Gutachter der DRV hat meinem Hausarzt einen Zettel geschrieben

Anaid

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Hallo,
ich war in der letzten Woche bei zwei Gutachtern wegen meines Antrags auf Erwerbsminderungsrente.Diese Gutachter wurden mir von der DRV benannt.
Der 1. war ein Internist, die Begutachtung dauerte 3 Stunden und er hat mich komplett auf den Kopf gestellt mit sämtlichen technischen Untersuchungen und auch Fragestellungen.Bei Ihm konnte ich mich noch ganz gut Zusammenreißen.

Der 2. Gutachter war ein Neurologe/Psychater.Ich hatte einen Schlaganfall.Bei Ihm bin ich dann völlig zusammengebrochen und hab eigentlich nur die ganze Zeit geheult.Es mussten immer wieder Pausen eingelegt werden.
Am Ende bekam ich dann einen Zettel für meinen Hausarzt wo draufstand v.a Deppression/Agoraphie mit massiven Vermeidungstendenzen/v.a( irgendwas was ich nicht lesen kann)DD: hypertensive Krisen-Empfehle mediz.Psychoterapie.

Dann hat er noch gesagt ich soll mir dringend einen Psychologen suchen und mich nicht wundern einen Termin bekomme ich frühstens in einem Jahr und ich soll den Zettel meinem Hausarzt geben.

Was soll ich denn nun denken?Ich hab ja eigentlich die ganze Zeit nur rungeheult, so kann man doch gar kein Gutachten schreiben.Was wenn die DRV nun deshalb meinen Antrag ablehnt???
Hat das schon mal jemand ähnlich erlebt?

Vielen dank für eure Hilfe.

Ach ja der 1. Gutachter hat in seinem Termin auch schon gesagt ich soll mir einen Psychologen suchen, aber sonst nix weiter.
 
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Machts Sinn

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.
Ich würde mir eine Kopie machen,
den Zettel zum Arzt bringen und
die DRV um schnelle Entscheidung
bitten - dann warten, was passiert.
 

doppelhexe

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...
Was soll ich denn nun denken?Ich hab ja eigentlich die ganze Zeit nur rungeheult, so kann man doch gar kein Gutachten schreiben.Was wenn die DRV nun deshalb meinen Antrag ablehnt???
Hat das schon mal jemand ähnlich erlebt?
ICH ... habe das schon so "erlebt" ... hab aber keine großen erinnerungen mehr an diesen gutachtertermin.

ich hab schon geheult, als ich das haus verlassen musste, in der praxis ging das weiter. egal ob "nur" tests auszufüllen waren, das EEG geschrieben wurde oder im gespräch mit der psychiaterin.

fragen beantworten ging trotz tränen und angst/panik ... nicht unbedingt gut aber doch scheinbar ausreichend für das gutachten. die gutachter haben öfter solche "patienten", sie können damit dann schon was anfangen.

der zettel sagt schon ne ganze menge aus, den würd ich gut sichern (kopieren für die eignen akten) ...
ich pers. würde anhand dieses zettels erst mal positiv denken, aber bei gutachtern der DRV oder auch bei der DRV selber (die sich an den gutachten orientieren KANN aber nicht MUSS) weiss man nie.
normal geben gutachter kaum/keine informationen preis, schon garnicht an den zu begutachtenden... da hätte ich eher an ein fax/brief direkt an den behandelnden arzt gedacht ohne dein wissen.
aber DAS er dir solch ein papier gegeben hat zeugt davon, das er eine schnelle behandlung als dringend angeraten sieht...
wie gesagt, für mich ginge das in eine positive richtung in bezug auf zumindest vorübergehende EM, aber ich weiss nicht, was er oder die DRV dann schriftlich draus macht...

zumindest hättest du aber bei einem evtl. späteren gerichtsverfahren etwas an der hand, das deine psyche schon bei diesem termin arg ramponiert und ein geregeltes arbeitsleben garnicht möglich war.

du hast die gutachten nun erst mal hinter dir, kannst nichts mehr ändern... also versuch runter zu kommen, das vergangene nicht zu zergrübeln... warte einfach ab, was da kommt... is nicht leicht, ich weiss... aber wie gesagt, du kannst im mom nichts mehr tun.

und dann sprich mit deinem arzt, versuch das mit der therapie, wartezeiten sind da wirklich sehr lang, jedenfalls ambulant. vielleicht is ne klinik ne idee... lass die depression/ängste nicht dein leben übernehmen(ich sprech da aus erfahrung) ... je später eine therapie beginnt, umso schwieriger wird die rückkehr zu einem "normaleren" leben.
 

