gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sonst rentenentzug

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ramit

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hatte vor kurzem psychooogiusche begutachtung wegen der em rente.
dort wurde ich vom gutachter der Rentenversicherung respektlos behandelt.
er hat mir vorgeworfen ich würde mich nicht behandeln lassen.
ausserdem solle ich bestimmte medikamente nehmen, weil der gutachter das sagt.er sagte irgendwas müsse passieren, ich müsse jetzt endlich psychopharmaka nehmen.michhat er gar nicht zu wort kommen lassen.
daraufhin kam einschreiben der versicherung, das sie mir die rente entziehen wollen.

darf mir der gutachter das vorschreiben?
 
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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Hat während Deiner Krankengeschichte schon ein anderer Arzt zu diesen Medikamenten geraten bzw. Dir die verordnet?
 

elo237

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

ein Gutachter kann Dir keine Medikamente aufzwängen

was sagen die normalen Ärzte ?

am besten Anwalt aufsuchen

so ein Gutachten würde ich in den Zustand gegenstandslos bringen
mit Hilfe von Anwalt :icon_hihi:
 

saurbier

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Hallo,

also ich wäre hier etwas vorsichtiger, zumal hier niemand die genaueren Hintergründe kennt - meine Vermutungen mal aussen vor -.

Es ist wie immer eine weit verbreitete Meinung, dass der Rententräger einen nicht zur Mitarbeit einer Genesung zwingen kann.

Nun gut, zwingen (handfeste Gewalt) kann man niemanden, allerdings die Rechtslage sehr konsequent umsetzen, dass darf der Rententräger.

Empfänger einer EMR verpflichten sich letztendlich alles dran zu setzen um eine Verbesserung des aktuellen Gesundheitszustandes zu erreichen, bzw. alles zu unterlassen was den aktuellen Gesundheitszustand verschlechtern könnte (Kleingedrucktes).

Kommt der oder die Gutachter der Rentenversicherung zu der Auffassung das ein EMR hier zuwider handelt, dann wird die Rentenversicherung ihrerseits schauen wie sie die Rentenzahlung einstellen kann.

Dises Thema haben wir hier vor kurzem eh schon mal lang und breit ausdiskutiert.

Letztendlich ist der Rentenempfänger beweispflichtig. Er muss den Nachweis erbringen das er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erwerbsfähig sein kann und deshalb einer Rente bedarf. Im bestreitensfall eben mit Gutachten vor Gericht.

Die Rentenkasse hat es hier viel einfacher, denn dort kann man sich locker zurück lehnen und jeden noch solange laufenden Streitfall abwarten.

Selbst eine EMR auf Zeit läuft mit Termin aus und wird nur bei entsprechender Beweislage (Ärztliche Atteste etc.) erneuert.

Aber auch eine EMR auf Dauer kann jederzeit von der Rentenkasse neu überprüft und ggf. aufgehoben werden, denn eine spätere Prüfung behält sich die Rentenkasse immer vor.

Kommt hier nun ein Rentengutachter zur Auffassung das der EMR Bezieher seine gesundheitlichen Einschränkungen mit einer entsprechenden Behandlung (ganz gleich welcher Art und Weise) verbessern könnte, darf die Rentenkasse dies sehr wohl zum Anlass nehmen über die EMR abzuwägen.

Dem EMR stet es frei dagegen in Widerspruch zu gehen und mittels eigenem Gutachten gegen zu steuern, auch sich durch einen eigenen Anwalt dabei vertreten zu lassen.

Steht die gutachterlicher Stellungnahme im Zusammenhang mit einer neuerlichen Verlängerung so dürfte man hier allerdings schlechte Karten haben.

Die dürfte die Rentenkasse aufgrund einer solchen gutachterlichen Stellungnahme sicher nicht ohne weiteres verlängern.

Hier bliebe nur der Weg eines längerwirigen Prozessverfahrens vor dem SG mit oder ohne Anwalt, wobei der betroffenen Person ab dem Tag des Ablaufes der bisherigen Rentenbewilligung eben keine Rente mehr gezahlt wird.

