Habe den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nicht eingereicht, aber trotzdem einen Bewilligungsbescheid für ein Coaching bekommen. Wie soll ich mich verhalten?

Zahlendreher

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Moin zusammen,

Akteneinsicht habe ich bekommen. Meine Ergänzungen zum Widerspruch waren nicht dabei, laut Sendungsverfolgung sollten sie aber angekommen sein. Laut Akte hat der Maßnahmeträger T dem Jobcenter am 16.07. mitgeteilt, dass ich die Maßnahme abgebrochen hätte. Dabei hatte ich lediglich telefonisch am 15.07. den Termin noch einmal abgesagt, weil ich an dem Tag noch immer keine Zusage der Fahrtkostenübernahme von Seiten des Jobcenters im Briefkasten lag. Wenigstens ist bis jetzt auch noch nichts von wegen Kürzung gekommen.
Morgen soll ich mich nun bei einem anderen Maßnahmeträger für ein Coaching melden. Ich soll den Gutschein mitbringen und einen Lebenslauf. Von letzterem habe ich jetzt eine Spezialversion ohne Foto, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ausgedruckt, damit der Maßnahmeträger den nicht einfach bewerbungsmäßig ohne mein Wissen weiterreichen kann.
Aber wie sieht das mit dem Gutschein aus? Muss ich den wirklich mitnehmen und gleich einreichen, oder kann ich auch einfach eine Kopie davon mitnehmen? Der Gutschein, den ich bekommen habe, ist mittlerweile sowieso schon seit einer Woche abgelaufen.
 

Ramteid

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Einen abgelaufenen Gutschein brauchst du wohl nicht abzugeben. Mache einfach den GutscheinIstAbgelaufenTango.
Du forderst beim JC erst kurz vor dem Termin einen neuen Gutschein an, der alte sei ja abgelaufen. Beim Träger meldest du: Habe keinen Gutschein, darf ich auch ohne teilnehmen?
Da wird er dir NEIN antworten. Diese Antwort schön aufbewahren, könnte wertvoll sein.
 

abcabc

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Meine Ergänzungen zum Widerspruch waren nicht dabei, laut Sendungsverfolgung sollten sie aber angekommen sein.
Dann könntest du das jetzt nochmal per Fax schicken mit nettem Anschreiben:
Sehr geehrte Damen und Herren,
bei der Akteneinsicht am xx.xx.xxxx habe ich festgestellt, dass mein Schreiben vom xx.xx.xxxx nicht in der Akte enthalten ist. Das Schreiben wurde nachweislich per Einschreiben am xx.xx.xxxx an Sie zugestellt. Bitte sorgen Sie dafür, dass ihr Postsystem in Zukunft funktioniert und Schriftstücke nicht verschwinden.
Anhang: Mein Schreiben vom xx.xx.xxxx

Wenn du ganz nett bist, noch ein Schreiben an die Geschäftsführung vom JC schicken, dass dein nachweisbar zugestelltes Schreiben nicht in der Akte enthalten ist. Du bittest um eine Klärung, wie es dazu kommen konnte, so wie eine Rückmeldung.

Morgen soll ich mich nun bei einem anderen Maßnahmeträger für ein Coaching melden. Ich soll den Gutschein mitbringen und einen Lebenslauf.
Hast du schriftlich eine Zuweisung mit RFB bekommen oder hat der SB dir das mündlich gesagt? Wenn es mündlich war und kein Zeuge (Kollege) dabei war, würde ich den Termin komplett ignorieren. Soll der MT vergeblich auf dich warten.

Falls du eine schriftliche Zuweisung mit RFB hast, bleibt der Gutschein zu Hause. Die Einlösung des Gutscheins ist zu 100% freiwillig (wenn es wirklich ein "Gutschein" ist). Ist dann das Problem vom MT, wie der das abrechnet. So lange du nichts unterschreibst, kann der MT keinen Cent von dir verlangen (oder den Gutschein verlangen).;)
 

Kerstin_K

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Von letzterem habe ich jetzt eine Spezialversion ohne Foto, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ausgedruckt, damit der Maßnahmeträger den nicht einfach bewerbungsmäßig ohne mein Wissen weiterreichen kann.
Druck da ein Wasserzeichen "Muster" drauf. Dann ist der Lebenslauf für den MT wertlos.
 

Holler2008

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Ja, ein Muster?
Ich wäre jetzt so weit gegangen, dem gar nichts zu geben, weil der Gutschein ist freiwillig (man kann aber schön die Ausrede nehmen, dass er abgelaufen ist) und mein Lebenslauf, wo ich was gearbeitet habe geht den nichts an.

