Guthaben bei Stadtwerken und die Folgen

Leser in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
E

ExitUser

Gast
Zunächst wünsche ich allen im Forum einen „Guten Tag“.

Ich poste heute zum allerersten Mal in meinem Leben eine Nachricht in einem Forum, bin völlig unerfahren mit dessen Regeln und bitte um „mildernde Umstände“ bei meinen ersten Aktionen!

Als 68 Jahre alter Alt-68er gehöre ich der wachsenden Gruppe der von Altersarmut betroffenen „Neu-Armen“ an, bekomme 345,00 €uro minus Rente plus Heizkostenpauschale (52,00 €/m).
Zu dem Problem, dessentwegen ich mich an Euch wende, gibt es bei Euch bereits einen Link, aber leider ohne Stellungnahmen und/oder Interpretationen:

https://www.elo-forum.org/search/5903.html

Das gleiche Urteil, allerdings mit einem eventuell wichtigen Nachsatz, habe ich hier noch einmal gefunden:

https://www.sozialticker.com/forum/ftopic682.html

Um am Jahresanfang 2006 nicht vor einer nicht finanzierbaren Nachforderung der hiesigen Stadtwerke zu stehen, habe ich im vergangenen Jahr aus freien Stücken und unter schmerzhaften Entbehrungen monatlich 57,00 € von meiner Grundsicherung abgezweigt. Diese habe ich zusätzlich zu dem mir vom Energie-Versorger aufgebrummten Vorauszahlungs-Betrag überwiesen. Da ich jeden Monat (und alles andere als aus freien Stücken) mehrere „kalorienfreie“ Tage einlegen muß, hätte es wenig Sinn gehabt, diese Rücklagen zu Hause in einer Geld-Kassette anzusparen. Diese hätte meine Energiekosten-Vorsorge so sicher zurückgehalten, wie der sprichwörtliche löchrige Eimer das Wasser. Zudem habe ich schon vor Jahren eine EV abgegeben. Bei einem jederzeit denkbaren Besuch des GVs, wäre meine Heizgeld-Rücklage zu dessen leichter Beute geworden.
Wollte ich für die Jahresabrechnung sicher vorsorgen, blieb mir also gar keine andere Wahl, als meine monatliche Vorauszahlung nach bestem Wissen und Gewissen nach oben anzupassen und den Stadtwerken direkt anzuweisen.
Tatsächlich überstieg mein Jahresverbrauch für Gas (ausschließlich Heizung) und Strom (alles übrige) den von den Stadtwerken zu Beginn des Jahres 2005 hochgerechneten Betrag letztendlich um 318,98 €. Da ich im Berechnungszeitraum 627,00 € (also diese 11 * 57,00 €uro) zusätzlich eingezahlt hatte, blieb ein Betrag von 308,02 € zu meinen Gunsten übrig.
Über diesen schon im Spätherbst absehbaren Geldbetrag hatte ich vorab verfügt und mir ein dringend benötigtes, solides Bett mit Matratze ersteigert. Mein Neffe hat mir das Geld dafür vorgeschossen.

Da ich in keinem Monat mehr als 50,00 € zum Leben habe (wie anscheinend eine Vielzahl der Hilfesuchenden Eures Forums), war ich entsetzt und wütend, als mir das hiesige Sozialamt meinen Heizkostenzuschuß für den Monat März 2006 mit der nachfolgenden Begründung strich und mir 52,00 € weniger überwies als üblich.

Originalzitat meines Bescheids vom 06. März 2006 (Sachbearbeiterin: Frau xyz):

„Ihre persönlichen und/oder wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich geändert.“

Da die erste Abschlagszahlung [gemeint ist die erste Abschlagszahlung 2006/2007 an die hiesigen Stadtwerke in Höhe von 180,00 €, Anmerkung Phil] im März 2006 mit dem vorhandenen Guthaben verrechnet wird, kann die Abschlagszahlung im März nicht als Bedarf berücksichtigt werden.
Grundsätzlich ist Guthaben nach § 82 SGB XII als Einkommen anzurechnen. Das Restguthaben in Höhe von 128,02 € bleibt anrechnungsfrei, da es aus eigenen Mitteln bestritten wurde.