Anaid

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Danke Doppelhexe für deine Antwort,

nun sitze ich hier und heule schon wieder rum.Ich muss morgen
zu meinem Hausarzt wegen Verlängerung Krankenschein.Aber ich weiß nicht ob ich das mit Ihm beprechen möchte.Ich finde das der Gutachter da ganz schön übertrieben hat.Ich hab mir mal durchgelesn was eine Agoraphobie ist und denke nicht das ich sowas habe.Ich weiß auch gar nicht wie man das nach 2 Stunden beurteilen will.
 

doppelhexe

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nicht immer, und grade im seelischen bereich, kann man als betrpffener das so richtig einschätzen.

aber WAS hast du zu verlieren? bei einer therapie bestimmst du, wo die gespräche hingehen und JEDER hat so seine "unaufgeräumten" ecken...
der psychologe wird schon erkennen, ob da bedarf besteht. ich selbst hab schon leute kennengelernt, die zusammen mit dem psychologen festgestellt haben, das eher weniger/kein behandlungsbedarf besteht, trotz diagnose eines arztes.
er wird dich also nicht auf biegen und brechen therapieren, wenn es nicht nötig ist.
es warten genug vor der tür, die in dem fall sehr schnell deinen platz einnehmen...

vielleicht aber ekennst du auch, das es da doch so einiges zu tun gibt, eine plötzliche krankheit kann schon psychische auswirkungen haben, wenn man erkennen muss, das man eben nicht alles unter kontrolle hat, das man vielleicht grade eben dem tod oder massiven körperl. einschränkungen entgangen ist, das es nicht nur an einem selbst liegt, ob sich so ein ereignis vielleicht mal wiederholt.
 

Doppeloma

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Hallo doppelhexe,

auch wenn ich dir zum großen Teile zustimme in deiner Einschätzung dieser Begutachtung möchte ich darauf hinweisen, dass auch ein Gutachter NICHT berechtigt ist, einfach behandelnde Ärzte zu kontaktieren OHNE Wissen des Betroffenen. :icon_evil:

Auch hier gilt die ärztliche Schweigepflicht, jedenfalls so lange der Betroffene keine akute Gefahr für sich und Andere darstellt ...

der zettel sagt schon ne ganze menge aus, den würd ich gut sichern (kopieren für die eignen akten) ...
Der Zettel mag darauf hindeuten, dass sich dieser Gutachter wirklich ein paar Gedanken mehr gemacht hat, als so üblich ist aber es gibt KEINEN Anlass den Zettel an den eigenen Arzt zu geben, wenn man das nicht selber auch will.

Zumindest macht der TE im Moment nicht den Eindruck als ob er seinen Hausarzt da für den richtigen Ansprechpartner halten möchte und der Gutachter hat keinerlei Rechte das beim Arzt zu hinterfragen, ob das nun dort vorgelegt / besprochen wurde oder nicht. :icon_evil:

ich pers. würde anhand dieses zettels erst mal positiv denken, aber bei gutachtern der DRV oder auch bei der DRV selber (die sich an den gutachten orientieren KANN aber nicht MUSS) weiss man nie.
Das sehe ich genau wie du, ob das auch die DRV so sehen möchte bleibt wie immer abzuwarten, der Gutachter kann ja auch in sein Gutachten schreiben, dass er nach der "empfohlenen" Behandlung (ambulante Psychotherapie angeraten) keine Probleme mehr sehen möchte, die eine EM-Rente erfordern ...

Ich bin da sehr vorsichtig geworden mit zu positiven Denkweisen bei DRV-Gutachtern zu rechnen ...

normal geben gutachter kaum/keine informationen preis, schon garnicht an den zu begutachtenden... da hätte ich eher an ein fax/brief direkt an den behandelnden arzt gedacht ohne dein wissen.
Er hat ja NICHTS preis gegeben, was er der DRV schreiben wird dazu und eine direkte (heimliche) Information an den behandelnden Arzt wäre ein Verstoß gegen seine Schweigepflicht.

Bei meinem gerichtlichen Gutachter (Internist) wurde ich auch erst gefragt, ob es mir Recht sei, wenn er die Ergebnisse der Blut-Untersuchungen auch meiner Hausärztin zusenden wird, er sah einigen "Beobachtungs-Bedarf" in den Ergebnissen, von denen sie wissen sollte.

Er habe deutlich mehr Parameter untersuchen lassen, als ein allgemein üblicher Bluttest beim Hausarzt ermöglicht, das wäre den Hausärzten (und den KK) meist zu teuer.

Die Begründung war mir einleuchtend und so hatte ich nichts dagegen einzuwenden ...

Es kann dem TE sicher nicht schaden (zunächst) mal einen Facharzt aufzusuchen, damit korrekte Diagnosen gestellt werden, ehe man eine dazu passende Psychotherapie überhaupt sinnvoll angehen kann.

Auch Hausärzte sind mit komplexen psychischen Problemen oft überfordert und da sehe ich so ein "Gutachter-Zettelchen" schon wieder mit sehr "gemischten Gefühlen" ...
Denn das sollte dem auch bekannt sein, dass ein Facharzt wohl dafür besser geeignet ist gutachterliche "Verdachts-Diagnosen" zu sichern ... und danach die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen zu planen und anzugehen.

MfG Doppeloma
 
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