Wenn der TE sich weigert Medikamente zu nehmen, aus welchen Gründen auch immer sei mal dahin gestellt, dann muss er dies eben im Widerspruchsverfahren (was wohl negativ ausgehen dürfte) als auch im Klageverfahren dem Gericht darlegen warum er dies nicht will/macht.

Man sollte dabei nicht unbeachtet lassen, dass hier auch das Alter des TE mit Sicherheit eine große Rollen spielen wird.

Bevor hier jetzt wieder böse Sprüche kommen wie - man kann niemanden zwingen Medikamente zu nehmen etc. -, die Rentenkasse zwingt niemanden, sie stellt einfach die Zahlung zum Bewilligungsende ein. Damit liegt der Schwarze Peter beim Betroffenen, der dann den Beweis erbringen muss das er a) so krank ist das er eine Rente benötigt und b) auch ohne Medikamente eine gesundheitliche Verbesserung erzielen kann, bzw. eine Verschlechterung vermeidet. Nochmals je jünger die Person - je schwieriger wird dies -.



Gruss saurbier
 

Doppeloma

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Hallo saurbier,

besser hätte ich das auch nicht beschreiben können und das sage ich unter dem Aspekt, dass auch ich keine Psychopharmaka über längere Zeit eingenommen habe und auch aktuell nicht einnehme.

Allerdings hat man auch nie versucht mich "dazu zu zwingen", es gab aber auch klare Hinweise /Nachweise dazu, dass es damit auch nicht besser werden wird ... denn Garantien dafür können auch Gutachter nicht abgeben und schlucken muss man Medikamente immer noch selber.

Es ist allerdings müßig sich damit die EM-Rente (Verlängerung vermutlich) einfordern zu wollen, dass man sich "strikt weigert", das überhaupt in Erwägung zu ziehen, das habe ich nie getan, es gab genug tatsächliche medizinische Gründe, die eher dagegen gesprochen haben, sich hier auf gefährliche "Experimente" einzulassen.

Das haben später auch die Gutachter vom Gericht klar erkannt und anerkannt, aber auch für mich war das ein weiter und keineswegs einfacher Weg ... denn ich wollte ja selber auch, dass es mir mal wieder besser gehen kann.

Die aktuelle Entscheidung kann man nur nach gründlicher (auch medizinischer) Prüfung des Gutachtens in Frage stellen (lassen), denn die die oft sehr abwegige "Gedankenwelt" besonders der DRV-Gutachter ist mir ja auch nicht unbekannt und das betrifft nicht nur die Vorstellungen zur (vermeintlich) notwendigen Medikation.

Letztlich wird die DRV natürlich jede Möglichkeit nutzen eine EM-Rente zunächst NICHT (mehr) zahlen zu müssen wenn es irgendwie geht ...

Bei einer EM-Rente ohne Befristung sieht das doch etwas anders aus, denn da muss (über den gesamten Rechtsweg) weitergezahlt werden, bis mal (durch die DRV !) bewiesen wäre, dass der EM-Rentner wirklich durch diese oder jene Maßnahme wieder Erwerbsfähig werden "könnte" bzw. auch schon geworden IST ... :icon_daumen:

Hier sind allerdings durch den § 65 SGB I die medizinischen "Eingriffe" sehr eingeschränkt, zu denen man dafür "gezwungen" werden könnte ... auch Medikamente sind ein "Eingriff in die körperliche Unversehrtheit" ...

Die EM-Zeitrente läuft eben einfach ab und dann gibt es kein Geld mehr, steht ja in jedem Bescheid auch so drin, dass es dafür keiner besonderen Information mehr bedarf, wenn diese Rente durch die DRV nicht rechtzeitig verlängert wurde, das brauchen die also nicht extra zu erklären.

