Habe ich Bedenkzeit nach einem Vorstellungsgespräch (nach Vermittlungsvorschlag) oder riskiere ich eine Sperrzeit?

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bluenote

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Hallo Zusammen,

habe zu dem Thema noch nichts gefunden, deshalb starte ich mal einen eigenen thread:

Ich habe mich letzten Montag arbeitslos gemeldet (verspätet, aber das soll hier nicht das Thema sein), gleich Bewerbungen geschrieben und für nächste Woche schon zwei Vorstellungstermine. Zuerst bei einem AG den ich als Vermittlungsvorschlag mit RFB erhalten habe (Job A) und dann am nächsten Tag, einen Termin, aufgrund einer Bewerbung aus Eigenbemühung (Job B).

Den Job A aus dem Vermittlungsvorschlag, würde ich zwar notfalls annehmen (schlecht bezahlt), ich möchte aber natürlich lieber abwarten, ob es mit Job B klappt.
Der AG von Job A hat bereits vor dem persönlichen Gespräch starkes Interesse bekundet und möchte mich schon zur nächsten Grundlagenschulung am 26.8 dabei haben.
Meine Frage bezieht sich auf die rechtliche Situation: Wenn ich für Job A gleich bei dem Gespräch ein verbindliches Angebot bekomme, habe ich dann das Recht, noch um etwas Bedenkzeit zu bitten oder riskiere ich damit schon eine Sperrzeit?
Zu dem Thema habe ich wie gesagt noch nichts finden können. Klar ist, man darf keine zumutbare Stelle ablehnen, aber muss ich sie sofort annehmen?

Eine EGV habe ich zwar erhalten, es wurde aber keine Unterschrift von mir gefordert. Dort steht nur, dass ich meine Bewerbungsbemühungen am Ende des Monats vorlegen soll.
Abgesehen von der rechtlichen Situation freue ich mich auch über evtl. Tipps, wie man das Problem elegant umschiffen könnte.

Schonmal vielen Dank im Voraus :)
bluenote
 

bluenote

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@alteschachtel
Danke für den Tip, aber das Gehalt in Job A würde wohl ziemlich genau 80% meines letzten Netto betragen und damit noch zumutbar sein. (In meiner, eher unteren Gehaltsliga, aber ein schmerzhafter Einschnitt).
Ich würde den Job A wie gesagt auch notfalls annehmen, möchte aber noch abwarten was sich aus dem anderen Vorstellungsgespräch ergibt.
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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Danke für den Tip, aber das Gehalt in Job A würde wohl ziemlich genau 80% meines letzten Netto betragen und damit noch zumutbar sein.
Hast Du auch ggf. anfallende Fahrtkosten zum AG vom zu erwartenden Nettoentgelt abgezogen?
§ 140 SGB III Abs.3
... nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen
unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen
niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
 
G

Gelöschtes Mitglied 56035

Gast
Ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Ich habe gleich 3 Vorstellungsgespräche gehabt, allerdings alles Stellen, die ich mir selber gesucht habe. Aber auch bei mir war das Problem, daß zuerst die Firma zugesagt hat, zu der ich am wenigsten gern gehen wollte. Ich war da auch sehr unschlüssig, wie ich mich nun verhalten soll. Was du zumindest tun kannst, ist, erstmal einen schriftlichen Arbeitsvertrag zu verlangen, um den zu prüfen. Ich bin der Meinung, daß dir das niemand verwehren kann. Und das darf ruhig ein paar Tage dauern. Ich hatte Glück, und in diesen Tagen kam von der anderen Firma wenigstens eine mündliche Zusage. Ich habe denen dann klargemacht, daß ich ganz schnell was Schriftliches brauche und konnte dann bei der anderen Firma absagen.

Wenn sich das nicht so ausgegangen wäre, hätte ich den ersten Vertrag unterschrieben. Es bleibt dir dann noch immer die Möglichkeit, am ersten Arbeitstag zu kündigen. Die Kündigungszeit beträgt meinstens 2 Wochen, und keine Firma hat Lust, einen neuen Mitarbeiter einzuarbeiten, wenn der nach 2 Wochen wieder geht. Oft wird dann ein Aufhebungsvertrag gemacht. Wenn nicht, muß die andere Firma halt 2 Wochen warten.
 

bluenote

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@Zeitkind
Interessant, das gucke ich mir nochmal an. Das Angebot beträgt fast auf den Euro genau 80% meines letzten Nettogehalts. Vielleicht lässt sich da tatsächlich noch was rausrechnen.

@ alteschachtel / HansimGluck
Ja stimmt, den Arbeitsvertrag erstmal zu Hause in Ruhe zu prüfen sollte einem weder der AG noch die Agentur verwehren können. Ich denke, ich werde es so machen und ggf. am Ende des Monats bei den Bewerbungsnachweisen schreiben: "Bin noch mit AG in Verhandlung" oder so ähnlich.
Eigentlich müsste es zu dem Thema Bedenkzeit aber doch auch eine gesetzliche Regelung geben...?
 
G

Gelöschtes Mitglied 56035

Gast
Aber den § 140 genau lesen:

nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen
unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen
niedriger ist als das Arbeitslosengeld.


Bluenote bekommt aber 80% des letzten Nettos. So wie ich den Paragraphen interpretiere, kann man da keine Fahrtkosten aufschlagen.

Eine gesetzliche Regelung bezüglich Bedenkzeit ist mir nicht bekannt. Ich würde das aber auch nicht als Bedenkzeit bezeichnen, sondern als Zeit zum Prüfen des Vertrages. Ich habe es meistens so erlebt, daß mir neue AG den AV erst am ersten Arbeitstag vorgelegt haben. Das ist aus meiner Sicht nicht richtig. Ohne schriftlichen AV keine Zusage.
 

Buerosklave

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In vielen Arbeitsverträgen gibts eine Klausel, dass der Arbeitsvertrag erst dann volle Wirkung entfaltet, wenn man am ersten Arbeitstag tatsächlich zur Arbeit antritt. Fehlt man am 1.Tag, ist der Arbeitsvertrag nichtig und es muss auch nicht die übliche 2wöchige Kündigungsfrist in der Probezeit eingehalten werden. Das mag zwar nicht die feine englische Art sein, den "unpassenden" AG einfach sitzen zu lassen, aber vereinbart ist vereinbart. Wenn es so eine Klausel im AV mit Arbeitgeber A gibt, wäre es also streng genommen keine große Sache, den AV dort zu unterschreiben und im Hintergrund doch noch auf eine Zusage von Arbeitgeber B zu warten. Wenn der AV bei AG A schon begonnen hat, muss B nach der Zusage halt 2 Wochen warten oder man muss einen Aufhebungsvertrag mit ihm machen.
 
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