Meine tatsächlichen Aufwendungen für Heizung beliefen sich im vergangenen Jahr auf genau 573,90 € (außer der Heizung läuft bei mir alles auf Strom!), von denen mir bisher nur 11 * 52,00 € erstattet worden sind, ergo 572,00 €.
Ich habe das Guthaben 2005 bei den Stadtwerken in erster Linie für den schlecht kalkulierbaren Stromverbrauch angespart.

Kann einer von Euch erfahrenen Ratgebern etwas mit dem folgenden Link anfangen,

https://sozialhilfe24.de/sozialhilfe-forum/viewtopic.php?p=20268

und hier vor allem mit dem 9. Posting (Moderatorin Mandy): „Ja, deshalb kannst Du Guthaben aus der Stromabrechnung auch behalten.“

Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie ich doch noch an meine so dringend benötigten 52,00 € Haushaltsgeld März kommen kann?

Liebe Grüße an Euch alle und Dank im voraus! Phil
 

Quirie

0
1. Priv. Nutzergruppe
Mitglied seit
23 Mrz 2006
Beiträge
627
Bewertungen
3
Euklid meinte:
Über diesen schon im Spätherbst absehbaren Geldbetrag hatte ich vorab verfügt und mir ein dringend benötigtes, solides Bett mit Matratze ersteigert. Mein Neffe hat mir das Geld dafür vorgeschossen.

Da bisher nicht klar ist , ob das Urteil rechtskräftig geworden ist, sind Interpretationen derzeit müßig. Übrigens können die auch von Gericht zu Gericht sehr unterschiedlich ausfallen.

Hat Dein Neffe sich die Forderung gegen die Stadtwerke denn nicht schriftlich abtreten lassen, als er Dir das Geld geliehen hat?

Der Vorgang ist doch sicher nachvollziehbar.
 

Rote Socke

0
1. Priv. Nutzergruppe
Mitglied seit
17 Sep 2005
Beiträge
1.034
Bewertungen
62
Hallo Euklid,

bei meiner Freundin ist es das gleiche Problem.
Siehe:

https://www.elo-forum.org/search/?type=post?t=6867&lighter=

Haben eine Rechtsanwältin eingeschaltet.
Sie meinte, als sie den Brief der ARGE las, das es alles Unsinn ist, was die ARGE schreibt. :laber:

Meine Erfahrung wenn man heute arbeitslos wird:

Rechtsanwalt suchen ist wichtiger als einen Job zu suchen.
Arbeitsplätze mit richtiger Bezahlung gibs eh nicht.

Solidarische Grüße
Rote Socke
 
E

ExitUser

Gast
Auf alle Fälle nicht vergessen, innerhalb der Frist Widerspruch einzulegen.

Tut mir leid, Barney, daß es mit der Bestätigung Deines Vorschlags so lange gedauert hat. Aber ich wußte nicht, wie man innerhalb eines Threads eine "Antwort" schreibt. Bin halt noch ein Newbie auf Eurem Claim.

Werde morgen meinen Widerspruch persönlich im Sozialamt abgeben und den Eingang per Stempel bestätigen lassen. Dann werde ich erst einmal abwarten, was sich tut und Euch informieren. Sieht so aus, als hätte nicht nur ich dieses spezielle Problem.
Vielen Dank auch für die anderen Antworten. Werde diese übers Wochenende erst einmal ein bißchen analysieren.

Lieben (und soldarischen) Gruß Phil
 

jones

0
Standard-Nutzergruppe
Mitglied seit
31 Mrz 2006
Beiträge
18
Bewertungen
0
Euklid meinte:
„Ihre persönlichen und/oder wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich geändert.“

Das Schlimmste daran ist diese unerträgliche Unlogik, was natürlich den Verdacht der Willkür aufkommen lässt bzw. auf die Geistlosigkeit der Bearbeiter/innen hinweist und weiterhin dann den allgemein bekannten Zorn im Bauch verursacht.