Da es aber gefragt wurde: Will man einen dieser freiwilligen Gutscheine einlösen, braucht der Träger das Original, sonst bekommt er keine Kohle.
Auch hier kann man schön mit einer Kopie kommen, und sagen man habe nicht gewusst, dass das original nötig ist.
 

Zahlendreher

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Ich habe gestern morgen noch beim MT angerufen und dem für mich zuständigen Herrn mitgeteilt, dass mein Gutschein seit einer Woche abgelaufen sei. Da hieß es dann, ich könne den Gutschein zuhause lassen, ich bräuchte aber auch nicht zu kommen. Nun gut, dann halt nicht.
Da ich sowieso schon wusste, dass der Herr beim Jobcenter anrufen würde, habe ich mit selber die Mühe erspart. Und siehe da, als ich am Vormittag meine Mails checkte, war auch eine vom JC dabei. Als Anlage sollte ein neuer Gutschein enthalten sein. Tatsächlich handelte es sich aber nur um den Teil, den der MT ausfüllen und ans JC schicken soll. Mit derselben Nummer wie mein abgelaufener Gutschein. Werden die jetzt so einfach verlängert? Ich frage mich, was passiert, wenn ich mit dem Ding zu einem anderen Maßnahmeträger gehe und sage, ich möchte bei ihm ein Coaching machen.
Nur: Wie soll ich vertrauensvoll mit einem Coach zusammenarbeiten, wenn ich aufpassen muss, was ich sage, weil ja alles ans Jobcenter weitergemeldet wird?
 

abcabc

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Wie soll ich mich am besten verhalten? Ich habe schlicht und einfach nichts, das ich jetzt noch mit irgendeinem Coach besprechen könnte/wollte.
Mit anderen Worten: Du möchtest kein Coaching machen und auch keine Maßnahme. Korrekt?
WARUM kommunizierst du dann mit dem JC und MT überhaupt bzgl. der Maßnahme?
Existiert eine schriftliche Zuweisung oder ein EGV oder ein VA, nach der die Maßnahme verpflichtend ist?

der Maßnahmeträger hat auf mein vor etwa einem Monat abgeschicktes Schreiben für die Auskunft über die von mir gespeicherten Daten noch nicht reagiert.
Hast du das Schreiben nachweisbar verschickt? Dann wende dich einfach mal an den Landesdatenschutzbeauftragten, schildere das Problem und schick ne Kopie von der Anfrage und einen Nachweis, dass der MT das Schreiben erhalten hat, gleich mit. Ich wette sobald der Landesdatenschutzbeauftragte sich beim MT meldet, wirst du in Rekordgeschwindigkeit die gewünschten Auskünfte erhalten. Die Landesdatenschutzbeauftragten verstehen da keinen Spaß und würden ggf. ein Bußgeld verhängen, wenn der MT sich weiterhin weigern würde dir die Auskunft zu geben.

Ich soll mich jetzt entscheiden, ob ich den Widerspruch zurücknehme oder ob ich das Widerspruchsverfahren fortsetze. In dem Fall soll ich eine weitere Begründung des Widerspruchs vorbringen und angeben, inwiefern ich durch den angefochtenen Verwaltungsakt beschwert bin.
Ich habe mir jetzt folgendes überlegt: Beschwert bin ich ja dadurch, dass ich den Maßnahmeträger für ein Coaching nicht mehr selber wählen kann, weil ja offensichtlich jemand anderes, wahrscheinlich vom JC, den Gutschein direkt an den MT geschickt hat, denn ich selber habe ihn ja nicht eingereicht. Damit dürfte wohl die Neutralitätspflicht verletzt sein, von der in den Fachlichen Anweisungen der Arbeitsagentur zu §45 SGB III die Rede ist. Demnach hätte das JC eigentlich nicht einmal Werbung für die Maßnahme machen dürfen, zu der ich hingeschickt werden soll, sprich sie hätten dem AVGS, den ich tatsächlich bekommen, aber nicht eingelöst habe, nicht einmal den Flyer zu der Maßnahme beilegen dürfen. Ich hoffe, dass das dann als Begründung reicht.
Hast du den Widerspruch aufrecht gehalten und es so begründet?

Und siehe da, als ich am Vormittag meine Mails checkte, war auch eine vom JC dabei. Als Anlage sollte ein neuer Gutschein enthalten sein. Tatsächlich handelte es sich aber nur um den Teil, den der MT ausfüllen und ans JC schicken soll.
Das machst du natürlich NICHT - außer du willst jetzt plötzlich doch ein Coaching haben...
 
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