MfG Doppeloma
 
E

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Ist es strikte Verweigerung den Medikamenten gegenüber? Oder hast man Angst, durch Medikation wie durch ein Wunder von jetzt auf gleich komplett zu genesen?

Auch ich würde gerne auf meine Psychopharmaka verzichten, muss jedoch bei jedem Absetzungsversuch feststellen, dass ich zum halben Soziopathen werde.
Da beiße ich lieber in den sauren Apfel und schlucke das Zeug- auch mit 36 Jahren.

Meine Rente wurde viemal geprüft, beim letzten Mal wurde sie dann unbefristet ausgestellt.
Und ich bin in all der Zeit in die Klinik gegangen, habe Therapie gemacht und Medis geschluckt.
 

ramit

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

muss dazu anmerken,dass ich täglich mehrere midkamente sowieso schon nehmen muss, und diese psychopharmaka würden starke nebenwirkungne haben, und auch zu sehr in meine persönlichkeit einschreiten.
ausserdem würde einesolche therapie (meine) probleme wohl auch nicht lösen.
ich kann ja nicht dinge einnehmen oder machen, von denen ich nicht selbsr überzeugt bin das sie mir helfen.
 

elo237

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

muss dazu anmerken,dass ich täglich mehrere midkamente sowieso schon nehmen muss, und diese psychopharmaka würden starke nebenwirkungne haben, und auch zu sehr in meine persönlichkeit einschreiten.
ausserdem würde einesolche therapie (meine) probleme wohl auch nicht lösen.
ich kann ja nicht dinge einnehmen oder machen, von denen ich nicht selbsr überzeugt bin das sie mir helfen.

na dann bleib ich mal ganz gepflegt bei meiner Meinung aus #3
 
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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Zwingen kann einen ohnehin niemand. Man muss nur dann mit möglichen Konsequenzen umgehen bzw. vorgehen.
Meine Persönlichkeit verändern die Dinger auch- zum Glück.
Und mein Problem hat die Therapie in über 17 Jahren auch nicht gelöst.
 

gelibeh

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

@ramit, wichtig ist, was Dein Arzt meint. Wenn der nicht hinter Dir steht, dürfte das mit einem Klageerfolg schlecht aussehen.
 

ramit

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

@ramit, wichtig ist, was Dein Arzt meint. Wenn der nicht hinter Dir steht, dürfte das mit einem Klageerfolg schlecht aussehen.

naja klage steht ja noch nicht an.

ichhabe mehrere ärzte, die stehen auhc nicht so hinter mit bzw. hinter dem was ich will..das hat aber denke ich mal eher menschliche gründe...viele ärzte wollen auch nicht hinnehmen, das gerade jüngere leute von sozialleistungen leben und angeblich nicht arbeiten (wollen)...
 

Muzel

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Nur ein kassenzugelassener Arzt darf Pillen auf Kassenrezept verschreiben. Der Gutachter arbeitet für die DRV und nicht für die Kasse, also darf er dir keine Medikamente verordnen. Er hat auch nicht die Möglichkeit dem behandelnden Arzt irgendwas vorzuschreiben. Nur der behandelnde Arzt darf Medikamente verordnen. Wenn du keine verordnet bekommst, brauchst du sowieso keine zu schlucken. Bei auftretenden Nebenwirkungen haftet der behandelnde Arzt. In der Ärztezeitung wird laufend vor Medikamenten mit gefährlichen Nebenwirkungen gewarnt .
Ich selbst bin Schlafwandler mit PTSD, was der Gutachter wusste. Mein Rentengutachter meinte auch, dass ich Psychopharmaka schlucken sollte, die mir niemand verordnet hat. Aber eigentlich hätte der oberschlaue DRV-Gutachter wissen müssen, dass die Psychopharmaka die Tiefschlafphase verlängert und in dieser Zeit das Schlafwandeln stattfindet. Ich wollte schon in diesem Zustand das Haus verlassen und habe Tabletten geschluckt. Das ist wirklich nicht lustig.
Jedenfalls brauchst du Ärzte, die hinter dir stehen, wenn du das Verfahren weiter führen willst.
 