Phils Verhältnisse haben sich natürlich nicht verändert, ausser wenn das Amt seine Zahlungen an Phil verändert hätte, sprich ihm mehr oder weniger monatlich überwiesen worden wäre. Tatsächlich hat Phil lediglich seine alltägliche Lebensgestaltung, deren wirtschaftlicher Rahmen durch die unverändert gebliebenen Zahlungen der Arge vordefiniert wird, an eben diese Zahlungen adaptiert. Und je geringer die staatliche Unterstützung, um so mehr muss Phil sich anpassen. Tut er genau dies, wird es ihm zum Verhängnis. Man erzeugt künstlich und ohne Not Phils persönlichen Teufelskreislauf.
Ich kann den Zorn bereits wieder spüren und ich hoffe ich bin nicht der einzige.

jones
 

T400

0
Standard-Nutzergruppe
Mitglied seit
13 Mrz 2006
Beiträge
78
Bewertungen
0
@ Jones

Nein, bist Du nicht, ich spüre es auch...

*kopfschüttel* *kopfschüttel* *kopfschüttel* :hmm:

Grüße
T400
 
E

ExitUser

Gast
Das Heidelberger Amt für Soziale Angelegenheiten und Altenhilfe hat wöchentlich an insgesamt zwei Vormittagen Publikumsverkehr, und zwar dienstags und freitags jeweils von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr, außerhalb dieser Zeiten (und dann vermutlich nur ungern) nach Vereinbarung.
Heute ist auf den Fluren nur hier und da ein vereinzelter Clement’scher „Hartz4-Schmarotzer“ und/oder „Al2-Parasit“ zu sehen, der auf seine Anhörung wartet.

Meinen schriftlichen Widerspruch habe ich so kurz gefaßt, wie nur irgend möglich:

„Gegen den an mich ergangenen Bescheid vom 06. März 2006 lege ich hiermit fristgerecht Widerspruch ein.“

Die Frage, ob ich keine Begründung für meinen Widerspruch angeben möchte, beantwortet meine SB für sich selbst. Der bisheriger Schriftverkehr sei aufschlußreich und stringent und läge ihr schließlich vor.
Nachdem sie das Duplikat meines Widerspruchs mit Eingangsstempel und Unterschrift versehen hat, eröffnet sie mir noch, daß die Bearbeitung des Widerspruchs dauern könne, sie rechne da mit mindestens zwei Monaten.
So lange sie die vom Gesetzgeber vorgegebene maximale Bearbeitungszeit von drei Monaten nicht überschreite, würde ich mich, nolens volens, in Geduld üben. Danach müsse sie jedenfalls mit einer Untätigkeitsklage von mir rechnen.

Ich bin mir sicher, daß meine SB weiß, daß es mir damit Ernst ist.

Mein letztes Schreiben an sie hatte geendet:

„Von Ihrem Amt im Stich gelassen, und weil das gestern zwischen uns verhandelte Problem auch für andere Bezieher von Grundsicherung relevant sein dürfte, habe ich mich entschlossen, diesen Fall, auch im Interesse der vielen anderen armen Bürger diese Landes, die nicht über meine Eloquenz und Unerschrockenheit verfügen, auf zusätzlichen außerparlamentarischen Ebenen auszufechten. Ich hoffe auf Ihr Verständnis für diese von Ihnen vermutlich so nicht vorhergesehene Entwicklung.“

Eine dieser zusätzlichen außerparlamentarischen Ebenen ist das elo-Forum.
Sowie ich Neues zu berichten habe, vor allem „wenn sich meine persönlichen und/oder wirtschaftlichen Verhältnisse wieder einmal geändert haben“, werdet Ihr es von mir erfahren!

Bis dahin! Vielen Dank für Eure Empathie

Phil
 
E

ExitUser

Gast
Zu eben diesem Thema, Rückzahlung von Stromkostenguthaben, lief bis kurz vor deine Anfrage hier im Forum die Mitzeichnung bei einer Petition im Deutschen Bundestag. Ich habe sie noch mitgezeichnet.

Lesen kann man sie gewiss noch. Auf der Seite des Deutschen Bundestages bei den Petitionen.

Überhaupt eine sehr interessante Seite. Ich habe gleich noch ein paar weitere Petitionen mitgezeichnet und beim Durchsehen der Mitzeichner eine Menge Unterschriften von Bekannten aus den Foren hier getroffen.

Leider gelingt es mir nicht, die site hierher zu verlinken. Daher meine Bitte, schaut mal von Zeit zu Zeit dort rein.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten