Habe eine Einladung zur "Abklärung der Verfügbarkeit bzgl. Ihrer gesundheitlichen Situation durch Einleitung eines ärztlichen Gutachtens" erhalten. Wie verhalte ich mich jetzt? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

EqualP4y

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Hallo liebes Elo-Forum,

ich leide seit vielen Jahren unter Angst und Panikattacken und war deshalb schon in diversen Therapien.
Seit ungefähr einem Jahr, nach einigen Veränderungen im Bekanntenkreis, hat sich meine Situation gravierend verschlimmert, weshalb ich jetzt schon für dieser Zeit von meinem Hausarzt krankgeschrieben bin. Desweiteren befinde ich mich in psychiatrischer Behandlung und bekomme Antidepressiva, ich sehe mich momentan vergeblich nach einem Therapieplatz und nach einem Tagesklinikplatz um.
Jetzt habe ich einen Einladung von meinem SB zur "Abklärung der Verfügbarkeit bzgl. Ihrer gesundheitlichen Situation durch Einleitung eines ärztlichen Gutachtens" 20190703_132710.jpg bekommen, einfacher krankenschein reicht wohl nicht als Abwesendheitsgrund und würde gerne wissen wie ich mich dort am besten verhalte, was ich beachten und was ich mitbringen sollte, ich würde meinem SB gerne nicht meine Krankengeschichte erzählen.

Ich bin seit vielen Jahren arbeitslos und beziehe ALG 2.
Eine unterschriebene "bis auf weiteres" gültige EGV liegt vor, wo aber nur das bewerben auf Vermittlungsvorschläge innerhalb von 3 Tagen als Pflicht festgehalten wurde.

Danke im vorraus.

Fals ich im falschen Forum gelandet bin, bitte verschieben.
 
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EqualP4y

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Aus der Einladung geht hervor, dass ich eine Bescheinigung des behandelnden Arztes brauche, aus der hervorgeht, dass ich aus gesundheitlichen Gründen gehindert bin, den Termin wahrzunehmen.
Brauch ich dann von meinem Hausarzt oder Psychiater eine Bescheinigung?
 

HermineL

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Medizinische Dinge wie Diagnosen oder ähnliches gehen den SB nichts an. Wenn deine Erwerbsfähigkeit derzeit unklar ist
hat der SB gem. § 44a SGB II den ärztlichen Dienst mit der Begutachtung deiner Leistungsfähigkeit zu beauftragen was er
anscheinend auch vor hat.
Medizinische Unterlagen gibst du nur an den ÄD und auf keinen Fall an den SB. Bis das deine Leistungsfähigkeit geklärt
ist stehst du auch der Vermittlung nicht zur Verfügung.

Aus der Einladung geht hervor, dass ich eine Bescheinigung des behandelnden Arztes brauche, aus der hervorgeht, dass ich aus gesundheitlichen Gründen gehindert bin, den Termin wahrzunehmen.
Brauch ich dann von meinem Hausarzt oder Psychiater eine Bescheinigung?
Im eigenen Interesse solltest du den Termin wahrnehmen aber wie gesagt keine Auskünfte über deine konkrete Gesundheit
geben. Dies geht nur den ÄD etwas an.
 

EqualP4y

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Medizinische Dinge wie Diagnosen oder ähnliches gehen den SB nichts an. [...]
Im eigenen Interesse solltest du den Termin wahrnehmen aber wie gesagt keine Auskünfte über deine konkrete Gesundheit
geben. Dies geht nur den ÄD etwas an.

Sollte ich dem SB jetzt gegenüber erwähnen, dass ich in psychiatrischer Behandlung bin oder besser nicht?
 

HermineL

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In was für einer Behandlung du dich befindest oder nicht geht den SB genau soviel an wie deine Diagnosen.
G A R N I C H T S !!!!
Du bist derzeit nicht leistungsfähig und gut ist es. Die Bewertung obliegt dem ÄD nicht dem SB da nur
der ÄD über eine entsprechende medizinische Qualifikation verfügt und der Schweigepflicht unterliegt.