Muzel

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Wenn der Gutachter ein Psychologe und kein Arzt war, kennt er sich so wieso mit Pillen nicht aus und darf auch keine verschreiben.
 
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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Ist das so? In der Rehaklinik haben die DRV-Ärzte (die begutachten auch), bei Bedarf Medikamente verordnet. Mir auch.
 

Muzel

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Die Klinik (juristische Person) hat die Kassenzulassung. Wenn du entlassen wirst, dürfen die dir nur Pillen mitgeben, bis du einen Arzt aufsuchen kannst. Selbst der Oberarzt hat selbst in der Regel keine Kassenzulassung.
 
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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

@Muzel: was Du schreibst, ist alles richtig.

In diesem Fall wirkt es aber so, als würde der TE grundsätzlich die Einnahme von Medikamenten verweigern oder auch sonstige Behandlungen, obwohl seine behandelnden Ärzte dazu raten.

Der Gutachter kann das in der Tat nicht entscheiden. Aber da der TE schreibt, seine Ärzte stünden auch nicht hinter ihm. Da wirkt es ein wenig so, als würde er sich gar nicht wirklich behandeln lassen bzw. die vorgeschlagenen Behandlungen immer ablehnen. Und da hat dann so ein Gutachter leider schon das Recht zu entscheiden: der lässt sich nicht behandeln.

Und das ist dann ähnlich wie beim ALG II. Da bin ich verpflichtet, mich um Arbeit zu bemühen, sonst erlischt mein Anspruch. Und bei der Rente (das beginnt ja shcon vorher beim Krankengeld) muss ich mich um Genesung bemühen.
 

Muzel

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Es ist schon so, wenn einer richtige Schmerzen hat, unternimmt er was dagegen.
Bei psychischen Erkrankungen wird oft nur die Umwelt gestört, der Erkrankte hat keine Einsicht.
 

ramit

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

ich hab neben der psyche auch nochandere körperliche erkrankungen (wegen denen ich auch inbehand. bin) , muss deswegen auch medikamente täglich nehmen, und ich will wegen der nebenwirkungen etc diese psychopharmaka nicht nehmen.

ausserdem finde ichesfragwürdig, mich sozusagen "pillenfressend arbeitsfähig" zu machen, hiesse, ich müsse um dauerhaft arbeiten gehen zu können, immer diese schweren psychopharma schlucken.
das kann do ein neurologe - gutachter der drv doch nicht ernst meinen bzw. mir zumuten.
 

ramit

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

ich hab neben der psyche auch nochandere körperliche erkrankungen (wegen denen ich auch inbehand. bin) , muss deswegen auch medikamente täglich nehmen, und ich will wegen der nebenwirkungen etc diese psychopharmaka nicht nehmen.

ausserdem finde ichesfragwürdig, mich sozusagen "pillenfressend arbeitsfähig" zu machen, hiesse, ich müsse um dauerhaft arbeiten gehen zu können, immer diese schweren psychopharma schlucken.also jeden tag.ich hab auch viel zu viel angst, wie die auf meine psyche und persönlichkeit wirken (escitalpram)
das kann do ein neurologe - gutachter der drv doch nicht ernst meinen bzw. mir zumuten.
....
 
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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

@ramit: ich denke, wir können das hier - also ich jedenfalls nicht - nicht wirklich beurteilen, ob Medikamente hilfreich, vielleicht sogar notwendig wären.

Das ist bei psychischen Erkrankungen immer heikel.

Aber bei einem kann ich Dich beruhigen: Escitalopram ist harmlos. Das habe ich auch schon mal probiert. Es hat meine Persönlichkeit null verändert. Aber ich war, wie immer bei Psychopharmaka, einfach nur müde den ganzen Tag. Daher hab ich das nach einer Weile in Absprache mit dem Arzt abgesetzt.

