunschberufs) besser ist als keine Ausbildung. Dabei wäre es oft besser drei Jahre als Hilfskraft zu arbeiten und dadurch einen quasi Rechtsanspruch auf "Umschulung" nach § 81 Abs. 2 Nr. 2 SGB III zu erwerben. Wenn dann kein Betrieb im Wunschberuf gefunden wird, gibt es zumindet die Umschulung/Ausbildung in einer Maßnahme der AfA.

Das hilft dir jetzt nicht mehr und wer sagt es den nächsten Generationen an Schulabgängern?
 

MalHierMalDa

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Hast du dein Recht auf freie Berufswahl/Berufsausübung offensichtlich noch nicht wahrgenommen.

Was du gerne hättest ist, so in etwa, eine bezahlte Auszeit zur „Berufsfindung“ bzw. „Wunschjobsuche“ in der dir zur Überbrückung Alg1 und oder Alg2 gezahlt wird. Das werden aber wohl weder die AfA noch das JC so mitmachen.
Ja genau du hast es. Dachte es wäre so schön.

Hier liegt dein Problem und das Problem vieler Schulabgänger. Es wird immer gesagt, dass eine Ausbildung (auch außerhalb des Wunschberufs) besser ist als keine Ausbildung. Dabei wäre es oft besser drei Jahre als Hilfskraft zu arbeiten und dadurch einen quasi Rechtsanspruch auf "Umschulung" nach § 81 Abs. 2 Nr. 2 SGB III zu erwerben. Wenn dann kein Betrieb im Wunschberuf gefunden wird, gibt es zumindet die Umschulung/Ausbildung in einer Maßnahme der AfA.

Das hilft dir jetzt nicht mehr und wer sagt es den nächsten Generationen an Schulabgängern?
Ja, das muss man erstmal wissen, als "Nichtwisser" und Neuling in diesem Bereich. Da denkt nun wirklich kaum einer darüber nach. Naja, ich werde morgen mal zu meinem Hausarzt gehen und ihm einige Symptome meines Maler-Berufes erläutern, die hoffentlich zu einem vorübergehenden Ausschluss führen. Hatte oft durch die Nitroverdünnungen extreme Hautreizungen an meinen Handoberflächen, sowie Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zu Übelkeit. Das ist nicht einmal gelogen. Wir Maler müssen sehr oft mit solchen gesundheitsschädlichen Substanzen arbeiten und ich hoffe, dass mein Arzt mir morgen bzw. übermorgen, (je nachdem wann ich mein Termin bekomme) eine Untauglichkeit attestiert. So wie ich lese, komme ich nicht um einen solchen Attest drum herum. Ich dachte ernsthaft, dass das System menschenwürdig und emotionenfreundlich ist und ich somit nicht mit solchen Tricks, sondern mit Ehrlichkeit vorankomme. Naja. Ich halte euch auf dem Laufenden! Vielen Dank für eure Meinungen, Ratschläge und auch fachmännische Hilfeleistung!
 

Katzenstube

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Dachte ich auch mal, erst als 'Alter Sack musste ich begreifen was es heisst 'Kunde' der AFA zu sein und als entrechtetes Würstchen von einer Tiefkühltruhe in die andere geschmissen zu werden.

Ist dann die eigene Stimmung auf einem niedrigen Punkt, dann beginnt das weichkochen.... wenn Du nicht, dann....

Gruss von Katzenstube
 
G

Gelöschtes Mitglied 66188

Gast
Was andere Vorredner bereits auch schon gesagt haben: die AfA ist die Agentur für Arbeit, nicht "für Berufe". Du hast somit freie Wahl bezüglich deiner künftigen Arbeit. Was die Berufsauswahl anbetrifft hast Du aktuell ohnehin keine Auswahlmöglichkeit, da Du nur einen Beruf hast. Grundsätzlich bist Du arbeitsuchend gemeldet. Das Wort Arbeit impliziert schon die Unabhängigkeit von einem Beruf. Du kannst deiner/m SB sagen, dir auch in anderen Bereichen VVs anzubieten. Dann bekommst Du VVs als Maler und zusätzlich weitere VVs in deinem Wunschbereich. Das ist absolut okay und sogar wünschenswert, weil es die Vermittlung in Arbeit beschleunigt. Wir reden hier immer also von Arbeit.
Und wenn Du als Staplerfahrer arbeiten möchtest und den FS dafür brauchst, dann werden die bei einem AV auch womöglich den Stapler-FS bezahlen, weil du dann innerhalb von 3 Tagen eine neue Arbeit hättest.
Ansonsten bist Du verpflichtet auf alle VVs mit RFB dich zu bewerben. Oder Du sagst, ich bin jung und ich erlerne einen neuen Beruf, ohne die AfA. Jetzt hast Du wieder deine freie Berufswahl wie es im GG verankert ist. Und wenn Du die Möglichkeit hast, dann würde ich dies auch nutzen, solange du noch jung bist und keine Verpflichtungen hast.
 
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