Vorgelegte Schweigepflichtentbindungen und medizinische Fragebögen einstecken und mitnehmen.
Wenn du diese ausfüllen willst gehen die nur an den ÄD und nicht in die Hände des SB
 

gila

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Du könntest auch den Sachbearbeiter auf dieses Schreiben hin Antworten dass du momentan aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage bist den Termin wahrzunehmen und dies mit einem Attest eines Arztes was das so bestätigt untermauern. Gleichzeitig schreibst du das er dir bitte die Informationen über die Einschaltung des ärztlichen Dienstes und sonstige Formulare zusenden soll.
Des Weiteren soll er dir die Adresse des ärztlichen Dienstes mitteilen, du möchtest die erforderlichen Unterlagen sowie Befunde etc dann direkt dort einreichen, gegebenenfalls bei einer persönlichen Vorsprache Termin beim ärztlichen Dienst vorlegen.

Dann hast du deine Mitwirkung signalisiert und niemand kann dir die Art und Weise wie du mitwirkst verwehren. Schweigepflichtsentbindungen möchten die zwar gerne haben, musst du aber nicht ausfüllen, es sei denn ein Arzt vom ärztlichen Dienst hätte noch Fragen an einen deiner Behandler und bräuchte eine Schweigepflichtsentbindung. Einen Gesundheitsfragebogen wirst du auch übermittelt bekommen, auch dieser ist freiwillig und gehört direkt in die Hände des Arztes vom ärztlichen Dienst. Auch wenn man dir die Information schickt, du müsstest das alles ausfüllen und in einem verschlossenen Umschlag dem Sachbearbeiter schicken.
 

EqualP4y

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Du könntest auch den Sachbearbeiter auf dieses Schreiben hin Antworten dass du momentan aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage bist den Termin wahrzunehmen und dies mit einem Attest eines Arztes was das so bestätigt untermauern.
Der Krankenschein liegt bereits vor und ist noch bis zum 11.07 gültig und eine Verlängerung ab da an ist auch unproblematisch und wird von mir auch regelmäßig an das JC übermittelt.
Im Brief wird aber ausdrücklich eine Bescheinung des behandelnden Arztes gefordert, aus der hervorgeht, dass ich aus gesundheitlichen Gründen gehindert bin den Termin wahzunehmen und ein einfacher Attest als wichtiger Grund nicht anerkannt würde.
 
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HermineL

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Sorry, willst du jetzt ernsthaft für einen Termin der letztlich dazu da ist damit dort endlich
mittels ÄD registriert wird das du nicht leistungsfähig bist, ein Fass aufmachen ?
Willst du dich mit dem Ärger belasten das man versuchen wird dir einen Sanktion wegen
einem Meldeversäumnis reinzudrücken noch zusätzlich belasten ?
Mir wäre das diesen vorprogrammierten Ärger nicht wert.
 

EqualP4y

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Ich möchte kein Fass aufmachen nur bekomme ich jetzt bereits wieder Panik davor, was mich beim Termin erwartet. Versuchen die nicht immer einen aus willkürlichen Gründen zu sanktionieren? Ich habe bisher mit meinem SB keine gute Erfahrung gemacht und möchte mich so gut wie es geht darauf vorbereiten um dort keine Panikattacke zu bekommen, vor allem neige ich dazu mich zu verplappern wenn ich aufgeregt und unter stress bin. Lasse deswegen meinen Beistand wohl für mich sprechen.

Ich sage also einfach, dass ich derzeit noch nicht leistungsfähig bin, bekomme dann den Termin für den ÄD und Schweigepflichtsentbindungen und medizinische Fragebögen in die Handgedrückt, die ich mitnehme und das wars?

Was genau erwartet mich dann beim ÄD?
 

Curt The Cat

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Moinsen EqualP4y ...!
Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen.Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Einladung "Einleitung eines ärztlichen Gutachten", sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als drei bis fünf Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Annie

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Eine AU ist immer ausreichend und ein wichtiger Grund einen Termin nicht wahrzunehmen. Diese Wegeunfähigkeitsbescheinigung oder Bettlägerigkeitsbescheinigung ist eine Erfindung des Jobcenters. Wenn die AU angezweifelt wird muss sich das JC an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung wenden.
 

gila

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Hier geht es nicht um eine Wegeunfähigkeitsbescheinigung, das wissen wir alle, dass das ein Fantasieprodukt ist, sondern darum wie er möglichst unbeschadet und ohne Ärger seine Mitwirkung signalisiert und zu einem Termin beim ärztlichen Dienst kommt.
Wie das funktionieren kann, wurde bereits gesagt.

