Hab meine SB geärgert ;-p (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

bgekrille

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Hallo Forum!

Kurz zu meiner Situation: Ich arbeite als Zeitungszusteller 7 Tage/Woche, verdiene ca. 500 Euro
und bekomme AlgII (Aufstocker).

Ich habe vor einem Jahr (21.07.2011) eine EGV unterschrieben, die bis 20.07.2012 gültig war.
Kern dieser EGV waren 5 Bewerbungen/Monat, die ich vorzulegen/nachzuweisen hatte.

Eine neue EGV wurde mir noch nicht vorgelegt.

Meine SB hat mir nun einen Vermittlungsvorschlag geschickt, ich solle mich als Saisonkellner
JWD (janz weit draussen) bewerben (Vollzeit), was ich auch umgehend getan habe. Allerdings
lief die Bewerbung aus Sicht des JC "suboptimal", mit dem Ergebnis, daß meine liebe SB nun vor
Wut schäumt. Ich habe ihr inhaltlich nichts von der Bewerbung mitgeteilt, sie aber natürlich
darüber informiert, daß ich mich beworben hätte und noch auf eine Antwort des AG warte. Dieser
hat mich nun hinter meinem Rücken denunziert (so sehe ich es jedenfalls) und das Schreiben ist
dem JC also bekannt.

Daraufhin hat mir meine SB geschrieben, daß sie mich ganz gerne mit einer 30%igen Sanktion für
drei Monate belegen möchte, und es nun (der Ordnung halber) noch zu einer Anhörung gem. §24
kommen muß, bei der ich die Gelegenheit hätte mich zu den gemachten Vorwürfen zu äußern (Mir
wurde vorgeworfen, ich hätte durch die Art der Bewerbung das Zustandekommen eines Arbeitsvertrages
mutwillig vereitelt).

Ich habe also schriftlich Stellung dazu bezogen, und seit 01.08.2012 habe ich einen richtigen Bescheid
vom JC, der mir die Sanktion mitteilt, wo auch eine Begründung dabei ist, und -ganz wichtig-
eine Rechtsbehelfsbelehrung, daß ich gegen diesen Bescheid innerhalb eines Monates Widerspruch
einlegen darf.

Ich hab mir jetzt erst einmal einen Beratungsschein beim Amtsgericht holen lassen, und setze
mich mit einem RA zusammen.

Doch jetzt kommt eigentlich erst der hässliche Teil der Geschichte: Meine SB ist *so* sauer,
daß sie mir auch gleich noch eine Maßnahme von MIKRO PARTNER Service GmbH aufdrücken will.

Das nennt sich:

Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung gem. §16 Abs.1 SGBII,
i.V.m. §45 SGBIII

u.a. mit dem Wortlaut:

Ich weise Sie folgender Maßnahme zu:


Bitte melden Sie umgehend nach Erhalt dieses Schreibens beim Träger zwecks Einmündung in die
Maßnahme

Auf Seite 2 finden sich noch Belehrungen über die Mitwirkungspflichten und, eine Belehrung über
die Rechtsfolgen ist mit einem Kästchen angekreuzt, mit der Drohung, daß um 60% gekürzt wird,
wenn ich nicht lieb bin, und noch Auszüge aus dem Gesetzestext des SGB IIİ.

Ich poste dies deshalb, weil ich nun über MIKRO PARTNER schon einiges Negatives hier gelesen
habe, und auch, daß man sich gegen diese unnötige Maßnahme (die nur dazu dient meiner SB das
Mütchen zu kühlen) zur Wehr setzen kann, wenn sich herausstellen sollte, daß es sich bei
dieser 'Zuweisung' um gar keinen richtigen Bescheid handeln sollte.

Nochmal zur Erinnerung: In meiner EGV (die ja schon abgelaufen ist) steht nichts von einer
Beteiligung an irgendwelchen Maßnahmen! Aber wenn ich mich da jetzt melde, dann hab ich
vielleicht schon zugestimmt, und komm dann nicht wieder raus?!