Aber Du musst jetzt keine Angst haben bei solchen Medikamenten, dass die Dich grundlegend verändern. Bei mir hat das Zeug außer Müdigkeit nie irgendwas bewirkt. Daher nehme ich solche Medikamente, nachdem ich etliche probiert habe, auch nicht mehr. Ich finde es sinnlos bei Depressionen, was zu schlucken, von dem man noch müder und antriebsloser wird. Ich kenne aber Leute, denen das echt geholfen hat. Von daher: Teufelszeug ist das Dir empfohlene Medikament meiner Erfahrung nach nicht. Es hat bei mir nur eben nix bewirkt. Nichts Positives, aber von der Müdigkeit abgesehen auch nichts Negatives.
 

jupiter99

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Hallo,
Wer glaubt mit Psychopharmaka wird innerhalb von Tagen oder Wochen eine über Jahre anhaltende psychische Störung einfach mal so weggeblasen, irrt gewaltig.
Warum haben wir denn dann 2-3 Millionen Depressive oder Menschen mit Angsterkrankungen, Burnout, Zwangsstörungen?
Opipramol, Venlafaxin, Cipralex, Doxepin. Alles Wundermittel?? Von wegen. Ich bin in foren, in denen Teilnehmer über schwerste Entzugserscheinungen und Persönlichkeitsveränderungen berichten.
Das sind Tatsachen, da kann mir jeder Arzt erzählen was er will, die meisten Ärzte haben keine Ahnung von den Pillen, sie müssen sie ja nicht selbst nehmen. Wenn Du beim Arzt dein Rezept bekommst und die Praxis verlassen hast bist Du schon vergessen. Wenn das Zeugs nicht hilft, heisst es erst mal, Dosis war zu niedrig.
Wenns dann immer noch nicht hilft, nächstes Antidepressiva oder Antineuroleptika probieren. Die Wirkstoffe greifen massiv ins Zentrale Nervensystem ein worunder manche noch jahrelang leiden.
In einem Bericht schreibt eine Frau von ihrem Mann der z.B. Seroquel verschrieben bekam:"vom liebenswerten Menschen zum Zombie"

Ich halte es für Körperverletzung wenn ein Mensch gezwungenermaßen Psychopharmaka nehmen muss.

Vor 50 Jahren gab es noch keine AD, aber es gab damals weniger psychisch Kranke als heute.
Jeder sollte wissen warum. Immer schneller, effizienter, leistungsorientierter, besser!!
Nee, ich mach da nicht mehr mit.

Um den Forderungen der DRV nachzukommen(Mitwirkung) würde ich eine Psychotherapie beginnen.
Und wenn der TE sich regelmäßig ein Rezept vom Psychiater holt muss er die Pillen ja nicht zwangsläufig auch schlucken!
Oder er hat starke Nebenwirkungen, wer kann das Gegenteil beweisen??

Gruss jupiter
 

Muzel

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Bei vielen psychisch wirkenden Medikamenten steht auch auf dem Beipackzettel, dass man nicht mehr Auto fahren und Maschinen bedienen darf. Also, wie soll man da noch arbeiten?
 
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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Bei vielen psychisch wirkenden Medikamenten steht auch auf dem Beipackzettel, dass man nicht mehr Auto fahren und Maschinen bedienen darf. Also, wie soll man da noch arbeiten?

Das sagt einem ärztlicherseits niemand u. interessiert gewissermaßen die Ärzte auch nicht.
Zu meinen ohnehin schon länger feststehenden Einschränkungen sind noch welche hinzugekommen.
Wo man damit plus Alter noch einen Job kriegen soll....... keine Ahnung!
 

Doppeloma

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Hallo Muzel,

Bei vielen psychisch wirkenden Medikamenten steht auch auf dem Beipackzettel, dass man nicht mehr Auto fahren und Maschinen bedienen darf. Also, wie soll man da noch arbeiten?