Auch HermineL. hat hier deutlich gemacht, dass es wahrscheinlich am klügsten ist sich gerade nicht auf einen Streit ist eine AU nun ausreichend oder nicht... einzulassen und damit eine Sanktion zu provozieren, die dann auch wieder gesondert bearbeitet werden muss.

Manchmal muss man einfach die eigene Interessen auch mit abwägen.

Wenn der Fragesteller seit Jahren schon permanent krankgeschrieben ist und nicht leistungsfähig, war das abzusehen wann das Jobcenter hier tätig werden muss. Denn wie gemeinhin bekannt ist das SGB II für erwerbsfähige Leistungsberechtigte.

Möglicherweise, wenn die Grunderkrankung einfach zu ihm gehört und nicht sozusagen geheilt werden kann, wäre ein Übergang zum Sozialamt, wo er in Ruhe gelassen wird bezüglich Vermittlungstätigkeiten wesentlich sinnvoller.

Wenn ausreichende Befunde über die letzten Jahre vorhanden sind und dem Ärztlichen Dienst vorab per Post eingereicht werden ist es möglich dass der ärztliche Dienst anhand der Aktenlage eine Entscheidung trifft.

Es kann natürlich auch sein, dass man persönlich vorsprechen soll, das kann man jetzt nicht genau wissen. Bei meiner Tochter war es so, dass wir beim ersten mal explizit darauf bestanden haben, dass nach Aktenlage entschieden wird, da sie auch nicht in der Lage war, wegen Panikattacken und so weiter diesen Termin zu überstehen.
Das hat auch problemlos geklappt, schließlich waren genügend Befunde und auch klinische Befunde vorhanden anhand deren der ärztliche Dienst feststellen konnte, dass sie nicht leistungsfähig ist. Wie das jetzt hier in dem Fall ist, ob immer alles beurkundet wurde bei den diversen Ärzten das muss der Fragesteller selber wissen, so kann es möglich sein, dass die eingereichten Unterlagen für eine Gutachten ausreichen.
 

Sowhat

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Eine AU sollte ausreichend sein, aber wenn sie diese ominöse WUB verlangen und man sie nicht vorlegt, wird man trotzdem sanktioniert. Wenn man sich das leisten kann und bis es wieder eingeklagt ist (weil man dann ja Widerspruch einlegen kann und das dann in einer Klage endet) auf die 10% vom Regelsatz verzichten kann, ist es kein Problem einfach nicht zum Termin zu erscheinen.

Mir wurde von der Erwerbslosenberatung meiner Stadt (und die ist wirklich gut) und dem VDK davon abgeraten. Ich solle lieber hingehen, die wollten sowieso nur die Prüfung vom ÄD in die Wege leiten. Also sich wegen dieser WUB auf eine Auseinandersetzung mit dem JC einzulassen, macht wirklich keinen Sinn.
Da mir auch weder der Psychiater (von dem ich AU geschrieben war und bin) noch mein Hausarzt eine WUB geschrieben hat, war ich also mit Beistand beim Termin. Ohne Beistand wäre ich, glaube ich, nicht in der Lage gewesen.

Inzwischen wurde noch mal ein GA nach Aktenlage erstellt und ich bin nun auf Dauer erwerbsunfähig. Ich werde zwar nun zum Sozialamt geschoben, aber ich bin auch wirklich nicht mehr belastbar genug für den heutigen Arbeitsmarkt. Bin auch schon Ende 50 und hatte einen Schlaganfall.
Leider steht mir halt keine EM-Rente zu.

Ich wollte nicht zum persönlichen Gutachten, hätte mich nervlich völlig fertig gemacht und wie sollte so ein Arzt (womöglich Allgemeinmediziner oder was auch immer) in der halben Stunden erkennen, was ich alles habe und wie wenig ich psychisch belastbar bin.

Aber @ Gila hat das alles bereits in viel ansprechenderer Form hier geschrieben, habe ich gerade gesehen.
 
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