Hab wirklich keinen Bock auf dieses 'Kasperle-Theater', und stelle die alte EGV und die Zuweisung
ein.

Weiß jemand Rat?

Vielen Dank.
 

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Konstabler

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Allerdings
lief die Bewerbung aus Sicht des JC "suboptimal", mit dem Ergebnis, daß meine liebe SB nun vor
Wut schäumt. Ich habe ihr inhaltlich nichts von der Bewerbung mitgeteilt, sie aber natürlich
darüber informiert, daß ich mich beworben hätte und noch auf eine Antwort des AG warte. Dieser
hat mich nun hinter meinem Rücken denunziert (so sehe ich es jedenfalls) und das Schreiben ist
dem JC also bekannt.
Möchtest du den Text des Bewerbungsschreibens auch einstellen?
 

gizmo

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Hier mal die Standorte von MIKRO PARTNER Service GmbH

Standorte

Schein irgend etwas zu sein wie die Toysianer.

Wo sollst du den hin?
 
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xyz345

Gast
Hallo ...krille,

mir gefällt deine Bewerbung. Ehrlich! Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wieso die arge Kakerlake sich daran reibt.

Ich würde dagegen angehen, dass sie die Bewerbung niedermacht.
Ehrlich. Würde gerne deinen Schrieb einem Sozialrichter vorlegen und ihn entscheiden lassen, ob und was daran zu sanktionieren gäbe. :cool:

Ich mache gerade als Beistand dieses Theater wegen angeblicher "mangelhafter" Bewerbungen mit und mir fällt immer wieder prompt ne neue oder andersartige Strategie ein, wie Elo sich bewerben kann, ohne sich verbiegen zu müssen und trotzdem klarstellt, dass er oder sie gänzlich ungeeignet für den angebl. Job ist.
So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. :biggrin:

Deine Bewerbung ist Spitze! :icon_klatsch:
Soll SBchen mal ne Mängelliste drüber schreiben. Auf die Begründung bin echt gespannt.
Schätze aber, dass es diese nie geben würde, denn dafür bräuchte man schon ein wenig Hirn.... äh... ich lasse es jetzt lieber. :biggrin:
 
X

xyz345

Gast
@....krille
Ich habe Tränen gelacht. :icon_lol:

Ohne Humor kann man den Sch*** echt nicht ertragen. Gell? :icon_twisted:

Das machst du super!!!! :icon_klatsch: :icon_klatsch::icon_klatsch: BRAVO!
 
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ExitUser

Gast
Ich hatte heute noch nichts zu lachen - bis jetzt :icon_lol:

Die Bewerbung ist spitze :icon_daumen:

Sehr dezent!!!
 

bgekrille

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@xyz345:

Danke, danke. Ich fürchte halt nur, daß ich den Bogen diesmal ein wenig überspannt habe.

Im Kern geht es aber - wie aus dem Antwortschreiben hervorgeht - darum, daß das JC einfach nicht akzeptieren will, daß es noch immer den Art. 12 GG gibt, der uns allen das Recht gibt, unseren Beruf frei zu wählen. Und Zeitungszusteller kann ich nicht als Vollzeitjob machen (wir haben ein Fenster von 4-6 Uhr!), und daß der Staat dann vielleicht auch mal ertragen muß, daß solche Arbeitnehmer nicht so einfach in einen 2. Teilzeitjob zu vermitteln sind, und dann eben aufgestockt werden muß. Für meine SB bin ich wahrscheinlich der Prototyp desjenigen, der es sich in der sozialen Hängematte bequem gemacht hat, und das ärgert die. Mir ist schon klar, daß Grundrechte keine Absolutrechte sind, und aufgrund von Gesetzen auch eingeschränkt werden können. Aber wenn das Recht, sich seinen Beruf frei wählen zu dürfen, für den Staat nie irgendeinen Nachteil hat, weil man sagt, das öffentliche Interesse geht über das Interesse des Einzelnen, dann ist Art. 12 GG in meinen Augen Makulatur, und dies würde dann auch Art. 19 GG verletzen, der vorschreibt, daß kein Grundrecht in seinem Kern angetastet werden darf. Right?

Aber was mach ich denn jetzt bzgl. der Maßnahme??

Krille
 

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E

ExitUser

Gast
Ja, mir gefällt die Bewerbung auch. Kein 08/15-Zeugs, ehrlich, individuell.

:icon_smile:
 
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xyz345

Gast
@Krille:
Verstehe ich das richtig,
dass bei dir noch eine EGV läuft?
dass eine neue dir vorgelegt wurde, obwohl noch die alte läuft?
dass du die neue nicht unterschrieben hast?
dass du stattdessen einen VA / Zuweisung zu Dämel-Maßnahme bekommen hast?
dass du bereits sanktioniert wurdest? Wenn ja, wann und wie.

Erst danach können die Elo-Füchse Fundiertes dazu sagen.

PS: Als erstes musst du gegen die Sanktion angehen.
 

Piedro

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es kommt aus dem norden und breitet sich aus. :biggrin:


kannst du denn deinen job noch ausführen, wenn du dich derart beglücken lässt?

wenn nicht, dann geht das nicht. du würdest deine hilfsbedürftigkeit ja vergrössern. dazu darfst du auch nicht unter sanktionsdrohung aufgefordert werden, auch, wenn gruppengespräche, profiling und erarbeitung einer zielsetzung (wie putzig) ganz doll wichtig für dich sind.
 
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hass4

Gast
Ich denke auch dass du die vollkommen richtigen Worte in deiner Bewerbung gewählt hast. Wenn ich als Arbeitgeber nicht einmal den Mut habe in meiner Stellenanzeige den Dumpinglohn offen zulegen, dann muss ich mich auch nicht wundern, das man ein Stellenangebot so begegnet!

Für mich ist ein Stellenangebot, wo die Wichtigste Auskunft fehlt einfach nur unterste Schhublade.

An Hand daran kann man schon erkennen welchen Umgang der mit seinen Mitarbeitern pflegt, knechten und klappe halten, so schätze ich diesen Unmenschen ein. Reibach machen um jeden Preis auf die Knochen anderer und sich dann noch beschweren wenn ihn jemand durchschaut, pfuiii!!!
 

Konstabler

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Die Bewerbung ist ja recht lustig [:biggrin:], aber für einen Rechtsstreit meiner Ansicht nach zu grenzwertig, mit der gehst du vor Gericht baden.

Trotzdem vertrete ich die Ansicht, dass du nicht sanktioniert werden kannst, denn du hast in deiner Anhörung darauf hingewiesen, dass du wegen eines gesundheitlichen Problems nicht in diesen Job hättest vermittelt werden können.

Hier wird also die Zumutbarkeit von Arbeit gemäss § 10 SGB II berührt.

Bitte in Zukunft keine ätzenden Bewerbungstexte verfassen, überlasse Ablehnungen den Arbeitgebern, näheres kann man auch in Bewerbungsgesprächen klären, ohne sich Sanktionsbemühungen des Jobcenters auszusetzen.
 

bgekrille

Elo-User*in
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@xyz345:

01.)Na ja - die aktuelle läuft eben eigentlich nicht mehr. Sie wurde abgeschlossen für den Zeitraum 21.07.2011 - 20.07.2012

02.) Nein. Eine neue EGV ist noch *nicht* vorgelegt worden!

03.) Würde man mir wieder eine vorlegen, würde ich sie nicht unterschreiben. Versprochen!!

04.) Das ist Teil des Problems: Ich weiß eben nicht ob es ein VA (Verwaltungsakt) ist.

05.) Sanktionen wurden bisher lediglich 'angedroht' aber nicht durchgeführt!
 
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xyz345

Gast
@krille:
Du musst einen Widerspruch gegen die Sanktion einlegen (beim JC) und einen Eilantrag aufschiebende Wirkung ans SG (Kopie von JC-Widerspruch beilegen).
User "Ghansfan" würde dir sicher wegen der Formulierung helfen.

Fragen:
Wurde dir tatsächlich eine Vollzeitstelle angeboten?
Wie kommen die darauf, dass dieser Job für dich geeignet ist?

Ähem, wenn du kein Gesundheitszeugnis hast (und auch keines bekommen würdest) und auch keine geeignete Fahrgelegenheit ist doch hier bereits das Ding zu kippen.
Der Job ist denkbar ungeeignet für dich. Bedeutet, deren "Argumentation" ist voll daneben.

Deine Sanktion kommt zum 1. September, also sofort Widerspruch einlegen und EA aufschiebende Wirkung.
 
R

Rounddancer

Gast
Also ehrlich, mit der Bewerbung haste ja arg tief reingelangt. Wäre ich der Empfänger gewesen, ich hätte gedacht: "Huch, will der Bornemann wieder eine neue Ausgabe seiner Bücher "Bornemanns Briefmacken" Winfried Bornemann
herausbringen?", - oder wollen die mich für "Verstehen Sie Spaß?" verulken (und aus irgendeinem Kühlschrank spränge gleich der aktuelle Nachfolger von Kurt Felix heraus),

und hätte mich total verarscht gefühlt.

Da liegt natürlich nahe, dem Amt genervt zu schreiben:"Mein Gott, was für unpassende Bewerber schickt Ihr mir denn noch?",- und Deine Bewerbung beizulegen.

Zeitungszusteller ist kein Hauptberuf,- und solange Du Sozialleistungen beziehst, hast Du nach Kräften bestrebt zu sein, aus dem Leistungsbedarf herauszukommen. Wenn es allerdings bei der angebotenen Servicestelle wirklich nur um zwei Stunden täglich gegangen ist, dann wäre schon von der Anfahrtzeit her ein Weg gewesen, die Stelle abzulehnen.

Übrigens: Ich fürchte, das SG wird Deine Klage noch gar nicht annehmen, da erst der Amtsweg einzuhalten sein wird.
Das bedeutet, soweit ich weiß, ein fristgemäßer Widerspruch gegen den Kürzungsbescheid, dieser Widerspruch ist an Dein JobCenter zu richten,- und landet dort in der Widerspruchsstelle. Erst wenn die ablehnt, kann das m.W. zum SG ...
Aber das sollen andere Dir genauer sagen.
 

turbodrive

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@ xyz345 die Sanktion ist doch noch garnicht durch bei Ihm,somit brauch er noch nicht zu reagieren wegen Widerspruch etc. Ich denke mal auf Grund der Krankheit usw. wird es nicht dazu kommen mit der Sanktion,aber man weis nie wie die/der SB drauf ist
 
H

hass4

Gast
Die Bewerbung ist ja recht lustig [:biggrin:], aber für einen Rechtsstreit meiner Ansicht nach zu grenzwertig, mit der gehst du vor Gericht baden.

Trotzdem vertrete ich die Ansicht, dass du nicht sanktioniert werden kannst, denn du hast in deiner Anhörung darauf hingewiesen, dass du wegen eines gesundheitlichen Problems nicht in diesen Job hättest vermittelt werden können.

Hier wird also die Zumutbarkeit von Arbeit gemäss § 10 SGB II berührt.

Bitte in Zukunft keine ätzenden Bewerbungstexte verfassen, überlasse Ablehnungen den Arbeitgebern, näheres kann man auch in Bewerbungsgesprächen klären, ohne sich Sanktionsbemühungen des Jobcenters auszusetzen.

Da hast du Recht, er könnte in seiner Bewerbung ja schreiben; obwohl ich gesundheitliche Einschränkungen habe, sehe ich mich durchaus in der Lage diese Tätigkeit auszuüben, das darf man!!!
 
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