Das steht auch bei vielen Medis drin, die nicht auf die Psyche wirken (sollen, bei Beta-Blockern z.B.) aber es steht auch dabei, dass man eine Selbstverantwortung hat ehe man sich ans Steuer setzt und diese Nebenwirkungen eher am Beginn der Einnahme und/oder bei Dosisänderungen auftreten.

Die Gutachter (von den Rententrägern teilweise sogar vom SG beauftragte) sehen das oft ein wenig anders ... es geht nur darum die Leute Erwerbsfähig "schreiben" zu können, so ist es auch "kein Problem" einfach mehr und höher dosierte Opiate zu nehmen, um dann (angeblich) ohne Schmerzen Vollzeit zu arbeiten.

Das Zeug beeinträchtigt dann (noch stärker vermutlich) die Teilnahme am Straßenverkehr (oder überhaupt am Leben ???) und Maschinen "bedienen" sollte man dann besser auch nicht mehr, aber "Maschinen reinigen" wurde meinem Männe als noch machbar, in dieses Gutachten geschrieben ... :icon_motz:

Inzwischen nimmt er sogar Morphine ein (die Schmerzen wurden auch ohne Vollzeitarbeit immer stärker) und fährt trotzdem noch gelegentlich Auto, eben nur dann wenn es ihm dafür auch gut genug geht ... nach seinem eigenen Empfinden.

Der Körper gewöhnt sich an Vieles wenn er muss, aber man hat auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung mit solchen Medikamenten, verboten hat ihm das Autofahren aber deswegen noch Niemand offiziell.

Allgemein halte ich es aber für sehr bedenklich, wenn man spezielle und sehr starke Medikamente einnimmt und Ärzte (besonders Gutachter, die den Patienten gar nicht gut genug kennen) meinen, "es darf ruhig noch deutlich mehr davon sein", dann wäre es kein Problem "ganz normal täglich zu arbeiten" ... nur damit die DRV keine EM-Rente zahlen braucht ... :icon_neutral:

Im Sport würde man das "Doping" nennen und dort ist das verboten, im Berufsalltag (der ja immer über-fordernder und hektischer wird) soll das also inzwischen "selbstverständlich" sein und wird von "Ärzten" sogar gefordert ... :confused:

MfG Doppeloma
 

saurbier

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AW: gutachter will mich verpflichten psychische medikamente zu nehmen, sont rentenent

Hallo jupiter99,

Wer glaubt mit Psychopharmaka wird innerhalb von Tagen oder Wochen eine über Jahre anhaltende psychische Störung einfach mal so weggeblasen, irrt gewaltig.

Wer behauptet denn hier sowas. Bitte richtig lesen.
Ich bin auch davon überzeugt, dass sowas kein vernünftiger Arzt sich anmassen würde sowas zu behaupten.

Psychische Therapien sind langwirig angelegt.

Warum haben wir denn dann 2-3 Millionen Depressive oder Menschen mit Angsterkrankungen, Burnout, Zwangsstörungen?

Nun ja, darüber könnte man sicherlich eine ausgiebige Diskussion starten. Burnout ist eh eine neue Modekrankheit die aus Amerika zu uns rüber geschwappt ist. Das sind ausgebrante Menschen - hierzulande ist komischer Weise überwiegend von Beamten zu hören und dort wiederum vermehrt die Lehrerschaft -.

Aber mal ganz abgesehen davon, dass Burnout vermehrt auftritt dürfte sicherlich auch damit zusammenhängen das der berufliche Stress immer mehr zunimmt (was früher drei machten muss heute eine Arbeitskraft erledigen, weil es den Firmen sonst zu teuer wird) und ganz nebenbei die soziale Sicherheit (fester Arbeitsplatz) von immer geringerer Bedeutung ist. Heutzutage arbeiten immer weniger mit einem festen Arbeitsvertrag, da sind ZAF´s und heuer und feuer die ersten Ansrechpartner der Unternehmen. Wo keine Absicherung mehr gegeben ist, da schleicht sich die Angst um die Zukunft ein und das nagt eben bei vielen an der Psyche.

Und richtig, psychisch Kranke gab es hierzulande schon immer, wurde aber unterm Deckel gehalten, denn darüber redete man ungerne. Heute ist das anders und deshalb gibt es auch immer mehr solcher Fachärzte.

Ganz am Rande hat Burnout für die Ärzteschaft auch seine guten Seiten, denn damit lässt sich für diese Gruppe viel Geld verdienen. Psychische Krankheiten spielen sich eben eher im Kopf ab, da kann man schlecht echte Beweise für vorlegen, ganz anders bei körperlichen Probleme wie LWS/Hüfte/Schulter oder Organleiden wie Herz/Lunge/Leber oder Nieren welche mit den allgemeinen diagnostischen Methoden nachzuweisen sind.

Sei (seit) mir nicht böse, aber ich kenne einige Leute (auch einen der mit 20 Anfing) die mit psychischen Problemen aus dem Arbeitsleben ausgestiegen sind und jetzt ein sicherlich bescheidenes aber viel ruhigeres Leben führen.

Opipramol, Venlafaxin, Cipralex, Doxepin. Alles Wundermittel?? Von wegen. Ich bin in foren, in denen Teilnehmer über schwerste Entzugserscheinungen und Persönlichkeitsveränderungen berichten.

Na ja, Medikamente sind eh keine Wundermittel. Dem einen helfen sie , dem anderen wieder nicht. Dafür gibt es ja soviel unterschiedliche.

Was heisst hier schon Entzugserscheinungen und Persönlichkeitsveränderungen. Ich nehme seit Jahren schon BTM, na klar gäbe es da Entzugserscheinungen wenn ich die von heute auf morgen absetzen würde. Nur warum sollte ich ein Medikament plötzlich absetzen, wenn es mir doch hilft mit meinen Schmerzen besser leben zu können.

Persönlichkeitsveränderungen hatte ich bereits durch meine unerträglichen Schmerzen bevor dies durch die Behandlung bei meinem Schmerztherapeuten erst wieder erträglicher wurde. Alleine nach der ersten Woche stationärer Behandlung mit einer Schmerzpumpe war ich wie ausgewechselt, was alle meine Bekannten sofort bemerkten. Ja ich weis auch von Amitiptylin das dies eine Leck mich am A.. Mentalität auslösst und man zu anfangs zu nichts im Stande ist, dies gibt sich aber nach einigen Tagen wenn der Medikamentenspiegel aufgebaut ist, aber das Plus ist dann das dies auch die täglichen Schmerzen erträglicher macht.

Es ist eben immer die Frage was ich will, weniger Schmerzen im täglichen Leben oder ein weiter so wie bisher.

Ich halte es für Körperverletzung wenn ein Mensch gezwungenermaßen Psychopharmaka nehmen muss.

Nochmals in Deutschland werden keine Menschen gezwungen (mit Knüppel) Medikamente zu nehmen, die sie nicht nehmen wollen.

Allerdings kann man eine damit im Zusammenhang stehende öffentliche Leistung sehr wohl abhängig machen.

Um den Forderungen der DRV nachzukommen(Mitwirkung) würde ich eine Psychotherapie beginnen.
Und wenn der TE sich regelmäßig ein Rezept vom Psychiater holt muss er die Pillen ja nicht zwangsläufig auch schlucken!
Oder er hat starke Nebenwirkungen, wer kann das Gegenteil beweisen??

Ganz genau, so könnte man verfahren.

Aber bitte sehr vorsichtig, denn so manches Medikament lässt sich im Blut bzw. Urin nachweisen.

Mein Freund ist genauso wie ich BTM Patient und der musste vor jeder neuen Verordnung durch die Uni-Klinik vorher eine Blutprobe abgeben. Na ja sein BTM (300 Tabletten) hätte er ja auch gut am Bahnhof den Jankies gegen gutes Geld verkaufen können, anstatt sie selbst zu nehmen.


Gruss saurbier
 
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